Kategorisierung von kinetischer Typografie

Wie auch in Genres innerhalb der Literatur oder im Film kann man bei kinetischer Typografie Unterkategorien bilden. Ich möchte mich besonders mit einer Unterkategorienbildung beschäftigen – nämlich mit der von Barbara Brownie, welche sie in ihrem Buch Transforming Type: New Directions in Kinetic Typography niedergeschrieben hat. Zweck des Ganzen ist es, ein besseres Verständnis für den Aufbau und die Möglichkeiten von kinetischer Typografie zu bekommen.

Zeitbasierte Typografie (temporal typography)

Wie schon der Begriff zeitbasierte Typografie darauf hinweist, fallen in diesen Anwendungsbereich alle typografischen Animationen hinein, die mit zeitbasierten Medien wie Film und Fernsehen gekoppelt sind. Der Zustand der kinetischen Typografie ist direkt vom zeitlichen Ablauf beeinflusst, da das Aussehen abhängig ist vom bestimmten Moment innerhalb des Bewegungsablaufs (vgl. Brownie 2014, S. 6).

Y.Y. Wong publizierte 1995-1996 eine ausführliche Analyse zur zeitbasierten Typografie, in der sie feststellte, dass zeitbasierte Typografie nicht nur Schrift innerhalb eines Bildschirmes ist, sondern dass es sich um Schrift handelt, welche auf verschiedene Arten und Weisen innerhalb eines zeitlichen Rahmens agieren kann, was gedruckte Schrift nicht kann. Trotzdem unterscheiden sich zeitbasierte Typografie und gedruckte Typografie in vielen Arbeitsbereichen nicht viel von einander. Aber dort wo sie unterschiedlich sind, weist Wong daraufhin, dass man für die zeitbasierte Typografie neue Analysenmethoden und Beschreibungen brauche (vgl. Brownie 2014, S.6).

Seriellen Präsentation (Serial Presentation)

Zwar kann Typografie in der seriellen Präsentation wie bei der zeitbasierten Typografie auch in zeitbasierten Medien auftreten. Doch im Gegensatz zur zeitbasierten Typografie verhält sich der Text in der seriellen Präsentation statisch. In ihrem Arrangement unterscheiden sich sich nicht von der Druck-Typografie. Alleinig, dass die Typografie zeitlich gebunden ist, weicht von der Druck-Typografie ab. Beispielsweise kann man die Titelkarten im Stummfilm zur seriellen Präsentation dazuzählen. Da es sich um statische gedruckte Designs handelte, die abgefilmt worden sind (vgl. Brownie 2014, S.6).

Abb. 01: Screenshot von der Creditscard von Rumors bei THE DRIVER ERA (https://www.youtube.com/watch?v=MIT1Jsqv9XM [Zuletzt geöffnet: 11.12.2023])

Trotz der technischen Weiterentwicklung von den Titelkarten wird die serielle Präsentation heutzutage immer noch gerne genutzt (siehe Abb.01). So kann die serielle Präsentation genutzt werden, um Gesagtes zu unterstützen und zu unterstreichen. Das Tempo der Präsentation von Wörtern kann außerdem den Rhythmus und die Lesegeschwindigkeit widerspiegeln. Auch die zusätzliche Anwesenheit eines Voice-overs oder keinem kann bei der Präsentation von Bedeutung sein. Bei diesem Aspekt spielt auch die Beziehung von Lesen und Sprechen eine Rolle. Beispielsweise wird in der Kognitiven Psychologie für eine Methode namens Rapid Serial Visual Presentation (RSVP) die serielle Präsentation von Wörtern als Hilfsmittel für Dyslexie genutzt. Auch soll die serielle Präsentation bei der Wahrnehmung von großen schriftlichen Informationsmengen innerhalb kürzester Zeit helfen. Da das Arrangement serieller Präsentation eine schnellere Lesegeschwindigkeit ermöglicht, als ein lineares Arrangement der Schriftmengen (vgl. Brownie 2014, S.7).

Barbara Brownie zählt zu der seriellen Präsentation auch Typografie, welche Transitions aufweisen und auf den ersten Blick animiert wirken. Doch sie deutet daraufhin, dass eigentlich die Transitions animiert sind und die Schrift sich selbst nicht wirklich in ihrer Erscheinung verändert. Um das begreiflicher zu machen – hier ein Beispiel: Für ein Text wird eine Fade-In/Fade-Out Transition verwendet. Es ändert sich zwar die Deckkraft, aber die Schrift ändert sich nicht und bleibt statisch. Das kann auch bei Wipe-Transitions angewendet werden (vgl. Brownie 2014, S.7). Ein modernes Beispiel für eine serielle Präsentation ist beispielsweise die Titelsequenz für den Film The Royal Tenenbaums (bei Wes Anderson 2001)

Aus einer seriellen Präsentation wird eine kinetische Typografie sobald mehrere Parameter beispielsweise der Fade-Transition hinzugefügt werden und dadurch die statische Schrift in eine bewegte umwandeln – somit handelt es sich dann um eine verändernde Typografie.

Scroll-Typografie (Scrolling typography)

Die Spannbreite bei Scroll-Bewegungen kann verschiedene komplexe Transformationen annehmen. Bei Scroll-Typografie bleibt das typografische Layout (Zeilenabstand, Wortabstand, etc.) beständig, während sich der Text durch das Bild bewegt. Das kann man mit einem Kamera-Pan oder Kamera-Tracking vergleichen. Das beste Beispiel für Scroll-Typografie ist der klassische Rolltext-Abspann am Ende eines Films. Komplexität kann man durch eine dreidimensionale Erweiterung bewirken. Hier kann man bei der Scroll-Typografie einen Kamera-Zoom simulieren (vgl. Brownie 2014, S.7f).

Vorteil der Scroll-Typografie ist, dass man sie wie Film Footage behandeln kann und sie beispielsweise in Live-Action Footage integrieren kann und sie dabei auf die bewegenden Objekte im Footage abstimmen kann. Brownie führt hier als Beispiel die Opening Credits Szene des Films Panic Room (David Fincher, 2002) von Picture Mill an. Hier wird die Typografie dreidimensional in die Landschaft eingebaut (vgl. Brownie 2014, S.8ff). Sozusagen versucht man dabei die schriftliche Komponente wie wirklich gefilmtes Material zu behandeln, wie das folgende Zitat genauer anführt:

As in many recent examples, this sequence aims to convey a sense that the type is a directly filmed object, naturally occurring in the filmed environment. Letterforms are rendered so that they appear to resemble an object within the scene. Typography has historically been seen as “unmotivated,” or having “no natural connexion in reality” (Saussure, 1983 [1913] , pp. 67–9 ). In these examples, however, the visual appearance of the letters is motivated by the surrounding scene. This anchors the words into the scenery, blurring the boundaries between the visual and verbal, and between the diegesis of the film and the reality of its production. When appearance of the letterforms imitates the appearance of the scenery, the credit sequence bridges the gap between fact and fiction.

Brownie 2014, S.10

Dynamisches Layout (dynamic layout)

Bei einem dynamischen Layout bewegen sich die einzelnen Buchstaben unabhängig von einander. Im Gegensatz zu den davor beschriebenen Kategorien kann es beim dynamischen Layout passieren, dass z.b. sich ein Wort bewegt, während das andere statisch bleibt. Somit werden Wort- und Buchstabenabstände als flexibel angesehen. Dadurch entsteht eine fluide räumliche Beziehung zwischen den einzelnen Formen innerhalb des Bildschirms. Somit gibt es keine Kontinuität innerhalb des Ablaufs des typografischen Layout. So können sich Wörter oder Buchstaben von Textelementen lösen und eigenständig werden. Es entstehen neue Bedeutungen oder Informationen (vgl. Brownie 2014, S.11f).

Auch können sie eine andere kinetische Erscheinungsform haben, wie andere Textelemente. Das kann dazu beitragen, dass durch eine dominante Bewegung die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Wort lenkt und den Lesefluss beeinflusst. Bestimmte Wörter können auch durch Bewegung verschwinden und dazukommen, wie das nachfolgende Zitat unterstreicht (vgl. Brownie 2014, S.12).

Dynamic layout, whether its moving components are whole words or individual letters, can be equated to a series of different compositions, presented in sequence, with journeys connecting one composition to the next. The most aesthetically pleasing dynamic compositions are those that treat every key frame as an independent work of typography, following the same rules of composition that would be applied in a static arrangement.

Brownie 2014, S.14

Bei diesem Beispiel sieht man wie einzelne Textelemente sich verschieden verhalten können und durch ihr Verhalten die Aussage des Inhalts einrahmen. Hier prallen verschiedene Bewegungen aufeinander und diese binden die Aufmerksamkeit der Zuschauer:innen umso mehr an die Handlung. Es bewegen sich einzelne Wörter, aber auch Buchstaben. Textelemente scheinen auf, verschwinden wieder hinter anderen Textelementen und so weiter und so fort.

Weitere Kategorien?

In all of these cases, kineticism is limited to directional motion (displacement). Letterforms are relocated rather than transformed. Priority is given to the relationship between letters, not the features or identity of each individual letter. Some theorists acknowledge that temporal media allow for “other temporal change” that cannot be described as motion (Lee et al., 2002, p. 81). This may be because there is an assumption that the properties of individual letterforms should remain constant, as they would in print.

Brownie 2014, S.15

Die Kategorien von Brownie beziehen sich hier eigentlich nur auf Bewegungen von Buchstaben und Wörtern. Doch auch die Veränderung von beispielsweise der Dicke eines Buchstabens oder der Schriftfamilie kann als Bewegung gesehen werden. Wohin kann man diese Veränderungen zählen? Gehören sie auch zum dynamischen Layout?

Die Unterscheidung zwischen global und lokal

Although directional motion preserves the shape and identity of individual letters, it is not necessary for letterform to be preserved in this way. They may be mutated, fractured or changed in numerous other ways, leading to transformation within individual forms. That transformation can lead to a change in the shape and identity of a form.

Brownie 2014, S.17

Wie bereits am Ende des letzten Kapitels angerissen und nochmals in dem voran gestellten Zitat unterstrichen, gibt es weitere kinetische Äußerungsformen von bewegter Typografie abseits von der reinen Verschiebung vom Text. Brownie unterteilt diese zwei Phänomene in globale und lokale kinetische Typografie. Auch bringt sie einen guten Vergleich zwischen Typografen und Typografinnen/ Grafik Designern und Grafik Designerinnen und Schriftgestalter:innen, welche auch jeweils bei ihrer Beschäftigung mit Schrift eine Rolle der beiden Terme global und lokal einnehmen. Die globale Anwendung wird von den Typograf:innen erfüllt. Da sie normalerweise primär eine existierende Schrift verwenden und diese in ihre Layout-Tätigkeiten einzubinden. Hier liegt der Fokus auf der Beziehung zwischen den Buchstaben (Buchstaben-, Wortabstand, Hierarchie, Lesbarkeit, etc.). Somit verändert sich das globale Aussehen eines Layouts, aber nicht die Schrift im Detail. Im Gegensatz dazu designt ein:e Schriftgestalter:in die einzelnen Buchstabenformen und beschäftigt sich primär mit dieser im Detail (vgl. Brownie 2014, S.17f).

Somit lässt sich sagen dass, die alleinige Verschiebung von Text in die Kategorie von globaler kinetischer Typografie fällt, da die Erscheinungsform der Buchstaben von Anfang bis Ende des Bewegungsablauf sich nicht ändert. Interessant dabei ist, dass wenn man sich die Wirkung von den zwei Ebenen anschaut, dass globale Veränderungen weitaus dominanter in der vermittelten Bedeutung sind. Trotzdem darf man nicht die lokale Ebene ausklammern (vgl. Brownie 2014, S.18). Deshalb möchte ich mich nun etwas genauer mit der lokalen kinetischen Typografie beschäftigen, da ich im vorhergegangen Kapitel mich schon mit der globalen kinetischen Typografie auseinander gesetzt habe.

Lokale kinetische Typografie

Die Arbeit mit Transformation von bewegter Typografie ist noch relativ jung im Gegensatz zur globalen kinetischen Typografie. Lucas de Groot (Schriftgestalter) hat in den 1991 das Adobe’s Multiple Master Werkzeug verwendet, um Buchstaben von einer Schrift jeweils in eine neue zu verwandeln. Per se ist es noch keine animierte Sequenz, doch ein signifikanter Vorläufer, der aufzeigt, was alles möglich sein kann(vgl. Brownie 2014, S.18).

Letter ‚A‘ from Move Me MM. # 1994 Lucas de Groot. Reproduced with the permission of the copyright holder bei Jason Edward Lewis (https://www.researchgate.net/figure/Letter-A-from-Move-Me-MM-1994-Lucas-de-Groot-Reproduced-with-the-permission-of-the_fig3_233049906 [Zuletzt geöffnet: 10.12.2023])

Lokale kinetische Typografie kann in Animationen mit großen Textmengen angewendet werden, wie beispielsweise das Videobeispiel im Unterkapitel Dynamisches Layout bereits zeigt. Dort gibt es zum Beispiel bereits lokale Veränderungen von ausgefüllt oder nicht. Die Arbeit mit lokaler kinetischer Typografie kann man öfters bei der Arbeit mit kleineren Textmengen erkennen (vgl. Brownie 2014, S.18f).

Sowas bietet sich bei der Arbeit mit Logoanimationen an. Wahrscheinlich war deshalb auch das Fernsehen signifikanter Antreiber für die Entwicklung der lokalen kinetischen Typografie. Da es dort öfters Senderjingles gibt, die das Logo spielerisch in Szene setzen und durch den Anstieg von verschiedenen Sendern am Ende des 20ten Jahrhunderts, wurden diese als Alleinstellungsmerkmal immer wichtiger. Beispielsweise kann man das bei den vielen verschiedenen MTV Senderjingles sehen, bei denen sich Motion Designer sich öfters mit überwiegend dem M spielerisch auseinander gesetzt haben(vgl. Brownie 2014, S.19.

Aber auch durch die über Instagram entstandene Challenge 36 Days of Type, befassen sich nicht nur Schriftgestalter mit dem täglich mit einem Buchstaben/Zahl aus dem Lateinischen Alphabet + die Zahlen 0-9 für 36 Tage, sondern auch Motion Designer verwandeln statische Buchstaben in Bewegung.

Der Buchstabe A animiert von Stoutfella

Ausdehnbarkeit von Schrift

In der statischen Typografie gibt es innerhalb einer Schriftfamilie verschiedene Schriftschnitte. Sozusagen geht ein anfänglicher Schriftschnitt durch eine Transformation und es entstehen weitere Schriftschnitte, wie fett, kursiv. etc. Diese Transformation ist für Schriftkonsumenten nicht ersichtlich, weil sie sozusagen hinter verschlossenen Türen des/der Schriftgestalter:in passiert. In der kinetischen Typografie kann dieser Prozess durch Animation zum Vorschein gebracht werden(vgl. Brownie 2014, S.19ff). Heutzutage kann man durch Reglerverschieben bei variable Fonts selbst beobachten. Bei der interaktiven Schrift Laika haben sich die Schriftgestalter Michael Flückiger und Nicolas Kunz eine Installation 2011 kreiert, bei dem genau dieser Prozess bei der Durchführung vorgeführt wird. Auf ihrer Website kann man auch Mausbewegungen, das Schriftbild transformieren (https://www.laikafont.ch). Ein anderes Beispiel wäre auch das Video von Mat Voyce V im vorangegangen Kapitel. Dort verändert der Buchstabe V sein Aussehen vom Schriftschnitt light in black. Es wird auch gestaucht und gestreckt.

Laika a dynamic typeface

Die Dehnbarkeit innerhalb kinetischer Typografie hat oft eine größere Bedeutung als nur die reine Verzerrung von Buchstaben. Sie kann wie andere gestalterische Elemente Bedeutungen und Informationen übermitteln. Manchmal kann Dehnbarkeit auch genutzt werden, um unsichtbare Objekte zu visualisieren wie beispielsweise eine Kugel, die nur dadurch sichtbar wird, weil sich der Text über sie bewegt. Dieses Phänomen kann man mit der konkreten Poesie gleichsetzen, da nur aus Wörtern eine Silhouette angedeutet wird. Aber auch für eine realistische Einbindung innerhalb von Szenen kann die Dehnbarkeit von kinetischer Typografie eingesetzt werden. Dort bestehen die Oberflächen wie zum Beispiel Wasser und die Typografie simuliert das Wasser, damit es aussieht als wäre es mit dem Wasser verbunden (vgl. Brownie 2014, S.21f).

Typografie Kugel bei Tina Touli
(https://tinatouli.com/tinatoulixtype01-kinetic-typography-tutorial [Zuletzt geöffnet: 11.12.2023])
Die Trichter bei Christian Morgenstern (https://de.wikipedia.org/wiki/Galgenlieder [Zuletzt geöffnet: 11.12.2023])

Eine Unterscheidung die man ebenfalls treffen kann, ist ob der Buchstabe sich in etwas anderes verwandelt oder ob er „nur“ verzerrt wird. Zum Beispiel kann aus aus Würfeln eine 1 entstehen. Hier wird aus etwas bildlichem – im Falle des Beispiels: Würfel – eine Buchstaben-/ Zahlenform. Somit ist die lokale Wandlung so extrem, dass die gesamte Identität einer Form sich verändert. Das kann nicht nur als ästhetischer Eingriff gesehen werden, sondern auch als Wandel in der Bedeutung(vgl. Brownie 2014, S.22).

1 bei Animography (https://dribbble.com/shots/10761383-1-28-36 [Zuletzt geöffnet: 11.12.2023])

Fazit

Bei meiner Erarbeitung und Auseinandersetzung mit diesem Thema ist mir aufgefallen, dass kinetischen Typografie welche vorwiegend globale Eigenschaften besitzt oft im Umfeld von Texteinspielungen, wie beispielsweise im Main Title Design vorzufinden ist. Auch Firmen etc. welche seriös auftreten wollen, bevorzugen oftmals die simpleren Animationen der globalen Eigenschaften. Dagegen werden lokale Eigenschaften oft Bereichen wie der Werbung angewendet, in denen man durch charakterstärkeren Animationen Verspieltheit in die kinetische Typografie haucht. Abschließend möchte ich sagen, dass ich durch die Bearbeitung nun noch viel mehr auf die Details achte.

Literaturverzeichnis

Brownie, Barbara: Transforming Type: New Directions in Kinetic Typography – London: Bloomsbury, 2014.

05_Storytelling and Dramaturgy in Indie Filmmaking: Unleashing the Power of Narrative

In the dynamic realm of cinema, independent filmmaking stands out as a vibrant and innovative force, challenging the conventions of mainstream Hollywood and offering fresh perspectives on the human experience. At the heart of this movement lies a deep-seated commitment to storytelling, a belief that compelling narratives can resonate with audiences on a profound level. Storytelling is the cornerstone of human connection, enabling us to share experiences, emotions, and ideas across cultures and generations. In the world of independent filmmaking, storytelling takes on an even more crucial role, forming the foundation upon which films are built and the driving force that connects with viewers on an intimate level. Independent filmmakers possess a unique freedom to explore narratives that may not neatly conform to the established patterns of commercial cinema. They are unburdened by the pressure to cater to specific market expectations, allowing them to delve into themes of social relevance, personal struggles, and unique perspectives that resonate with audiences seeking authentic and thought-provoking cinematic experiences.

The significance of storytelling in independent filmmaking cannot be overstated. It is the lifeblood that fuels captivating narratives that resonate with audiences on a profound level. By embracing the power of storytelling, indie filmmakers can create films that are both entertaining and thought-provoking, leaving an enduring impact on viewers and shaping the future of cinema.

To fully comprehend the transformative impact of storytelling in independent filmmaking, it is essential to delve into the works of renowned authors who have explored its essence and intricacies. Robert McKee’s seminal book „Story“(McKee, 1999) provides a comprehensive guide to crafting compelling narratives, offering insights into character development, plot structure, and the power of emotional engagement. Davis Trottier´s classic book „The Screenwriter’s Bible“(Trottier, 2019) offers a structured approach to developing and outlining engaging screenplays, laying the groundwork for a cohesive and engaging story. Linda Seger’s practical guide „Storytelling Secrets for Film and TV Writers“(Seger, 2017) emphasizes the principles of dramatic tension, character arcs, and narrative structure, empowering filmmakers to create stories that resonate with audiences across genres. Blake Snyder’s popular system for structuring screenplays, „Save the Cat!: The Last Book on Screenwriting You’ll Ever Need,“(Snyder, 2005) utilizes a series of ‚beat sheets‘ to guide the development of a cohesive and engaging narrative. Christopher Vogler’s comparative analysis of storytelling across various cultures and mythology, „The Writer’s Journey: Mythic Structure for Writers,“(Vogler, 1999) explores the universal themes and archetypes that resonate with audiences, providing a deeper understanding of the psychological underpinnings of compelling narratives.

Independent filmmaking has produced numerous films that showcase the power of storytelling, captivating audiences with their unique narratives and unforgettable characters. Here are a few examples:

  • Moonlight (2016): A poignant coming-of-age story set in Miami, exploring themes of identity, sexuality, and the enduring power of human connection.
  • The Florida Project (2017): A delicate portrait of a young girl living in a budget motel with her mother, capturing the joys and struggles of childhood amidst challenging circumstances.
  • Crouching Tiger, Hidden Dragon (2000): A visually stunning martial arts epic, blending Eastern mythology with a captivating love story and themes of loyalty, betrayal, and self-discovery.
  • Boyhood (2014): A groundbreaking film shot over 12 years, documenting the life of a boy growing up in Texas, capturing the essence of childhood and the passage of time.
  • Parasite (2019): A darkly comedic thriller that explores the class divide in South Korea, using the story of a poor family infiltrating a wealthy household to expose social inequalities and the corrosive effects of greed.

These films, and countless others, demonstrate the transformative power of storytelling in independent filmmaking. By embracing the principles of storytelling and dramaturgy, indie filmmakers can create films that not only entertain but also challenge, inspire, and leave a lasting impression on audiences worldwide.

In conclusion, storytelling and dramaturgy are the cornerstones of effective independent filmmaking. By understanding the principles of narrative structure, character development, and emotional engagement, filmmakers can create films that resonate with audiences on a profound level. As independent filmmakers continue to push the boundaries of storytelling, they are shaping the future of cinema and providing a platform for authentic, thought-provoking narratives that reflect the diverse voices of our world. Embrace the power of storytelling and let your creative vision take flight. Let your films ignite the imaginations of audiences worldwide.

What´s next? 

  • More research on storytelling and dramaturgy.
  • Find more examples of outstanding storytelling in indie movies.
  • Write my own storyboards and try to visualize them.

Bibliography:

Vogler, C. (1999). The writer’s journey: Mythic Structure for Storytellers and Screenwriters.

Trottier, D. (1998). The Screenwriter’s Bible: A Complete Guide to Writing, Formatting, and Selling Your Script.

Snyder, B. (2005). Save the cat!: The Last Book on Screenwriting You’ll Ever Need.

Seger, L. (2017). Writing subtext: What Lies Beneath.

McKee, R. (1999). Story: Substance, Structure, Style, and the Principles of Screenwriting. Methuen Publishing.

04_Beyond the Frame: The Challenges and Opportunities of Portrait Aspect Ratio in Film

The cinematic landscape has long been dominated by the traditional landscape aspect ratio, with its familiar rectangular frame capturing the breadth and expanse of the visual world. However, a growing number of filmmakers are venturing beyond this established norm and exploring the unique storytelling potential of portrait aspect ratio, a vertical orientation that disrupts the conventional balance between height and width. While this shift may initially appear as a departure from established cinematic conventions, a deeper examination reveals a rich tapestry of creative possibilities and challenges that portrait aspect ratio presents.

To fully comprehend the transformative impact of portrait aspect ratio, one must first delve into the seminal work of Sergei Eisenstein( , the renowned Soviet filmmaker who revolutionized cinematic storytelling. In his groundbreaking treatise, „Jenseits der Einstellung,“ Eisenstein challenged the notion of the shot as a static unit, instead advocating for a dynamic interplay between shots and the overall composition of the film. This emphasis on the dynamic nature of cinema resonates deeply with the essence of portrait aspect ratio, which inherently disrupts the traditional horizontal arrangement of elements, creating a sense of dynamism and disrupting the audience’s expectations. (cf. Eisenstein, 2006)

The transformative power of technology, as explored by Carolyn Handler Miller in her book „Digital Storytelling: A Creator’s Guide,“ also parallels the impact of portrait aspect ratio in film. Miller highlights how digital tools have broken down traditional barriers, providing filmmakers with new avenues for creative expression. This aligns with the ability of portrait aspect ratio to expand the visual narrative, offering filmmakers fresh perspectives on familiar stories and allowing them to explore unconventional framing techniques.(cf. Miller, 2014)

To further understand the creative potential of portrait aspect ratio, one must consider the exploration of composition and context by architects Fritz Haberl and Oskar Schlemmer in their book „Die Macht des Rechtecks.“ These authors delve into the power of the rectangle as a fundamental element of design, examining how its proportions and placement can evoke various emotions and convey specific messages. This exploration of rectangular composition aligns with the challenges and opportunities presented by portrait aspect ratio in film, where the vertical orientation can emphasize specific elements or create a sense of intimacy and focus. (cf Haberl & Schlemmer, 1991)

In practice, filmmakers have embraced portrait aspect ratio to create visually striking and engaging films. Steve McQueen’s masterful „12 Years a Slave“ utilizes portrait framing to capture the claustrophobic and oppressive atmosphere of slavery, while Alfred Hitchcock’s suspenseful „Rope“ employs a vertically stacked frame to heighten tension and psychological intrigue. These examples demonstrate the unique storytelling possibilities unlocked by portrait aspect ratio, allowing filmmakers to explore new perspectives and evoke heightened emotions.

As filmmaking continues to evolve, portrait aspect ratio is poised to play an increasingly prominent role in shaping the language of cinema. By challenging traditional conventions and offering fresh perspectives on storytelling, portrait framing will contribute to the dynamic evolution of film as an art form. Embraced by visionary filmmakers, portrait aspect ratio has the power to transform the cinematic landscape, offering a fresh perspective on the art of storytelling and pushing the boundaries of visual expression.

What´s next? 

  • More research on the usage of portrait format video.
  • Find out what possibilities the portrait format offers.
  • Find examples in which the portrait format is compared with the landscape format.
  • Produce content in portrait and landscape format and check the effect on a test group.

Bibliography:

Eisenstein, S. (2006). Jenseits der Einstellung: Schriften zur Filmtheorie.

Miller, C. H. (2014). Digital storytelling: A creator’s guide to interactive entertainment. CRC Press.

Haberl, G. & Schlemmer, G. (1991). Die Magie des Rechtecks: Filmästhetik zwischen Leinwand und Bildschirm.

05 // Continuity Editing

Kontinuität ist der unsichtbare Klebstoff, der jeden (erfolgreichen) Film zusammenhält. Sie trägt dazu bei, die von Filmemacher:innen angestrebte Illusion zu schaffen und aufrechtzuerhalten und hilft gleichzeitig auch der zusehenden Person, an die Geschichte zu glauben, die erzählt wird (Adobe). Continuity Editing schafft einen fließenden Übergang von einer Einstellung zur nächsten, ohne die Aufmerksamkeit der Zuseher:innen von der Erzählung abzulenken (Bordwell & Thompson, 1993).

Von Beginn an haben Filmschaffende und Editor:innen erkannt, dass die Lenkung der Blickrichtung und Aufmerksamkeit der  Zuseher:innen auf bestimmte Elemente auf dem Bildschirm (typischerweise Objekte, Gesichter oder Bewegungen) sowie die gezielte Beeinflussung der grundlegenden filmischen Elemente (wie Bewegung, Licht, Farbbalance und Aufnahmedauer) nicht nur dazu dient, die Handlung des Films zu verstehen, sondern auch ein Gefühl für die räumlich-zeitliche Kontinuität zu vermitteln.

Ohne die Bedeutung anderer Schnitttechniken zu vernachlässigen, verfolgt der bekannte Schnitt im „Hollywood-Stil“ die Ziele von Zeit und Wahrnehmung. Die Absicht besteht darin, die Übergänge zwischen den Aufnahmen möglichst „unsichtbar“ zu gestalten. Dies ermöglicht es den Zuschauer:innen, sich besser auf die Ereignisse oder die Handlung zu fokussieren (Anderson, 1996; Bordwell & Thompson, 1993; Cutting, 2005; Reisz & Millar, 2010). Smith und Henderson (2008) bezeichneten dieses Phänomen als „Schnittblindheit“ – also das fehlende Bewusstsein für Schnitte beim Betrachten eines Films.

Aber was bedeutet überhaupt Continuity Editing?

Bei dieser Schnitttechnik werden mehrere Kameraeinstellungen – unabhängig von Ort und Zeit – zu einer nahtlosen und konsistenten Erzählung zusammengefügt. Dieser Fluss hilft zusehenden Personen, ohne unnötigen Ablenkungen, vollkommen in die Geschichte einzutauchen. Mindestens genauso viel Aufmerksamkeit wie der Schnitt, bekommt auch die Requisite am Set – Kostüme müssen von Szenen zu Szenen stets gleichbleiben. Eine weitere Technik, die zur Kontinuität beiträgt, ist zum Beispiel das Anpassen der Blickrichtung, die 180-Grad-Regel oder ein Match-Cut (Adobe). Diese Schnitttechniken zielen darauf ab, ZuseherInnen so wenig möglich bewusst werden zu lassen, dass es sich um einen Film handelt.

180-Grad-Prinzip

Das 180-Grad-Prinzip, auch als 180-Grad-Regel bekannt, besagt, dass zwischen zwei handelnden Personen eine imaginäre Handlungsachse angenommen wird. Alle verwendeten Kameras dürfen sich nur auf einer Seite dieser Achse befinden und innerhalb des imaginären Halbkreises dieses 180-Grad-Bereichs bewegen. Im Rahmen des Kontinuitätssystems muss diese Anordnung im imaginären Raum beibehalten werden, unabhängig davon, in welche Richtung die Kamera auf die Szene gerichtet ist. Eine Überschreitung der Handlungsachse führt zu einer Beeinträchtigung der visuellen Kohärenz (Steinmetz, 2005).

Match-Cut

Ein Match Cut bezeichnet einen Übergang zwischen zwei Aufnahmen, der einen ähnlichen Bildausschnitt, Komposition oder Handlung nutzt, um den Zuschauer nahtlos von einer Szene zur nächsten zu führen. Diese Technik findet oft Anwendung im Film, Fernsehen und in der Werbung. Zum Beispiel wird in Filmen häufig ein Schnitt von einer Person zu ihrem jüngeren oder älteren Selbst verwendet, um eine Rückblende oder einen Blick in die Zukunft darzustellen und so die Hintergrundgeschichte einer Figur zu erzählen (Chen, Zigi, Tucker & Xie, 2023).

Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=iGuv1G3-f7w

Literaturverzeichnis:

Adobe. What Is Continuity Editing in Film? Adobe Creative Cloud. https://www.adobe.com/creativecloud/video/hub/ideas/what-is-continuity-editing-in-film.html [03.12.2023]

Anderson, J. D., (1996). The reality of illusion: An ecological approach to cognitive film theory. Carbondale, IL: Southern Illinois University Press.

Bordwell, D., & Thompson, K., (1993). Film art: An introduction (4th ed.). New York, NY: Mc Graw Hill.

Chen B., Ziai A., Tucker R. and Xie Y., (2023). Match Cutting: Finding Cuts with Smooth Visual Transitions in 2023 IEEE/CVF Winter Conference on Applications of Computer Vision (WACV), Waikoloa, HI, USA,

Cutting, J. E., (2005). Perceiving scenes in film and in the world. In J. D. Anderson & B. F. Anderson (Eds.) Moving image theory: Ecological considerations (pp. 9-27). Carbondale, IL: University of Southern Illinois Press.

Reisz, K. & Millar, G., (2010). The technique of film editing (2nd ed.). London: Focal Press.

Steinmetz R., (2005). Filme sehen lernen: Grundlagen der Filmästhetik. (DVD). Frankfurt am Main: Zweitausendeins.

Smith, T.J. and Henderson, J.M., (2008). Edit Blindness: The relationship between attention and global change blindness in dynamic scenes. Journal of Eye Movement Research, 2(2), 1-17.

What is 3D lighting

„everything looks unappealing and boring without proper lighting.“

https://dreamfarmstudios.com/blog/the-ultimate-guide-to-lighting-fundamentals-for-3d/
abgerufen am 27.11.2023

Da mir seit dem letzten Blogeintrag ein Licht aufgegangen ist, möchte ich hier nun meine erste Recherche sowie meine ersten Erkenntnisse zum Thema „3D lighting“ festhalten.

Licht setzen zählt neben dem Rendering und der Implementierung von VFX in der 3D Animation zu den finalen 3 Steps in der Produktion von 3D-Animationen (vgl. Naghdi, Adib, Dreamfarm stuio/blog).

Durch gezielten Einsatz von Licht, ähnlich wie im Film oder der Fotografie, können Szenen entweder in ein bestimmtes Licht gerückt werden, Dinge hervorgehoben werden oder die Tageszeit und Stimmung einer Szene beeinflusst werden (vgl. Naghdi, Adib, Dreamfarm stuio/blog).

Unter dem Begriff „3D lighting“ versteht man nun die gesamten Werkzeuge und Materialien, die zum Einsatz kommen können, um in 3D animierten Welten Licht zu simulieren (vgl. Naghdi, Adib, Dreamfarm stuio/blog).

Um eine Szene erst so richtig glaubhaft werden zu lassen oder um in eine bestimmte Stimmung in der Handlung einzufangen, benötigt die Szene die richtige Lichtstimmung. Folgendes Zitat verdeutlicht dies nun nochmal schön:

Just like photography or filming, the lighting stage of the 3D animation pipeline is all about making a 3D scene or sequence visible in a specific way through setting up different sources of light. Lighting is especially important in a 3D animation because it must support the story, convey the mood of a shot and also visually depict the location, time of day, and even the weather convincingly.

Folgendes Zitat beschreibt auch hervorragend, warum Lichtsetzung so komplex ist:

A huge part of the light we see every day is the actual light from a distant burning star illuminating our sky and bouncing countless times in the environment. That’s why out of direct light, objects are rarely completely dark.

Techniken und Arten der Lichtsetzung

Wie bereits angesprochen, wird im Lighting in der 3D Animation ähnlich gearbeitet wie im Film oder der Fotografie, daher kann das Licht auch ähnlich gesetzt werden. Um Sonnenlicht oder Mondschein zu simulieren, kann beispielsweise Directional Lighting eingesetzt werden. Um Akzente zu setzen, kann man mit so genanntem Point Light arbeiten. Für stimmungsvolles Umgebungslicht (natürliches Licht von einem Fenster kommend), kommt so genanntes Area Light zum Einsatz. Und um Hauptpersonen ihre Bühne zu geben, kann auf so genanntes Spotlight (Lichtkegel von oben) zurückgegriffen werden (vgl. Naghdi, Adib, Dreamfarm stuio/blog). Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Abschließend möchte ich noch kurz 3 Beleuchtungstechniken skizzieren, die häufig in der 3D Animation zum Einsatz kommen.

Das so genannte Dreipunkt Licht:

Es wird mit drei Lichtquellen gearbeitet. Dem key light (stärkste Lichtquelle), dem fill light (weniger intensiv als das key light, wird gegenüber diesem platziert) und dem rim light (wird im Hintergrund gestzt, um das zu beleuchtende Objekt vom Hintergrund hervorzuheben).

Das Zweipunkt Licht:

Hier wird mit zwei Lichtquellen gearbeitet. Einem Hauptlicht (Sonne) sowie einem zweiten Licht, welches das zu beleuchtende Objekt anleuchtet.

Und zu guter Letzt das Einpunkt Licht:

Hier kommt eine Lichtquelle zum Einsatz, die das Objekt beleuchtet. Diese Technik wird eingesetzt, um dramatische Effekte zu erzielen.

Ich bin schon jetzt gespannt, worauf ich bei meiner Recherche noch stoßen werde.

Danke fürs Lesen.

Quellen:

https://dreamfarmstudios.com/blog/the-ultimate-guide-to-lighting-fundamentals-for-3d/ abgerufen am: 27.11.2023

https://wiki.production-partner.de/licht/licht-kompositionen/ abgerufen am: 28.11.2023

https://www.production-partner.de/basics/lichtkomposition-mit-einem-scheinwerfer-beleuchten/ abgerufen am: 28.11.2023

Kinetic Typography | Kinetische Typografie

Was versteht man unter Kinetische Typografie?

„Kinetic typography is an animation technique that integrates motion with text, which is why it is also sometimes known as motion typography. There is no fixed way in which the text should be animated, and the lettering can shrink or expand, move around the page, change color, undergo distortion or be subject to any number of creative techniques that a graphic designer wants to use. „

https://www.linearity.io/blog/kinetic-typography/ [Zuletzt zugegriffen: 23.10.2023]

Der Begriff setzt sich aus den Wörtern kinetisch – was aus dem griechischen soviel wie die Bewegung betreffend bedeutet (vgl. Kinetik 2023) – und Typografie – das Schriftbild – zusammen. Somit kann man allein durch die zwei Wörter bereits erahnen, dass es sich bei kinetischer Typografie um bewegten Text handelt, wie bereits das vorangestellte Zitat beleuchtet. Viele der Definitionen von Internet Quellen ähneln dem Zitat. Die Website Explain Ninja fügt dieser Definition noch hinzu, dass bei kinetischer Typografie nicht nur die Rolle der Übermittlung von semantischer Bedeutung zum tragen kommt, sondern dass sie durch Attribute wie Bewegung, Form, Farbe und Größe eine weitaus wichtigere Gewichtung in einem bestimmten Medium einnimmt (https://explain.ninja/blog/what-is-kinetic-typography-and-where-to-find-good-experts/ [Zuletzt zugegriffen: 23.10.2023]).

Auch Fachliteratur wie beispielsweise Barbara Brownie stimmt diesen Definitionen zu. Aber im Unterschied zu den Internet Quellen setzt sie sich weitaus intensiver mit den Begriffen auseinander und zeigt zum Beispiel in ihrem Buch Transforming Type: New Directions in Kinetic Typography auf, das der Begriff Typografie per se eigentlich als reproduzierter Text verstanden wird (vgl. Brownie 2017, XIII). Das lässt sich darauf zurückführen, dass der Begriff ursprünglich in der Renaissance grundsätzlich allmögliche Bereiche in Verbindung mit der „Buchdruckerkunst“, wie der konkrete Druckschriftentwurf (auch Typometrie genannt), den Letternguß, die verschiedenen Methoden zur drucktechnischen Schriftvervielfältigung oder die formale Gestaltung von Druckwerken absteckte. Heute wird Typografie als die Arbeit mit Schrift verstanden und im Speziellen eben mit Schriften, welche immer wieder eingesetzt werden können – also reproduzierbar sind (vgl. Typografie 2023). Vor allem weil in der statischen Typografie-Lehre eine Unterscheidung zwischen – eben bereits erklärten – Typografie und Lettering gemacht wird. Dabei wird alles als Lettering verstanden, was von Hand produziert wird, also Kalligrafie oder gemalte Buchstaben (vgl. Brownie 2017, XIII f).

In lettering, forms are created, but in typography, forms are recontextualized.

Brownie 2017, S. XIII

Doch Barbara Brownie fügt hinzu, dass bei kinetischer Typografie diese Unterscheidung zwischen Typografie und Lettering nicht immer klar definierbar ist. Da sich die beiden Formen öfters innerhalb dieser Disziplin überschneiden. So kann durch Adaptionen der Schrift während des Animationsprozesses ein imitierendes Schriftbild entstehen, welches darüberhinaus eigene Charakteristika aufweist. Weshalb die Autorin in ihrem Buch verweist, dass für sie weniger die Unterscheidung von Typografie und Lettering in ihrer Beschäftigung mit kinetischer Typografie wichtig ist, sondern das kinetische Merkmal. Deshalb schließe ich mir ihr an und verwende den Begriff Typografie – wenn nicht explizit erläutert – simultan für beides (vgl. Brownie 2017, S.XIII f).

Eingliederung kinetische Typografie

Im Allgemeinen würde ich kinetische Typografie zu den Motion Design zählen, da sie oft auch gekoppelt in Erscheinung treten, bzw. ist kinetische Typografie auch ein Teil von Motion Graphics.

Als kurze Anmerkung: Der Unterschied von Motion Design und Animation ist, dass Animation eine weitaus komplexere Storytelling Struktur und Figurenentwicklung aufweist als Motion Graphics. Trotzdem gibt es viele Ähnlichkeiten zwischen den zwei Kategorien (vgl. https://www.introbrand.com/blog/history-motion-graphics/ [Zuletzt zugegriffen: 27.11.2023]).

Motion Design und kinetische Typografie

Die ersten Experimente im Motion Design entstanden bereits am Ende des 19ten Jahrhundert. Prominente Figuren in den Anfängen waren die Futuristen. Leider sind ihre Kurzfilm-Experiment im Laufe der Zeit verloren gegangen. Generell wurde die Entstehung von Motion Graphics vom Bedürfnis nach der Einbindung mehrerer Sinne (Synästhesie) beeinflusst (vgl. https://www.introbrand.com/blog/history-motion-graphics/ [Zuletzt zugegriffen: 27.11.2023]).

In den 1940er und 1950er Jahren wurde Motion Design nicht nur in der Kunst eingesetzt, sondern unter anderem beim Main Title Design und in der Werbung. Kreative, wie Oskar Fischinger und Norman McLaren experimentierten bei ihren Motion Graphic Projekten weiter mit beispielsweise der Hilfe von Filmtechniken und förderten dadurch die Entwicklung des Motion Designs (vgl. https://www.introbrand.com/blog/history-motion-graphics/ [Zuletzt zugegriffen: 27.11.2023]).

Heutzutage sind Motion Graphics in vielen Produktionen und Bereichen in unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Motion Design findet man in Bereiche wie Werbung, Broadcast Design, Mobile Graphics, Filmtitel, Animation und im UX/UI Bereich. (vgl. https://www.introbrand.com/blog/history-motion-graphics/ [Zuletzt zugegriffen: 27.11.2023]).

Geschichte der kinetischen Typografie

Motion Design und kinetische Typografie

Die ersten Experimente im Motion Design entstanden bereits am Ende des 19ten Jahrhundert. Prominente Figuren in den Anfängen waren die Futuristen. Leider sind ihre Kurzfilm-Experiment im Laufe der Zeit verloren gegangen. Generell wurde die Entstehung von Motion Graphics vom Bedürfnis nach der Einbindung mehrerer Sinne (Synästhesie) beeinflusst.

In den 1940er und 1950er Jahren wurde Motion Design nicht nur in der Kunst eingesetzt, sondern unter anderem beim Main Title Design und in der Werbung. Kreative, wie Oskar Fischinger und Norman McLaren experimentierten bei ihren Motion Graphic Projekten weiter mit beispielsweise der Hilfe von Filmtechniken und förderten dadurch die Entwicklung des Motion Designs.

Heutzutage sind Motion Graphics in vielen Produktionen und Bereichen in unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Motion Design findet man in Bereiche wie Werbung, Broadcast Design, Mobile Graphics, Filmtitel, Animation und im UX/UI Bereich. (vgl. https://www.introbrand.com/blog/history-motion-graphics/ [Zuletzt zugegriffen: 27.11.2023]).

Kinetische Typografie und Main Title Design

Die animierte Typografie ist keine Neuheit mehr, wenn man sich denkt, dass sie bereits in den 1950er Jahren mit dem Berufsfeld des Main Title Design aufgekommen ist. Jedoch hatten bereits die ersten Stummfilme Titelsequenzen oder graphische Ebenen. Diese waren, im Gegensatz zu den heutigen Titelsequenzen oder Motion Graphics, weitaus einfacher aufgebaut (vgl. Krasner 2013, S.18). Sie bestanden meist aus einer statischen Schrifttafel, die separat mit Hilfe eines Dia-Auflichtprojektors auf die Leinwand projiziert wurde (vgl. Schaudig 2003, S.5;S.7).

Inhaltlich hatten die Textsequenzen zu dieser Zeit mehrere Aufgabenbereiche. Sie dienten nicht nur als Vorspann, sondern teilten dem Publikum auch vorführpraktische Informationen mit. Beispielsweise wurden die Damen gebeten ihre Hüte abzunehmen. Andererseits konnten die Filmrollenwechselpausen mit Hilfe dieser Technik genutzt werden, um dem Publikum einen Leitfaden für den weiteren Programmverlauf oder weitere Veranstaltungen zu geben (vgl. Schaudig 2003, S.184).

Die fehlende Tonspur erschwerte oft das Verständnis des Filmes. So bedienten sich die Filmemacher der Technik der Titelkarten, um dem Zuschauer grundlegende Details zu übermitteln. Schrifttafeln hatten niedrige Herstellungskosten und resultierend daraus konnten Typographen die Schrift kunstvoll mit einfachen Ornamenten und Farbe in Szene setzen. Die meisten Titelkarten enthielten weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund, wie es am Beispiel der Titelkarte des Films Intolerance (1916) (Abb. 1) zu erkennen ist. Als gestalterische Mittel wurden Linien, Umrisse oder kleine Zeichnungen benutzt (vgl. Braha, Byrne 2013, S.45).

Abb. 1: Titelkarte des Films Intolerance https://counter-currents.com/wp-content/uploads/2013/06/Film-title-from-opening-credits.jpg

Als 1927 mit dem Film „Der Jazzsänger“ der integrierte Ton aufkam, wurden die Zwischentitel nicht mehr benötigt. (vgl. Möllers 2006, S.9)

Im Zeitraum von 1932 bis 1946 erfuhr das Kino seinen größten wirtschaftlichen Aufschwung. Resultierend daraus entwickelten sich Vorspann und Abspann. Nicht nur Werbung wurde platziert, sondern auch immer mehr Namen der Produktionsmitarbeiter mussten aufgrund von Gewerkschaftsforderungen genannt werden. (vgl. Möllers 2006, S.8-11) Dabei verlagerte sich die vollständige Namensnennung von der Anfangssequenz zur Endsequenz. In der Titelsequenz wurde nur der „engere künstlerische Produktionsstab“ angeführt. (vgl. Schaudig 2003, S. 182)

Im Wettkampf mit dem Fernsehen entwickelte die Filmindustrie den Titelvorspann weiter. Durch Einführung „neuer Techniken, sowie die Optimierung der Herangehensweise“ (Möllers 2006, S.10) sollten die Zuschauer auf den darauffolgenden Film vorbereitet und von Anfang an gefesselt werden: Konzeptionelle Titelsequenzen waren geboren. (vgl. Möllers 2006, S.10)

Die 60er Jahre wurden auch als ‚The Golden Age of Film Titles‘ betitelt, dies lässt sich auf den amerikanischen Medienhistoriker David Peters zurückführen. Bekannte Titeldesigner sind unter anderem Pablo Ferro, Robert Brownjohn, Maurice Binder, Kyle Cooper, Garson Yu oder Saul Bass. (vgl. Möllers 2006, S.10-19). Durch das Vorantreiben aufwendiger Anfangssequenzen und die zunehmende Anerkennung des Titeldesigners wurde der Begriff ‚Main Title Design‘ geprägt. Die frühzeitige Einbindung der Designer in die Filmproduktionen und der Zugang zu den Drehbüchern ermöglichte ihnen noch mehr die Kernaussage des Filmes in ihren Anfangssequenzen für den Zuschauer freizusetzen (vgl. Möllers 2006, S.8-S.11). Heutzutage ist das Main Title Design von jeder Film-/Serienproduktion nicht mehr wegzudenken.

Beispiele

North by northwest bei Saul Bass (Schrift bewegt sich entweder von oben oder von unten ins Bild/ Simulation eines Fahrstuhls): https://www.artofthetitle.com/title/north-by-northwest/

Sphere bei Kyle Cooper (Schrift bewegt sich wie Wasser und es gibt auch 3D-Text Visualisierungen): https://www.artofthetitle.com/title/sphere/

Good Omens bei Peter Anderson Studio (Schrift scheint auf, dehnt sich aus und verschwindet wieder durch Transparenz, Typografie wirkt durch die materielle Ästhetik handschriftlich/analog): https://www.artofthetitle.com/title/good-omens/

Viele weitere Main Title Design Beispiele auf: https://www.artofthetitle.com

Kinetische Typografie als Teil zeitbasierter Medien

Die Schrift in zeitbasierten Medien – wie bereits im vorhergegangenen Kapitel erwähnt – tritt ziemlich rasch am Anfang der Film- und Fernsehgeschichte auf. Damals konnte man aber noch klar von der graphischen Ebene, welche im Nachhinein hinzugefügt worden ist, und dem filmischen Material unterscheiden. Heutzutage kann Typografie so gut in Hintergrundumgebungen integriert werden, dass sie ähnlich wie das eigentliche Filmmaterial gehandhabt wird. Zeitbasierte Medien „dramatisieren“ Schrift, in dem, dass sie sozusagen zum Leben erweckt wird (vgl. Brownie 2017, S.4f).

Die Popularität von kinetischer Typografie geht auf die Notwendigkeit von textlichen Elementen innerhalb von zeitbasierten Medien zurück. Der Vorteil von kinetischer Typografie dabei ist, dass sie als Hilfestellung und als Leitfaden genutzt werden kann. So kann der richtige Einsatz beispielsweise im Main Titel Design schon die richtige Atmosphäre für den darauffolgenden Film setzen oder auch in der Werbung durch die gewählte Erscheinungsform ein Gefühl für die Firma hinter der Werbung zu den Zuschauer:innen transportieren (vgl. Brownie 2017, S.4f).

Für diese Anforderungen kann kinetische Typografie wie es auch im Printbereich üblich ist, auf Elemente wie Farbe oder Schriftwahl zurückgreifen. Aber da es sich auch um ein zeitbasiertes Medium handelt, kann sich kinetische Typografie auf Werkzeuge wie den Principles of Animation berufen. Diese Ebene verleiht der Typografie außerdem noch weitaus mehr expressive Charakteristika, die über den Einsatz von verschiedenen Schriftschnittsetzungen (z.b. bold oder kursiv) hinausgehen. So kann die das Wort „glücklich“ nicht nur linguistisch den Zustand des glücklich seins ausdrücken, sondern auch durch die auf und ab springende Bewegung auf einer darstellenden Ebene (vgl. Brownie 2017, S.4f).

Abschließen möchte ich diesen Blogeintrag und meine erste Auseinandersetzung mit kinetischer Typografie damit, dass ich gemerkt habe, wie stark Schrift auch in zeitbasierten Medien zum Einsatz kommt, was meiner Meinung nach, auch durch die angeführte kurze historische Auseinandersetzung klar wird. Als weitere tiefergehende Recherchepunkte würden sich zum einen die verschiedenen Erscheinungsformen und anderen die verschiedenen Anwendungsweisen von Animationen im Bezug auf Typografie anbieten.

Literaturverzeichnis

Braha, Yael, Byrne, Bill: Creative Motion Graphic Titling for Film, Video, & the Web – Burlington: Focal Press, 2013.

Brownie, Barbara: Transforming Type: New Directions in Kinetic Typography – London: Bloomsbury, 2014.

Buhse Eric: Der Vorspann als Bedeutungsträger: Zu einer zentralen Strategie zeitgenössicher Fernsehserien – Darmstadt: Büchner-Verlag, 2014.

Krasner, Jon: Motion Graphic Design: Applied History of Aesthetics – Burlington: Focal Press, 2013.

Möllers, Nadine: Das Main Title Design von Kinoproduktionen – Potsdam-Babelsberg: Grin Verlag, 2006.

Schaudig, Michael: Das Ende vom «Ende». In: montage AV – Zeitschrift für Theorie und Geschichte audiovisueller Kommunikation, 12/2, 2003, S. 182-194.

Quellenverzeichnis

Explain Ninja (11.08.2022): What is Kinetic Typography and Where to Find Good Experts? https://explain.ninja/blog/what-is-kinetic-typography-and-where-to-find-good-experts/ [Zuletzt zugegriffen: 23.11.2023].

Introbrand (04.08.2017): The History of Motion Graphics – from Synaesthesia to Saul Bass. In introbrand.com: (vgl. https://www.introbrand.com/blog/history-motion-graphics/ [Zuletzt zugegriffen:27.11.2023]).

Kinetik (2023): In Online Duden: https://www.duden.de/rechtschreibung/Typografie [Zuletzt zugegriffen: 23.11.2023].

Tiernan, Jonny (15.08.2022): Kinetic typography: the what, why, and how. In linearity: https://www.linearity.io/blog/kinetic-typography/ [Zuletzt zugegriffen: 23.11.2023].

Typografie (31.10.2023): In Typolexikon: https://www.typolexikon.de/typografie/ [Zuletzt zugegriffen: 23.11.2023].

https://www.cs.cmu.edu/~johnny/kt/dist/files/Kinetic_Typography.pdf

#03 Representation and Diversity (Panel Talk at PIXELvienna)

PIXELVienna – Allgemein

Mit unserem Media Design Major waren wir vom 17.-19.11.2023 bei der PIXELVienna auf der Angewandten in Wien. Dort fanden etliche spannende Talks und Wettbewerbe statt. Zusätzlich haben sich Firmen aus Wien dort vorgestellt und einen Einblick in deren Arbeitsprojekte und Arbeitsweise gegeben.

Bei den Wettbewerben gab es einen Studenten- und „Professional“-Animations Wettbewerb. Hierbei gab es eine Watch-Party von allen eingereichten Animation. Ohne Zweifel waren hier viele herausragende, sehr gute Projekte! Doch was mich sehr schockiert hat, war, dass bis auf 1-2 Projekte der Studierenden extrem tiefgründig, negativ und deprimierend waren. Also hier spreche ich nicht nur von schwierigen Themen, sondern auch von den Endings der Animation etc. Es war alles sehr negativ behaftet und wirkte auch beinahe immer so, als ob alles auf dieser Welt, besonders die Menschheit, verloren ist. Was ich davon definitiv mitgenommen habe? Als mein nächstes Projekt möchte ich zu 100% etwas lustiges, liebes oder einfach positives gestalten! Natürlich finde ich das Visualisieren, Aussprechen und Verdeutlichen von persönlichen und allgemeinen Problemen wichtig, jedoch finde ich, dass man sich nicht darin verlieren sollte und nicht immer NUR das Schlechte in allem sehen sollte. Wenn doch die Welt so verloren und schlecht ist, dann hilft es uns bestimmt mehr aufheiternde Dinge auch zu gestalten um es uns zu vereinfachen.

Representation and Diversity in Computer Animation“-Talk

Nichts desto trotz war mein Favorit dieses Wochenendes ein echt positiver Talk. Der „Representation and Diversity in Computer Animation„-Talk wurde von 5 eingeladenen als weiblichen-identifizierenden Gästen aus den verschiedensten Firmen mit einer Moderatorin der PIXELVienna geführt. Innerhalb des Talks gingen sie auf etliche Probleme und Fragen bezüglich Repräsentation und Vielfältigkeit in Computer Animationen, jedoch gingen die Punkte definitiv über dieses Spektrum von Computer Animationen, was ich sehr gut fand!

Ein Aspekt des Talks, der basierend auf einer Frage aus dem Publikum aufgekommen ist, ist mir stark im Gedanken geblieben: Wie vermeidet man die klassischen Schubladen?
Kurz und knapp war die Antwort: „Schubladen müssen nicht immer schlecht sein und diese müssen nicht direkt umgangen werden
Die Antwort auf diese Frage war für mich zuerst sehr verwundernd, aber nach weiterer Erläuterung völlig klar. Manchmal können sogenannte Schubladen auch Personen helfen. Zum Beispiel danach habe ich mit meinen Freunden darüber geredet und dann kam von jemanden das Beispiel, dass eine Freundin von ihm/ihr erst durch dieses „Schubladen“-Denken herausgefunden hat, dass sie eine Frau sein will und transgender ist. Jedoch bezüglich Repräsentation ist es immer wichtig, Personen, die gewisse Punkte repräsentieren um ihren Input zu fragen. Beispielsweise bei der Entwicklung eines Spieles mit einem Charakter, der zuvor ein Polizist war und dann durch einen Unfall nicht mehr gehen kann und im Rollstuhl landet, ist es von Vorteil eine Person mit einem ähnlichen Schicksal in den Prozess miteinzubeziehen. Eine Frau bei dem Talk gab nämlich dieses Beispiel aus ihrer Firma und sie meinte, dass sie so auf Fehler und Markel gekommen sind, an diese sie nie gedacht hätten. Zum Beispiel sind in solch einer Situation nicht die Höhen der Tische oder Regale das erste Problem, sondern der Rollstuhl selbst! Oder wie sieht dieser Rollstuhl aus? Bei dem Talk gab es noch viel mehr interessante Themenbereiche, aber dies war der präsenteste für mich persönlich.

Von diesem Talk habe ich für mich persönlich sehr viel mitgenommen und gelernt. Mein Horizont und Denken hat sich definitiv dadurch verändert und irgendwie hat es mich lange danach noch beschäftigt, alleine mit wie vielen Personen ich darüber gesprochen habe hat mich gewundert. Ich bin nämlich so erzogen worden, dass egal wer du bist, wie du dich identifizierst oder was du magst, jeder ist gleichgültig, gleich viel wert und hat die gleichen Chancen. Hoffentlich ist diese Ansicht der Dinge in naher Zukunft der Standard und solche Talks und Probleme gibt es nicht mehr! <3

In der Filmproduktion:

Die Darstellung von Vielfalt und Diversität in der Filmproduktion ist von entscheidender Bedeutung, da sie nicht nur die Realität unserer Gesellschaft widerspiegelt, sondern auch eine inklusivere und repräsentativere Erzählung fördert. Filme haben eine starke kulturelle Wirkung und können die Meinungen, Einstellungen und Stereotypen der Zuschauer beeinflussen. Daher ist es wichtig, eine breite Palette von Perspektiven, Hintergründen und Identitäten in Filmproduktionen zu integrieren. Dies schafft nicht nur ein realistischeres Bild der Welt, sondern ermöglicht auch einem vielfältigen Publikum, sich in den dargestellten Charakteren wiederzuerkennen. Eine diversere Filmindustrie trägt dazu bei, Stereotypen zu durchbrechen, Vorurteile abzubauen und eine inklusivere Gesellschaft zu fördern. Filmproduzenten und -schaffende haben die Verantwortung, sicherzustellen, dass Geschichten aus verschiedenen Kulturen, ethnischen Gruppen, Geschlechtern, sexuellen Orientierungen und sozialen Hintergründen erzählt werden, um eine vielfältigere und gerechtere Darstellung in der Kunst zu gewährleisten.

#02 Kamerabewegungen in der Tanz-Videografie

Die Welt des Tanzes ist nicht nur von fesselnden Bewegungen und Ausdrücken geprägt, sondern auch von der Art und Weise, wie diese Augenblicke visuell festgehalten werden. Die Videografie in Tanzfilmen spielt eine entscheidende Rolle dabei, die Schönheit und die emotionalen Nuancen der Choreografie einzufangen. Hier sind einige wichtige Punkte, die bei der Gestaltung von Kamerabewegungen in Tanzfilmen beachtet werden könnten:

  1. Fluide Bewegungen für fließende Bewegungen
    Die Kamera sollte sich organisch mit den Tänzern bewegen, um die Anmut der Choreografie zu unterstreichen. Sanfte Schwenks und Schwenks betonen die nahtlose Verbindung zwischen Tänzern und Umgebung.
  2. Perspektivwechsel für emotionale Tiefe
    Geschickte Perspektivwechsel erfassen nicht nur Tanzschritte, sondern auch die Emotionen der Tänzer. Close-ups und schnelle Schnitte ermöglichen eine intime Verbindung mit dem Publikum.
  3. Storytelling durch Kameraführung
    Die Kameraführung sollte die narrative Struktur unterstützen. Die Auswahl von Perspektiven und Bewegungen verstärkt die erzählerischen Elemente und ermöglicht dem Publikum, sich in die Handlung einzufühlen.
  4. Dynamische Kamerabewegungen für Energie bzw. eine eigene Choreografie für die Kamera selbst kreieren
    Die Kamera sollte die Energie der Tanzperformance einfangen. Dolly-Zooms (maybe?) und schnelle Schwenks betonen die Kraft und Leidenschaft des Moments.
  5. Licht und Schatten für mehr Dramaturgie im Video um die Story zu verdeutlichen?
    Die richtige Beleuchtung unterstreicht die Formen der Tänzer und schafft Dramatik. Die Kamera sollte geschickt mit Licht und Schatten spielen, um die visuelle Wirkung zu maximieren. Ausdrucksstarke und sehr präsente Beleuchtung um die Aspekte der Geschichte auch klar und deutlich in der Lichtstimmung zu fixieren.
  6. etc.

Dies sind einige Punkte auf die ich mich in meiner weiteren Recherche vertiefen möchte und Details und Input dazu suchen möchte.

Vielleicht spannende weiterführende Quellen:
https://nachdemfilm.de/issues/text/videotanz
https://www.google.at/books/edition/Tanzfilme_als_kritische_Abbilder_der_Ges/x14wDwAAQBAJ?hl=de&gbpv=0
https://www.google.at/books/edition/Der_t%C3%A4nzerische_Film/d4Z3DwAAQBAJ?hl=de&gbpv=0
https://www.google.at/books/edition/Filmgenres_Musical_und_Tanzfilm/9DR3DwAAQBAJ?hl=de&gbpv=0

#01 Themenideen: Interaktive Filme, Mixed-Media Animations und Tanzvideografie

1.   Interaktive Filme, Videos bzw. Videografie im Allgemeinen

Erforschung von neuen Möglichkeiten der partizipativen Medien speziell in der Videografie. Wie können interaktive Videografie-Technologien das Engagement des Publikums in digitalen Medien erhöhen und welche kreativen Potentiale sich dadurch heraus ergeben können. Wie kann diese Interaktion eingebunden sein und ein spannendes, gutes Watch-Erlebnis gewähren? Wie beeinflussen interaktive Filme das Erlebnis des Publikums und inwiefern verändern sie traditionelle Erzählstrukturen und das Medium der Filmkunst?

Praktischer Teilbereich/potenzielles Werkstück:

Einen kurzen Film oder ein Video interaktiv gestalten indem unterschiedliche Szenarien gefilmt werden und schlussendlich dem Betrachter die Möglichkeiten zur selbstständigen Auswahl zur Verfügung stehen. z.B. durch das Einbinden auf einer Website

Literatur:
  • Voigt Robi (2008): Interaktiver Film. Dramaturgie, Design, Produktion.
  • Nitzan S. Ben-Shaul (2008): Hyper-narrative Interactive Cinema. Problems and Solutions.
  • Maria Cecilia Reyes: Interactive Fiction in Cinematic Virtual Reality. Towards the Immersive Interactive Movie.
  • Sabine Schenk (2013): Running and Clicking. Future Narratives in Film.
  • Brian McKernan (2005): Digital Cinema. The Revolution in Cinematography, Post-Production, and Distribution.

2.   Mixed-Media Animationen in Videoprojekten, um analog und digital zu verbinden

-> eher nur ein Stilmittel in dem Videografieprojekt und nicht als eignes Thema!

Erforschung von analogen Methodiken digitale Medien in der Videografie dynamischer zu gestalten und Charakter zu verleihen. Welche kreativen Möglichkeiten bieten die Integration analoger Techniken, wie Zeichnen, Malen und Kollagen, in die digitale Animation, um einzigartige künstlerische Ausdrucksformen zu schaffen? Wie beeinflussen analoge Techniken in Mixed-Media Animationen die Wahrnehmung und Interpretation von Bewegtbildern, insbesondere im Vergleich zu rein digitalen Animationen? Welche Rolle spielt die Haptik und Materialität in Mixed-Media Animationen, die analoge Elemente verwenden, bei der Schaffung von ästhetischen und emotionalen Wirkungen?

Praktischer Teilbereich/potenzielles Werkstück:

Erstellung eines Videos mit analogen Technologien für die Erstellung von Animationen und dynamischen Elementen innerhalb des Projektes.

Literatur:
  • Gregory Zinman (2020): Making Images Move. Handmade Cinema and the Other Arts.
  • Paul Wells, Samantha Moore (2017): The Fundamentals of Animation
  • (2019): Experimental Animation. From Analogue to Digital.
  • Giannalberto Bendazzi (2015): Animation. A World History.
  • Jihoon Kim (2016): Between Film, Video, and the Digital. Hybrid Moving Images in the Post-Media Age.

3.   Die Bedeutung von Bewegungsmustern in der Tanzvideografie

Analyse wie Bewegungsmuster, Choreografie und Kamerabewegungen in der Tanzvideografie die visuelle Ästhetik, Dynamik und die Verbindung zwischen Tanz und Videografie vertiefen. Welche Rolle spielt der Aufnahmestil bei Videos bzw. Filmen, die Tanz und starke Dynamiken beinhalten? Welche Rolle spielen Beleuchtung und Farbgebung in Tanzvideos, um Atmosphäre, Stimmung und visuelle Ästhetik zu schaffen, und wie können diese Faktoren gezielt zur Unterstützung der tänzerischen Darbietung eingesetzt werden? Welche Aspekte in der Tanzvideografie beeinflussen die emotionale Resonanz und verstärken die Wahrnehmung von Betrachtern?

Praktischer Teilbereich/potenzielles Werkstück:

Erstellung eines Tanzvideos mit einem oder einer TänzerIn mit viel Dynamik mit starkem narrativem Hintergrund und Inhalt. Fokus auf die Kameraführung, ColorGrading und Stimmung im Film bzw. Video.

Literatur:
  • Judy Mitoma, ELIZABETH ZIMMER, Dale Ann Stieber (2013): Envisioning Dance on Film and Video.
  • Katrina McPherson (2013): Making Video Dance. A Step-by-Step Guide to Creating Dance for the Screen.
  • (1998): Dance on Camera. A Guide to Dance Films and Videos.
  • (2017): Music/Video. Histories, Aesthetics, Media.
  • (2016): Movies, Moves and Music. The Sonic World of Dance Films.

02 | Beobachtungen zur Anwendung von Bewegtbildmedien im Ausstellungskontext der 18. Architekturbiennale Venedig 2023

In den Beiträgen zur 18. Architekturbiennale 2023 werden vielfältige unterschiedliche Themen aufgegriffen und visualisiert. Auseinandersetzungen mit diversen Fragestellungen unserer Zeit sind in den Pavillons der vertretenen Länder zu sehen. Wenngleich sie gestalterisch klar voneinander unterscheidbar sind, haben viele der Beiträge zur Biennale 2023 doch eines gemeinsam: in beinahe allen kommen Bewegtbildmedien auf die ein- oder andere Art zum Einsatz. In diesem Blogbeitrag werden die beobachteten Einsatzmodalitäten überblicksmäßig vorgestellt.

Dokumentarische Ansätze

Ein Teil der Bewegtbildbeiträge lässt sich in den dokumentarischen Bereich einteilen. Der Kanadische Pavillon thematisiert das Problem des leitbaren Wohnens und der Landnutzung und setzt unter anderem einen kurzdokumentarischen Film ein. Im Pavillon der Niederlande wird sich den Themen Wassernutzung und Geldfluss in der Wirtschaft gewidmet. Hierzu gibt es ein Videointerview mit den beteiligten Künstler:innen zu sehen. Ebenfalls ein Interviewformat kommt im Finnischen Pavillon zum Einsatz, hier wird in einem Expertinneninterview das Thema alternativer Toilettenlösungen für die Zukunft diskutiert.

Übergänge von dokumentarischen zu künstlerischen Ansätzen

In mehreren Pavillons kommen Bewegtbildbeiträge zum Einsatz, die sich zwischen klassischer Dokumentation und künstlerischem Ansatz bewegen. Im Britischen Pavillon werden unterschiedliche dokumentarisch-künstlerische Filme gezeigt, die sich mit kulturellen Ritualen beschäftigen. Im Brasilianischen Beitrag verwischt ein Videobeitrag die Grenzen zwischen realer Dokumentation und fiktionalisierter Darstellung.

Künstlerische Ansätze

Vielfältig sind auch die Beiträge, die sich in die Kategorie der künstlerischen Ansätze einteilen lassen. Finnland zeigt neben dem bereits erwähnten realen Expertinneninterview auch einen fiktionalen Dokumentarfilm aus einer Zukunft, in der es keine wasserbetriebenen Toiletten mehr gibt. Mehrere Länder wie Albanien, Australien oder Serbien zeigen komplett abstrakte künstlerische Bewegtbildbeiträte.

Präsentationsmodalitäten

Nicht nur die Inhalte der Bewegtbildbeiträge sind individuell unterschiedlich gestaltet, auch die Präsentationsformen unterscheiden sich. In einigen Pavillons kommen klassische Präsentationsmodalitäten wie einfache Bildschirme und Projektionen auf Leinwand zum Einsatz. Andere Pavillons setzen auf kreativere Präsentationsformen, wie in den Bildbeispielen unten gezeigt. Serbien kombiniert eine Bodenprojektion mit einem Spiegel an der decke, der die Projektion wie einen weitergeführten Ring erscheinen lässt. Im Finnischen Pavillon kommt eine Konstellation von mehreren Bildschirmen unterschiedlicher Größen zum Einsatz, auf denen unterschiedlich aufgeteilte Komponenten der Videoinstallation wiedergegeben werden. Im Australischen Pavillon wird großflächig an die Wand projiziert.

Abschließend

Zum Abschluss lässt sich zusammenfassen, dass die Einbindung von Bewegtbildmedien im Ausstellungskontext vielfältig gestaltet werden kann. Es zeigt sich am Beispiel der Biennale, dass die Bewegtbildmedien international und über unterschiedliche Kunstdisziplinen hinweg Relevanz zu haben scheinen.
Nicht nur die Inhalte der Bewegtbildbeiträge, auch die Präsentationsformen können auf unterschiedlichste Weise konzipiert werden. So können Bewegtbildmedien den Ausstellungskontext erweitern, Zusatzinformationen bereitstellen, die künstlerische Aussage einer Ausstellung aufgreifen, darstellen und unterstützen und diverse weitere Funktionen erfüllen.