Die Prinzipien von Mixed Media Animation

Bei Mixed-Media-Animationen werden bspw. Realfilmaufnahmen durch Animationen ergänzt. Wenn nun Live-Action auf Animation trifft, verwischen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und bieten dem Zuschauer eine erweiterte, ja sogar magische Welt.

Federico Avino 2023

Da wo Realfilm an Grenzen stoßt, kann die Verschmelzung mit Mixed Media Animationen den Horizont erweitern und – wie bereits Federico Avino in seinem vorangestellten Zitat unterstreicht – neue Welten generieren (vgl. Avino 2023). Vor allem durch die Freiheit und große Bandbreite an möglichen Techniken (Stop-Motion, 2D Animation, 3D Animation, Handgezeichnet, etc.) kann sich eine Mixed Media Animation mit dem selben Footage von einer anderen im Stil und somit auch in den vermittelten Gefühlen bei den BetrachterInnen komplett unterscheiden. Deshalb birgt Mixed Media Animation extrem viel Potenzial für alle möglichen Bereiche. Bei gelungenem Einsatz können folgende Punkte erfüllt werden, welche vor allem im kommerziellen Bereich von enormer Bedeutung sind (vgl. promoshin.com 2023):

  • Alleinstellungsmerkmal und Wiedererkennungswert
  • Erhöht Aufmerksamkeit der Betrachter:innen
  • Vereinfacht komplexe Inhalte

Doch wie läuft der Produktion solcher Mixed Media Animationen eigentlich ab?

Animationsprozess (anhand von Harry Sung)

Einen Animationsprozess für die Arbeit mit Mixed Media gibt es per se nicht, da es immer darauf ankommt mit welchen Techniken arbeitet. Trotzdem möchte ich mich mit dem Prozess bzw. dem YouTube Beitrag Harry Sung: Principle of Mixed Media Animation von Harry Sung, initiiert von After hours animation, auseinandersetzen. Dabei geht es mir weniger um den vorgeführten Schritt für Schritt Prozess, sondern um sein Verständnis von Mixed Media Animation und seine Annäherung an seine Mixed Media Animationen. Daraus erhoffe ich mir, eine generelle Herangehensweise an Mixed Media Animationen zu gelangen.

Harry Sungs Definition von Mixed Media Animation

Bei diesem Vortrag fokussiert sich Harry Sung vor allem auf Mixed Media Animation im Zusammenhang mit gedrehtem Realfilm-Material. Das kann man durch seine Definition von Mixed Media Animation herauslesen:

Mixed Media Animation (with paper) is a combination of digital and analog techniques that incorporate printed paper scans of video frames ranging from 8 fps – 24 fps but not limited. Techniques include but not limited, scratching, tearing, drawing and cutting to animate.

Harry Sung 2022, 8:52 min

Hier wird offensichtlich, dass er sich stark an Techniken und Manipulationen orientiert, welche klassisch auf dem analogen Papier stattfinden. Dennoch fügt er hinzu, dass die Definition recht simpel gehalten worden ist, weil es ansonsten sehr in die Tiefe gehen würde, da man alleine schon mit verschiedenen Papiersorten das Endresultat erheblich beeinflussen kann. Auch reißt er an, wie viele Komponenten bei der Arbeit mit Mixed Media Animationen diese erheblich verändern können (vgl. Harry Sung 2022, 08:09 – 14:17 min). Ich habe nun versucht verschiedene Komponenten in größere Kategorien zusammenzufügen, welche sich trotzdem gegenseitig beeinflussen:

  • Art/ Stilrichtung: In diese Kategorie fallen alle möglichen Arten von Footage hinein. Beispielsweise, ob es sich um Realfilm, 2D-Animation, 3D-Animation, Stop Motion, Handzeichnung oder AI generiert handelt.
  • (Animations-)Technik: Hier werden alle Techniken zusammengeführt, welche für die bestimmte Art/ Stilrichtung relevant sind. Beispiele hierfür sind: Schneiden, reißen, analog malen sowie zeichnen, digital malen und zeichnen, ritzen, kneten, formen, überlagern, filtern, etc.
  • Material: Wie Material schon verratet fokussiert sich diese Kategorie beispielsweise mit verschiedenen (Film-)Formaten, Papiersorten, verschiedenen Malutensilien, Texturen, Knete und noch vielen weiteren. Dabei kann schon das Zusammenspiel von unterschiedlichen Materialien verschiedene Endresultate bewirken.
  • (Hilfs-)Werkzeuge: Die Abgrenzung dieser Kategorie zu Material ist etwas unscharf, da auch manche Materialien zu (Hilfs-)Werkzeuge im Arbeitsprozess werden können. Trotzdem braucht es diese Kategorie, da beispielsweise verschiedene Drucker mit demselben Papier und Bildmaterial komplett andere Texturen zaubern können. Weitere Beispiele für Werkzeuge sind: Framerate, Scanner, Pinsel, Schwämme, Editing-Software, etc.

Jeder Frame zählt bei mixed media animationen vor allem, wenn das video eine geringere Framerate hat. Deshalb muss man darauf achten, dass wenn man eine annähernd flüssige Bewegung mit mixed media generieren möchte, bei jedem Frame auf den Bewegungsablauf und das Timing achtet. Auch können Platzierungsüberlegunen in die Gestaltung des einzelnen Frames relevant sein. Das zeigt er beispielsweise bei seiner Arbeit am Musikvideo end game von Avey. Dort hatte er nicht nur mit einem flüssigen Bewegungsablauf des weißen Randes des Cut-outs Probleme, sondern beschäftigte sich auch mit der Platzierung der Cut-outs der Gesichtsteile. Dabei waren seine Überlegungen, bei welchem Frame die Überlagerungen eher auf der linken Seite und wann auf der rechten Seite zu finden sind (vgl. Harry Sung 2022, 10:00 – 11:14 min).

Relevante Stelle ab 01:08 min

Tipps für den Entwicklungsprozess

Die Preproduktion hat wie in den meisten kreativen Feldern und besonders im Filmwesen einen enormen Stellenwert, da mit einer gewissenhaften und genauen Planung, idealerweise einiges an Zeit, Aufwand und Nerven gespart wird. Vor allem bei der Arbeit mit Mixed Media, welche oft sehr zeitintensiv werden kann, ist eine genaue Planungsphase und Eingrenzung eines oder mehrerer gewünschten Stile von großer Bedeutung. (vgl. Harry Sung 2022, 13:17 – 19:47 min).

Wie bereits am Anfang dieses Beitrages erwähnt, gibt es bei Mixed Media Animationen keine Technik oder Stilrichtung, welche alle Projekte abdeckt, da jedes Projekt seine eigenen Anforderungen und Stimmungen hat. So kann die Wahl der Technik allein einiges über die Stimmung oder intendierte Botschaft des Videos an die Betrachter:innen des Videos weitergeben. Deshalb ist es wichtig, bei kommerziellen Projekten immer bereits vorab – in der Preproduktionsphase – zu klären, was für Intentionen und Ziele die Auftraggeber:innen mit ihrem Projekt erzielen wollen. Auch ob es wichtige Richtlinien innerhalb der Marke gibt auf die man bei der Arbeit am Projekt achten sollte (vgl. Harry Sung 2022, 13:17 – 19:47 min).

Ebenfalls hilft eine Sammlung / Anfertigung von visuellen Referenzen in der Anfangsphase, um sich dem Endprodukt anzunähern. Auch wie im Film- und Animationsbereich kann ein Treatment, Storyboard, etc. helfen frühzeitig auf Fehler aufmerksam zu werden, da man niemanden ein Verwerfen des bereits Gemachten inmitten der Produktion wünscht. Da das mitunter ein enormen Verschleiß an Material und Zeit mit sich bringen kann. Beispielsweise müsste man für ein Musikvideo im Mixed Media Stil, welches mit analogen Überzeichnungen, analogen Cut-outs, etc. für jedes Frame arbeitet, das gesamte Material nochmals ausdrucken, schneiden, layouten, malen etc.. Deshalb gibt Harry Sung auch an bei kommerziellen Projekten aus Sicherheitsgründen die Materialkosten separat in der Rechnung anzuführen (vgl. Harry Sung 2022, 13:17 – 19:47 min).

Quellenverzeichnis

Frederico Avino (18.10.2023): Mixed-Media-Animation: Wenn Live-Action auf Animation trifft. In: Aleksundshantu.com Online: https://www.aleksundshantu.com/insight/mixed-media-animation/ (Zuletzt zugegriffen: 03.01.2024)

promoshin.com (2023): Why you need Mixed Media Animation for your next Video. Online: https://www.promoshin.com/discover-the-enthralling-realm-of-mixed-media-animation/ (Zuletzt zugegriffen: 03.01.2024)

Harry Sung (06.12.2022): Harry Sung: Principle of Mixed Media Animation. Veröffentlicht von: After-Hours Animation. Online: https://www.youtube.com/watch?v=TAh4hC_Rl1s (Zuletzt zugegriffen: 03.01.2024).

Animator’s survival kit

„I want this book to put over what I have found to be the best working methods, so that animating becomes better and easier to do.“

The Animator’s survival guide, Richard Williams, 2009

Mit diesen ersten Worten beginnt das Buch „The Animator’s Survival Guide“, was ich mir speziell für die Weihnachtsfeiertage ausgeliehen habe, um mich voll und ganz dem Thema Animation zu widmen.

Nachdem das Buch dann einige Tage traurig auf meinem Schreibtisch in meinem ehemaligen Zimmer meines Elternhauses rumgelegen ist, habe ich es dann doch geschafft, die ersten Seiten zu lesen und mich meiner selbst auferlegten Aufgabe zu widmen „mich über die Feiertage in grundlegende Techniken der Animation einzulesen“.

Motiviert wie ich war, habe ich auch extra das Wacom Intuos Pro meines Burders mit nach Kärnten genommen, um es bequem in meinem Koffer liegen zu lassen.

Nachdem ich die ersten Seiten des Buches gelesen und durch die ersten Kapitel geblättert habe, war ich wieder etwas motivierter. Wie es auf Seite 23 als Überschrift steht „Time to draw“ habe ich gleich das Zeichen-Tablet angeschlossen und etwas aus dem Buch gesketcht.

Wie auf Seite 41 beschrieben, habe ich den ersten Tipp gleich in die Tat umgesetzt. „Unplug!“ sprich, ohne Ablenkungen durch Musik, Social Media, Smartphone, YouTube, usw. sich der Stille hingeben und sich dem Zeichenprozess voll und ganz widmen. Und witzigerweise mache ich das hin und wieder ganz unbewusst schon. Da ich versuche, dass ich fast jeden Tag den Stift in die Hand nehme, um etwas aufs Papier zu bekommen, hat sich das bereits in meinen Alltag integriert. Wobei ich es doch auch sehr schön finde, wenn ich beim Zeichnen und Malen immer wieder Musik im Hintergrund laufen habe. Aber in nächster Zeit werde ich diesen ersten Tipp aus dem Buch öfters bewusst beherzigen und mich in der Stille dem Prozess völlig hingeben.

Das war mein erster kurzer Ausflug ins Buch. Ich bin gespannt, was sich die nächsten Tage noch tut und wie sich diese Informationen in meine Animationsprojekte einweben lassen und ob diese mir behilflich sein werden, wenn ich mit meinem ersten größeren Projekt beginne.

Doch dazu mehr, wenn es soweit ist.

Bis dahin, guten Rutsch und viel Erfolg und Gesundheit für 2024.

Cheers, Andy

Vermarktung Teil 2

Zur Vermarktung eines Filmes gehören neben dem Genre und die Werbung mehrerer Faktoren dazu. Einige davon werden in diesem Kapitel behandelt.

Partner:innen, die bei der Umsetzung eines Filmes möglicherweise in Frage kommen. Die Suche jener Partner:innen für die weiteren Prozessschritte ist unteranderem abhängig von der Marktsituation, Projektbeteiligten, und natürlich das Zielpublikum.

Die Marktsituation: Welche Informationen sowie überzeugende Elemente bei einem Projekt werden benötigt, um eine Zusage zu einer Projektzusammenarbeit zu bekommen? Das ist eine der Überlegungen dieser Thematik. Eine weitere ist es sich zu überlegen, wie realistisch die Kapazitäten der Partner:innen im gewünschten Zeitraum sind. Die Konkurrenz der Drehbücher, die gelesen werden und auf eine Umsetzung warten, sind teilweise sehr hoch. Dem Buch PitchIt zufolge landen jährlich über 50.000 Skripte auf den Tischen jener Entscheidet:innen, angeblich solle dies nur die Hälfte der Writers Guild of America registrierten Bücher und Ideen sein. Demnach ist es wichtig, sich im klaren zusein, dass man auch mit Absagen rechnen muss. Es ist hilfreich, Kritiken einzuarbeiten und sich mit diesen auseinanderzusetzen. 

Die Publikumsforschung: Die Berücksichtigung der Senderinteressen spielen natürlich eine große Rolle, da sie in erster Linie Profit erzeugen müssen, da es zwischen den Sendern einen Konkurrenzkampf um die Quoten gibt. Aus diesem Grund benötigt man detaillierte Daten aus der Publikumsforschung. Auf Messen oder online Recherchen werden benötigte Daten meist zur Verfügung gestellt: Hauptzielgruppen, Programmpolitik, Marktpositionierungen, Werbekunden-Umfeld und mehr. Für die meisten Sender stehen die Konsumentenverhalten, Werbeintensität und quotenstarke Filme sind für die Entscheidung im Zusammenhang mit der Zu- oder Absage eines Projektes.

PitchIt: Seite 57-59


 Mögliche Fragestellungen, die sich aus diesem Kapitel für das Interview ergeben:

  • Wie schwierig war es, Partner für diese Projekt zu finden und wie ist die Lage in Graz allgemein?
  • Nach welchen Kriterien hast du deine Partner ausgewählt?
  • Beachtest du bei neuen Ideen immer am Anfang mit, ob sich die Verfolgung dieses Projektes rentiert?
  • Welche Forschungen wurden für diesen Film angestellt?
  • Wie schwierig ist es/welche Schritte gibt es zu beachten, um einen Film in Grazer oder Wiener Kinos zu bringen und wo sind die Unterschiede?

Genre und Vermarktung Teil 1

Das Kino ist eine Erfindung ohne Zukunft.

Louis Lumière

Das Genre
Ein Genre ist eine der einfachsten Formen der Klassifizierung, es erleichtert vor allem aus kommerzieller Sicht, wie ein Film vermarktet wird. Sobald Film zugänglich für die große Masse wurde, wurden auch Genres etabliert. Diese werden in Abhängigkeit der Zeit und des Entwicklungsstandes der Filmtechnik kategorisiert. Aufgrund dessen gibt es in vielen Genren zur Zeit keinen Zuwachs mehr, sieht man sich das Genre “Film noir” an, das vor allem in der Nachkriegszeit beliebt war.

Eine kurze Geschichte des Films Seite 7

Die Entstehung eines Genres erfolgt dann, wenn eine Gruppe von Filmen bei einem Publikum Erfolg hat und diese immer wieder kopiert werden, sodass sich ähnliche Motive und Typen bestimmen lassen, die wiederum wiederverwendet werden. Auch die kulturellen Aspekte spielen bei den Genren eine Rolle. Beispielsweise wird das Filmdrama im deutschsprachigen Raum anders definiert als im englischen. Im Deutschen beruft es sich auf die Handlung eines klassischen Dramas mit einem tragischen Verlauf, im Englischen ist es die Darstellung einzelner Personen, auf die mehr Fokus gelegt wird und auch wesentlich ausgeprägter ist.

Filmwissenschaftliche Genreanalyse-Markus Khun, Seite 71f

Erfolgsfaktoren bei Filmen
Bei einem Film fließen unterschiedliche Faktoren ein, weshalb dieser als erfolgreich gilt. Unterschieden wird hauptsächlich zwischen zwei Gruppen, darunter spielt der Name des Regisseurs oder der Regisseurin, das Genre, Darsteller:innen und wie attraktiv – im Sinne ihrer Leistungen – oder etabliert diese bereits sind, und natürlich die Qualität des Filmes. Neben diesen Merkmalen gibt es noch begleitende Merkmale, die vor allem die Kommunikation danach betreffen: Filmkritik, Bewertungen, Preise und Auszeichnungen, sowie die Vermarktung durch Werbung. 


Mögliche Fragestellungen, die sich aus diesem Kapitel für das Interview ergeben:

  • Wie entstand die Idee für das Genre von Cornetto? – Hast du von vorn herein gewusst in welches Genre dieser Film fällt?
  • Welche Genre faszinieren dich besonders und warum?
  • Wie lässt sich der Erfolg von Cornetto messen? – hast du das Gefühl, dass bestimmte Merkmale des Filmes(Darsteller:innen, Handlung, Kooperationen, etc.) mehr beigetragen haben als andere?
  • Welche begleitenden Merkmalen hast du bei diesem Film besonders herausgehoben, wie haben sie den Erfolg beeinflusst deiner Meinung nach? (Filmkritik, Bewertungen, Preise und Auszeichnungen, Vermarktung durch Werbung)
  • Hat die Wahl dieses Genres deiner Meinung nach mehr Erfolg als andere und warum? 

Strategien der Vorbereitung

Wie kommt es zu einer guten Strategie in der Vorbereitung eines Spielfilmes?

Aufgrund der knappen zeitlichen und finanziellen Ressourcen muss eine gut Strukturierte Vorbereitung gegeben sein. Diese Struktur kann man mit konzentrischen Kreisen vergleichen, bei der mit der schwierigsten und komplexesten Aufgabenstellung begonnen wird. Nach dieser wird sich von außen nach innen gearbeitet zu den kleineren Aufgaben und detaillierten Fragestellungen. Dabei ist es wichtig, immer einen Spielraum einzurechnen, damit äußere nicht kalkulierbare Faktoren berücksichtigt werden können. Diese Methodik bietet drei wesentliche Vorteile.

Die Produktion kann frühzeitig erste Entscheidungen treffen und diese bereits abarbeiten. Dies führt dazu, dass eine ausgewogene Arbeitsauslastung über die gesamte Produktion gewährleistet werden kann und kein bis wenig unerwünschte Arbeit gegen Ende der Produktion anfällt. 

Das Arbeiten in konzentrischen Kreisen nach innen, bietet die Möglichkeit, neu aufkommende Fragen bereits am Anfang abzufangen. So kann bereits früh und mit ausreichend Sorgfalt und Zeit auf diese neuen Problematik eingegangen werden.

Es erleichtert die Arbeit der Regisseur:innen um ein Vielfaches, da Entscheidungen abhängig von den verschiedenen Bereichen sorgfältiger getroffen werden können.

Die Aufgaben der Regisseur:innen besteht zu meist aus der Beantwortung von Fragen, vor allem im Bereich der Produktion, dessen Mitarbeiter:innen für die Fragestellungen zuständig sind. Diese Regieansagen sind Projekt und Zeit abhängig, wodurch es oft dazu kommt, das solche Ansagen im Laufe des Projektes revidiert werden.

Sollten Regisseur:innen demzufolge allwissend sein?

Nein, auch wenn die Regieanweisung erwartet wird, muss nicht zu jeder Frage eine Antwort parat sein. Gut zu wissen im Regiehandwerk ist es, wann eine Antwort notwendig ist. Viel wichtiger ist es, vor laufender Kamera alles zu bedenken, was zuvor beschlossen wurde. Punkte dafür sind vor allem, was für ein Motiv entstehen soll, was dafür alles benötigt wird und was nicht. 

Für die Produktionsabteilung am Dreh ist es deshalb wichtig zu wissen, dass Regisseur:innen im Moment der Aufnahme Dinge benötigt, die zuvor noch nicht bekannt waren. Es ist von Vorteil, auf solche Momente eingestellt zu sein und mögliche Lösungen parat zu haben.

Um ein Beispiel aus dem Buch zu bringen, was damit gemeint ist: Wird möglicherweise von einem Schauspieler verlangt vor Kamera ein bestimmtes Lied zu singen und eine Lasagne zu essen, dann sollte im Vorfeld abgeklärt werden, welches Lied das ist, dieses zur Übung dem Schauspieler zukommen lassen und über mögliche Unverträglichkeiten oder Allergien des Schauspielers bescheid zu wissen. Damit wird garantiert, dass der Schauspieler zumal er eventuell Vegetarier ist, eine vegetarische Lasagne bekommt und das Lied bereits einstudiert hat.

Drehplanung, Jesper Petzke: Seite 58-61



Fragen, die sich aus diesem Kapitel für das Interview im Bezug auf Cornetto ergeben:

  • Wie groß war dein Team und wie viel war dabei in Eigenarbeit?
  • Wurde genügend Zeit einberechnet für die Planung oder ging das Projekt weit über das zeitliche Budget?
  • Wie viel wurde erst am Set entschieden?
  • Laut Buchrecherche sollte ein Regisseur nur Fragen beantworten und keine Anweisungen konkret geben, wenn es um die Produktion geht, in wiefern warst du in der Produktion beteiligt?
  • Wie abwechslungsreich war diese Dreharbeit im Vergleich zum Film Schalling?
  • Gibt es etwas, was du im Nachhinein anders gemacht hättest bezüglich der Planung?

#05 Die symbolischen Rollen von Frauen & Männern im Tanz

Die Rollen von Frauen und Männern im Tanz können je nach Tanzstil, kulturellem Kontext und choreografischer Vision stark variieren. Jedoch können traditionell bestimmte Stereotypen in Bezug auf die Geschlechterrollen im Tanz festgelegt werden, aber moderne Choreografien und zeitgenössische Ansätze haben dazu beigetragen, diese Grenzen zu verwischen. Einige allgemeine Beobachtungen zu den Rollen von Frauen und Männern im Tanz:

Frauen:

traditionelle Ansicht:

  • Weibliche Tänzerinnen wurden oft mit Anmut, Leichtigkeit und expressiven Bewegungen in Verbindung gebracht.
  • Sie übernehmen manchmal die Rolle des romantischen Interesses oder verkörpern mythologische Figuren mit emotionalen Nuancen.
  • Klassische Ballettproduktionen neigen dazu, starke weibliche Hauptrollen zu haben, wie z. B. Giselle oder Odette/Odile in „Schwanensee“.

moderne Ansicht:

  • Moderne Choreografien brechen oft mit traditionellen Stereotypen und ermöglichen Frauen eine breitere Palette von Ausdrucksmöglichkeiten.
  • Frauen können genauso starke und kraftvolle Bewegungen wie Männer zeigen und werden oft in technisch anspruchsvollen Rollen eingesetzt.
  • Zeitgenössische Choreografien betonen Individualität und ermutigen Frauen, ihre Persönlichkeit und Einzigartigkeit durch den Tanz auszudrücken.

Männer:

traditionelle Ansicht:

  • Männliche Tänzer wurden traditionell für ihre Kraft, Dynamik und technische Fähigkeiten geschätzt.
  • Sie könnten heroische oder königliche Figuren darstellen und in Balletten oft als Partner für die weiblichen Hauptrollen fungieren.
  • Akrobatische Elemente, Sprünge und Hebefiguren sind oft Teil der männlichen Tanzrolle.

moderne Ansicht:

  • Moderne Tanzformen erlauben es männlichen Tänzern, ihre emotionale Seite zu zeigen und in eher introspektiven Rollen aufzutreten.
  • Männer können auch in eher akrobatischen und experimentellen Choreografien eine größere Bandbreite an Bewegungen erkunden.
  • Zeitgenössischer Tanz ermutigt Männer dazu, ihre Verletzlichkeit und Sensibilität zu zeigen, anstatt ausschließlich auf Kraft und Dominanz zu setzen.

Choreografen und Tänzerinnen und Tänzer sind bestrebt, Geschlechterklischees zu überwinden und vielfältigere, inklusivere Ausdrucksformen zu schaffen. In vielen zeitgenössischen Produktionen werden die Rollen von Frauen und Männern bewusst neu interpretiert und durchmischt, um eine künstlerisch anspruchsvolle und innovative Darstellung zu ermöglichen.

Interview – Persönlicher Bezug/Input:

Meine Cousine, Sandy Stornig, tanzt seit sie ca. 5 Jahre alt ist Ballett und dann später auch HipHop. Inzwischen ist die selbstständig und führt Workshops und Kurse zu Contemporary Dance, sowie Ballett durch. Da Sandy der Aspekt von Diversität im Tanz und die Unterschiede angesichts der Geschlechterrollen sehr am Herzen liegt habe ich mich mit ihr über dieses Thema unterhalten. Sie hat auch bereits eine wissenschaftliche Arbeit darüber geschrieben wie sich die weibliche Zyklus auf die sportliche Leistung von Tänzerinnen auswirkt. Inputs aus einem Gespräch mit Sandy Stornig:

*still in construction, weil sie leider krank war :(*

#04 Stage/Concert Visuals

Some new ideas for a master thesis topic based on stage especially converts visuals and motion graphics:

Interactive Stage Design and Technology:

  • Exploring the integration of interactive technologies (sensors, motion tracking, etc.) in stage design to enhance the engagement of the audience.
  • Investigating how real-time data can influence stage visuals, such as incorporating audience reactions.

Cinematic Techniques in Stage Productions:

  • How can cinematic techniques, such as camera angles and movement, be adapted for live stage performances. Exploring the challenges and benefits of this approach.

Digital Storytelling in Live Events:

  • How digital storytelling techniques, such as nonlinear narratives or interactive plotlines, can be implemented in live stage productions.

Lighting Design and Emotional Impact:

  • The psychological impact of different lighting designs on audience emotions. How can lighting be used to enhance the mood and atmosphere of a performance?

My inspiration:

My inspiration for this topic were two very previous concerts i visited – RIN and Shirin David. But especially the stage visuals at RIN’s concert spoke to me. I recorded a lot of videos, not only because of the music and the artisit RIN, but because i loved the motion graphics and how his visuals supported the songs and show. There were a lot of interactive aspects, for example often a live camera tracked the artist and projected his silhouette, but different styles were added to the material. At the end of this blog entry are some of my filmed footage – just to document the videos:

Why it it important to have stage visuals:

Having interactive and visually captivating stage elements at a concert is crucial as they play a pivotal role in enhancing the overall artistic expression and emotional resonance of the performance. These visuals go beyond mere embellishments; they serve as dynamic companions to the artist and their music, forging a deeper connection with the audience. Interactive stage visuals create a multisensory experience, amplifying the impact of the songs by providing a visual narrative that complements the auditory journey. In doing so, they contribute to a more immersive and memorable concert experience, making it not just a sonic event but a visual and emotional journey. Furthermore, innovative stage visuals can help artists convey their artistic identity, reinforce thematic elements within their work, and engage the audience on a visceral level. As technology continues to advance, the integration of cool and interactive visuals in live performances becomes an invaluable tool for artists to distinguish their concerts, leaving a lasting impression on attendees and fostering a sense of connection between the performer, the music, and the audience.

Disadvantage? Literature?

Up to this point i found it really hard to find any solid scientific literature in this field. Which for me makes it really hard to have a starting point or more like a theoretic background and the beginning of the master thesis. Some ideas i would have for this problem is to interview artists, potentially some stage visual artists or in general people who did work in this area. For this i would have some connections to a few people who work at Universal Music in Berlin and a friend who already did some stage visuals for an artist, but only to a very small extent.

#05 Villain Arc

The villain arc in film is a compelling narrative journey that explores the development, motivations, and actions of the antagonist within a story. Here’s how it often unfolds:

1. Introduction and Motivation: Villains are introduced with distinct motives or circumstances that lead them down a darker path. These motivations can stem from personal trauma, a desire for power, revenge, ideology, or even a warped sense of justice.

2. Humanization and Complexity: Well-crafted villain arcs often humanize the antagonist, showing their vulnerabilities, struggles, or the events that shaped their perspective. This complexity adds depth and makes them more relatable or understandable to the audience.

3. Conflict and Opposition: Villains become the primary source of conflict, providing opposition to the protagonist’s goals. Their actions create tension, driving the story forward and challenging the hero both physically and emotionally.

4. Evolution and Development: Throughout the narrative, the villain undergoes changes. They may experience internal conflicts, moments of doubt, or realizations about their actions. This evolution can lead to shifts in their motives or ideologies.

5. Climax and Resolution: The villain arc reaches its peak during the climax, where their actions and motivations collide with the hero’s. This often results in a showdown or confrontation that tests both characters. The resolution of the villain arc can vary—ranging from redemption, defeat, or their own undoing due to their flaws or actions.

6. Impact on the Protagonist: The villain arc deeply impacts the protagonist’s journey. The antagonist’s actions force the hero to grow, adapt, or confront their own weaknesses, leading to character development.

A well-crafted villain arc challenges the audience’s perceptions and generates emotional investment. It explores the shades of gray in morality and humanizes characters who are often seen as purely evil. Some films even offer redemption arcs for villains, showcasing their potential for change or growth.

Ultimately, a compelling villain arc enriches the storytelling experience, providing depth, tension, and a dynamic counterbalance to the hero’s journey.

#04 Female Rage

The narrative of female rage in film has evolved significantly throughout history, reflecting changing societal attitudes towards gender, power, and expression. In earlier cinematic narratives, female anger was often subdued or expressed through subtleties due to prevailing cultural norms and censorship.

  • Early Cinema (1920s-1950s): Female characters were typically confined to specific roles, and their anger was often portrayed as repressed or channeled into quieter forms of resistance. For instance, characters like Scarlett O’Hara in „Gone with the Wind“ or Joan Crawford’s Mildred Pierce depicted rage simmering beneath the surface due to societal constraints.
  • 1960s-1970s: This era saw some shifts as films like „Bonnie and Clyde“ or „Thelma & Louise“ showcased women pushing back against societal norms and expressing anger more openly. These narratives explored female rage as a response to oppression or injustice.
  • 1980s-1990s: Films like „Fatal Attraction“ and „Basic Instinct“ sometimes depicted female rage through the lens of mental instability or as a dangerous force, often tying anger to a negative portrayal of female characters.
  • Contemporary Cinema: The portrayal of female rage in recent years has become more diverse and nuanced. Films like „Mad Max: Fury Road“ and „The Hunger Games“ franchise present strong female protagonists who express rage as a response to systemic oppression and personal trauma. These narratives delve into complex emotions and showcase women’s resilience and strength.

Throughout these periods, the narrative of female rage in film has shifted from subdued or villainized portrayals to more empowered and multifaceted representations. These narratives often explore the reasons behind the anger, addressing issues such as gender inequality, abuse, or societal expectations, providing a platform for nuanced storytelling and challenging traditional gender roles. The evolution of these narratives reflects a broader cultural shift towards acknowledging and validating women’s experiences, including their anger, as an integral part of their stories.

Was hat Storytelling in Dokumentationen zu suchen?

Fiktionale Filme können zum Teil oder zur Gänze auf wahren Begebenheiten aufbauen und gleichzeitig erfundene Charaktere und Situationen beinhalten. Ein Nicht-Fiktionaler-Film muss auf Wahrheiten basieren und darf keine Situationen, Charaktere und Gegebenheiten hinzufügen. Non-Fiction unterscheidet sich von Fiktion durch hinzugefügte Erfindungen. Auch wenn ein Film auf wahren Ereignissen beruht oder von diesen inspiriert wurde, ist er Fiktion, sobald die Autor*innen neue Aspekte hinzufügen. Die Wahrheit in dokumentarischen Filmen lässt keine künstlerische Freiheit zu. Gestaltungsspielraum gibt es bei der Auswahl der Inhalte. Filmschaffende legen fest worauf sie den Fokus legen, was sie weglassen und wie sie den Film strukturieren. Dokumentarfilme eröffnen neue Welten und wecken im bestem Fall Interesse für Themen, die zuvor nicht im Bewusstsein der Zuseher*innen verankert waren. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Geschichten, die eine Hauptfigur in den Vordergrund stellen. 1

Fakten alleine machen keinen Dokumentarfilm aus. Laut Sheila wären ansonsten einfache “how to” Videos, die beschreiben wie ein Duschkopf zu entkalken ist, eine Dokumentation. Als weiteres Beispiel nennt Sheila das Material einer Verkehrskamera. 2

Sheila definiert den Dokumentarfilm als nicht-fiktionales Werk, welches sich zwischen Journalismus und Kunst ansiedelt. Filmemacher*innen verweben lose Informationen zu einer kunstvollen Gesamterzählung. Sie erfinden nichts, sondern drücken sich durch die Anordnung und Auswahl der Erkenntnisse aus. Diese Anordnung kann als Story verstanden werden. 3

Kurzzitate:

1 (Sheila 2023, S.2f)

2 (Sheila 2023, S.4)

3 (Sheila 2023, S.5)

Literaturverzeichnis:

Sheila, Curran, Bernard: Documentary Storytelling. Creative Nonfiction on Screen. 5. Aufl. New York: Routledge 2023