Das PILOT-System

In diesem Blog beschäftige ich mich mit dem PILOT-System. Diese Methode ist mir im Buch „Mit offenen Augen“ untergekommen.

Das PILOT-System wurde von Siegfried Hansen entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Akronym, welches sich aus den Worten Places, Inspiration, Layers, Objects und Themes zusammensetzt. Die Reihenfolge ist bei der Anwendung des Systems nicht ausschlaggebend. Die Methode soll helfen, die eigene Wahrnehmung zu ändern und komplexe Motive zu finden. (vgl. Hansen/Parolin 2022, S.61f)

Places

Bei diesem Punkt dreht sich alles um die Auseinandersetzung mit der Umgebung. Orte werden nach vorhandenen und imaginären Flächen und Linien abgesucht und analysiert. Das Flanieren durch die Stadt ist eine gute Möglichkeit, um Neues zu entdecken. Laut Hansen und Parolin ist es für grafische Fotografien hilfreich, mit einer Idee im Hinterkopf loszuziehen. So fällt es einem leichter, besondere Plätze zu erkennen. Bei der Streetfotografie geht es um die Balance zwischen Improvisation und Geduld. Es kann nötig sein einen Platz immer wieder aufzusuchen, bis alle Voraussetzungen (Lichtverhältnisse, Anzahl der Menschen …). (vgl. Hansen/Parolin 2022, S.62-65)

Inspiration

Der Autor und die Autorin betonen, wie wichtig Anregungen von außen sind um neue Verknüpfungen machen zu können. Sie wollen den Leser*innen die Sorge nehmen, dass man sich zu sehr durch das Ansehen von Bildern beeinflussen lässt. Für die Anfangszeit ist es unumgänglich, sich Inspirationen zu holen. Namen wie André Kertész, Henri Cartier-Bresson, Ray K. Metzker, Ernst Haas und Saul Leitner werden genannt. (vgl. Hansen/Parolin 2022, S.66f)

Mit ist aufgefallen, dass es sich hierbei nur um männliche Vertreter der Streetfotografie handelt. In meiner weiteren Recherche möchte ich Ausschau nach Fotografinnen halten und meine Wahrnehmung auch dahingehend schulen.

Laut Hansen und Parolin ist es schlussendlich nicht wichtig, für welchen Stil man sich entscheidet. In erster Linie soll die Umsetzung der Bilder Spaß machen und folglich zu mehr Ausdauer führen. (vgl. Hansen/Parolin 2022, S.67)

Layers

Beim Arbeiten mit Ebenen dreht sich alles um den Vorder- und Hintergrund. Bilder werden interessanter, wenn mit mehreren Layern gearbeitet wird und der Raum so als Ganzes gesehen wird. Zu Beginn fokussiert man sich nur auf den Trigger und sucht anschließend das Umfeld nach Verbindungen zum Hauptmotiv ab. (Hansen/Parolin 2022, S.68f)

Objects

Laut Hansen und Parolin sind Objekte und Themen die wichtigsten Punkte des PILOT-Systems. Immer wieder wird nach dem Objekt Ausschau gehalten. Dadurch entwickelt sich eine selektive Wahrnehmung und verschiedene Variationen des Objekts werden erkannt. Im nächsten Schritt wird der Trigger bzw. das Objekt mit seiner Umgebung verknüpft und die Ebenen gewinnen an Bedeutung. Der Auslöser wird gedrückt, wenn der Vorder- und der Hintergrund zum Objekt passen. (vgl. Hansen/Parolin 2022, S.72)

Themes

Bei den Objekten handelt es sich um greifbare Dinge. Themen sind abstrakt. Als Beispiel wird Gestik genannt. Sobald das Thema festgelegt wurde, können die Fotos umgesetzt werden. Der Autor und die Autorin betonen, dass sich mit der Zeit ein Automatismus einstellt. Zu Beginn muss nach dem Trigger konzentriert gesucht werden. Irgendwann finden sich die Trigger fast von alleine und werden automatisch mit ihrer Umgebung in Zusammenhang gebracht. Die Bilder funktionieren dann als Serie, weil sie einem Thema folgen. (vgl. Hansen/Parolin 2022, S.87f)

Literaturangabe: Hansen, Siegfried/Parolin, Pia: Mit offenen Augen. Eine Wahrnehmungsschule für die Streefotografie. Heidelberg: dpunkt.verlag GMbH 2022

#06 Stilisierung in der Videografie

Die Videografie vereint verschiedene Kunstformen zu einem fesselnden visuellen Erlebnis. Ein gut stilisiertes Video erfordert eine sorgfältige Kombination von Storytelling, Kamera Movements und Color Grading. In diesem Beitrag tauchen wir tief in diese Elemente ein, beginnen mit dem Storytelling und zeigen, wie Kamera Movements und Color Grading die Erzählung unterstützen und verstärken.

Storytelling: Die Grundlage jeder guten Geschichte

Gutes Storytelling ist das Herzstück eines jeden erfolgreichen Videos. Es geht darum, den Zuschauer auf eine emotionale Reise mitzunehmen und ihn durch eine gut strukturierte Geschichte zu fesseln. Eine starke Erzählung hat einige grundlegende Elemente: eine klare Struktur mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende, interessante Charaktere mit Tiefe und glaubwürdigen Motiven sowie die Darstellung von Emotionen und inneren Konflikten, die die Geschichte authentisch und berührend machen.

Eine gut erzählte Geschichte beginnt oft mit einer Exposition, die den Zuschauer in die Welt der Charaktere einführt. Die Handlung entwickelt sich weiter, indem Konflikte und Herausforderungen aufgeworfen werden, die die Charaktere überwinden müssen. Diese Entwicklungen führen zu einem Höhepunkt, in dem die Hauptkonflikte ihren dramatischen Höhepunkt erreichen. Schließlich folgt die Auflösung, in der die offenen Fragen beantwortet und die Geschichte zu einem zufriedenstellenden Abschluss gebracht wird. Eine gut erzählte Geschichte bildet die Basis, auf der die anderen stilistischen Elemente aufbauen.

Kamera Movements: Bewegung und Dynamik zur Unterstützung der Erzählung

Kamera Movements spielen eine wesentliche Rolle dabei, wie eine Geschichte visuell vermittelt wird. Sie können die Stimmung und das Tempo der Erzählung beeinflussen und dem Zuschauer helfen, sich in die Handlung einzufühlen. Die Wahl der Kamerabewegung kann die Art und Weise, wie eine Geschichte wahrgenommen wird, stark beeinflussen und die emotionale Wirkung verstärken. Die unterschiedlichen Kamera Movements und ihre Wirkung oder Anwendung wie folgt:

  • Statische Aufnahmen: Sie wirken ruhig und stabil und eignen sich für Szenen, die Klarheit und Fokus erfordern. Sie vermitteln eine gewisse Objektivität und Ruhe.
  • Schwenks und Neigungen: Diese Bewegungen können verwendet werden, um dem Zuschauer Informationen zu geben und ihn auf bestimmte Details oder Personen zu lenken. Sie fügen Dynamik hinzu und lassen die Kamera dem Geschehen folgen.
  • Tracking Shots: Diese Aufnahmen folgen einem Objekt oder einer Person und schaffen ein Gefühl von Nähe und Intimität. Sie eignen sich besonders für Szenen, in denen die Bewegung der Charaktere im Vordergrund steht.
  • Handheld-Kamera: Handheld-Aufnahmen wirken oft unruhig und spontan, was eine höhere Intensität und Authentizität vermittelt. Sie werden häufig in Action-Szenen oder bei dramatischen Momenten eingesetzt, um ein Gefühl der Unmittelbarkeit und des Chaos zu erzeugen.

Color Grading: Die Magie der Farben

Color Grading ist ein mächtiges Werkzeug, um die Stimmung und den visuellen Stil eines Videos zu definieren. Es geht über die bloße Farbkorrektur hinaus und umfasst die kreative Anpassung der Farben, um eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen.

Durch die gezielte Wahl von Farbtönen können verschiedene Emotionen und Stimmungen erzeugt werden. Warme Farben wie Rot, Orange und Gelb erzeugen ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit, während kalte Farben wie Blau und Grün Kühle und Distanz vermitteln. Ein konsistentes Color Grading hilft, einen einheitlichen Look zu schaffen und visuelle Kohärenz zu gewährleisten. Dies ist besonders wichtig bei längeren Projekten oder Serien.

Farben können auch symbolische Bedeutungen haben und subtile Botschaften übermitteln. Beispielsweise kann die Verwendung von Rot Gefahr oder Leidenschaft symbolisieren, während Blau für Ruhe oder Traurigkeit stehen kann. Durch die Anpassung von Kontrast, Sättigung und anderen Farbparametern kann der Videograf die visuelle Sprache des Films prägen.

Techniken und Looks im Color Grading

Primäre Farbkorrektur umfasst die grundlegende Anpassung von Belichtung, Kontrast und Weißabgleich, um sicherzustellen, dass das Bild korrekt belichtet und farblich ausgewogen ist. Sekundäre Farbkorrektur geht einen Schritt weiter und ermöglicht die Anpassung spezifischer Farben oder Bereiche des Bildes, um beispielsweise Hauttöne zu korrigieren oder bestimmte Farben hervorzuheben. Look-Up Tables (LUTs) sind vordefinierte Farbprofile, die schnell auf Videomaterial angewendet werden können, um einen bestimmten Look zu erzeugen und einen konsistenten Stil zu gewährleisten.

Viele Videografen streben nach einem „filmischen“ Look, der an klassische Kinofilme erinnert. Dies kann durch die Anpassung von Kontrast, Sättigung und Filmkorn erreicht werden. Ein filmischer Look verleiht dem Video eine gewisse Tiefe und Textur, die an das Aussehen von Zelluloidfilm erinnert und dem Zuschauer ein nostalgisches und qualitativ hochwertiges Gefühl vermittelt.

Jedoch gibt es zahlreiche Arten und Stile Videos zu bearbeiten und dies ist immer abhängig von ihrem Kontext und der Story, die damit erzählt werden sollte.

Bei meinem „Freiluft“ Day to Night Projekt möchte ich das Storytelling mithilfe von Color Grading und Kamera Movement verstärken. Das Video sollte wie ein Liebesbrief an mein jüngeres ich sein. Um diesen Gedanken zu verstärken, habe ich die meisten Szenen in einer zusehenden Perspektive gedreht und ein Stativ aufgestellt, damit das Footage sehr ruhig wirkt und diese Ruhe auch durch die „nicht“-Bewegung der Kamera vermittelt wird.

Neben dem Footage, das mit dem Stativ gefilmt wurde, habe ich Footage geplant, wo die Kamera Handheld filmt. Diese Bilder sollen Nähe und Authentizität vermitteln. Gleichzeitig sollen sie so aussehen, als würde eine andere Person die Person im Bild ansehen, deswegen auch die etwas unruhigere Aufnahme. Es verstärkt den Effekt von Nähe und vermittelt eine gewisse Emotion von der Person im Frame.

Bezüglich Color Grading bearbeite ich die Farben und das finale Video so, dass es aussieht, als wäre die Szene in der Nacht. Diese kreative Farbkorrektur sollte die Storyline unterstützen, indem sie eine gewisse Distanz zur Szene schafft. Wäre das Footage bei Tageslicht, könnte es so wirken, als wäre es eine Szene in der Gegenwart. Jedoch kann man durch die dunkle Stimmung sogar einen Traum in den Bildern interpretieren. Grundsätzlich ist solch eine Szene in der Nacht auch ungewöhnlich, denn wer spielt, tanzt, sitzt oder liegt in der Nacht in einem abgelegenen Feld am Waldrand ohne jegliches Licht oder Begleitung. Gleichzeitig verstärken genau diese Punkte das Gefühl von Freiheit und Sorglosigkeit, deshalb auch die Weite des Feldes und die offene, fast endlos wirkende Wiese.

Literatur

Snyder, Blake: Save the Cat!: The Last Book on Screenwriting You’ll Ever Need

McKee, Robert: Story: Substance, Structure, Style and the Principles of Screenwriting

Hurkman, Alexis Van: Color Correction Handbook: Professional Techniques for Video and Cinema

Hurkman, Alexis Van: Color Correction Look Book: Creative Grading Techniques for Film and Video

Wahrnehmung schulen – ROT

Ein drittes Mal bin ich losgezogen, diesmal auf der Suche nach der Farbe Rot. Diese Farbe begegnet einem überall in der Stadt, was wohl daran liegt, dass sie als Signalfarbe häufig für Schilder und Warnhinweise verwendet wird. Schon bald entdeckte ich rot gekleidete Menschen, rote Fahrzeuge und Häuser, die mir vorher nie direkt aufgefallen waren.

Ich hoffe meine Bilder inspirieren DICH loszuziehen und die Stadt mit anderen Augen kennenzulernen.

Wahrnehmung schulen – GRÜN

Vorgestern habe ich meine Kamera genommen und gezielt nach grünen Objekten Ausschau gehalten. Ich habe mich für die Farbe Grün entschieden, weil ich eine Herausforderung suchte und dachte, grüne Dinge seien schwer zu finden. Doch zu meiner Überraschung entdeckte ich direkt auf einem Balkon unseres Wohnhauses grüne Wäsche, die auf der Leine hing. Auch in der Stadt gab es viel Grünes zu entdecken. Überall sah ich plötzlich grüne Türen, Fahrräder und Kleiderstücke, die mir vorher nie aufgefallen waren. Es war erstaunlich, wie sehr sich meine Wahrnehmung veränderte. In diesem Blogbeitrag möchte ich meine grünen Entdeckungen mit euch teilen und euch zeigen, wie spannend es sein kann, die Stadt durch eine farbliche Linse zu betrachten.

#05 Kamera-Movement

Dolly, Gimbal, Stativ, Handheld etc.

Kamera-Bewegung ist ein grundlegendes Element des Filmens und der Videoproduktion, das die Art und Weise beeinflusst, wie Zuschauer eine Szene wahrnehmen und erleben. Durch die Bewegung der Kamera kann ein Filmemacher die Emotionen, das Tempo und die Perspektive einer Szene steuern. In diesem Blogbeitrag gehe ich auf die Grundlagen der Kamerabewegung ein und erläutere dann tiefer spezifische Techniken wie Dolly, Gimbal, Handheld und Stativ.

Grundlagen Kamerabewegung

Die Kamerabewegung kann in verschiedene Kategorien unterteilt werden, jede mit ihren eigenen charakteristischen Effekten und Anwendungen:

  1. Schwenken (Pan): Die Kamera bleibt an einem festen Punkt, während sie horizontal schwenkt, um einen weiten Bereich abzudecken.
  2. Neigen (Tilt): Ähnlich wie beim Schwenken, bleibt die Kamera an einem festen Punkt, neigt sich jedoch vertikal.
  3. Kranfahrt (Crane): Die Kamera bewegt sich auf einem Kranarm und ermöglicht vertikale und horizontale Bewegungen.
  4. Tracking: Die Kamera bewegt sich physisch auf Schienen oder einem anderen Mechanismus, um einer Aktion zu folgen.
  5. Zoom: Die Brennweite des Objektivs wird verändert, um näher an das Motiv heranzukommen oder sich davon zu entfernen.

Jede dieser Bewegungen kann auf verschiedene Weisen umgesetzt werden, um unterschiedliche filmische Effekte zu erzielen. Nun folglich einige spezifische Techniken und Werkzeuge, um Camera Movement umzusetzen.

Dolly

Ein Dolly ist ein fahrbares Gestell, auf dem eine Kamera montiert ist, um sanfte und gleichmäßige Bewegungen zu ermöglichen. Die Bewegung kann in jede Richtung erfolgen und wird oft auf Schienen geführt, um präzise und kontrollierte Fahrten zu gewährleisten.

Vorteile:

  • flüssige und gleichmäßige Kamerabewegungen
  • Ideal für lange, kontinuierliche Aufnahmen ohne Ruckeln
  • horizontale und vertikale Bewegungen

Anwendungen:

  • Tracking Shots: Verfolgt ein sich bewegendes Motiv.
  • Dolly Zoom (Vertigo-Effekt): Verändert die Perspektive, indem gleichzeitig die Kamera vorwärtsbewegt und gezoomt wird.

Gimbal

Ein Gimbal ist ein kardanisches Aufhängungssystem, das verwendet wird, um die Kamera zu stabilisieren und ruckelfreie Aufnahmen zu ermöglichen. Es nutzt Kreiselstabilisator, oder auch Gyroskop genannt, und Motoren, um die Kamera in drei Achsen zu stabilisieren, um so eine smoothe Kamerabewegung zu sichern.

Vorteile:

  • Sehr mobil und flexibel.
  • Bietet sanfte und stabilisierte Bewegungen, selbst wenn der Kameramann sich bewegt.
  • Ideal für dynamische und actionreiche Szenen.

Anwendungen:

  • Lauf- und Schussaufnahmen: Verfolgt Charaktere oder Objekte in Bewegung.
  • Action-Szenen: Stabilisiert die Kamera bei schnellen Bewegungen.

Handheld

Beim Handheld-Filmen hält der Kameramann die Kamera direkt in den Händen, ohne zusätzliche Stabilisierungsgeräte. Dies erzeugt oft eine rohe und spontane Ästhetik, die für bestimmte Filmstile und Genres sehr wirkungsvoll sein kann.

Vorteile:

  • Große Bewegungsfreiheit und Flexibilität.
  • Erzeugt eine authentische, „dokumentarische“ Wirkung.
  • Schnell und einfach einzurichten.

Anwendungen:

  • Verfolgungsszenen: Nahe an den Charakteren und der Action.
  • Intensive, emotionale Szenen: Verstärkt die Unmittelbarkeit und das Drama.

Stativ

Ein Stativ ist ein dreibeiniges Gestell, das eine Kamera fest in Position hält. Es bietet eine stabile Basis für die Kamera und ermöglicht präzise, ruhige Aufnahmen.

Vorteile:

  • Extrem stabil und vibrationsfrei.
  • Ideal für statische Aufnahmen und Langzeitbelichtungen.
  • Ermöglicht präzise Komposition und framing.

Anwendungen:

  • Landschaftsaufnahmen: Für gestochen scharfe, unbewegte Bilder.
  • Interviews und Dialogszenen: Ruhige, fokussierte Aufnahmen.

Fazit

Die Wahl der Kamerabewegung und der entsprechenden Werkzeuge hängt stark von der gewünschten Ästhetik und der erzählerischen Absicht ab. Dolly, Gimbal, Handheld und Stativ bieten jeweils einzigartige Möglichkeiten, die visuelle Geschichte zu formen. Ein tiefes Verständnis dieser Techniken ermöglicht es Filmemachern, ihre kreativen Visionen effektiv umzusetzen und das Publikum zu fesseln.

Ob für die dynamische Action-Szene, die emotionale Charakterstudie oder die epische Landschaftsaufnahme – die richtige Kamerabewegung kann den Unterschied zwischen einer guten und einer großartigen Aufnahme ausmachen.

Hilfreiche Literatur die ich bei meiner Recherche gefunden habe und auch für die Inhalte dieses Blogbeitrags benutzt habe:

#04 Storyboarding

Eines meiner Highlights dieses Semester war der Storyboarding Workshop mit Darren C. Fisher. Leider war dieser Kurs nur einen Vormittag lang, aber er hat uns wirklich viel bezüglich Storyboards und Scribblen gezeigt. Besonders spannend fand ich seine Lehrmethode, da er seine Folien in Photoshop einzeln für uns eingeblendet hat und dann Notizen während dem Vortragen dazugeschrieben oder gescribblet hat. Meine Aufmerksamkeit hat er damit definitv gehabt und mir ist auch sehr viel hängen geblieben da ich ein visueller Lernen bin. Darrens große Intention von diesem Workshop war es uns Studierenden die Angst vor dem Zeichnen zu nehmen und ich finde er hat das geschafft, jedoch muss ich dazusagen, dass ich schon immer gern zeichne und für Storyboards immer schon ein kleines Fabel hatte.

Darren hat uns dann Frames aus unterschiedlichsten Filmen mit mehreren Bildausschnitten gezeigt und uns aufgefordert diese im Stil eines Storyboards analog auf einem Blatt Papier festzuhalten, um so sozusagen unsere Mitschrift von dem Workshop zu kreieren, aber gleichzeitig zu üben. Er hat am Beamer vorgescribblet und wir haben zu Beginn seine Zeichnungen nachgezeichnet, was dabei rausgekommen ist sieht man gut in den nachfolgenden Bildern.

Danach hatten wir die Übung, dass Darren uns eine Filmszene gezeigt hat und bei jedem neuen Bildausschnitt gestoppt hat und wir die Szene im Stil eines Storyboards scribbeln sollten. So haben wir im Prinzip nachträglich ein Storyboard dafür erstellt und den Arbeitsablauf umgedreht. Fand ich ungewöhnlich, aber es hat sich herausgestellt, dass es eine mega Übung war und mir so viel weitergeholfen hat. Das hätte ich nie gemacht oder rein daran gedacht! Nach einen Tipp von Darren zeichne ich jetzt unterschiedliche Filmausschnitte, die mir gefallen in Filmen ab und sichere diese für mich, für den Fall der Fälle und einfach als Übung zu Zeichnen.

Unterlagen und Scribbles von dem Storyboarding Workshop:

Schlussendlich haben wir die Aufgabe gehabt, dass wir für unseren Studiodreh eine Szene auswählen und diese als Storyboard zeichnen. Dabei sollten wir uns spannende Bildausschnitte und Positionen von den Charakteren überlegen. Nach 50min Zeit zu scribblen haben wir alle Zeichnungen zusammengelegt und einige einzeln besprochen, hierbei hat jeder seine Intention und seine Storyline in Bildern erklärt und danach hat Darren und jeder von uns Feedback geben können.

In dieser Stunde habe ich mich so im Zeichnen verloren, ich habe es geliebt und dies hat mir auch gezeigt, dass ich es mehr machen möchte. Deswegen habe ich mich dann bei unserem Studiodreh (N)Immergrün direkt gemeldet, dass ich gerne das Storyboard dafür gestalten möchte, was ich dann auch habe. Das war mein erster großer Dreh wofür ich ein Storyboard angefertigt habe und wirklich lückenlos alle Bilder gezeichnet habe. Meiner Meinung nach ist es mir auch sehr gut gelungen und ich habe mich auch mit verschiedenen Kamerawinkeln etc. ausprobiert. Was mir definitiv aufgefallen ist, dass ein Storyboard oft noch eine Nachbesprechung mit den anderen benötigt, dass jeder die gleiche Vision hat. Denn beim Zeichnen habe ich mir bereits Gedanken darüber gemacht, dass es in einem Studio gedreht werden kann und man das Set nicht umbauen muss, nur das ist nicht direkt bei allen angekommen und dann wurde noch viel umgeplant. Eine gute Lösung für zukünftige Situation wären simple Zeichnungen mit Kreisen von der Vogelperspektive, wo Personen im Raum stehen und sie hingehen. Ich wollte dies bereits für diesen Dreh machen, nur aus Zeitmangel ist es sich nicht ausgegangen und dann haben diese Aspekte das Department für Shotliste geplant, was aber einwandfrei funktioniert hat. Hoffentlich haben sie mein Storyboard trotz des umändern gut gebrauchen können :D. Ich Nachhinein ist noch das finale Storyboard und eines von einem anderen Projekt.

Studiodreh „(N)Immergrün“ Storyboard:

GreenTech Valley „Plants as Blood Vessels“ Storyboard:

Zusätzlich ist dieses Storyboard innerhalb unserer Gruppe bei dem GreenTech Valley Projekt entstanden und schlussendlich hat es eine von uns noch nachgezeichnet, dass es einen einheitlichen Stil hat. Basierend auf diesem Storyboard haben wir dann unsre Bilder generiert, illustriert, bearbeitet und letztlich animiert.

13 // Blender Basics 02

Ein wesentlicher Teil des 3D-Designs liegt in der Fähigkeit, realistische Materialien und Texturen zu erstellen sowie die richtigen Kamera- und Render-Einstellungen zu wählen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Materialien und Texturen in Blender

In Blender lassen sich Materialien erstellen, indem die physikalischen Eigenschaften von Oberflächen definieren, einschließlich Farbe, Glanz, Rauheit und Transparenz. Der Node-Editor von Blender bietet eine intuitive Methode, um Materialien durch das Verbinden verschiedener Knoten zu erstellen.

Texturen sind entscheidend, um Objekten visuelles Interesse und Realismus zu verleihen. Blender unterstützt eine Vielzahl von Texturen. Der Texturen-Tab im Properties-Bereich von Blender ermöglicht einem, diese Texturen zu importieren und zu bearbeiten, um das gewünschte Aussehen zu erzielen. Durch das Kombinieren von verschiedenen Texturen und dem Anpassen ihrer Eigenschaften können komplexe Oberflächen entstehen, die organisch und ansprechend wirken.

Kamera und Render-Einstellungen

Die Kamera in Blender simuliert den Blickwinkel des Betrachters. Die Kamera lässt sich positionieren, indem sie ausgewählt wird und mit den Transformationswerkzeugen (G, R, S) bewegt wird. Die Eigenschaften der Kamera wie Brennweite, Blendenzahl und Fokusabstand können im Kamera-Panel im Properties-Bereich eingestellt werden. Diese Einstellungen beeinflussen vor allem die Perspektive und Schärfe des gerenderten Bildes.

Bevor ein Projekt gerendert wird, müssen die Render-Einstellungen angepasst werden. Dazu gehört die Auswahl des richtigen Render-Engines (wie Eevee oder Cycles), die Einstellung der Render-Qualität (Auflösung, Sampling) und die Festlegung von Beleuchtungsoptionen (wie Umgebungslicht oder physikalische Lichtquellen). Jede Render-Engine hat ihre eigenen Stärken und Schwächen, daher ist es wichtig, die beste Wahl für Ihr Projekt zu treffen. Eevee und Cycles sind zwei unterschiedliche Render-Engines innerhalb von Blender, die jeweils ihre eigenen Stärken und Anwendungsbereiche haben.

Eevee:

Eevee ist eine Echtzeit-Render-Engine, die schnellere Vorschau- und Renderzeiten ermöglicht. Sie eignet sich gut für interaktive Szenen, Animationen und Spieleentwicklung, bei denen schnelle Bildwiederholraten und Echtzeit-Feedback erforderlich sind. Obwohl Eevee auf Echtzeit-Rendering basiert, unterstützt es physikalisch-basierte Materialien und Beleuchtungseffekte. Diese ermöglichen es, realistische Oberflächen mit Schatten, Spiegelungen und atmosphärischen Effekten zu erzeugen, allerdings mit weniger Detailtiefe als Cycles. Eevee verwendet Screen Space Ambient Occlusion (SSAO) für Schatteneffekte und Screen Space Reflections (SSR) für Spiegelungen. Diese Techniken sind schnell, haben aber Einschränkungen in Bezug auf die Darstellung von Schatten und Reflektionen außerhalb des sichtbaren Bereichs. Aufgrund seiner Echtzeit-Natur und der weniger rechenintensiven Prozesse ist Eevee weniger ressourcenintensiv in Bezug auf GPU- und CPU-Anforderungen im Vergleich zu Cycles. Während Eevee realistische Ergebnisse liefern kann, ist die Qualität der Renderings nicht so hoch wie bei Cycles. Feine Details in der Lichtbrechung, komplexere Schatten und Reflektionen sowie globale Beleuchtung sind begrenzt.

Cycles:

Cycles ist eine Render-Engine, die auf Pfadverfolgung basiert und fotorealistische Ergebnisse liefert. Sie simuliert physikalisch korrekte Lichtwechselwirkungen, was zu detaillierten und hochwertigen Renderings führt. Cycles berechnet globale Beleuchtungseffekte genau. Dies führt zu realistischeren und genaueren Lichteffekten im Vergleich zu Eevee. Cycles unterstützt umfassendere Materialien und Texturen, einschließlich komplexer Shader und Echtzeit-Interaktionen mit dem Node-Editor. Dies ermöglicht eine präzisere Kontrolle über das Erscheinungsbild von Oberflächen. Aufgrund der Pfadverfolgung ist Cycles rechenaufwendiger und hat längere Renderzeiten im Vergleich zu Eevee. Dies kann bei komplexen Szenen oder Animationen, die eine hohe Detailgenauigkeit erfordern, eine Rolle spielen. Cycles wird häufig für Architekturvisualisierungen, Produktrenderings, Filmproduktionen und andere Bereiche verwendet, in denen fotorealistische Qualität und Detailgenauigkeit von entscheidender Bedeutung sind.

12 // Blender Basics 01

Ok, let’s go!

Blender ist standardmäßig auf English eingestellt. Man kann die Sprache zwar ändern, doch da die meisten Tutorials sowieso englisch sind, werde ich hier auch die jeweils englischen Bezeichnungen aufzählen. Außerdem ist es sinnvoll, sich Shortcuts anzueignen und zu verwenden.

Benutzeroberfläche

Die wichtigsten Bereiche sind:

  • 3D Viewport: Der Hauptarbeitsbereich – where all the magic happens.
  • Outliner: Eine Liste von allem, was in der aktuellen Szene ist.
  • Properties Editor: Hier passt man die Einstellungen des ausgewählten Objekts an.
  • Timeline: Wird für Animationen gebraucht, um zu steuern, was wann passiert.

Navigation und grundlegende Steuerung

Wie bewegt man sich im 3D-Raum:

  • Rotate View: Mittlere Maustaste (MMB) gedrückt halten und ziehen
  • Zoom: Mit dem Mausrad scrollen oder STRG + MMB
  • Pan: SHIFT + MMB gedrückt halten und ziehen

Folgende Werkzeuge sind grundlegend für das Erstellen, Bearbeiten und Manipulieren von 3D-Modellen:

  • Select (Auswahl): Mit der linken Maustaste (LMB) auf ein Objekt klicken
  • Move (Bewegen): G drücken und dann die Maus bewegen
  • Rotate (Rotieren): R drücken und dann die Maus bewegen
  • Scale (Skalieren): S drücken und dann die Maus bewegen

Object Mode vs. Edit Mode

Object Mode

Der Objektmodus ist der Standardmodus in Blender. Darin werden Objekte als ganze Einheiten behandelt – können bewegt, skaliert, gedreht, dupliziert etc. werden.

Die internen Geometrien (Punkte, Kanten, Flächen) eines Objekts kann man hier nicht bearbeiten – dafür braucht man den Bearbeitungsmodus.

Blender kommt mit grundlegenden Formen, wie zum Beispiel Würfel, Kugeln und Zylinder:

Add a shape: SHIFT + A drücken und die gewünschte Form aus dem Menü wählen

Edit Mode

Um den Bearbeitungsmodus zu aktivieren, drückt man die Tab-Taste.

Hier kann man zwischen drei grundlegenden Auswahlmodi wechseln:

  • Vertex Select (Punkt-Auswahl): 1 drücken oder auf das Punkt-Symbol klicken. Wird für präzises Detailarbeiten verwendet.
  • Edge Select (Kanten-Auswahl): 2 drücken oder auf das Kanten-Symbol klicken. Wird verwendet, um Linien und Konturen zu bearbeiten.
  • Face Select (Flächen-Auswahl): 3 drücken oder auf das Flächen-Symbol klicken. Wird für größere Formveränderungen verwendet.

Transformationen

Wie oben bereits beschrieben gibt es drei grundlegende Arten Objekte zu transformieren: Verschieben (Move), Drehen (Rotate), Skalieren (Scale)

Um die Bewegung auf eine bestimmte Achse zu beschränken, kann man zusätzlich zu den Shortcuts G/R/S die jeweiligen Achsen X/Y/Z drücken.

  • Move: G drücken, dann X, Y oder Z, um die Achse zu sperren.
  • Rotate: R drücken, dann X, Y oder Z.
  • Scale: S drücken, dann X, Y oder Z.

14 | Designing A Digital Fashion Garment – Understanding Pattern Pieces, Pattern Layouts and Pattern to Garment Relationships

In the previous blogpost, we discussed the preset avatar options and settings and the avatar editor in CLO3D and their implications for 3D body representation in digital fashion design. In this post, we will turn to the two-dimensional side of fashion design – the pattern. We will take a look at how the pattern is laid out in CLO3D, how the pattern representation relates to the garment pieces and how CLO helps to understand the relationship between 2D and 3D representation.  

In dressmaking education, learning how to construct patterns and how to translate design sketches into a pattern and how that pattern and its pieces relate to the finished garment are some of the most challenging skills to learn. It takes a while to understand the relationships and logic between the two-dimensional pattern and how the curves and darts translate to the fit of the garment on the body. 

Interestingly, the practice of drafting two-dimensional patterns comes from the tradition of male tailoring. In women’s dressmaking (also referred to historically as mantua making), tradeswomen would drape a mockup fabric or muslin directly on the clients body to form shapes of the garment rather than constructing a paper pattern first.1 The practice of draping is still in use today. Some fashion designers work exclusively with draping in the design stage, especially for custom pieces, whereas for mass production, the pattern would be translated into a two-dimensional paper pattern. 

After this short excursion into the history of pattern making practices, let’s take a look at the CLO3D interface and how it deals with the sewing pattern.

CLO by default has a workspace layout with two display windows next to each other – one for the avatar and the 3D representation of the garment, one for the 2D sewing pattern. 

In the 3D window, the pattern pieces can be arranged around the three-dimensional body of the avatar, making it easier to understand how the curves of the pattern correspond to the shapes of the body.  Arrangement points can be displayed on the 3D avatar, making the placement of individual pattern pieces easier. 

In the 2D window, the garment pieces are laid out flat and symmetrically arranged. When selected, pattern pieces in the 2D window are highlighted, as well as the corresponding garment piece in the 3D window. This is another immensely helpful feature that helps you understand how the two relate to each other. It is especially useful for more intricate and complicated pattern arrangements and elaborate pattern constructions that are not obviously easy to understand. 

Speaking from my own experience, the CLO arrangement makes it way easier to understand pattern drafting. However, it might be that because I already have the background knowledge of how pattern pieces work, I find it easier to understand the setup of the program than someone with no prior knowledge. But I think this way of learning pattern drafting, or at least using CLO or a similar digital fashion program along with traditional teaching methods to teach pattern drafting could be immensely helpful for people learning the skill.

1Abby Cox, „Alexander McQueen & The Patriarchy Problem in Modern Fashion“ October 20, 2023, online video, 9:58, https://youtube.com/watch?v=OVwhg8LZnlc. 

#03 Shotplanung & Dreh

In diesem Blogpost möchte ich mich mit den unterschiedliche Varianten der Drehplanung beschäftigen, da wir dieses Semester bei Projekten oft andere Ansätze hatten. Grob möchte ich diese in einen geplanten und einen freien Dreh sortieren.

Ein geplanter Dreh und ein freier Dreh unterscheiden sich in mehreren wichtigen Aspekten, insbesondere in Bezug auf die Vorbereitung, Flexibilität und Arbeitsweise am Set. Was die beiden Herangehensweisen unterscheidet und welche Vorteile und Nachteile diese haben, darauf wird in den folgendem Abschnitt eingegangen von mir.

Geplanter Dreh:

  1. Vorbereitung:
    • Storyboard: Ein detailliertes Storyboard ist vorhanden, das jeden Shot im Voraus visualisiert.
    • Shot-Liste: Es gibt eine Shot-Liste, die alle notwendigen Aufnahmen in der richtigen Reihenfolge auflistet.
    • Drehbuch: Das Drehbuch ist detailliert und enthält genaue Anweisungen für Kameraeinstellungen, Schauspieleraktionen und Dialoge.
    • Zeitplan: Ein detaillierter Zeitplan für den Dreh ist vorhanden, der genau festlegt, wann welche Szenen gedreht werden.
  2. Effizienz:
    • Zeitmanagement: Da jeder Shot geplant ist, kann die Zeit am Set effizient genutzt werden.
    • Budgetkontrolle: Ein geplanter Dreh hilft, das Budget einzuhalten, da weniger unvorhergesehene Kosten entstehen.
  3. Kreative Kontrolle:
    • Konsistenz: Der Regisseur und das Team haben eine klare Vision, die konsequent umgesetzt wird.
    • Spezifität: Jeder Shot ist so geplant, dass er eine bestimmte Wirkung erzielt und zur Geschichte beiträgt.

Freier Dreh:

  1. Vorbereitung:
    • Flexibilität: Es gibt keine detaillierten Pläne oder Storyboards. Die Entscheidungen werden spontan getroffen.
    • Offene Struktur: Das Drehbuch kann grob sein oder gar nicht existieren. Die Handlung entwickelt sich organisch.
  2. Kreativität und Spontaneität:
    • Improvisation: Schauspieler und Regisseur haben mehr Freiheit zur Improvisation und können kreativ auf die Situation reagieren.
    • Entdeckung: Es besteht die Möglichkeit, unerwartete, aber wertvolle Aufnahmen zu machen, die nicht geplant waren.
  3. Effizienz:
    • Zeitaufwand: Ein freier Dreh kann zeitaufwändiger sein, da viel experimentiert wird.
    • Unvorhersehbarkeit: Es besteht ein höheres Risiko für unvorhergesehene Probleme und Kosten.
  4. Kreative Freiheit:
    • Experimentation: Regisseur und Crew können verschiedene Ansätze ausprobieren und die Richtung des Films flexibel anpassen.
    • Organische Entwicklung: Die Geschichte kann sich während des Drehs weiterentwickeln und verändern.

Bisherige und neue Erfahrungen:

Geplante Drehs:

Dieses Semester waren die zwei großen Semesterprojekte geplante Drehs, der Studiodreh „(N)Immergrün“ und das Gruppenprojekt „Spieluhr“. Für diese beiden Drehs haben wir klar vorab die einzelnen Szenen besprochen, ein Drehbuch geschrieben, eine Shotlist verfasst und auch ein Storyboard gestaltet. Bei diesen Projekten haben wir bei dem Dreh selbst auch mit eine Klapper gearbeitet, was die Postproduktion für den Cutter vereinfacht hat, da man wusst, wann welcher Shot verwendet werden sollte. Hierfür haben wir bei einer ausgedruckten Shotliste die Nummer der gedrehten Videos ergänzt und diese dem Schnitt-Department weitergegeben, was sehr gut funktioniert hat, so viel ich in meiner Position mitbekommen habe. Natürlich gibt es dann in dieser Workflow noch Änderungen und man verwendet doch andere Clips als davor beim Dreh definiert, aber das ist definitiv kein negativer Aspekt.

Geplante Drehs funktionieren meiner Meinung nach in großen Gruppen viel besser, oder besser gesagt sind sie dort essenziell. Wenn bei solch einem Videodreh nicht alles klar strukturiert ist, kann es schnell durcheinander gehen und es fehlen kontextuelle, wichtige Bilder für das finale Video.

Freie Drehs:

Dieses Semester haben wir die Lehrveranstaltung Projection Mapping mit der Firma MO:YA zusammen. Innerhalb dieses Kursen hatten wir die Möglichkeit interaktive Projektionen oder Stage Visuals für die Main Stage in der Helmut-List-Halle für das Spring Festival zu gestalten. Für diese Aufgabenstellung bot sich eine Projektidee, die ich schon länger hatte, an umgesetzt zu werden. Real-Footage von Personen, dass durch eine kreative Farbkorrektur invertiert wird und der Stil rein blau-schwarz-weiß ist. Bei diesem Dreh haben wir keine fixen Shots geplant und uns wirklich nach dem kreativen Flow gerichtet und gearbeitet, so wie es in der Situation passt. Hierbei hat es super gut funktioniert und ist was 

❀ Der Videodreh von meinem „Freiluft“ bzw. Day to Night Projekt war auch ein eher freier Dreh, heißt ich habe nicht alle Shots genau durchgeplant, sondern erst an der Shooting Location entschieden wie genau die Bilder aussehen werden. Hierbei hat dies auch sehr gut funktioniert, dennoch geht dabei immer etwas von der Story verloren und man muss beim Schnitt sehen, wie es alles sich zusammenfügt. Dennoch würde ich es für dieses Projekt noch einmal so machen.

✿ Bei dem Videodreh für das „Challengers“-Projekt bzw. das Tennis Video habe ich für das Shooten keine klare Shotlist oder ein Storyboard gehabt, sondern wir haben es auch spontan an der Location während dem Drehen gemacht. Es war definitiv gut, da ich somit mit der Kamera eine kreative Freiheit hatte, Bilder, die ich im Kopf gehabt habe umzusetzen. Dennoch für einen Videodreh, der im Nachhinein mit VFX optimiert werden sollte, würde ich das nächste Mal eine klare Shotliste & Storyboard machen, damit die Shots im Vorfeld klar definiert werden. Im Flow beim Arbeiten war mir als Kamerafrau nicht immer bewusst, was genau wir machen sollten und wie das finale Projekt aussehen sollte, also das genaue Ziel von dem zusammengeschnittenen Werk ist. Hier habe ich definitiv gelernt, dass es für mir als Kamerafrau leichter ist, wenn ich ein Projekt drehe, was nicht von mir selbst konzipiert ist, dass es mir leichter fällt einen geplanteren Dreh zu haben.

Resumé

Zusammengefasst ist ein geplanter Dreh stark strukturiert und detailgenau vorbereitet, was Effizienz und Konsistenz ermöglicht. Ein freier Dreh hingegen bietet mehr Raum für spontane Kreativität und Improvisation, kann jedoch zu unvorhergesehenen Herausforderungen führen. Die Wahl zwischen diesen Ansätzen hängt oft von der Art des Films, den Ressourcen und den Präferenzen des Regisseurs und dessen Intention des Films ab. Mein persönlichen Meinung nach gibt es eben kein richtig und falsch für einen Videodreh, dennoch habe ich meine Präferenz in diesem Semester gefunden. Ich plane meine Videodrehs gerne in einem gewissen Maß, so dass ich Storyboards und Scribbles von den gewünschten Szenen anfertige. Dennoch lasse ich gerne einen kreativen Freiraum für spontane Einfälle und die Gegebenheiten, denn bei freien Drehs können oft Dinge entstehen, die besser als geplanter Input sind. Besonders wenn die Personen am oder im Set Einwände während des Arbeitens Ideen haben, können dies Punkte sein, an die man davor in der Planung noch nicht gedacht hatte.