Die Prinzipien der Animation

Die 12 Prinzipien der Animation wurde das erste Mal von Frank Thomas und Ollie Johnston in ihrem Buch The Illusion Of Life Disney Animation zusammengefasst. Entstanden sind die Prinzipien bei der Arbeit bei Disney. Die Autoren beschreiben den Entstehungsprozess der Prinzipien folgend:

The animators continued to search for better methods of relating drawings to each other and had found a few ways that seemed to produce a predictable result. They could not expect success every time, but these special techniques of drawing a character in motion did offer some security. As each of these processes acquired a name, it was analyzed and perfected and talked about, and when new artists joined the staff they were taught these practices as if they were the rules of the trade.

Thomas, Johnston 1995, S.46

Die 12 Prinzipen der Animation lauten wie folgt:

  1. Squash and Stretch
  2. Anticipation
  3. Staging
  4. Straight Ahead Action and Pose to Pose
  5. Follow Through and Overlapping Action
  6. Slow In and Slow Out
  7. Arcs
  8. Secondary Action
  9. Timing
  10. Exaggeration
  11. Solid Drawing
  12. Appeal

Squash and Stretch

Für Thomas und Johnston ist das Prinzip Squash und Stretch eines der wichtigsten Entdeckungen. Animiert man eine Form von einem Punkt zu einem anderen, wirkt die Bewegung steif. Diese Steifheit in der Bewegung sieht man in der Realität nur bei starren Objekten, wie Stühlen, Geschirr oder Pfannen. Alle anderen Formen und Figuren wie wir Menschen zum Beispiel, haben Bewegungen innerhalb des Bewegungsablaufes. Beispielsweise wird das beim Gesicht erkennbar. Egal ob Kauen, Lächeln, Sprechen oder beim Wechsel der Mimik unsere Gesichtspartien verändern sich. Ohne diese Veränderungen würden wir einen anderen Menschen als leblos ansehen (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.46-50).

Kurzum gesagt: Durch die Anwendung von squash and stretch kann man den Eindruck erschaffen, dass Objekte oder Figuren Gewicht hätten und/oder würden bei Bewegung nachgeben. Daraus resultiert, dass die Animation wie beispielsweise ein hüpfender Ball realistischer aussieht, wenn er beim Aufprall auf dem Boden platter und breiter wird (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.46-50).

Ein wichtiger Tipp, denn Thomas und Johnston geben ist, dass bei der Anwendung dieser Methode darauf geachtet werden sollte, dass das Volumen bei beim Stauchen oder Strecken immer gleich bleibt. Ansonsten kann die Animation schnell als aufgebläht oder knollenförmig wahrgenommen werden (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.46-50).

Die Animationen wirken durch Squash and Stretch nicht nur lebendiger, sondern durch die Integrierung dieses Prinzip wird mehr Wert auf die Schnelligkeit, die Dynamik, das Gewicht und die Masse gelegt. Die Stärke von Streckung oder Stauchung sagt über das Objekt aus wie weich oder hart es ist. Auch kann es zur Übertreibung von Bewegungen genutzt werden (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.46-50).

Anticipation

Das Publikum wird innerhalb eines Films von einem Ereignis in das nächste geführt. Damit das Publikum die Handlung versteht gibt es eine geplante Abfolge. Um diese Ereignisse realistischer für das Publikum zu gestalten, kommt Anticipation ins Spiel. Anticipation hilft einem die Zuseher:innen auf eine bevorstehende Handlung vorzubereiten, in dem man eine kleine Aktion (oder eine spezifische Bewegung) der größeren bzw. der eigentlichen Aktion voranstellt. Auch ist Anticipation ein Indikator dafür wie stark eine Bewegung sein wird. Ein Beispiel dazu ist, wenn ein Fußballer einen Ball ins Tor schießen möchte, schießt er nicht gleich drauf los, sondern bewegt seine Arme und holt mit dem Bein aus. Dieser vorangestellte Bewegungsablauf teilt den Zuschauer:innen mit, dass der Fußballspieler gleich den Ball wegschießen wird (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.50ff).

Diese vorangestellte Aktion muss nicht immer eine ausholende Bewegung sein, manchmal reicht schon ein Verziehen der Mimik aus, um das Publikum auf die folgende Bewegung vorzubereiten. Auch kann Anticipation mehrstufig aufgebaut sein (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.50ff).

Johnston und Thomas führen auch an, dass wenn man sich mit dem „surprise-gag“ beschäftigen möchte, braucht es Anticipation auch. Aber in diesem Fall die Anticipation von etwas anderem als es dann wird, ansonsten geht der Überraschungsmoment verloren (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.50ff).

Staging

Staging findet man nicht nur in der Animation, sondern auch in anderen Bereichen wie dem Theater. Trotzdem ist die Bedeutung von Staging überall dieselbe: Es handelt sich dabei um die zielgerechte Präsentation einer Idee, sodass sie vollständig und unverkennbar klar für das Publikum ist. Deshalb ist es wichtig sich auf die wichtigsten Details zu beschränken, damit unnötige Details nicht von der Handlung ablenken. Hilfsmittel dafür sind Licht, Bildausschnitt und Komposition (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.52ff).

An action is staged so that it is understood, a personality so that it is recognizable, an expression so that it can be seen, a mood so that it will affect the audience. Bach is communicating to the fullest extent with the viewers when it is properly staged.

Thomas, Johnston 1995, S.52

Straight Ahead Action and Pose to Pose

Die Straight Ahead Action und Pose to Pose sind die zwei Hauptansätze für Animation. Als Straight Ahead Action wird der workflow bezeichnet, bei dem der/die Animator:in von Start/ ersten Zeichnung der Szene linear bis zum Ende hinarbeitet. An Anfang kennt die Person nur die grobe Struktur der enthaltenen Handlung, hat aber noch keinen Plan wie die Handlung umgesetzt werden kann. Bei jedem Schritt kommt eine neue Idee hinzu bis zum Ende der Szene. Straight Ahead Animation ist am besten geeignet für unvorhersehbare Bewegungen, wie beispielsweise Feuer. Straight Ahead Animationen funktioniert selten, wenn im Layout eine starke Perspektive oder ein Hintergrund vorhanden ist, der angepasst werden muss (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.55ff).

Im Gegenteil zur Straight Ahead Action Methode wird beim Ansatz Pose to Pose die Handlung vorab genauestens geplant. Es wird zuerst der Start und das Ende jeder Handlung definiert/ gezeichnet. In einem weiteren Schritt, werden die Zwischenschritte hinzugefügt. End und Startposen werden als Keys bezeichnet. Extremes sind die Posen, bei denen die Figur Extreme im Bewegungsablauf einnimmt und Breakdowns sind Zwischenschritte, die die einzelnen Posen miteinander verbindet. Pose to Pose ist generell besser für action-lastige/ voraussehbare Bewegungsabläufe, da es einem am meisten Kontrolle beim Bewegungsablauf überlässt. Dadurch wird vermieden, dass die Figur unabsichtlich am falschen Ort landet oder kleiner/größer wird. Auch ist Pose to Pose effizienter, da man nicht den gesamten Bewegungsablauf rückgängig machen muss, wenn eine Pose falsch ist, sondern nur eine der Zwischenposen (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.55ff).


Follow Through and Overlapping Action

Follow Through und Overlapping Action ist eine Methode, bei der Teile einer Figur – wie die Methode bereits absagt – nachschwingen oder überlappen. Diese Elemente sind sozusagen Subbewegungen der Hauptbewegung und können noch nach dem Innehalten der Hauptbewegung nachschwingen. Es entsteht die Illusion, dass die Bewegungen der Figuren den Gesetzen der Physik gehorchen würden (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.58-61).

Johnston und Thomas haben 5 Punkte der wichtigsten Punkte für Follow Through und Overlapping Action angeführt:

  1. Anhängsel/ Zusätze bewegen sich noch, auch wenn der Körper schon zum Stillstand gekommen ist
  2. Ein Körper bewegt sich als ganzes nicht simultan, sondern er streckt sich, holt auf, verdreht sich, biegt sich und schwächte andere Bewegungen ab
  3. Materialien wie lockere Hautpartien bewegen sich langsamer wie beispielsweise ein Skelett
  4. The Art und Weise, wie eine Aktion vollendet wird, sagt mehr über die Figur aus als die Bewegung selbst. Beispielsweise kann die Bewegung eines Golfschlags ein paar wenige Sekunden dauern, aber die Nachbewegung, verdreht die Figur sich oder ist sie standhaft, kann über dessen Fähigkeiten im Golfen Bände sprechen.
  5. Der „Move hold“ beschreibt die paar Frames in der die Figur still steht, damit das Publikum die erfasste Bewegung verarbeiten kann (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.58-61).

Follow Through and Overlapping Action (Nachschwingen und Überlappen): Elemente, die in Bewegung sind, sollten von der Hauptbewegung getrennt schwingen oder überlappen. Ins Details gehend, bezeichnet man als Follow Through die Bewegung welche nach dem Ende der Hauptbewegung geschieht. Overlapping Action dagegen beschäftigt sich mit dem Versatz der Subbewegung zur Hauptbewegung am Anfang eines Bewegungsablaufes. Ein weiterer Aspekt, der zu Follow Through und Overlapping Action gehört, ist Drag. Drag beschreibt die universelle Verzögerung der Subbewegung (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.58-61).

Genauso wie alle anderen Prinzipien verleiht Follow Through und Overlapping Action Bewegungsabläufen Realismus. Follow Through und Overlapping Action hat auch was gemeinsam mit dem Prinzip Squash und Stretch: Die Stärke von Follow Through und Overlapping Action kann einem ein Verständnis zur Beschaffenheit der Figur geben (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.58-61).

Follow Through und Overlapping Action wird meistens nach der Animation der Hauptbewegung hinzugefügt. Bei Frame by Frame Animation wird diese Subanimation meistens mit der Methode Straight Ahead Action gemacht. Auch hilft Follow Through und Overlapping Action bei der Trennung von einer Animation, in mehrere versetzte Animationen. Das dient dazu, dass die Animation interessanter und realistischer wird (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.58-61).

Slow In and Slow Out

Slow In und Slow Out beschäftigt sich mit dem Timing innerhalb der Animation. Es beschreibt den Beschleunigungsprozess einer Figur (Am Anfang noch langsam kommt die Figur immer mehr in Bewegung, um am Ende wieder abzubremsen, um dann wieder langsam in den Stillstand zu kommen.). Diese Methode lässt Figuren lebendig und dynamisch, statt mechanisch wirken (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.61).

Im Animationsprozess wird das entweder durch die Platzierung der Zwischenposen (umso näher zusammen, umso schneller ist der Teil der Bewegung) bei Frame by Frame Animationen, oder durch Bezierkurven bei Keyframe Animationen erzielt (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.61).

Arcs

Die Methode Arcs lässt sich von Bewegungen, verlaufend in einem Bogen, ableiten. Da das die meisten Bewegungen machen, wirken Animationen, die entlang eines Bogens animiert werden, flüssiger und natürlicher als geradlinige Bewegungen.

Bei der Frame by Frame Animation werden oft Bogen als Hilfslinien aufgezeichnet, um sich an diesen zu orientieren (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.61f).

Secondary Action

Unter Secondary Action versteht man Gesten, welche die Hauptbewegung unterstützen und eine weitere Dimension ihr hinzufügen. Trotzdem sollte man drauf aufpassen, dass die Secondary Action nicht von der eigentlichen Handlung ablenkt. Auch darf die Secondary Action nicht zu unsichtbar sein, damit sie wirklich wahrgenommen wird (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.62f).

Timing

Das Timing gibt vor wie viele Frames innerhalb des Bewegungsablaufs vorzufinden sind. Eine Änderung der Frame Rate beeinflusst das Aussehen und Gefühl der Animation stark (viele Frames = langsam, wenige Frames und weit auseinander = schnell). So kann jedes weitere Frame (eng. in-between) der Bewegung eine neue Bedeutung auferlegen (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.63f).

  • Kein in-between = Die Figur wurde von einer enormen Kraft getroffen. Beinahne wäre der Kopf von dem Aufprall abgerissen worden.
  • 1 in-between = Die Figur wurde von einem Ziegel, einer Pfanne oder einem Nudelholz erwischt.
  • 2 in-between = Die Figur hat eine Muskelverkrampfung oder eine nervöse/ unkontrollierte Reaktion
  • 3 in-between = Die Figur weicht etwas aus, wie z.B. einem Ziegel, einer Pfanne oder einem Nudelholz
  • 4 in-betweens = Die Figur gibt einen nachdrücklichen Befehl, wie Weiter gehen!
  • 5 in-betweens = Die Figur ist bei ihrem Befehl viel freundlicher, wie Komm schon her!
  • 6 in-betweens = Die Figur sieht etwas was ihr Interesse weckt.
  • 7 in-betweens = Die Figur versucht etwas besser sehen zu können.
  • 8 in-betweens = Die Figur sucht etwas.
  • 9 in-betweens = Die Figur schätzt etwas ab – sie bewertet etwas nachdenklich.
  • 10 in-betweens = Die Figur dehnt einen wehtuenden Muskel.

Zeichnet man bei 24fps jeden einzelnen Frame, nennt man das „drawing on ones“, wenn nur jeder zweite gezeichnet wird, bezeichnet man es als „drawing on twos“. Das kann man so weiterführen. „Drawing on twos“ ist in der Animationswelt sehr verbreitet, da es nicht nur Arbeit abnimmt, sondern auch langsame Bewegungen flüssiger wirken lässt. Aber auch bei schnellen Bewegungen hat „drawing on twos“ seine Vorteile. Die Bewegung besitzt dadurch eine lebhaftere Anmutung (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.63f).

Exaggeration

Bei Exaggeration wird jede Bewegung, Pose oder Ausdruck überspitzt dargestellt, um die Wirkung beim Publikum zu steigern. Walt Disney verlangte von seinen Animatoren, dass sie realistischer bei ihren Animationen werden sollten. Das stoß auf Verwirrung, da für Disney Realismus etwas anderes bedeutete als für die Animatoren. Für Disney war die realistischere Darstellung nicht, wie es in der Realität vorkommt, sondern die Überspitzung dieser, damit die Handlung für das Publikum greifbarer und verständlicher werden würde (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.64f).

Schnellere Handlungen müssen extremer dargestellt werden, als langsamere. Das stammt daher, dass unser Auge nicht alle Einzelbilder auffasst und bei schnellen Bewegungen die mittleren Frames auffasst (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.64f).

Solid Drawing

Die Aufgabe dieses Prinzips ist es zu bewerkstelligen, dass Formen aussehen, als wären sie in einem dreidimensionalen Raum. Drei wichtige Parameter dabei sind Volumen, Gewicht und Balance. Animieren wird einfacher, wenn man einen Charakter aus allen Perspektiven zeichnen kann (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.65).

Ein Tipp für das Zeichnen im dreidimensionalen Raum ist es die Figur mittels geometrischen Formen aufzubauen. Auch Perspektivlinien können für das Verständnis der Platzierung im Raum genutzt werden (wird zum Beispiel auch in 3D Programmen verwendet). Überlappende Linien lassen Figuren auch dreidimensionaler wirken. Das sogenannte Twinning (z.b. simultane Bewegung der Arme) sollte bei der Animation auch vermieden werden, weil dadurch Balance und Gewicht verloren gehen (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.65f).

Appeal

Das Prinzip Appeal zielt darauf aus, dass Figuren charismatisch wirken und angenehm zum Anschauen sind. Diese Methode sollte auf jede Figur angewendet werden, egal ob Held, Antagonist, oder Nebencharakter. Auch geht es nicht um die wahrgenommene Schönheit einer Figur, sondern das geweckte Interesse an ihr. Auch wenn Aussehen/ Stil Geschmacksache ist, kann man durch dynamisches Design viel bewirken. Dynamisches Design kann man durch folgende Punkte erreichen:

  1. Verschiedene Grundformen beim Aufbau von Charakteren.
  2. Das Spiel mit Verhältnissen
  3. Einfachheit (Loslösung von Detailverliebtheit beim Charakterdesign) (vgl. Thomas, Johnston 1995, S.66f).

Fazit

Die 12 Prinzipien der Animation gehören zu den Grundlagen in der Disziplin der Animation und sind nicht nur auf Charakteranimation limitiert, sondern verleihen beispielsweise auch der Animation von geometrischen Formen mehr Interesse vom Publikum. Deshalb ist es immer wieder gut, sich die Animationsprinzipien wieder bewusst zu machen.

Quellenverzeichnis

Thomas, Frank; Johnston, Ollie: The Illusion Of Life Disney Animation. New York: Hyperion, 1995.

07 // Vergleich von Filmschnitt in verschiedenen Genres: Wie Schnittentscheidungen die Stimmung, den Spannungsaufbau und die Erzählstruktur in verschiedenen Genres beeinflussen

Die Welt des Films ist so facettenreich wie das Leben selbst, und die Vielfalt der Genres spiegelt sich nicht nur in den Geschichten wider, sondern auch in den einzigartigen Ansätzen des Filmschnitts. Die Art und Weise, wie Schnittentscheidungen getroffen werden, trägt wesentlich dazu bei, die Richtung eines Films zu formen. Ein Blick auf verschiedene Genres ermöglicht es, die spezifischen Herausforderungen und kreativen Möglichkeiten des Filmschnitts in jedem Genre zu verstehen.

Drama:

Im Genre Drama steht oft die emotionale Tiefe der Charaktere und die Entwicklung der Handlung im Vordergrund. Der Filmschnitt in Dramen konzentriert sich häufig auf längere Einstellungen und sanfte Übergänge, um den Zuschauern Zeit zu geben, sich in die emotionale Atmosphäre einzufühlen. Der Einsatz von Rückblenden und parallelen Handlungssträngen kann die Erzählstruktur komplexer gestalten und die emotionale Resonanz verstärken.

Action:

In Actionfilmen liegt der Fokus auf dynamischen Bewegungen, schnellen Schnitten und atemberaubenden Sequenzen. Der Filmschnitt spielt hier eine entscheidende Rolle bei der Schaffung von Rhythmus und Energie. Schnelle Schnitte können den Puls des Publikums beschleunigen und die Spannung intensivieren. Parallelmontagen werden oft genutzt, um verschiedene Handlungsstränge miteinander zu verweben und den Spannungsaufbau zu maximieren.

Horror:

Horrorfilme setzen auf subtile Spannungsaufbau und plötzliche Schockmomente. Der Filmschnitt in diesem Genre kann durch längere Einstellungen und geschickte Verzögerungen Spannung erzeugen. Schnelle, unerwartete Schnitte können den Schockmoment verstärken. Die Nutzung von Stille und gezielten Soundeffekten ist entscheidend, um eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen.

Dokumentationen:

Dokumentarfilme erfordern oft eine andere Herangehensweise an den Filmschnitt. Hier steht die Authentizität im Vordergrund. Die Erzählstruktur kann durch Interviews, Archivmaterial und dokumentarische Schnitttechniken geformt werden. Die Verwendung von Montage, um verschiedene Perspektiven zu zeigen, ist entscheidend, um komplexe Geschichten zu erzählen.

Komödie:

Komödien zielen darauf ab, das Publikum zum Lachen zu bringen. Der Fokus liegt auf humorvollen Situationen, Dialogen und Charakteren. Schnittentscheidungen betonen oft Timing und Pacing, um den Witz zu maximieren.

Science Fiction (Sci-Fi):

Sci-Fi-Filme erkunden oft futuristische oder spekulative Konzepte. Der Filmschnitt kann hier visuelle Effekte, innovative Montage und schnelle Schnitte umfassen, um die futuristische Atmosphäre zu unterstreichen.

Fantasy:

Fantasy-Filme entführen die Zuschauer in imaginäre Welten mit übernatürlichen Elementen. Der Schnitt kann dazu dienen, zwischen Realität und Fantasie zu wechseln, wobei magische Elemente und beeindruckende Szenerien betont werden.

Mystery:

Mystery-Filme zeichnen sich durch undurchsichtige Handlungsstränge und überraschende Wendungen aus. Der Filmschnitt kann dazu verwendet werden, Informationen zurückzuhalten, Spannung aufzubauen und das Publikum im Dunkeln zu lassen.

Musical:

In Musicals werden Geschichten oft durch Musik und Tanz erzählt. Der Schnitt spielt eine Schlüsselrolle bei der Koordination von Bildern und Musik, wobei oft nahtlose Übergänge zwischen Dialogen, Gesang und Tanz geschaffen werden.

Thriller:

Thriller zielen darauf ab, Spannung und Aufregung zu erzeugen. Schnittentscheidungen können sich auf schnelle Pacing, geschickte Enthüllungen und die Verstärkung von Suspense-Momenten konzentrieren.

Historisches Drama:

Historische Dramen versetzen das Publikum in vergangene Epochen. Der Filmschnitt kann dazu beitragen, eine authentische Atmosphäre zu schaffen, indem er sorgfältig recherchierte Kostüme, Sets und historische Details hervorhebt.

Romantik:

Romantikfilme betonen oft Beziehungen und Liebe. Der Schnitt kann dazu dienen, romantische Momente zu betonen, emotionale Höhepunkte zu verstärken und die Entwicklung von Charakterbeziehungen zu verfolgen.

In jedem Genre beeinflusst der Filmschnitt nicht nur die visuelle Ästhetik, sondern auch die emotionale Wirkung auf das Publikum. Die Untersuchung dieser Unterschiede bietet nicht nur einen Einblick in die Techniken der Filmemacher:innen, sondern verdeutlicht auch, wie der Filmschnitt als kreatives Werkzeug genutzt wird, um die einzigartigen Anforderungen und Ziele jedes Genres zu erfüllen.

06 // Walter Murch – „In the Blink of an Eye“: Ein Blick auf die Essenz des Filmschnitts

Walter Murch ist ein angesehener Filmeditor und Sounddesigner. Er begann seine Karriere in den 1960er Jahren und wurde rasch zu einer Schlüsselfigur in der Filmbranche. Murch studierte an der University of Southern California und der University of Southern California School of Cinematic Arts, wo er sein Interesse für Film entdeckte.

Die Legende im Bereich des Filmschnitts und Sounddesigns, prägte nicht nur einige der bedeutendsten Filme des 20. Jahrhunderts, sondern teilte auch sein tiefes Verständnis für die Kunst des Schnitts in seinem Buch „In the Blink of an Eye“. Veröffentlicht im Jahr 1995, wirft das Buch einen faszinierenden Blick auf die Grundlagen und philosophischen Aspekte des Filmschnitts.

Der Titel, „In the Blink of an Eye“ (Im Augenblick des Blinzelns), ist mehr als nur eine Metapher. Murch entfaltet die Idee, dass der Schnitt der „Blinzel“ im filmischen Ausdruck ist – ein entscheidender Moment, der nicht nur den visuellen Fluss beeinflusst, sondern auch die emotionale Resonanz des Publikums formt. In seinen erhellenden Essays betont Murch, dass der Schnitt nicht nur technisches Handwerk ist, sondern eine künstlerische Entscheidung, die die narrative Struktur und den emotionalen Gehalt eines Films stark beeinflusst.

Eines der Schlüsselkonzepte des Buches ist Murchs „Rule of Six„, in dem er sechs Kriterien für einen erfolgreichen Schnitt identifiziert: Emotion, Geschichte, Rhythmus, Blickrichtung, Dauer und 180-Grad-Regel. Diese Kriterien bieten eine strukturierte Herangehensweise an den Schnittprozess und verdeutlichen, dass die Technik des Schnitts nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern in enger Verbindung mit der emotionalen Wirkung und der erzählerischen Kohärenz stehen muss.

Murch teilt auch Einblicke in seine eigene Arbeitsweise und Erfahrungen, angefangen von seiner Arbeit an „Apocalypse Now“ bis hin zu „The English Patient“. Er beschreibt die Herausforderungen und Entscheidungen, die bei der Schaffung eines filmischen Werks getroffen werden, und betont die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Regisseur:innen und Editor:innen.

Ein weiterer faszinierender Aspekt des Buches ist Murchs Diskussion über die Wirkung von Klang und Musik auf den Schnitt. Sein Verständnis für die Verbindung von Bild und Ton hat nicht nur Filme akustisch bereichert, sondern auch die Art und Weise, wie Editoren den Klang in ihre Schnittentscheidungen integrieren, beeinflusst. „In the Blink of an Eye“ bleibt ein unverzichtbares Werk für angehende Editoren und Filmemacher. Murchs kluge Einsichten, seine Reflexionen über die Kunst des Filmschnitts und seine inspirierende Herangehensweise an die Verbindung von Technik und Kreativität machen das Buch zu einer Quelle zeitloser Weisheit in der Welt des Films.

Murch, W. (2001). In the Blink of an Eye: A Perspective on Film Editing (2nd ed.). Silman-James Press.

Megacities – Meine Gedanken

Wie angekündigt möchte ich diesen Blogpost nutzen, um meine Gedanken zum Film „Megacities“ zu teilen.

Der Trailer hat eindeutig nicht zu viel versprochen. Michael Glawogger ist mit „Megacities” ein Film gelungen, der weit mehr ist als eine Dokumentation. In allen zwölf Geschichten geht es um Menschen und ihre persönlichen Überlebensstrategien in der Großstadt. Der Film zeigt den Alltag, die Träume und die Hoffnung im Leben der Protagonist*innen.

Durch den Film lernt man zu schätzen, was man hat. Hygiene, sauberes Wasser, Müllentsorgung, ein warmes Bett, all das ist nicht selbstverständlich. Gleichzeitig fühlte ich mich nach dem Film etwas hilflos. Wie kann ich den Protagonist*innen helfen? Hat Glawogger ihnen mit seinem Film geholfen? Er hat ihnen eine Stimme gegeben, er hat ihnen zugehört. Löst das ihre prekäre Situation?

In einer Szene wurden Betrunkene auf eine Polizeistation gebracht. Dort wurden sie über Nacht zur Ausnüchterung festgehalten. Es war für mich erschreckend zu sehen, wie ein Mann mit dem Gesicht nach unten und den Händen auf dem Rücken an ein Bett gefesselt wurde. Durch einen Türspalt wurde der Mann gefilmt. Der Betroffene klagte über seine Schmerzen und sagte, dass man ihm das Blut abschnüren würde. Die Kamera bleibt auf diesen leidenden Menschen gerichtet. Eine Frage geht mir durch den Kopf: „Warum hilft ihm niemand?“ Diese Frage stelle ich mir auch oft bei Tierdokumentationen, wenn Tiere gefilmt werden, die offensichtlich leiden. “Das ist der Lauf der Natur“, mit diesem Satz beruhige ich mich dann. Ja, vielleicht wäre dieser Mensch auch ohne Kamera in derselben Situation. Doch wie schaffen es die Filmemacher*innen, die Kamera auf solche Situationen zu richten? Andererseits ist es natürlich gut, dass die schlimmen Dinge unserer Welt gezeigt werden.

Eine Frau träumt von einem besseren Leben für ihre Kinder. Sie möchte genug Geld verdienen, um mit ihnen aufs Land ziehen zu können. Sie arbeitet sieben Tage in der Woche als Stripperin. Der Film zeigt die Frau bei ihrer Arbeit. Es tut weh zu sehen, wie sie ihren Körper verkauft, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Zu meinem Entsetzen wurde sie von den anwesenden Männern wie ein Objekt angefasst, oral „befriedigt“ und beim Vorbeigehen wurden ihr sämtliche Finger in die Vagina gesteckt.

Eine weitere Geschichte ist mir im Gedächtnis geblieben. Ein Mann trainierte seinen Hund, andere Hunde zu töten. Ja … auch das wurde so lange gezeigt, bis der zweite Hund aufhörte zu atmen.

Trotz all der Grausamkeiten, die der Film zeigt und thematisiert, hat er mich fasziniert. Glawogger nimmt uns mit in eine Lebensrealität, die wir uns als privilegierte Menschen nicht vorstellen können. Ja, in der Schule hört man von Slums, von Menschenhandel und und und. Im Gegensatz zu den Bildern in diesem Dokumentarfilm war alles, was ich bisher darüber gehört und gesehen habe, eine romantisierte Version dieser Lebenswelten.

#10 Make enemies not friends

The reaction to feminism in film and discussions of heavy topics in cinema can vary widely, and it’s essential to recognize that people’s responses are shaped by diverse perspectives, experiences, and beliefs. Here are some reasons why some individuals may be triggered or have strong reactions:

  1. Resistance to Change: Some people may resist feminist perspectives or heavy topics in film because it challenges traditional or long-held beliefs. Changes in societal norms can be met with discomfort or resistance by those who are accustomed to the status quo.
  2. Fear of Loss of Representation: Individuals who feel threatened by increased representation of women or marginalized groups may perceive it as a loss of their own representation or influence. This fear can lead to defensive reactions.
  3. Stereotypes and Misconceptions: Misunderstandings about feminism or heavy topics may contribute to negative reactions. Stereotypes and misconceptions about these subjects can lead to misinterpretations and resistance.
  4. Political or Ideological Differences: Some people may view feminism or discussions of heavy topics through a political or ideological lens. If these topics align with a particular political stance that someone opposes, it can trigger strong reactions.
  5. Personal Experiences: Individuals‘ personal experiences can shape their reactions to certain themes. If someone has had negative experiences related to feminism or the heavy topics being discussed, it may influence their perception.
  6. Fear of Uncomfortable Emotions: Films addressing heavy topics often evoke strong emotions, including sadness, anger, or discomfort. Some individuals may actively avoid these emotions, leading them to reject films that delve into challenging subjects.
  7. Misinformation or Lack of Exposure: Lack of exposure to diverse perspectives or misinformation about feminist ideas can contribute to negative reactions. Exposure to well-rounded and accurate information can help foster a more informed understanding.
  8. Cultural or Religious Beliefs: Cultural or religious beliefs can play a significant role in shaping individuals‘ attitudes toward certain themes in film. Some may find that feminist ideas or heavy topics conflict with their cultural or religious values.

It’s crucial to engage in open and respectful dialogue about these topics to promote understanding and bridge gaps in perception. Film, as a powerful medium, has the potential to foster empathy, encourage conversations, and challenge societal norms, but it can also be met with resistance due to the deeply ingrained nature of cultural and personal beliefs.

Stepping out of our comfort zones and addressing topics like feminism and heavy social issues in film can be a powerful way to bring about positive change. It’s important for filmmakers, storytellers, and audiences alike to embrace the potential for positive change that comes with addressing these issues in film. By actively participating in the conversation and supporting diverse and inclusive storytelling, we contribute to a cultural landscape that reflects the richness and complexity of the human experience.

#09 Shifting Gazes

By approaching film with an open mind, you can enrich your cinematic experience and gain a deeper appreciation for the diversity of storytelling within the medium. Shifting your gaze and approaching film in a more open way involves adopting a mindset that embraces diverse perspectives, genres, and styles.

Explore films outside your comfort zone, including genres or cultures you are less familiar with. Consider international films to gain insights into different storytelling traditions. Independent and art house films often provide unique and unconventional narratives, showcasing a different side of cinema. Attending film festivals exposes you to a variety of cinematic experiences, including independent and international works that may not have had mainstream success.

Reading diverse film reviews can provide insights from different perspectives. Understanding the filmmaker’s intentions and the context in which a film was made enhances appreciation for the artistry and storytelling. Engaging in film discussions, whether in clubs, online forums, or discussion groups, allows you to share thoughts and hear different perspectives, opening your mind to new interpretations.

Embrace experimental and non-linear storytelling, as some films break away from traditional narrative conventions. Learning about film history provides context for how different styles and techniques have evolved, contributing to a deeper understanding of cinema’s evolution. Supporting diverse filmmakers by seeking out and endorsing films from underrepresented creators contributes to a more inclusive and varied film landscape.

Approach film with openness to reevaluation. A film that didn’t resonate initially may take on new meaning upon rewatching or with a fresh perspective. By adopting this open-minded approach, you can enrich your cinematic experience and gain a deeper appreciation for the diversity of storytelling within the medium.

Cultivate an awareness of the socio-cultural context in which films are produced. Recognize that films are not created in a vacuum and often reflect or respond to the societal, political, and cultural issues of their time. This perspective can add layers of meaning to the stories being told.

#08 About Oscar And The Globes

On Tuesday, the Oscar nominations for the 96th Academy Awards were announced. The box office hit „Barbie“ received eight nominations, including two for the songs „What Was I Made For?“ by Billie Eilish and „I’m Just Ken,“ performed by actor Ryan Gosling. The film also secured a nomination in the „Best Picture“ category. However, Gerwig did not receive a nomination in the „Best Director“ category, and Robbie, who portrays the plastic doll Barbie in the movie, is not among the nominees for „Best Actress.“

„Barbie“ actor Ryan Gosling criticizes that director Greta Gerwig and co-star Margot Robbie were not nominated for an Oscar. The 43-year-old was quoted by the portals „Variety“ and „People“ saying, „There is no Ken without Barbie, and there is no Barbie movie without Greta Gerwig and Margot Robbie. To say that I am disappointed they are not nominated in their respective categories would be an understatement.“

The fact that „Oppenheimer“ has surpassed „Barbie“ in the nominations seems to exacerbate the situation. Christopher Nolan’s film premiered simultaneously with „Barbie“ in July, leading to a quick rivalry between the two films on the internet, despite their vastly different themes. The contrasting narratives of the two movies sparked numerous memes and discussions under the title „Barbenheimer.“ „Oppenheimer“ is a gray historical film about the „Father of the Atomic Bomb“ Robert Oppenheimer, criticized as „patriarchal“ and „full of toxic masculinity“ by the „Team Barbie“ supporters. On the other hand, „Barbie“ depicts a colorful Barbie matriarchy where Barbie finally gets a voice, highlighting the completely opposite storytelling approaches of the two films.

The Golden Globes and all the jokes

It seems like Jo Koy’s jokes about „Barbie“ not only fell flat but were also deemed sexist. In the opening monologue, the comedian remarked, „Oppenheimer is based on a 721-page Pulitzer Prize-winning book called ‚The Manhattan Project.‘ Barbie is a plastic doll with big breasts.“ The response from director Greta Gerwig spoke volumes. The comparison between the serious subject matter of „Oppenheimer“ and the superficial portrayal of „Barbie“ in Koys’s joke may have been perceived as inappropriate, with Gerwig’s reaction suggesting disapproval or discomfort with the comments. Sexist remarks can often draw criticism for perpetuating stereotypes and diminishing the achievements or significance of certain subjects.

AND ONCE AGAIN:

Jo Koy’s joke about „Barbie“ revolves around a pivotal moment in the film, where the character transitions from perfect beauty to bad breath, cellulite, and flat feet. The comedian adds a humorous touch by stating, „or as casting directors say: character actor.“ The joke seems to have resonated well, landing like a bomb, especially with Selena Gomez and Dame Helen Mirren, who presumably found it amusing. Comedy often relies on exaggeration and unexpected twists, and in this case, Jo Koy used the contrast between the traditional concept of beauty associated with Barbie and the reality of human imperfections for comedic effect.

All the jokes even though one of the significant moments in barbie was this monologue from America Ferrera:

It is literally impossible to be a woman. You are so beautiful and so smart, and it kills me that you don’t think you’re good enough. Like, we have to always be extraordinary, but somehow we’re always doing it wrong.

You have to be thin, but not too thin. And you can never say you want to be thin. You have to say you want to be healthy, but also you have to be thin.

You have to have money, but you can’t ask for money because that’s crass. You have to be a boss, but you can’t be mean. You have to lead, but you can’t squash other people’s ideas.

You’re supposed to love being a mother, but don’t talk about your kids all the damn time. You have to be a career woman but also always be looking out for other people.

You have to answer for men’s bad behavior, which is insane, but if you point that out, you’re accused of complaining. You’re supposed to stay pretty for men, but not so pretty that you tempt them too much or that you threaten other women because you’re supposed to be a part of the sisterhood.

But always stand out and always be grateful. But never forget that the system is rigged. So find a way to acknowledge that but also always be grateful. You have to never get old, never be rude, never show off, never be selfish, never fall down, never fail, never show fear, never get out of line.

It’s too hard! It’s too contradictory and nobody gives you a medal or says thank you! And it turns out, in fact, that not only are you doing everything wrong, but also everything is your fault.

I’m just so tired of watching myself and every single other woman tie herself into knots so that people will like us. And if all of that is also true for a doll just representing women, then I don’t even know.“

#07 How to find your own voice as a director

Greta Gerwig and her story

Greta Gerwig has developed a unique style throughout her career as an actress, screenwriter, and director. How did she develope her distinctive style:

  1. Mumblecore Movement: Gerwig began her career in the Mumblecore movement, a film genre characterized by improvised dialogue, natural acting, and low production budgets. This experience influenced her early style and helped her develop an affinity for authentic, realistic storytelling.
  2. Collaboration with Noah Baumbach: Working with director Noah Baumbach, especially on films like „Frances Ha“ and „Mistress America,“ played a crucial role in shaping Gerwig’s style. Baumbach’s influence, combined with Gerwig’s own experiences and perspectives, helped form a unique narrative tone.
  3. Self-reflection and Experience: Greta Gerwig has evolved as a versatile artist. She started as an actress, later transitioned to writing scripts, and eventually took on directing. This versatility allowed her to gain a deep understanding of all aspects of film production and refine her own approach.
  4. Interest in Human Relationships: Many of her films revolve around complex human relationships and everyday life. Gerwig has a knack for exploring the depth of human emotions and depicting them in an authentic and often humorous manner.
  5. Feminist Perspective: Gerwig has become a prominent voice for women in film. She brings a feminist perspective to her works, often putting strong female characters at the forefront and challenging stereotypical portrayals.
  6. Humor and Lightness: A characteristic feature of Gerwig’s style is her sense of humor and lightness. Even in serious themes, she often incorporates humorous elements that make her works accessible and engaging.
  7. Visual Aesthetics: Gerwig has also developed a distinctive visual aesthetic, characterized by her camera work and direction. The way she composes images and stages scenes contributes to her unique visual style.

It’s important to note that an artist’s style is often the result of continuous development, influenced by personal experiences, collaborations, and a constant pursuit of creative expression. Greta Gerwig’s style is the product of her artistic journey and her ability to tell authentic stories with a unique creative fingerprint.

Finding your own voice as a director is a personal and evolving journey. Remember, finding your own way as a director is a continuous process of exploration and self-discovery. Be patient, stay passionate about your craft, and allow your unique voice to emerge organically 🙂 Here are some tips and approaches how one can find their voice as a director:

  1. Self-Reflection:
    • Consider your personal experiences, beliefs, and interests. What stories resonate with you on a deep level? Your own background and perspectives can be a source of inspiration for your storytelling.
  2. Education and Study:
    • Study the work of various directors and filmmakers across different genres. Analyze films critically, paying attention to their storytelling techniques, visual styles, and thematic elements. Learn from both classic and contemporary cinema.
  3. Experimentation:
    • Take the time to experiment with different filmmaking techniques. This could involve creating short films, working on small projects, or even just practicing specific aspects of filmmaking such as framing, editing, or sound design.
  4. Collaboration:
    • Collaborate with other filmmakers, writers, and artists. Exposure to different perspectives and working styles can help you refine your own approach. Learn from your collaborators and be open to new ideas.
  5. Seek Feedback:
    • Share your work with others and seek constructive feedback. This can come from peers, mentors, or even online communities. Constructive criticism can provide valuable insights and help you see your work from different perspectives.
  6. Identify Themes and Motifs:
    • Notice recurring themes, motifs, or elements in your work. These might be subconscious expressions of your artistic identity. Understanding these patterns can help you shape and refine your unique style.
  7. Develop a Signature:
    • Consider what sets your storytelling apart. It could be a particular visual style, a recurring theme, or a distinctive approach to character development. Developing a signature element can make your work recognizable.
  8. Stay Authentic:
    • While it’s natural to be inspired by others, avoid imitating them outright. Stay true to your own vision and perspective. Authenticity is key to developing a genuine directorial style.
  9. Learn from Mistakes:
    • Embrace failure as part of the learning process. Analyze what works and what doesn’t in your projects. Each mistake is an opportunity to refine your skills and understand your creative instincts better.
  10. Stay Open to Evolution:
    • Your directorial style is likely to evolve over time. Be open to new influences, experiences, and learning opportunities. Embrace growth and adapt your style as you continue to develop as a filmmaker.

#06 Poor Things

Like I wrote in my previous blog posts cinema mirrors societal norms and especially the portrayal of women has been a subject of interest. One cinematic piece that bravely delves into the complexities of female emotions, particularly female rage, is „Poor Things“. I went into this film with zero expectations but was left speechless after I saw it. This film not only highlights the raw intensity of women’s emotions but also serves as a canvas for the exploration of the female gaze, providing a refreshing perspective on storytelling.

The Unapologetic Rage of Women

„Poor Things“ invites viewers to witness the unapologetic rage of its female protagonist, mirroring the suppressed emotions that women have carried for centuries. Directed by Yorgos Lanthimos, the film breaks away from conventional narratives and embraces the power of feminine fury, challenging stereotypes and demanding a reevaluation of societal expectations.

The central character embodies the frustration and anger that women often suppress in the face of adversity. Her journey becomes a poignant exploration of the multifaceted nature of female rage, from quiet rebellion to explosive outbursts. The film encourages audiences to empathize with the struggles women face, shedding light on the resilience required to navigate a world that often dismisses or silences their voices.

A Cinematic Ode to the Female Gaze

„Poor Things“ not only addresses female rage but also offers a unique perspective through the lens of the female gaze. Traditionally, cinema has been dominated by the male gaze, shaping narratives from a male perspective. However, this film challenges the status quo, providing a narrative that is not only driven by a female protagonist but is also seen through her eyes.

The female gaze in „Poor Things“ is characterized by a nuanced portrayal of relationships, desires, and societal expectations. It subverts the traditional norms of objectification and instead focuses on the empowerment and agency of the female characters. Through this lens, the film invites viewers to reevaluate their own perspectives and question ingrained biases in the portrayal of women on screen.

Breaking Stereotypes and Redefining Narratives

„Poor Things“ becomes a catalyst for change in the cinematic landscape, contributing to the ongoing conversation about the representation of women in film. By embracing female rage and the female gaze, the film challenges stereotypes and offers a more authentic portrayal of women’s experiences.

As we continue to dissect and discuss the impact of cinema on societal perceptions, „Poor Things“ stands as a testament to the power of storytelling in reshaping narratives. It encourages a more inclusive and diverse representation of women, paving the way for future films to explore the depth and complexity of the female experience.

In conclusion, „Poor Things“ is not just a film; it’s a statement. A bold declaration that demands attention to the unspoken, the overlooked, and the rage that simmers beneath the surface. It’s a call for a cinematic revolution where the female gaze takes center stage, breaking free from the confines of stereotypes and offering a truer reflection of the diverse stories that women have to tell.

Die Figur im Storytelling

Sei es in der Unterhaltungsbranche oder in der Vermarktung, Storytelling ist unabdinglich. Deshalb fokussiert sich dieser Blogbeitrag auf Storytelling oder im Spezielleren auf die Figur innerhalb des Storytellings, da sie neben dem Plot ein wichtiges Standbein des Storytellings ist. Als Literaturquelle wurde Story – Die Prinzipen des Drehbuchschreibens von Robert McKee herangezogen. Zwar stützt sich McKee bei seiner Beschreibung auf Drehbücher von Filmen, trotzdem kann man auch für andere Bereiche des Storytellings Rückschlüsse ziehen.

Charakter ≠ Charakterisierung

Der wahre Charakter offenbart sich in den Entscheidungen, die ein Mensch unter Druck trifft – je größer der Druck, desto tiefgreifender ist die Enthüllung, desto mehr entspricht die Entscheidung dem innersten Wesen der Figur.

McKee 2019, S.117

Der Charakter einer Figur ist nicht dasselbe wie die Charakterisierung einer Figur. Die Charakterisierung schließt alle Eigenschaften, Werte, äußere Attribute und Verhaltensmuster einer Figur mit ein (vgl. McKee 2019, S.116).

Wie bereits das vorangestellte Zitat von Robert McKee beschreibt, kann der Charakter einer Figur durch die Entscheidungen, welche unter Druck gefallen sind, ersichtlich werden. Würde sich beispielsweise eine Figur in einer lebensbedrohlichen Situation für die Wahrheit entscheiden, obwohl eine Lüge ihr aus der Lage helfen würde, zeigt dies das der Charakter dieser Figur sehr viel Wert auf Ehrlichkeit setzt. Den Druck braucht es bei der Definition von Charakter, da ohne ihn Entscheidungen zu Oberflächlichkeiten werden (vgl. McKee 2019, S.117ff).

Enthüllung der Illusion

Die maßgebliche Bedeutung einer guten Erzählung ist die Enthüllung des wahren Charakters oder der Widerspruch zur Charakterisierung. Zuseher:innen möchten nicht, dass zum Beispiel das Auftreten eines liebevollen Ehemanns am Ende genauso scheint wie es am Anfang etabliert worden ist. Denn wenn der wahre Charakter und die Charakterisierung einer Figur genau gleich sind, wird die äußere und innere Erscheinung der Figur festgefroren und die Rolle eine reine Wiederholung von vorhersehbaren Verhaltensweisen. Die Figur wird eindimensional und uninteressant (vgl. McKee 2019, S. 119).

Figurbogen

Das beste Schreiben enthüllt nicht nur den wahren Charakter der Figur, sondern treibt ihre innere Natur im Laufe der Erzählung auf die Spitze oder verändert ihr innerstes Wesen zum Besseren oder Schlechteren.

McKee 2019, S.120

Wie das Zitat bereits vorweg nimmt, wird beim Schreiben einer Figur ein Bogen gespannt, welcher eine bestimmte Entwicklung (positiv/negativ) abbildet. Dieser Entwicklungsablauf kann man in 5 Teile gliedern:

  1. Die Handlung charakterisiert den oder die Protagonist:in
  2. Bekanntmachung mit dem Innersten der Figur
  3. Dieser Tiefencharakter ist nicht deckungsgleich mit der äußeren Erscheinung/Haltung der Figur. Sie steht im Gegensatz bzw. im Widerspruch zum Tiefencharakter.
  4. Die Handlung übt, nach Offenlegung des inneren Wesens der Figur, immer mehr Druck auf sie aus, damit sie immer schwierigere Entscheidungen treffen muss.
  5. Alle getroffenen Entscheidungen der Figur haben sie bis zum Höhepunkt tiefgreifend verändert (vgl. McKee 2019, S.121f).

Die Wechselwirkung Struktur und Figur

Um die wahre Natur einer Figur rauszukitzeln, benötigt es wie bereits erwähnt Druck. Dieser Druck wird im Storytelling von der Struktur des Plots erzeugt. Die Figur bringt ihre Charakterisierungseigenschaften mit. Verknüpft werden diese zwei Elemente durch das Handeln der Figur. Damit eine Figur als authentisch anerkannt wird müssen die gewählten Handlungen der Figur ihren Eigenschaften entsprechen. Es ist auch wichtig darauf zu achten, dass durch jede getroffene Entscheidung der Figur, verändert sie sich und kann daher im Verlauf der Geschichte anders handeln (vgl. McKee 2019, S.122f).

Wie facettenreich Figuren sind, muss dem Genre angepasst werden. Normalerweise sind Figuren im Action- / Abenteuerfilme Bereich eher einfach gestaltet, damit sie nicht allzu sehr von den Stunts ablenken können. Geschichten, welche persönlichen oder inneren Konflikt beinhalten, benötigen komplexe/tiefgründige Figuren (vgl. McKee 2019, S.124).

Die Handlung ist, wie Aristoteles festhielt, wichtiger als die Charakterisierung, aber Story-Struktur und wahrer Charakter der Figur sind ein und dasselbe Phänomen, unter zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Die Entscheidungen, die Figuren hinter ihren äußeren Masken treffen, machen ihr inneres Wesen aus und treiben gleichzeitig die Story voran.

McKee 2019, S.127

Fazit

Diese Bestandsaufnahme der Figur im Storytelling kratzt gerade einmal die Oberfläche eines weitläufigen Feldes. Man könnte noch auf Subthemen, wie Klischees und Rollenbilder oder mögliche Figuren-Kategorien eingehen. Trotzdem zeigt dieser Beitrag die fundamentalen Attribute auf, welche bei der Entwicklung von Figuren wichtig ist. Außerdem können diese Prinzipien nicht nur auf menschliche Figuren angewendet werden, sondern auf alle möglichen Protagonisten einer Handlung wie beispielsweise einem Wort oder einem einzelnen Buchstaben.

Literaturverzeichnis

McKee, Robert: Story – Die Prinzipien des Drehbuchschreibens. Berlin: Alexander Verlag Berlin, 12. Auflage, 2019.