Was bisher geschah

In diesem Blog möchte ich meine bisherigen Beiträge zusammenfassen, um mich auf die bevorstehende Präsentation vorzubereiten.

In meinem ersten Blogeintrag ging es um eine Stop-Motion-Produktion. Guillermo del Toro, Autor, Regisseur und Produzent der neuen Stop-Motion-Verfilmung von Pinocchio, zeigt eine besondere Faszination für die Kunstform Stop-Motion. Zum Einsatz kamen mechanisch bewegliche Puppen. Die Gesichtszüge waren teilweise austauschbar. Das Making-of zum Film zeigt einen wirklich sehenswerten Einblick in die Welt der Stop-Motion.

Nach diesem Zwischenstopp ging meine Reise in eine andere Richtung. Von nun an beschäftigte ich mich mit Dokumentarfilmen und der Frage, wie wichtig Storytelling ist. Naturdokumentationen nutzen raffinierte Tricks wie Sounddesign und Storytelling, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln. Teleobjektive ermöglichen Aufnahmen aus größerer Entfernung, sodass in der Postproduktion zusätzliche Geräusche hinzugefügt werden müssen, um Naturereignisse zu unterstreichen. Das Storytelling spielt eine zentrale Rolle, da es aus langen Aufnahmen eine zusammenhängende Geschichte macht.

Dokumentarfilme bewegen sich zwischen Journalismus und Kunst. Die Auswahl und Anordnung von Informationen durch die Filmemacher*innen schafft eine künstlerische Gesamterzählung. Der österreichische Regisseur Michael Glawogger thematisiert in seinen Werken die globalen Auswirkungen von Modernisierung und Globalisierung. Seine Filme, darunter „Megacities“ und „Workingman’s Death“, verwischen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität.

Die Netflix-Dokumentationsreihe „Our Planet“ gibt Einblick in die aufwändige Produktion, die neben technischem Know-how vor allem Geduld erfordert. Die Dokumentation, die verschiedene Tierarten in ihren natürlichen Lebensräumen zeigt, soll nicht nur unterhalten, sondern auch ein Zeichen für den Naturschutz setzen.

Neben Dokumentarfilmen bin ich auch auf Parodien von Dokumentarfilmen gestoßen. Mockumentarys sind fiktionale Filme oder Serien, die bestehende dokumentarische Formate parodieren. Ein Beispiel ist „Modern Family“, die auf humorvolle Weise das Leben einer amerikanischen Durchschnittsfamilie darstellt. Diese parodistische Form spielt mit inszenierten Zeitzeugeninterviews, widersprüchlichen Fakten und schlechter Bildqualität.

„Megacities“, ein Dokumentarfilm von Michael Glawogger, zeigt die faszinierenden und zugleich grausamen Facetten von Megastädten wie Bombay, New York, Mexico City und Moskau. Inspiriert wurde die Filmauswahl durch die Empfehlung von Roman Pürcher und einen beeindruckenden Trailer, der die einzigartige Erzählweise und visuelle Gestaltung des Films hervorhob. Der Film „Megacities“ fesselt durch die Darstellung des Alltags, der Träume und Hoffnungen der Menschen in Megastädten.

Ich bin gespannt, wohin mich meine Reise noch führen wird!

10 // Wie wichtig ist Musik? Wie Melodien, Songs und Klänge unser Leben beeinflussen

Musik ist nicht nur eine Kunstform, sondern auch ein kraftvolles Mittel, das auf vielfältige Weise unser tägliches Leben beeinflusst. Gemäß der Definition der Enzyklopädie Britannica ist Musik die Kunst, Vokal- oder Instrumentalklänge so anzuordnen, dass sie besonders schön oder emotional ausdrucksstark werden. Dabei geht es nicht nur um die Schönheit der Musik an sich, sondern auch um die tiefgreifenden Auswirkungen, die sie auf unsere Emotionen, Psyche, Gehirnaktivität und sogar den Körper haben kann.

Die emotionale Wirkung von Musik

Musik hat die einzigartige Fähigkeit, Emotionen in uns auszulösen, und dies ist oft einer der Hauptgründe, warum Menschen Musik hören. Je nach Stimmungslage wählen Menschen entweder Musik, die ihre aktuellen Gefühle widerspiegelt (Isoprinzip*) oder sie hören Musik, um bestimmte Emotionen zu erleben, die sie gerade nicht empfinden, aber gerne empfinden möchten (Kompensationsprinzip**).

Empathische Menschen neigen dazu, traurige Musik zu hören, da sie sich besonders gut in die Gefühle anderer hineinversetzen können. Musik bietet auch einen geschützten Raum für Katharsis, wo negative Emotionen erlebt werden können, ohne dass die Situation real bedrohlich ist.

Die kognitive Wirkung von Musik

Musik beeinflusst nicht nur unsere Gefühlswelt, sondern auch unsere kognitiven Prozesse. Besonders beeindruckend ist der Einfluss von Musik auf das Gedächtnis. Das Gehirn aktiviert beim Musikhören das limbische System, wodurch die mit Emotionen verbundene Amygdala und der für Gedächtnisprozesse zuständige Hippocampus aktiv werden. Der sogenannte „Casablanca-Effekt“ zeigt, dass Musik in Bruchteilen von Sekunden Erinnerungen an vergangene Zeiten hervorrufen kann.

Musik aktiviert verschiedene Gehirnregionen, darunter das Bewegungszentrum, das Sehzentrum und den präfrontalen Cortex. Musik kann auch die Zeitwahrnehmung beeinflussen, sodass die Zeit beim Hören von emotional ansprechender Musik scheinbar schneller vergeht.

Die physische Wirkung von Musik

Musik hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Psyche und kognitive Funktionen, sondern auch auf unseren Körper. Anregende Musik kann die Herz- und Atemfrequenz erhöhen, während beruhigende Musik dazu neigt, sie zu senken. Der Blutdruck kann ebenfalls positiv beeinflusst werden. Beim gemeinsamen Musikhören oder Tanzen werden Hormone wie Oxytocin ausgeschüttet, was die soziale Bindung stärkt.

In der medizinischen Praxis wird Musiktherapie zur Unterstützung verschiedener Zustände eingesetzt, von Depressionen bis hin zu neurologischen Erkrankungen wie Parkinson. Musik kann auch in der Schmerztherapie eingesetzt werden, um chronische Schmerzen zu lindern, und sie spielt eine Rolle bei der Aktivierung von Erinnerungen bei Menschen mit Demenz.

Die Vielfältigkeit der Wirkung von Musik

Die Forschung zeigt, dass es keine pauschalen Antworten darauf gibt, welche Musik welche Wirkung hat. Die Wirkung von Musik ist hochgradig individuell und hängt vom klanglichen Material, der Person, die die Musik hört, und dem Kontext ab. Die Vielfältigkeit der Wirkung von Musik macht sie zu einem kraftvollen Werkzeug, das in der Lage ist, zu helfen, zu schaden oder zu verbinden.

Insgesamt ist die Macht der Musik in ihrer Fähigkeit zu sehen, uns auf emotionaler, kognitiver und physischer Ebene zu beeinflussen. Melodien, Songs und Klänge sind mehr als nur Unterhaltung; sie sind ein integraler Bestandteil unseres Lebens, der uns formt und begleitet.

*Isoprinzip: Dieses Prinzip bezieht sich darauf, dass Menschen Musik auswählen, die zur aktuellen Stimmungslage passt. Wenn jemand bereits fröhlich und positiv gestimmt ist, neigt er dazu, Musik auszuwählen, die diese positive Stimmung verstärkt. Ähnlich gilt dies für andere Emotionen wie Traurigkeit oder Entspannung. Das Isoprinzip bedeutet also, dass die gewählte Musik im Einklang mit der gegenwärtigen emotionalen Verfassung steht.

**Kompensationsprinzip: Im Gegensatz dazu bezieht sich das Kompensationsprinzip darauf, dass Menschen Musik hören, um bestimmte Emotionen zu erleben, die sie gerade nicht empfinden, aber gerne empfinden möchten. Beispielsweise könnte jemand, der sich in einem eher traurigen Zustand befindet, bewusst fröhliche und aufmunternde Musik wählen, um seine Stimmung zu heben. Dieses Prinzip basiert auf dem Gedanken, dass Musik eine Art Ausgleich für gegenwärtige Emotionen bieten kann.

Literatur:

BR. Durch Töne vernetzen sich die Hirnregionen. https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/campus/lernen-mit-musik-100.html [29.01.2024]

Britannica. Music. https://www.britannica.com/art/music [29.01.2024]

DasGehirn.info. Das musikalische Gehirn. https://www.dasgehirn.info/denken/musik/das-musikalische-gehirn [29.01.2024]

Jusllin, P. N., (2019). Musical Emotions Explained – Unlocking the secrets of musical affect. Oxford University Press.

Schwabe, C., (1978). Methodik der Musiktherapie und deren theoretische Grundlagen. Leipzig: Barth Verlag

Vorderer, P. & Schramm, H. (2004). Musik nach Maß. Situative und personenspezifische Unterschiede bei der Selektion von Musik. In K-E Behne, G Kleinen & H de la Motte-Haber, H. (Hrsg.), Musikpsychologie. Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie. Band 17: Musikalische Begabung und Expertise. Göttingen, Deutschland: Hogrefe.

Kölsch, S., (2020). Good Vibrations – Die heilende Kraft der Musik.

Stress in der Filmbranche

Man muss sich mit dem Phänomen Stress, der durch äußere und innere Bedingungen gerade bei einem Pitch ausgelöst wird, stellen.

Stress und dessen Bewältigung
Das Missverhältnis zwischen der individuell wahrgenommenen Anforderung und den eigenen Bewältigungsmöglichkeiten, daraus entsteht ein Bedrohungsszenario. Bei einer Vorbereitung auf einen Pitch kommt es hier zu vielen Dingen, die alle gleichzeitig gelöst werden wollen und Struktur wird dabei schnell vergessen. Weniger ist hier mehr, schnelleres Sprechen oder komplexe Formulieren sollten vermieden werden, da es die Rezeptionsfähigkeiten des Zusehers überschreitet. Pausen zu machten ist hier sehr bewährt für beide Seiten, den Sprecher und die Zuhörenden. Zu wissen wie Stress entsteht, kann trotz aller Vorbereitung sehr hilfreich sein, wenn es zu Stresssituationen kommt. Ist man sich dessen bewusst, so kann die Situation genau umgedreht werden und der Stress wird zum Flow. In der Psychologie wird hier von Kohärenz oder Konkordanz gesprochen.

Die Filmbranche ist ein hartes Pflaster. Konkurrenzkampf und Leistungsdruck, Zeitmangel und finanzielle Unsicherheit – all das kann zur mentalen Belastung werden.

Clementine Engler, MdL Magazin Oktober/November 2023

Psyche bei Filmschaffenden mit Filmschaffender Leni Lauritsch (Filmakademie Wien)
Die ehemalige Studentin der Filmakademie Wien, Lauritsch, erfuhr nach ihrem Studium am eigenen Leib, wie herausfordernd die Filmbranche außerhalb des geschützten Studienumfelds sein kann. Sie betont, dass ohne stabiles Umfeld und Lebenssituation der psychische Druck enorm sein kann. In der Rehabilitation stieß sie auf Psychoedukation, ein therapeutisches Konzept, das Patienten durch Fachwissen über ihre Erkrankung, Therapiemöglichkeiten und Selbsthilfestrategien zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit ihrer Situation führt. Lauritsch war überrascht über das umfangreiche Wissen der modernen Psychologie und ist überzeugt, dass es ihr geholfen hätte, ein Burnout zu vermeiden.

Um dieses Wissen zugänglich zu machen und junge Studenten zu unterstützen, leitet die Filmschaffende eine Lehrveranstaltung zur mentalen Gesundheit an der Filmakademie Wien. Ihr Ziel ist es, den Studierenden den aktuellen wissenschaftlichen Stand über die Psyche zu vermitteln, da Wissen hier eine große Macht sei. Sie betont, dass junge Künstler besonders gefährdet sind, da sie sich persönlich exponieren und unter einem hohen Leistungsdruck sowie prekären finanziellen Bedingungen leiden. Sie sind einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen wie Burnout, Depressionen und Angststörungen ausgesetzt.

Studien „MACHT – ARBEIT – KRANK“
Laut Studie aus dem Jahr 2020, leidet die österreichische Filmbranche unter den zunehmenden psychischen Belastungen. In einer Online-Befragung von Dezember 2019 bis Februar 2020 äußerten sich 456 Filmschaffende. Alarmierend ist, dass 40 Prozent psychische Gewalt erlebten, begünstigt durch die Kleinvernetzung und starken Hierarchien der Branche. Betroffene scheuen oft davor zurück, sich gegen die prekären Bedingungen zu wehren, aus Angst, ausgetauscht zu werden. Für viele ist die Arbeit in der Branche mehr als nur Existenzsicherung, was dazu führt, dass schwierige Arbeitsverhältnisse hingenommen werden.

Quelle: https://www.filmakademie.wien/de/reden-wir-ueber-unsere-psyche/#:~:text=In%20einer%20Online%2DBefragung%2C%20die,der%20Befragten%20bereits%20psychische%20Gewalt.


Was hilft wirklich dagegen?
Aufmerksamkeit dem Thema widmen, nicht nur im deutschsprachigen Raum ist Psyche in der Film und generell Medienbranche ein Problem. Darüber informieren und dagegen arbeiten sind Schritte in die richtige Richtung. Mittlerweile gibt es verschiednen Artikel, Podcasts und Videos, die über diese Themen sprechen.

AI im Medien Alltag

Was sagt ChatGPT über die Verwendung von KI im Bereich Mediengestaltung?

Die Verwendung von KI im Bereich der Mediengestaltung bietet eine Fülle von Möglichkeiten und Herausforderungen. Hier sind einige Überlegungen:

  1. Effizienzsteigerung: KI kann wiederholte Aufgaben automatisieren und den Workflow beschleunigen. Dies könnte bedeuten, dass Grafikdesigner und Mediengestalter mehr Zeit für kreative Arbeit haben, da sie sich weniger mit Routineaufgaben befassen müssen.
  2. Personalisierung: KI-basierte Systeme können dabei helfen, Inhalte basierend auf den Vorlieben und dem Verhalten der Benutzer zu personalisieren. Dadurch können Medieninhalte relevanter und ansprechender für das Publikum gestaltet werden.
  3. Generative Kunst: KI kann auch dazu verwendet werden, neue Formen der Kunst und des Designs zu schaffen. Generative Modelle können Bilder, Musik und sogar Texte erzeugen, die von menschlichen Künstlern inspiriert sind oder völlig neue Stile und Ideen präsentieren.
  4. Ethik und Bias: Die Verwendung von KI in der Mediengestaltung wirft jedoch auch Fragen der Ethik und des Bias auf. KI-Systeme lernen aus Daten, und wenn diese Daten voreingenommen oder unvollständig sind, können sie diese Vorurteile verstärken oder reproduzieren.
  5. Kreative Autonomie: Ein weiteres Anliegen ist, dass die Verwendung von KI in der Mediengestaltung die Rolle des menschlichen Künstlers oder Designers beeinträchtigen könnte. Es ist wichtig, dass KI als Werkzeug betrachtet wird, das die menschliche Kreativität ergänzt, anstatt sie zu ersetzen.

Insgesamt bietet die Verwendung von KI im Bereich der Mediengestaltung eine Vielzahl von Chancen, aber es ist wichtig, dass diese Technologie verantwortungsbewusst eingesetzt wird und dass die kreative Integrität gewahrt bleibt.

ChatGPT 3.5

Im Kunstbereich
Die aufstrebende Präsenz Künstlicher Intelligenz vor allem in der Kunstwelt hat die Art und Weise, wie Kunst konsumiert und produziert wird, grundlegend verändert. KI-Tools haben eine neue Dimension der Kreativität eröffnet und traditionelle Vorstellungen von Künstlerschaft infrage gestellt.

Die Entwicklung von KI-Tools, die Text in Bilder umwandeln können, hat die Erstellung digitaler Kunst erleichtert und für jedermann zugänglich gemacht, unabhängig von künstlerischem Talent. Diese Demokratisierung hat die Einstiegshürden gesenkt und die kreative Entfaltung erleichtert.

Jedoch hat die Verwendung kommerzieller KI-Tools auch eine Diskussion über den Ursprung von Kunstwerken ausgelöst. Die herausragenden Ergebnisse solcher Tools führen oft zu Unsicherheiten über die wahre Urheberschaft der Werke. Es ist wichtig zu betonen, dass KI-Kunst ebenso Zeit, Anstrengung und Hingabe erfordert, um die Eingabeaufforderungen zu verfeinern.

Eine Herausforderung liegt darin, den Wert von KI-Kunst zu bestimmen. Galerien und Sammler spielen dabei eine zentrale Rolle, und ihre Anpassung an die veränderte Landschaft wird entscheidend sein, um den Wert von Kunstwerken zu beeinflussen.

Der Einfluss von KI auf Kunststile und -trends ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Die vermehrte Nutzung von KI zur Erstellung von Kunstwerken könnte neue Stile und Trends prägen und die Zukunft der Kunstwelt maßgeblich beeinflussen.

KI in der Filmproduktion
Es ist entscheidend zu erkennen, dass KI lediglich ein Werkzeug ist und die Qualität der Ergebnisse von den Eingabeaufforderungen abhängt. Die Auffassung, dass KI eine Bedrohung für die Kunstindustrie darstellt, ist unzutreffend. Der Schlüssel zur Erzeugung herausragender KI-generierter Kunst liegt nicht in der Geschwindigkeit, sondern in der Sorgfalt bei der Ausgestaltung der Eingabeaufforderungen.

Wichtig zu beachten bei KI-generierten Experimentalfilmen ist der Fantasie freien Lauf zu lassen und mit neuen Ideen zu experimentieren. Die Zusammenarbeit mit KI kann ein mächtiges Werkzeug sein, um die kreative Vision zum Leben zu erwecken. Ebenso kann es den bereits integrierten Workflow erleichtern und so unterstützend beitragen.

Quell-Beiträge von aycaturan:
https://medium.com/@aycaturan/the-impact-of-ai-on-the-art-world-the-rise-of-ai-art-and-its-challeges-1b47fdba7d7#
https://medium.com/@aycaturan/ai-generated-experimental-film-workflow-4a6e4930cbb2

Stop Motion

Stop-Motion beinhaltet die schrittweise Bewegung von physischen Objekten oder Figuren, die zwischen einzelnen Einzelbildern positioniert sind. Diese Bilder werden dann zu einem Film zusammengesetzt, wodurch der Eindruck von fließender Bewegung entsteht. Dazu wird eine Kamera, Licht und üblicherweise die Software Dragonframe benötigt. Zusammengesetzt werden die Einzelbilder in weiterer Folge in Programmen wie beispielsweise After Effects. Aufgenommen wird meist in 12,5 fps. In unserem Kurs Stop Motion durften wir unserer Kreativität freien Lauf lassen.

Woher kommt Stop Motion?
Auch bekannt als Stop-Frame oder Stop-Action Animation, hat Stop Motion seine Wurzeln in den frühesten Tagen des Kinos. Der Pionierfilm „The Humpty Dumpty Circus“ von Albert E. Smith und J. Stuart Blackton aus dem Jahr 1898 zählt zu den ersten Stop-Motion-Filmen. In diesem kurzen Film wurden Spielzeugtiere und -figuren durch Stop-Motion-Techniken animiert. In dieser Zeit gehört die Technik noch zur Spezialeffek-Erzeugung. Eine weitere Animation bei der Streichhölzer tanzen, von  Arthur Melbourne Cooper, gehört ebenso zu den Anfängen dieser Technik. Heute wird Stop-Motion in verschiedenen Formen und Stilen eingesetzt, von Puppenanimationen bis hin zu Claymation und sogar Kombinationen mit digitalen Techniken sind mittlerweile möglich und auch im Trend.
https://www.guinnessworldrecords.com/world-records/first-animated-film/

Die große Faszination des Animationsfilms liegt in den unendlichen Möglichkeiten, verschiedene Abläufe zu zeigen, die den Betrachter täuschen, indem das Gezeigte anders agiert als bei Film. Durch das Zusammenfügen von Einzelbildern können Gegenstände Leben eingehaucht werden und somit werden sie zum Hauptaugenmerk, die meist unsere Gefühle ansprechen.
https://doromotion.com/die-geschichte-des-animationsfilms/




Techniken

  • Pixilation: Hier werden Personen mithilfe von Einzelbildschaltung gefilmt. Ein Vorteil ist die geringe Vorbereitungszeit.
  • Legetrick: Hauptsächlich bekannt durch Erklär und Lernvideos, aber auch für Werbekampagnen, Spots und Titeldesign interessant. Flache Objekte ausgeschnitten aus Papier oder Pappe werden auf eine Fläche gelegt und bewegt, sie erzählen so eine Geschichte oder ein Produkt wird dadurch erklären.
  • Puppentrick (Sandmännchen) oder Knetanimation (Shaun das Schaf): Speziell angefertigte Puppen werden hierbei animiert.
  • Brickfilm: Form des Puppentricks, mit fertigen Spielfiguren, vor allem Legosteinen. Vorteil ist auch hier eine geringe Vorbereitungszeit.
  • Lichtanimation: Benötigt werden eine Lichtsituation und künstliche Lichtquellen. Kommen hierbei mehrere verschiedenste Lichtquellen zusammen, entstehen interessante Lichtspielerein.
  • Zeichentrick: Beispiel dafür ist das virtuelle Daumenkino. Eine der ältesten Formen der Technik, die am PC animiert werden.
  • String Stop Motion: Ein einziger Faden, der sich ins Bild bewegt und zu einer Form wird und sich weiter bewegt.

Warum ist Stop-Motion wieder im Trend?
Reale Filme und kurze Videos sind gerade sehr begehrt und zum Überfluss vorhanden. Mit Stop Motion bekommt der Zuseher etwas Surreales zu sehen, was die Wünsche und Sehnsüchte nach dem Ausbruch der Realität mehr befriedigt. Man kann damit kreative Konzepte umsetzten und so das Publikum ansprechen. Aus diesem Grund greifen auch bekannte Marken vermehrt zu dieser Technik zurück. Außerdem ist diese Methode eine relativ kostengünstige Variante im Vergleich zu einem Realfilm.

https://www.new-communication.de/neues/detail/stop-motion/

Character Animator: Tipps für eine reibungslose Erfahrung

Ich habe das erste Mal mit Character Animator von Adobe gearbeitet, und ich finde das Tool echt super. „Animation in real time“ – ziemlich einzigartig in der Creative Cloud! In diesem Beitrag wird das Tool vorgestellt.

Rigging: Einrichten der Charaktere
Einfach Riggen lernen. Vom Erstellen einer soliden Struktur bis zur effektiven Nutzung des Puppet-Panels kann man die Charaktere flüssig animieren.

Gesichtsanimation
Eine der Stärken von Character Animator liegt in der Fähigkeit, Gesichtsausdrücke in Echtzeit zu erfassen. Gesichtsanimationen funktionieren mit Face Tracking und Lip Sync über die eigene Kamera, und das macht es wirklich authentisch. Und macht auch Spaß!

Körperanimation
Man gibt den Charakteren ein Allround Auftreten vom Gehen, Gestikulieren und Verhaltensweisen bis hin zum Interagieren mit der Umgebung. So werden es dynamische Charaktere.

Das Handling ist auch relativ einfach, und es gibt zahlreiche Tutorials, weil der Anfang bei Programmen meistens schwierig ist.

Ich finde, dass der Character Animator animieren zugänglich macht, und man fühlt sich als hätte man ein kleines Studio mit Greenscreen zuhause. Oder als würde man auf einer verbesserten Wii spielen.


Illustrator zu After Effects

Ein funktionierender Workflow zwischen Illustrator und After Effects spart viel Zeit. Ich habe erst vor einigen Wochen das erste Mal mit Illustrator gearbeitet. Sobald man versteht wie Ankerpunkte funktionieren, und das alles aus Formen besteht, ist die Lernkurve steil.

Außerdem kann man, nachdem man eine Illustrator Datei in After Effects hinein geladen hat, in Illustrator noch Sachen anpassen, die automatisch in After Effects übernommen werden. Das funktioniert sogar besser als der Workflow zwischen Photoshop und Lightroom.

Learnings:

  • Vorher überlegen, was sich genau bewegen soll, und deswegen jede Gliedmaße einzeln zeichnen.
  • Keine Farbverläufe für Hintergründe verwenden, die lassen sich nachher nicht ordentlich bewegen.
  • Auf dem IPad kann man gut zeichnen, aber die Struktur der Ebenen organisiert man viel schneller am Computer. Das dauert am IPad sehr lange.
  • Am Anfang ist es leichter, Charaktere von hinten zu zeichnen.

Nützliche Tutorials:

Workflow zwischen Ai und Ae
Vorbereitung von Ai Datei für Ae


After Effects Expressions – Wozu braucht man sie?

Als eine Person, die vom Coding überhaupt nichts bzw. kaum etwas versteht, ist die Hürde groß Expressions in After Effects für Animationen anzuwenden. In diesem Blogbeitrag möchte ich den Fragen nachgehen, weshalb Expressions genutzt werden sollten und welche Expressions in jedem Workflow-Toolbox inkludiert sein sollten.

Was sind Expressions?

Die Kraft in Expressions liegt darin, dass komplexe Animationen ohne Hunderte von Hand gesetzte Keyframes gebaut werden können. Das kann dadurch bewerkstelligt werden, dass die Expression, ein kurzer JavaScript-Code, Animationseigenschaften anspricht, welche zu einem bestimmten Zeitpunkt als Wert ausgewertet und dargestellt wird (vgl. Adobe 2023).

Im Gegensatz zu einem Skript, das Anweisungen an die Anwendung gibt, weist eine Expression einer Eigenschaft etwas zu. Zum Beispiel kann eine Expression auf eine Ballbewegung angewendet werden, um dem Ball ein Zittern zu verleihen, anstatt jede einzelne Position mit Keyframes über einen Zeitraum von 30 Sekunden zu animieren (vgl. Adobe 2023).

Vorteile von Expressions

  1. Zeit sparen und Animationen schneller erstellen
    • Sich wiederholende Aktionen, wie zum Beispiel Verwackeln, Flattern oder Hüpfen, können durch Expressions automatisiert werden. Das ist extrem zeit- und arbeitssparend.
  2. Verknüpfung von verschiedene Eigenschaften
    • Die Verknüpfung von Eigenschaften lässt zu, dass nur eine Eigenschaft animiert werden kann und die weiteren hängen sich dieser an. In After Effekt kann auch einfach das Pigwhip-Tool verwendet werden (vgl. Adobe 2023).

Expressions und ihre Werte in After Effects

In After Effects können alle animierbaren Eigenschaften einen Wert vor und nach der Anwendung einer Expression haben. Der Wert vor der Expression ist der ursprüngliche Wert der Eigenschaft, entweder statisch oder durch Keyframes animiert. Dieser Wert kann von Expressions verändert oder verwendet werden, ähnlich wie ein Bild bevor es durch Effekte ändert wird. Durch die Veränderung kommt man zum Wert nach der Expression. In After Effects sind Werte vor der Expression blau, während die Werte nach der Expression rot sind (vgl. Adobe 2023)..

Bei Werten vor der Expression kann mit einen Attributwert Veränderungen vorgenommen werden. Beispielsweise fügt man der Expression value bei der Drehung mit ursprünglich 5 Grad ein +90 an, würde die Drehung des Objektes bei 95 Grad anfangen (Im Expression Feld würde das folgend aussehen: value+90). Andere Möglichkeiten sind key(index).value (= Wenn der Index-Wert 1 ist, wird der erste Keyframe abgerufen, wenn der Wert 2 beträgt, der zweite Keyframe, usw.) und key(numKeys).value (=immer gleich der Anzahl der Keyframes für die Eigenschaft, also der Wert des letzten Keyframes) (vgl. Adobe 2023).

Wenn das Attribut Drehung mit Keyframes von 0 bis 45 versehen wird, bewirkt die gleiche Expression value+90 eine Animation von 90 bis 135. Auf die Werte der Keyframes kann auch über key(index).value zugegriffen werden, wobei 1 für den Index verwendet wird, um den Wert des ersten Keyframes abzurufen, 2 für den zweiten usw. Das Attribut numKeys ist immer gleich der Anzahl der Keyframes für die Eigenschaft, also ist key(numKeys).value der Wert des letzten Keyframes. Es gibt auch einige Methoden wie beispielsweise wiggle(), welche implizit den Wert vor der Expression verwenden (vgl. Adobe 2023).

Grundlegende Expressionsbeispiele

Wiggle Expression

Wiggle Expression auf der Position der Kreise; https://www.schoolofmotion.com/blog/wiggle-expression%20

Die Wiggle Expression ist einer der am häufigsten benutzten After Effects-Expressions. Ihre Aufgabe ist es, die angesprochene Eigenschaft nach einem Zufallsprinzip auszuführen. Daher sieht die resultierende Animation verwackelt aus. Der Syntax sind wie folgt aus:

wiggle (2,30);

Die Zahlen innerhalb der Klammer bestimmen den Rahmen, in welchem der Wiggle geschieht. Dabei bezieht sich die erste Zahl auf den Wiggle pro Sekunde (Frequenz) und die zweite Zahl gibt die Amplitude/ Stärke der Verwacklung an. Beispielsweise wackelt eine Expression auf der Positionseigenschaft mit dem Syntax wiggle (2,30), zweimal pro Sekunde und kann bis zu 30 Pixel ausschlagen (vgl. Plummer 2024).

Frequenz Parameter; https://www.schoolofmotion.com/blog/wiggle-expression%20

Amplitude Parameter; https://www.schoolofmotion.com/blog/wiggle-expression%20

LoopIn and LoopOut Expression

Die loopIn und loopOut Expression wiederholt die Keyframe Animation über die gesamte Dauer der Ebene. Der Unterschied der beiden liegt darin, dass LoopIn die Animation vom Start der Keyframes bis zum Ende der Ebene wiederholt und loopOut die Animation vom Start der Ebene bis zu den Keyframes wiederholt. Für einen infinite loop ohne Anfang oder Ende sollte man folgende Expression verwenden:

loopIn() + loopOut() – value;

Außerdem gibt es noch 2 Arten von Loop-Expressions: LoopOutDuration und LoopInDuration. Diese beiden unterscheiden sich geringfügig, da sie es ermöglichen, After Effects mitzuteilen, den Loop auf Sekunden statt auf Keyframes zu basieren (vgl. Motion Array 2020).

Arten von Loops

  1. PingPong: Der Pingpong loop nimmt den ersten und letzten Keyframe und bewegt sich zwischen diesen zwei hin und zurück.
  2. Cycle: Der Cycle Loop wiederholt die Keyframes in ihrer Reihenfolge. Deshalb sollte man darauf achten, dass der Start- und End-Keyframe denselben Wert hat, um einen flüssigen Lauf zu bewerkstelligen.
  3. Offset: Der Offset Loop ist etwas schwierig zu verstehen, aber unglaublich kraftvoll in der Anwendung. Im Wesentlichen wiederholt der Offset Loop die Keyframe-Animation, versetzt sie jedoch, so dass sie wieder ab dem letzten Keyframe beginnt.
  4. Continue: Der Continue Loop kann helfen, die Enden von animierten Szenen sauber zu verbinden, wenn man möchte, dass alles gleichzeitig vom Bildschirm verschwindet. Dieser Loop setzt die Geschwindigkeit/Wert des letzten Schlüsselbilds fort; die Animation läuft einfach unendlich weiter, oder bis man entscheidet, ihr ein Ende zu setzen (vgl. Motion Array 2020).
PingPong
Cycle
Offset
Continue

Zeit Expression

Die Expression time eignet sich für Objekte, die ständig in Bewegung sind. Wenn Sie beispielsweise möchten, dass sich ein Objekt für unbestimmte Zeit dreht, können Sie die Expression time zur Eigenschaft Drehung hinzufügen, und das Objekt wird um 1 Grad pro Sekunde gedreht. Es funktioniert auch mit grundlegenden mathematischen Gleichungen. Wenn Sie also möchten, dass sich das vorherige Objekt 40-mal schneller dreht, verwenden Sie die Expression time*40.

Adobe 2023

Bei der Zeit Expression wird mit time der Verlauf von einer Eigenschaft angesprochen, wie zum Beispiel die Position. So lautet der Syntax der Expression:

property + expression

Zum Beispiel: Wenn man die Transparenz einer Ebene über die Zeit hinweg verändern möchte, kann man die folgende Expression verwenden:

opacity + time * 10
Diese Expression verstärkt die Transparenz schrittweise über die Zeit hinweg.

Fazit

Dieser Blogbeitrag muss als Einstieg in die Materie der Expressions gesehen werden. Es gibt einige Arten und Weisen sowie Einschränkungen wie man mit Expressions arbeiten kann. Diese Auflistung oder Auseinandersetzung würde den Rahmen dieses Blogbeitrages, aber komplett sprengen. Trotzdem konnte ich ein erstes Gefühl/ Verständnis für Expressions in After Effects erlangen. Vor allem habe ich durch meine Recherche bemerkt, wie ich meinen Flow in After Effects effizient durch Expressions beschleunigen kann.

Quellenverzeichnis

Adobe(11.10.2023): Expressions Grundlagen. Online unter: https://helpx.adobe.com/at/after-effects/using/expression-basics.html [zuletzt zugegriffen: 25.01.2024].

Motion Array (29.12.2020): How to Master the Loop Expression in After Effects. Online unter: https://motionarray.com/learn/after-effects/loop-expression-in-after-effects/ [zuletzt zugegriffen: 25.01.2024].

Plummer, Ryan (2024): Getting Started with the Wiggle Expression in After Effects. In School of motion. Online unter: https://www.schoolofmotion.com/blog/wiggle-expression [zuletzt zugegriffen: 25.01.2024].

09 // Blake Snyder – „Save the Cat“

„Save the Cat“ von Blake Snyder ist ein wegweisendes Buch, das sich dem Handwerk des Drehbuchschreibens widmet. Erschienen im Jahr 2005, hat es schnell an Bekanntheit gewonnen und ist zu einem Standardwerk für angehende Drehbuchautoren:innen und Filmemacher:innen geworden. Der Titel des Buches bezieht sich auf eine kraftvolle Idee: Wenn Zuschauer:innen eine Katze gerettet sehen möchte, dann muss der/die Protagonist:in des Films sympathisch und zugänglich sein.

Hintergrund des Autors:

Blake Snyder war ein erfahrener Drehbuchautor und Drehbuchberater, der sein Wissen und seine Erfahrungen in diesem Buch gebündelt hat. Er entwickelte das „Save the Cat“-Prinzip, um Autor:innen eine klare Struktur und Richtlinien für das Schreiben von Drehbüchern zu geben.

Kernkonzept – Save the Cat:

Das zentrale Konzept des Buches ist der „Save the Cat“-Moment. Dieser Moment tritt früh im Film auf und zeigt den Protagonist:innen in einer Handlung, die sein Mitgefühl oder Sympathie für das Publikum gewinnt. Dieser einfache, aber effektive Grundsatz verdeutlicht die Bedeutung der Identifikation des Publikums mit dem Hauptcharakter von Anfang an.

Weitere Konzepte im Buch:

Die 15 Beats: Snyder präsentiert eine klare Struktur von 15 Beats, die ein Drehbuch durchlaufen sollte. Diese Struktur hilft Autor:innen, die Handlung ihres Films so zu gestalten, dass sie die Aufmerksamkeit des Publikums von Anfang bis Ende aufrechterhält.

Genres und ihre Erwartungen: Das Buch diskutiert verschiedene Genres und die Erwartungen des Publikums in Bezug auf Handlung und Charakterentwicklung. Es hilft dabei, die spezifischen Merkmale jedes Genres zu verstehen und erfolgreich in das Drehbuch zu integrieren.

Problemlösungstechniken: Snyder bietet praktische Tipps und Techniken zur Bewältigung von Herausforderungen im Drehbuchschreibprozess. Von der Überwindung von Schreibblockaden bis zur Entwicklung von überzeugenden Dialogen gibt er Ratschläge, die für angehende Autor:innen äußerst wertvoll sind.

Einfluss auf die Filmindustrie:

„Save the Cat“ hat nicht nur angehenden Drehbuchautor:innen geholfen, sondern auch in der Filmindustrie insgesamt einen erheblichen Einfluss ausgeübt. Viele erfolgreiche Filme werden als Beispiele für Snyders Prinzipien betrachtet, und sein Buch ist zu einem festen Bestandteil von Drehbuchschreibekursen und -workshops geworden.

Das Buch ist ein Handbuch für die Kunst des Geschichtenerzählens im Film. Mit klaren Richtlinien, praxisnahen Beispielen und einem leicht verständlichen Stil hat dieses Buch eine Generation von Drehbuchautoren inspiriert und ihnen geholfen, ihre Geschichten auf die Leinwand zu bringen.

Snyder, B. (2005). Save the Cat!: The Last Book on Screenwriting You’ll Ever Need. Michael Wiese Productions.

08 // Die Funktion von diegetischer Musik in der Filmerzählung

Diegetische Musik, ein entscheidendes Element in der Filmerzählung, umfasst Klänge und Musik, die innerhalb der Welt der Filmcharaktere existieren. Anders ausgedrückt, die Charaktere können die Musik im Film hören, und sie wird Teil der Handlung und der Filmerzählung. Im Gegensatz dazu steht nicht-diegetische Musik, die von außerhalb der Filmwelt stammt und von den Charakteren im Film nicht wahrgenommen wird, sondern ausschließlich für die Zuschauer bestimmt ist.

Die Verwendung von diegetischer Musik spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung verschiedener Aspekte der Filmerzählung. Sie kann als Werkzeug dienen, um die Stimmung zu setzen, Charaktere zu entwickeln und die Handlung voranzutreiben. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie die Funktion von diegetischer Musik in der Filmerzählung genau aussieht und welchen Einfluss sie auf das Gesamterlebnis hat.

Um diese Frage zu beantworten, könnte eine umfassende Analyse von Filmen durchgeführt werden, die unterschiedliche Ansätze zur Nutzung diegetischer Musik verfolgen. Ein Schwerpunkt könnte auf der Identifizierung von Mustern liegen, die zeigen, wie die Musik in die Handlung integriert wird und welchen Beitrag sie zur emotionalen Tiefe der Charaktere leistet. Gleichzeitig wäre es interessant zu untersuchen, wie die Verwendung von diegetischer Musik die Struktur der Handlung beeinflusst und möglicherweise sogar narrative Wendepunkte hervorhebt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt wäre die Untersuchung der Reaktionen des Publikums auf die diegetische Musik. Wie beeinflusst die Musik, die von den Charakteren im Film gehört wird, die Zuschauer:innenerfahrung? Inwiefern trägt sie zur Immersion bei und wie kann sie die Wahrnehmung der Zuschauer:innen beeinflussen?

Insgesamt bietet die Analyse der Funktion von diegetischer Musik in der Filmerzählung die Möglichkeit, tiefe Einblicke in die kreative Welt des Filmschnitts und der Soundgestaltung zu gewinnen. Die Ergebnisse könnten nicht nur zur theoretischen Weiterentwicklung des Bereichs beitragen, sondern auch praktische Anwendungen für Filmemacher:innen und Sounddesigner:innen aufzeigen.

Beispiele für diegetische Musik in Filmen:

„Pulp Fiction“ (1994) – Mia’s Tanzszene:

In Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ tanzt Mia Wallace (Uma Thurman) zu Chuck Berrys „You Never Can Tell“. Die Musik ist diegetisch, da sie aus einem Plattenspieler im Hintergrund der Szene stammt. Die Musik wird Teil der Handlung, da sie die Atmosphäre der Szene prägt und die Beziehung zwischen den Charakteren beeinflusst.

„Guardians of the Galaxy“ (2014) – Star-Lords Musikplayer:

In diesem Marvel-Film trägt der Protagonist Star-Lord (Chris Pratt) einen Musikplayer bei sich. Die von ihm gehörte Musik wird im Film durchgehend diegetisch verwendet. Die Songs, die er hört, sind Teil seiner Persönlichkeit und werden als Handlungselemente genutzt.