IMPULS 2: (Video) Diversity and Representation in Animation and Character Design Challenge Awards (PIXELvienna 2023)

Die Sprecher*innen des Panels beim „Pixels Wien 2023“ waren:

Caro Laa (they/them): Caro eröffnete und moderierte die Diskussion.

Tova Bele: Tova ist eine Videospieldesignerin aus Wien, die Einblicke aus der Videospielbranche beisteuerte. Die authentische Charakterdarstellung und das miteinzubeziehen von Personen mit diversen Hintergründen, sind ihr ein großes Anliegen.

Amelie Loy: Amelie ist Animationskünstler*in und Regisseur*in sowie Lehrende für Animation und Storytelling an einer technischen Hochschule. Amelie sprach über die Herausforderungen und Wichtigkeit, vielfältige Charaktere zu entwickeln und ermutigte dazu, stereotype Darstellungen zu hinterfragen.

Yassmine Najime: Yassmine ist Head of Production und Artdirector bei einem Animationsstudio. Sie teilte ihre Erfahrungen und reflektierte über die Notwendigkeit, Arbeitsprozesse zu schaffen, die echte Diversität ermöglichen.

Anne Raffin: Anne Raffin ist 2D-Background-Artist und Regisseur*in bei Passion Pictures Paris. Sie sprach über Projekte mit LGBTQIA+ und anderen unterrepräsentierten Charakteren ein und betonte, wie wichtig es ist, Diversität auch in der Ausbildung von Designer*innen zu fördern.

Jede*r der Sprecher*innen brachte wertvolle Perspektiven aus verschiedenen Bereichen der Kreativindustrie ein und sprach zu Themen wie Gleichberechtigung, Vielfalt, Repräsentation und der Förderung von Frauen und marginalisierten Gruppen in kreativen Berufen.

(Minute 3:05-5:05): 

Die Diskussion dreht sich darum, wie Animation und Filme bestimmte stereotype Rollenbilder verstärken. Eine Sprecherin erwähnt Mulan als prägenden Charakter, merkt jedoch kritisch an, dass der Film Stereotype aufweist – insbesondere bei den antagonistischen Figuren.

…there’s something about that movie that is also like bothering me, for example the way that the Huns are portrayed… they have darker skin than any other characters, they look like beasts, monsters almost, not human anymore… (Miunte 4:16 – 4:29)

(Minute 5:36 – 9:13):

Die Gäst*innen schlagen vor, sich beim Charakterdesign stärker an der Vielfalt realer Menschen zu orientieren, um Stereotype zu vermeiden. Dazu gehört, Menschen mit unterschiedlichen Körperformen und Ausdrücken in der Umgebung bewusst wahrzunehmen und diese Vielfalt in die Charaktergestaltung einzubringen. Sie betonen auch die Notwendigkeit, schon in der Ausbildung von Künstler*innen für Diversität zu sensibilisieren. Ein weiteres empfohlenes Vorgehen ist, die eigenen Vorurteile zu reflektieren und im Austausch mit Menschen zu stehen, deren Lebenswelten man repräsentieren möchte. Besonders gelobt werden Studios, die Diversity-Teams einsetzen, um diese Ansätze umzusetzen.

(Minute 13:02 – 15:11):

Eine Panelistin erzählt von ihrer Arbeit an einer TV-Show, in der eine Figur aus der LGBTQIA+-Community vorkommt. Sie erzählt, dass ihr Team Schwierigkeiten hatte die Figur authentisch dazustellen. Die Mehrheit des Teams hatte nämlich keinen Bezug zur Lebensrealität von LGBTQIA+ Menschen. Sie luden eine Gruppe von LGBTQIA+ ein und fragten nach ihren Perspektiven und ihr Feedback. Außerdem wurde angesprochen, dass es wichtig ist die Menschen fair für ihre Beratungsarbeit zu entschädigen.

(Minute 25:59 – 28:09):

Es wurde darüber gesprochen wie durch die Verwendung von anonymisierten E-Mail-Adressen, mehr Frauen und nicht-binäre Personen dazu ermutigt werden, ihre Portfolios zur Bewertung einzureichen. Da viele Frauen und marginalisierte Gruppen oft höhere Ansprüche an sich selbst stellen und weniger Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben, sah das Team in diesem Verfahren eine Möglichkeit, die Teilnahme von FLINTA*-Personen zu fördern. Häufig beginnen Frauen ihre Einsendungen mit „I’m sorry, it’s not very good“ was zeigt, dass sie ihre Fähigkeiten oft unterschätzen. Dieser Abschnitt verdeutlicht, wie strukturelle Veränderungen im Bewerbungsprozess den Zugang für Frauen und FLINTA*-Personen erleichtern können und wie wichtig solche Maßnahmen sind, um Gleichberechtigung im Beruf zu fördern.

Ein Teilnehmer aus dem Publikum (Minute 53:17) erzählt, dass er enttäuscht war, in einer Dokumentation nur auf seine Migrationserfahrungen reduziert zu werden, anstatt als Musiker wahrgenommen zu werden. Die Sprecher*innen greifen dies auf und reden darüber, dass viele Frauen und marginalisierte Gruppen in ihrer beruflichen Darstellung oft auf ihre Herkunft oder Identität reduziert werden, anstatt ihre Fähigkeiten und Interessen zu betonen. Ein Sprecher fügt hinzu, dass man Geschichten mit subtilen Elementen und visuellen Details erzählen kann, ohne explizit auf eine marginalisierte Identität hinzuweisen. Dieser Punkt unterstreicht die Wichtigkeit, Individuen in ihrer Ganzheit darzustellen und stereotype Zuschreibungen zu vermeiden.

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=lAWNQwp6874&ab_channel=PIXELvienna

Für das Thema „Frauen in der Selbstständigkeit“ bedeutet dies, dass Selbstzweifel ein zentrales Hindernis darstellen können, wenn Frauen ihre Karriere aufbauen möchten. Das Gespräch zeigt, dass Frauen häufig ihre eigenen Fähigkeiten unterschätzen und Selbstzweifel haben. Sie sind zögerlich, ihre Arbeit zu präsentieren oder berufliche Chancen wahrzunehmen. Es wird erwähnt, dass viele Frauen ihre Portfolios mit Entschuldigungen wie „I’m sorry, it’s not very good“ einreichen. Solche Formulierungen deuten auf einen Mangel an Selbstvertrauen hin was Frauen oft daran hindert ihre Leistungen selbstbewusst zu zeigen. Dieser Impuls führt mich zum Thema „Imposter-Syndrom“, welches in meiner Masterarbeit als zentrales Hindernis für Frauen in der Selbstständigkeit behandelt werden könnte. Dieses Thema bietet sich auch als Blogbeitrag an.

PIXELvienna (28.02.2024): Diversity and Representation in Animation and Character Design Challenge Awards In: YouTube, https://www.youtube.com/watch?v=lAWNQwp6874&ab_channel=PIXELvienna (zuletzt aufgerufen am 17.11.2024)

Ein KI generiertes Transkript der Veranstaltung wurde von Youtube genommen und mit Hilfe von ChatGPT 4o strukturiert und zusammengefasst. Diese Zusammenfassung wurde als Hilfe für diesen Blogpost herangezogen. Alle Informationen wurden von mir mit dem Inhalt des Videos abgeglichen und überprüft.

4.Impuls: Klanglicht

Diesen Blogpost möchte ich dazu nutzen, um über das lehrreichste und bisher spannendste Projekt meines Masterprogramms zu sprechen: Klanglicht. Mein Masterthema hat sich in den letzten Wochen von Realfilm zu Motion Design gewandelt, und ich denke, dieses Projekt ist eine hervorragende Inspirationsquelle für meine Arbeit. Durch die Änderung meines Themas haben sich neue Perspektiven eröffnet, und ich kann das abgeschlossene Projekt auf eine ganz andere Weise betrachten als zuvor. In den folgenden Zeilen werde ich den gesamten Prozess, von der Ideenfindung bis zur finalen Installation, genauer beleuchten.

Ideenfindung

Die erste Phase des Projekts bestand darin, ein Konzept zu finden, das in das Thema „Spektrum“ passt. Als Gruppe entschieden wir uns schnell für das Spektrum zwischen Natur und Technik. Dieses Thema lag besonders nahe, da einige Teammitglieder das Spiel Cyberpunk kannten, in dem es ebenfalls um die Symbiose dieser Gegenspieler geht – daraus entwickelte sich unser Konzept: Solar Punk.

Mit diesem groben Konzept begann unsere Sounddesignerin Mahtab, ein passendes auditives Klangbild zu erstellen. Zusätzlich hatten wir eine gemeinsame Brainstorming-Session, bei der alle Gruppen Vorschläge für das Licht-Setup in der Kirche machten. Hier entstand unser erster Entwurf.

Aufbau

Nachdem die grundlegenden Entscheidungen getroffen waren, ging es an die Umsetzung. Mit Unterstützung von Michael Kernbichler und einem engagierten Kernteam aus 8–10 Personen konnten wir den Aufbau innerhalb einer Woche realisieren.

Diese Zeit war für mich und das Team sehr lehrreich. Wir mussten nicht nur kreative Herausforderungen meistern, sondern auch technische Lösungen finden, was uns wertvolle Erfahrungen für den weiteren Verlauf des Projekts brachte.

Video von @bensu-kaya

Content-Produktion

Der letzte Teil, die Content-Produktion, war wohl der spannendste Abschnitt des gesamten Projekts. Gemeinsam mit meinem Team – bestehend aus Bensu, Elisa, Lukas, Mert und Vinzenz – haben wir viele Stunden in After Effects verbracht, um eine zusammenhängende, ganzheitliche Animation zu erstellen.

Zu Beginn legten wir Farben und Stimmungen fest, um sicherzustellen, dass die Visualisierung am Ende einheitlich wirkt. Anschließend teilten wir uns auf: Jeder übernahm 30 Sekunden, um seine Ideen einzubringen und an das Gesamtkonzept anzupassen.

Während dieses Prozesses lernte ich viel über After Effects und den Umgang mit den LED-Bars. Anfangs war es schwer, sich das Endergebnis vorzustellen, aber mit jeder neuen Version wurde die Vision klarer. Die letzten zwei Tage vor der Eröffnung waren sehr stressig und geprägt von vielen Anpassungen. Dennoch war es ein unglaublich befriedigender Moment, die finale Show zu sehen.

Zu guter Letzt habe ich noch ein kurzes Video für social Media gedreht und geschnitten, um das Event auf Social Media zu pushen, was weitere meiner Skills erforderte, somit war dieses Projekt eine wirklich ganzheitliche Design Erfahrung für mich.

Fazit

Klanglicht war ein wirklich spannendes und lehrreiches Projekt.

Durch die Verbindung von Natur und Technik sowie die Zusammenarbeit in einem motivierten Team konnte ich viele neue Erfahrungen sammeln – sowohl im kreativen als auch im technischen Bereich.

Besonders durch die Content-Produktion und die Auseinandersetzung mit Motion Design habe ich viele neue Fähigkeiten erlernt, die mir in meiner weiteren Arbeit nützlich sein werden. Trotz der intensiven und herausfordernden Phasen war es ein unvergessliches Erlebnis, das mich sowohl fachlich als auch persönlich bereichert hat.

Was ist ein Dokumentarfilm?

Ein Werk, dass die Dokumentarfilmtheorie geprägt hat, ist John Grierson’s “First Principles of Documentary” (1932-34).1 Grierson hat erstmalig das Wort “Documentary” auf Filme übertragen.2 In seinem Text beschreibt er, dass zuerst alle Filme die mit Elementen aus der natürlichen Welt gemacht worden sind, in die Kategorie “Documentary” gefallen sind.3 Die Verwendung von diesen Elementen war die wichtige Unterscheidung.4 Es wurde nicht unterschieden, ob es sich um ein Newsreel, einen Bildungsfilm oder einen wissenschaftlicher Film handelte.5 Laut Grierson gibt es weitere Ebenen zu einem Dokumentarfilm als die Verwendung von Elementen aus der natürlichen Welt.6 Er geht davon aus, dass hinter dem Filmen aus der echten Welt eine neue Kunstform steckt.7 “Documentary would photograph the living scene and the living story.”, so Grierson.8 Des Weiteren geht er von der Annahme aus, dass der wirkliche Protagonist ein:e bessere:r Begleiter:in durch den Film ist als ein:e Schauspieler:in.9 Zusätzlich beschreibt Grierson, dass das Material und die Geschichten, die durch diese Filme entstehen, echter sind und stärker eine Intimität hervorrufen als etwas das geschauspielert wird.10 Außerdem gibt der Dokumentarfilm eine Chance kreativ zu arbeiten.11 Das funktioniert nicht ohne Beeinflussung. “You photograph the natural life, but you also, by your juxtaposition of detail, create an interpretation of it.”12 Was sind die Merkmale, die einem Dokumentarfilm zugeordnet werden.

Merkmale eines Dokumentarfilms

Die Merkmale, die einen Dokumentarfilm ausmachen, können in folgende Kategorien eingeteilt werden: a.) Inhalte und Ideologien, b.) Ziele, Blickwinkel und Herangehensweisen, c.) Formen, d.) Methoden und Techniken sowie e.) das was der Dokumentarfilm den Zuschauenden bietet.13 Teil hiervon sind die Handlungen, die durch den Film hervorgerufen werden.14 

Im Hinblick auf die Inhalte des Dokumentarfilms lässt sich sagen, dass sich der Film seit geraumer Zeit nicht nach der Gefühlslage des Menschen oder seiner zwischenmenschlicher Beziehungen richtet.15 Viel mehr geht es um spezifische, tatsächliche und öffentliche Themen.16 Die gezeigten Probleme, Menschen, Prozesse, Orte und Events sind wahr und zeitgenössisch.17 Spricht man von Zielen, Blickwinkel und Herangehensweisen wird ausgedrückt was die Filmschaffenden mit ihrem Film aussagen wollen.18 Es werden unterschiedliche Phenomena aufgenommen, um das Publikum über diese zu informieren.19 Das kann von Menschen, über Events, bis hin zu Orten, Institutionen und Problemen reichen.20 Die Motivation dahinter ist es, das Publikum zu informieren, ihr Interesse in das Thema zu steigern, Sympathien für die abgebildeten Personen zu steigern sowie zu einer gewissen Handlung anzuregen.21 Die Kategorie “Formen” inkludiert den Entwicklungsprozess des Films, von der Auswahl der Bilder und Sounds bis hin zur künstlerischen Vision und den Strukturen, in die sie passen sollen.22 Ein Dokumentarfilm hat seine Wurzeln immer in der Realität.23 Dabei ist es nicht relevant, ob der Dokumentarfilm ein festgelegtes Skript hat oder spontan aufgenommen wird.24 Dokumentarfilmmacher:innen erfinden keine Inhalte und entwickeln keine Handlung aus ihrer Fantasie.25 Im Unterschied zu Filmemacher:innen, die fiktionale Filme produzieren, verwenden sie keine Charakter-Entwicklung oder Handlungsentwicklung.26 Methoden und Techniken beziehen sich auf die Art wie Bilder und Sounds aufgenommen werden, und wie alles in der Post-Production zusammen kommt.27 Es werden keine Schauspieler:innen sondern “normale” Menschen verwendet.28 Zusätzlich wird direkt vor Ort gefilmt, und meistens nicht im Studio oder auf einem Set.29 Als Licht wird das genützt, das es bereits vor Ort gibt. Außer es braucht zusätzliches Licht, um die Personen ausreichend auszuleuchten.30 Durch Dokumentarfilme erhoffen sich Filmmachende, dass die Zuschauenden ein visuell ansprechendes Erlebnis haben.31 Die Filmmachende wünschen sich zusätzlich, dass ihr Film einen Einfluss auf die Einstellung der Rezipient:innen zu dem behandelten Thema hat.32 Möglicherweise führt das zu einer Handlung auf der Seite der Zuschauenden.33 Diese Kategorien geben einen Überblick darüber, was einen Dokumentarfilm ausmacht.

  1. Vgl. Corner 1996, S. 11. ↩︎
  2. Vgl. Eitzen 1998, S. 13. ↩︎
  3. Vgl. Grierson 1932-34, S. 145. ↩︎
  4. Vgl. Grierson 1932-34, S. 145. ↩︎
  5. Vgl. Grierson 1932-34, S. 145. ↩︎
  6. Vgl. Grierson 1932-34, S. 146. ↩︎
  7. Vgl. Grierson 1932-34, S. 146. ↩︎
  8. Vgl. Grierson 1932-34, S. 147. ↩︎
  9. Vgl. Grierson 1932-34, S. 147. ↩︎
  10. Vgl. Grierson 1932-34, S. 147. ↩︎
  11. Vgl. Grierson 1932-34, S. 147. ↩︎
  12. Vgl. Grierson 1932-34, S. 148. ↩︎
  13. Vgl. McLane 2012, S. 1. ↩︎
  14. Vgl. McLane 2012, S. 1. ↩︎
  15. Vgl. McLane 2012, S. 1. ↩︎
  16. Vgl. McLane 2012, S. 2. ↩︎
  17. Vgl. McLane 2012, S. 2. ↩︎
  18. Vgl. McLane 2012, S. 2. ↩︎
  19. Vgl. McLane 2012, S. 2. ↩︎
  20. Vgl. McLane 2012, S. 2. ↩︎
  21. Vgl. McLane 2012, S. 2. ↩︎
  22. Vgl. McLane 2012, S. 3. ↩︎
  23. Vgl. McLane 2012, S. 3. ↩︎
  24. Vgl. McLane 2012, S. 3. ↩︎
  25. Vgl. McLane 2012, S. 3. ↩︎
  26. Vgl. McLane 2012, S. 3. ↩︎
  27. Vgl. McLane 2012, S. 3. ↩︎
  28. Vgl. McLane 2012, S. 3. ↩︎
  29. Vgl. McLane 2012, S. 3. ↩︎
  30. Vgl. McLane 2012, S. 3. ↩︎
  31. Vgl. McLane 2012, S. 4. ↩︎
  32. Vgl. McLane 2012, S. 4. ↩︎
  33. Vgl. McLane 2012, S. 4. ↩︎

Sisterqueens (2024) – IMPULS #2

In dem Dokumentarfilm Sisterqueens von Regisseurin Clara Stella Hüneke werden drei Mädchen, Jamila, Rachel und Faseeha, begleitet, wie sie an einem Rap-Projekt teilnehmen. Der Film spielt in Berlin. Man sieht wie die jugendlichen Mädchen älter werden, ihren Träumen nachgehen und währenddessen immer wieder als Rapperinnen auftreten. Sie schreiben die Texte, in denen es um Diskriminierung, Feminismus und Zusammenhalt geht, selbst. Ich habe den Dokumentarfilm im Rahmen des Crossroads Festival für Dokumentarfilm und Diskurs in Graz im Volkskundemuseum gesehen. Das Festival fand vom 31.10 bis 9.11 an mehreren Orten, wie im Forum Stadtpark, am Lendkai, im Spektral und vielen weiteren, statt. Neben Dokumentarfilmen bietet das Crossroads Festival auch Workshops und weitere Diskursformate an.  

Ideen für meine Dokumentation

Ich konnte mir einiges an Inspiration für meinen Film aus Sisterqueens mitnehmen, sowie einige Dinge, die ich anders machen möchte. Sisterqueens beginnt nur mit Ton – eine der Protagonistinnen spricht – während die Credits laufen. Das finde ich ist eine gute Idee und ist möglicherweise auch ein Stilmittel, das ich für meine Dokumentation verwenden könnte. Die Protagonistinnen waren ab und an sehr schwer zu verstehen. Ich hätte mit Untertitel gearbeitet. Da ich meinen Film sowieso mit englischen Untertitel, damit der Film international angeschaut werden kann, ausstatten will, hat sich das Problem bereits für mich gelöst. Eine Filmtechnik, die angewendet wurde, war, dass die Protagonistin ganz nah gefilmt wurde. So nah, dass man kaum mehr erkennen konnte, dass es eine Person ist. Das hatte einen interessanten Effekt und könnte ich im Rahmen meiner Dokumentation ausprobieren. Oftmals wurden die Protagonistinnen von schräg unten in Richtung oben gefilmt. Sodass die Kamera tiefer ist als die Protagonistin. Diesen Kamerawinkel nennt man Untersicht oder auf Englisch “Low-Angle-Shot”.1 Bei diesem Kamerawinkel wird unter der Augenhöhe der Protagonist:in gefilmt2. Diese Art zu filmen verlieht dem Protagonisten oder der Protagonistin eine Art Stärke und Überlegenheit3. Es kann auch bedrohlich wirken4. Ich möchte die Protagonistinnen in meiner Dokumentation stark wirken lassen, also werde ich mir diese Kameraperspektive zu nutzen machen. Natürlich muss ich dabei aufpassen, dass sie nicht bedrohlich wirken und dann weniger sympathisch rüber kommen.

In der Dokumentation Sisterqueens ist die Kamera ein Begleiter der nicht von den Protagonistinnen beachtet wird. Ich werde diese Entscheidung auf mich zu kommen lassen, je nachdem wie die Protagonistinnen am natürlichsten mit der Kamera oder eben ohne arbeiten können. In der Dokumentation gab es Momente, in denen relativ lange ein Bild gezeigt wurde, in dem sich kaum etwas bewegt. Das schafft eine gewisse Atmosphäre und Ruhe. Allerdings muss man auch aufpassen, dass dem:der Zuschauer:in nicht langweilig wird. 

Interview mit Clara Stella Hüneke

In einem Interview mit Clara Stella Hüneke der Südpolshow 92,4 erzählt sie über die Schwierigkeit sich zu entscheiden welches Material es in den Film schafft und welches nicht. Sie hat beispielsweise darauf geachtet, dass die drei Protagonistinnen ungefähr gleich viel Bildschirmzeit bekommen. Gibt es Regeln dazu? Es ist hilfreich, zuerst die Kernaussage des Films zu definieren. Jede Szene muss dann diese Kernaussage vertreten und die Geschichte in die definierte Richtung weiterführen. Ansonsten werden sie aussortiert. Zusätzlich sollte jede Szene zum roten Faden der Geschichte passen. Hier ist das “Kill your Darlings” Prinzip zu erwähnen. Selbst wenn eine Szene noch so gut ist, oder sie einem noch so gut gefällt, trägt sie nichts zur Entwicklung der Geschichte weiter, wird sie aussortiert. Man sollte ebenfalls darauf achten, dass ähnliche Szenen rausgeschnitten werden. Es sollen dringend Wiederholungen vermeidet werden. Ein weiterer hilfreicher Hinweis ist es die Emotionalität der Szene zu bewerten. Ist die Szene emotional geladen oder nicht? Wenn nicht, kann man sie zu einer hohen Wahrscheinlichkeit aussortieren. So wird Schritt für Schritt entschieden welches Material es in den Film schafft und welches nicht.

Clara Stella Hüneke sagt im Interview, dass die Rap-Songs der rote Faden durch den Film sind. Ich überlege mir also was der rote Faden durch meine Dokumentation sein könnte.

Was könnte der rote Faden meiner Dokumentation sein?

  • Der Kampf um Gleichberechtigung und Anerkennung
    • wie Frauen gegen Diskriminierung kämpfen
    • welche Hürden gibt es noch (Gehalt, mediale Aufmerksamkeit, Akzeptanz)
  • Leidenschaft und Hingabe: Was Frauenfußball ausmacht
    • Frauen, die aus reiner Leidenschaft Fußball spielen, ohne den Perks die die Männer haben
    • ein Ort des Teamgeistes, eine andere Fußballkultur als bei den Männern
  • Die Rolle des Frauenfußballs als sozialer Wandel
    • Wie verändert der Frauenfußball die Wahrnehmung von Geschlechterrollen und Geschlechtergleichheit?
  • Persönliche Geschichten und Meilensteine einzelner Spielerinnen
    • Lebensgeschichten einzelner Spielerinnen, Herausforderungen und Triumphe


Die Richtung, in die die Dokumentation gehen kann, hängt auch von den Interviews mit den Spielerinnen ab. Je nachdem welche Themen die Frauen ansprechen und welche nicht, kann es in die eine oder die andere Richtung gehen. Wie man das vorher planen kann, ist mir noch nicht bewusst. Ein Wissen, das ich mir noch aneignen muss.

  1. Herbert Roedig, “Kameraperspektiven: Unterschiede und Möglichkeiten.” KG Media Factory, zuletzt aktualisiert am 21.01.2023, https://www.kgmediafactory.com/wissen/kameraperspektiven/ ↩︎
  2. ebd. ↩︎
  3. ebd. ↩︎
  4. ebd. ↩︎

Breakdown of Documentaries on Women’s Football – IMPULS #1

Frauenfußball: Der lange Weg zur Akzeptanz (2020)

The documentary by SWR “Frauenfußball: Der lange Weg zur Akzeptanz” is from the year 2020 and it is about the development of women’s soccer throughout time. A very journalistic way of telling a story is being used for this documentary. It gives a good overview on the topic, but fails to go deeper. Due to the many different topics mentioned, none of them is discussed in greater detail. A lot of people are being interviewed in the documentary, which makes it hard to remember who is who. I would have focused on a few important stories as well as a few relevant people. I believe the film makers wanted to include as much as possible, and it backfired. Since many recordings were shown and there was hardly any film material that was self made. Due to that the documentary has not helped me a lot with my sports documentary. Seeing as I am trying to find good transitions, camera angles, ideas for b-roll shots, ideas for post production, inspiration for sound design and many more. For transitions a glitch was used most of the time, which I will not do. I did get an idea for a b-roll shot, which is filming the grand stand at a rather low angle.

The documentary did raise a question, which is whether I am going to have a lot of shots on goal? I should definitely keep in mind that it is important to have many shots, because they are exciting for the viewer. It should also not be overpowering because it was really noticeable in this documentary. Furthermore, the documentary raised another question which is, whether I will have a narrator for my documentary or not? I have always imagined that the interviews I will conduct will be enough to tell a story. When there is a narrator, he or she can function as a guide throughout the story. Which could also help bring the story together as one. It is something to think about.

Mehr als 90 Minuten presented by Allianz (2024)

The documentary series “Mehr als 90 Minuten presented by Allianz” is from this year by Björn Lentföhr and it is about the women’s football team FC Bayern Munich. This episode is mostly about the player Georgia Stanway and the football club’s match against VfL Wolfsburg. Other players are also interviewed throughout the documentary. The interviews take place at different locations but most of the time the players are sitting on a couch. Some players are also interviewed on the benches in the changing rooms. That is the location, I would like to interview the players in for my documentary. In the documentary there are jerseys hanging in the background. Of course it is due to marketing reasons but it might be a good idea if the changing room is too bland otherwise. In the beginning of the documentary, there are fast shots shown that give an idea what is to come in the documentary, a foreshadowing in a sense. I like that a lot, and I am thinking about doing the same for my documentary. It builds suspense and makes the viewer excited for the rest of the film.

This documentary has inspired me concerning b-roll shots, interview questions, sound design and colour grading. I also like the overall atmosphere it brings about. There is great camera framing in the interview of the trainer, as you can see here:


There are a couple b-roll shots, I will also use in my documentary:

  • b-roll shots of players running towards the camera
  • b-roll shots of players talking to each other in the changing room
  • b-roll shots of a player from the back holding the ball
  • b-roll shots from a player putting the ball on the penalty spot.


There is also a shot of the stadium from afar. This shot has a great impact on the viewer because stadiums look impressive from the top or the side. It would be great if I were allowed to fly a drone up the stadium of the football club I am going to film. I should ask the people in charge about that. 


While watching, a few interview questions came to mind: 

  • What were you like as a child?
  • What is football about for you?
  • Who is your role model?
  • What have you always struggled with?
  • How are you getting along with the other players?


In the documentary, there was slow motion used from time to time to emphasise certain events and increase suspense. This is a useful tool, I will remember during the post production of my own documentary. The sound design is rather classical for a sports documentary I would say, with these almost theatrical elements, when the music builds up and up and up. I enjoy it a lot and it definitely works for this documentary. The colour grading is really strong by empathising the colours green and cyan and I will come back to it when colour grading.

Born for this: Licht und Schatten (2023)


I also watched “Born for this: Licht und Schatten” from 2023 by ZDF which is a documentary series about the women’s football national team of Germany.

A few things I could take away from it:

  • Colour grading: brings out the colour cyan
  • Shots: b-roll shot of the team bringing their fists together and throwing them in the air
  • Effects: Zoom effect in minute 10:51

*only available in Germany or with VPN

3. Impuls: Motion Beast

Einblick in den Kurs „Motion Beast“

Im letzten Semester habe ich den Online-Kurs Motion Beast von Motion Design School durchlaufen, der sich als eine Quelle tiefer Inspiration und erheblicher Skill-Verbesserung herausgestellt hat. Hier möchte ich meine persönlichen Eindrücke und Lernerfahrungen zusammenfassen.

Praktische Grundlagen und komplexe Techniken

Der Kurs beginnt mit den essenziellen Grundlagen von Adobe After Effects – von der Benutzeroberfläche bis hin zu grundlegenden Animationstechniken. Diese fundierte Basis half mir, meine bestehenden Kenntnisse zu festigen und sicherer mit der Software umzugehen. Besonders wertvoll waren die Abschnitte zur Animation von Text und Logos, die mir halfen, dynamischere und ansprechendere Designs zu erstellen.

Ein Highlight war das Modul zur Frame-by-Frame-Animation. Hier erlernte ich, wie man Bewegung organisch gestaltet, was meine Arbeit erheblich verfeinerte und mir eine neue Dimension des Storytellings eröffnete. Die praxisnahen Tutorials, gepaart mit den herunterladbaren Scripts, erleichterten es mir, das Gelernte direkt in meine eigenen Projekte zu übertragen.

Komplexe Animationen und Charakter-Rigging

Ein weiteres Schlüsselkapitel des Kurses war das Charakter-Rigging. Diese Technik, die auf den ersten Blick kompliziert erschien, wurde in verständlichen Schritten dargestellt. Dies ermöglichte es mir, eigene Charaktere zu erstellen und zu animieren, was zuvor ein Hindernis für mich darstellte. Der strukturiert aufbereitete Lehrplan war hierbei ein großer Pluspunkt.

Inspiration und persönliches Wachstum

Neben den technischen Aspekten brachte der Kurs Motion Beast auch kreative Impulse. Die Kurstutorien inspirierten mich, neue Stile auszuprobieren und konzeptioneller zu denken. Die Anleitungen zur Verbesserung der Workflow-Effizienz haben dazu beigetragen, dass ich Projekte schneller und qualitativ hochwertiger umsetzen konnte. Diese neu erlernten Fähigkeiten fanden in meinen Blogposts Ausdruck, in denen ich nicht nur die Herausforderungen und Fortschritte dokumentierte, sondern auch das Verständnis von Motion Design als ganzheitlichen Prozess.

Fazit

Der Motion Beast-Kurs war für mich mehr als nur eine technische Schulung; er war eine umfassende Lernerfahrung, die meine kreative Denkweise und meine technischen Fertigkeiten gleichermaßen gefördert hat. Die Kombination aus praktischen Anwendungen und spannenden Lektionen ermöglichte es mir, mein Repertoire zu erweitern und meine Projekte auf ein neues Level zu heben. Auch wenn ich diesen Kurs jeder Person empfehlen kann, gibt es doch auch einen Kritikpunkt: Manche Lektionen werden einfach übersprungen oder viel zu schnell erklärt. Dies kann sehr frustrierend sein, wenn man noch neu in diesem Bereich ist. Ich habe dies den Tutoren mitgeteilt und gutes Feedback erhalten, was für die Motion Design School spricht. 

Motion Design School:

https://motiondesign.school

1.Blogbeitrag: Die Entwicklung des Motion Designs

Motion Design hat sich im Laufe der Jahre zu einer multidisziplinären Kunstform entwickelt, die sich durch eine ständige Erweiterung ihrer Definitionen und Anwendungen auszeichnet. Die Kapitel „The Evolution of the Motion Graphic Design Discipline Seen Through Its Definitions Over Time“ von Clarisa E. Carubin und „Re-framing Design: Engaging Form, Meaning, and Media“ von Jennifer Bernstein aus dem Buch The Theory and Practice of Motion Design bieten einen umfassenden Einblick in die Geschichte und die vielschichtige Entwicklung dieser Disziplin.

Historische Ursprünge und Definitionsentwicklung

Carubin zeigt auf, dass die Anfänge des Motion Designs in den Animationstechniken der frnge des Motion Designs in den Animationstechniken der fr\u00fhen Filmstudios liegen. Pioniere wie Halas und Manvell beschrieben in den 1960er Jahren die Disziplin als „graphic animation“, eine Form des Designs, die sich durch die Abfolge statischer Bilder auszeichnet, die sich zu einer Geschichte oder Botschaft zusammenfügen (Halas & Manvell, 1962). Diese frühen Ansätze zeigten bereits, dass die visuelle Sprache der Bewegung neue Möglichkeiten der Kommunikation erschloss.

In den 1970er Jahren wurde Motion Design als Verbindung von Grafikdesign und Filmkunst etabliert (Herdeg, 1976). Diese Integration ermöglichte es Grafikdesignern, als gleichberechtigte Partner neben Animatoren und Filmtechnikern zu arbeiten.John Halas (1984) erkannte, dass für eine effektive Umsetzung von Motion Design die Beherrschung mehrerer Fähigkeiten notwendig war, darunter Timing, Bewegungsmechanik und das Zusammenspiel von Ton und Bild. Er betonte, dass die Entwicklung dieser Disziplin stark von der technologischen Revolution abhängig war, die ihre Anwendungsbereiche von rein analogen Verfahren auf digitale Medien erweiterte.

Im 21. Jahrhundert definierten Autoren wie Matt Woolman (2004) Motion Design als eine Konvergenz unterschiedlicher Disziplinen, darunter Animation, Grafikdesign und Filmemachen. Diese Definitionen zeigten, dass sich Motion Design von einer Unterkategorie der Animation zu einer eigenständigen Disziplin mit einem breiten Anwendungsspektrum entwickelte.

Theoretische Rahmung und Interdisziplinarität

Jennifer Bernstein betont in ihrem Kapitel die Bedeutung der Kontextualisierung von Form, Bedeutung und Medien in der Praxis des Motion Designs. Die Verschmelzung unterschiedlicher Designelemente mit konzeptionellen und kulturellen Inhalten ist für die moderne Praxis entscheidend. Bernstein hebt hervor, dass Motion Design – anders als statisches Design – die Dimension der Zeit nutzt, um narrative und konzeptuelle Tiefe zu schaffen. Diese Dynamik erlaubt es Designern, eine breitere Palette von Bedeutungen zu erzeugen, die sich aus dem Zusammenspiel von visuellen und auditiven Elementen ergeben.

Ein Schwerpunktthema bei Bernstein ist die Betrachtung des „Embodiment“, also der Verkörperung von Ideen durch die Kombination von Bewegung, Form und Kontext. Dies führt zu einer tiefen emotionalen und kognitiven Resonanz beim Publikum. Die Theorie der Verknüpfung von Form und Bedeutung zeigt, wie Bewegungsdesign sowohl explizite als auch implizite Botschaften übermitteln kann.

Integration neuer Technologien

Die Einflüsse der Digitalisierung und technologischen Innovationen auf Motion Design können nicht übersehen werden. Carubin beschreibt, wie digitale Werkzeuge wie Animationssoftware und Videoeditorsysteme (After Effects, Animate, Blender etc.)  die Möglichkeiten des Motion Designs revolutionierten und neue Märkte – von Filmöffnungen bis zu interaktiven Interfaces – erschlossen. Die digitale Transformation veränderte die Art und Weise, wie Designer mit Bewegung und Zeit umgehen und ermöglichte es, komplexe narrative und informative Sequenzen zu erstellen, die das Verständnis und die Aufmerksamkeit des Publikums fördern.

Woolman (2004) wies darauf hin, dass Motion Design eine Vielzahl von Disziplinen integriert und sich auf eine visuelle Sprache stützt, die sowohl symmetrische als auch asymmetrische Bewegungen, Typografie, Farbe und Tiefe umfasst. Die Fähigkeit, diese Elemente kohärent zu kombinieren, ist eine wesentliche Herausforderung und gleichzeitig eine Chance für Designer.

Zukünftige Perspektiven

Die Entwicklung von Motion Design ist noch lange nicht abgeschlossen. Carubin betont, dass die Disziplin kontinuierlich neu definiert wird, da neue Technologien, Plattformen und kulturelle Trends hinzukommen. Bernstein plädiert für eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit, um neue Ausdrucksformen zu erschließen. Dies könnte künftige Entwicklungen in der Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) umfassen, bei denen Bewegungsdesign eine zentrale Rolle spielen wird, um immersive Erlebnisse zu schaffen.

Fazit

Die Evolution des Motion Designs ist ein Spiegelbild der Veränderungen in Technik, Kunst und Gesellschaft. Von den frühen Studien zur Animation bis zur modernen digitalen Praxis hat sich Motion Design als eigenständige Disziplin etabliert, die sowohl Kreativität als auch technisches Know-how erfordert. Durch die theoretischen Perspektiven von Carubin und Bernstein wird deutlich, dass Motion Design mehr ist als die Summe seiner Teile: Es ist ein multidimensionales Medium, das die Grenzen zwischen Kunst, Technologie und Kommunikation verschiebt und erweitert.

Bibliographie

  • Carubin, Clarisa E. “The Evolution of the Motion Graphic Design Discipline Seen Through Its Definitions Over Time.” In The Theory and Practice of Motion Design: Critical Perspectives and Professional Practice, edited by R. Brian Stone and Leah Wahlin, 201–20. New York: Routledge, 2018.
  • Bernstein, Jennifer. “Re-framing Design: Engaging Form, Meaning, and Media.” In The Theory and Practice of Motion Design: Critical Perspectives and Professional Practice, edited by R. Brian Stone and Leah Wahlin, 221–230. New York: Routledge, 2018.
  • Halas, John, and Roger Manvell. Design in Motion. London: Barrie & Jenkins, 1962.
  • Woolman, Matt. Motion Design: Moving Graphics for Television, Music Video, Cinema, and Digital Interfaces. London: RotoVision, 2004.

IMPULSE #5 | Exhibition Visit: “Touch & Feel”

From the 10th to the 27th of October 2024, the re:pair festival took place at the MQ Vienna. During the festival, many activities and events took place, all revolving around the topic of repairing and fixing anything from appliances to bicycles, from musical instruments to furniture and, most importantly for me – clothes.

   “The third edition of the re:pair FESTIVAL will take place from October 10 to 27, 2024, with the festival headquarters located in the MuseumsQuartier.

This year’s re:pair FESTIVAL program offers an exciting mix of practice and theory with over 120 events. A variety of workshops will teach creative skills and the joy of repairing. Knowledge will be shared through lectures, ambulances, walks and two exhibitions.

To make the festival accessible to everyone, admission to most events is free.

Repair is an important tool in the fight against the climate crisis. Repair allows for more efficient use of products and more careful use of our resources. And it is easy to integrate into everyday life. Repair is cheap, fun, creative, and empowering.”1

Although I unfortunately missed most of the festival due to sickness and schedule conflicts, I managed to visit one of the exhibitions which was part of the program. The exhibition – curated by Tina Zickler – dealt with the quality of materials in fashion and emphasised the touch aspect of traditional natural materials versus modern materials. The title of the exhibition “Touch & Feel – Quality in Fashion” reflects this.

About the Exhibition “Touch & Feel”

“If you compare the quality of today’s fabrics, buttons and other sewing accessories as well as their workmanship with the standards of 100 years ago, you have to admit a blatant loss of quality. This is why many young people and adults are only familiar with low-quality clothing made from synthetic fibers, especially polyester. The outstanding properties of renewable natural materials – sustainability, durability and comfort – are unknown to many people today. The “Touch & Feel” exhibition shows the quality of fabrics, buttons and other sewing accessories in the past. Linen, silk, wool, rabbit fur, mother-of-pearl, glass and horn buttons versus polyester, polyamide and plastic ->>> Touch & Feel!”2

The exhibition was installed in the “Schauraum der Angewandten im MQ” in the Museum Quarter in Vienna. While the space is quite small, resulting in the exhibition having to be on a reduced scale, it still managed to incorporate several aspects material questions in the fashion system. Natural materials where exhibited in different states of fabrication. Linnen was displayed from the raw material to the first fibre processing to a finished piece of clothing. Visitors were allowed to touch all the exhibits which added considerably to the experience and gave the material component another dimension through which fibre quality could be comprehended.
The natural materials were juxtaposed with textiles made from synthetic fibre. In some cases, it is astonishing how similar the first impression of synthetic materials can be to natural materials. It is only once you touch and feel the materials on the skin that you can really perceive the difference as a wearer. 

Why is this Topic Relevant for my Thesis?

One of the aspects of digital fashion that is interesting to me is that the material quality of clothing, which is such an important aspect of fashion design gets completely lost. An interesting corresponding development in “traditional” fashion design of today – which was also covered in the exhibition – is that the material seems to become less important as well. Particularly in fast fashion, the tactile quality of the textiles seems to not be a priority any more, but the selection of material is much more dominated by considerations of price and outer appearance of the fabric. This has lead to a decline in overall fibre and textile quality across the board in the textile market because buyers are demanding low prices and quickly produced materials rather than sustainably produced and comfortable to wear fabrics. It will be interesting to delve further into the topic of materiality in my further research and writing. 

Images


1MuseumsQuartier Wien. “Re:Pair FESTIVAL.” Accessed November 12, 2024. https://www.mqw.at/en/program/repair-festival.
2re:pair Festival 13.10.–5.11.2023, Programm – Re:Pair Festival 10.-27.10.2024. (Translated by DeepL)

Sources

“Re:Pair FESTIVAL,” MuseumsQuartier Wien, accessed November 12, 2024, https://www.mqw.at/en/program/repair-festival.

re:pair Festival 13.10.–5.11.2023, Programm – Re:Pair Festival 10.-27.10.2024, October 11, 2024, Re:Pair Festival 10.-27.10.2024, October 11, 2024, https://repair-festival.wien/programm/?date=2024-10-11.

All Images © Helene Goedl 2024

Misogynie & toxische Männlichkeit

Der folgende Blogeintrag beschäftigt sich mit dem Buch „Bitterer als der Tod ist die Frau. Die Angst des Mannes vor der Gleichberechtigung“. Dieses Buch habe ich durch die Nutzung der Fernleihe ausgeliehen. Ich bin gespannt, ob ich darin Kapitel finde, die für meine Masterarbeit relevant sein könnten.

Misogynie

Ins Deutsche übersetzt bedeutet „Misogynie“ „Frauenhass“. Misogynie kommt aus dem Griechischen und beinhaltet die Wörter „Mísos“ („der Hass“) und „Gyné“ („die Frau“). Laut dem Autor ist bei der Verwendung des Begriffs Vorsicht geboten. Marneros zufolge ist der Frauenhass individuell, denn dieser geht von einem einzelnen Individuum aus. Dies ist für ihn die einzig richtige Verwendung des Begriffs. Im täglichen Sprachgebrauch wird dem Begriff der Misogynie oft eine überindividuelle Bedeutung zugeschrieben, welche eine größere gesellschaftliche Dimension impliziert. Um die Problematik dieser falschen Verwendung zu superieren, setzt er auf folgendes Zitat von Alice Schwarzer aus dem Jahr 2022 [Die Anmerkung stammt vom Autor]: 

Wir wissen heute […], dass der angebliche Unterschied [Anm.: zwischen Mann und Frau] nichts ist als ein Vorwand für die Hierarchie zwischen den Geschlechtern. Und dass diese Hierarchie keineswegs auf Liebe begründet ist, sondern auf Hass.

Marneros spricht im Zusammenhang mit diesem Zitat von unkorrektem Wissen und einer Verabsolutierung. Der Autor untermauert seine Behauptung durch die Veranschaulichung der Herkunft der beiden Wörter „Hass“ und „Mísos“. Bei diesen Wörtern handelt es sich um Monosemen, also Wörtern mit nur einer Bedeutung. Hass ist ein Gefühl, welches nachvollziehbar ist. Hassen wir, beispielsweise den Mörder der eigenen Eltern, ist das durchaus verständlich. Für den Autor gibt es im Gegenzug dazu einen nicht begründbaren Hass. Diese starke und negative Emotion kann sich gegen bestimmte Personen, Einstellungen, Situationen oder Gegenstände richten. Für Marneros ist es allerdings nicht richtig, den Begriff der Misogynie zu verwenden, um die allgemeine Haltung der Männerwelt gegen die Frauenwelt zu beschreiben. Die Beziehung zwischen Männern und Frauen kollektiv als eine von Hass erfüllte Beziehung zu sehen, ist für den Autor nicht richtig. Einzelne Männer (in Ausnahmefällen einzelne Frauen) können Frauenhass hegen und sich im Internet zusammenschließen. Allerdings bleiben diese Frauenhasser immer Individualisten mit individuellen Lebensgeschichten und Problematiken. Fälschlicherweise werden Verhaltensweisen und Einstellungen, die von der Minderwertigkeit der Frau ausgehen und gegen die Gleichberechtigung sind, oft unter diesem Begriff zusammengefasst. Für den Autor Andreas Marneros hat das nichts mit wirklichem Hass zu tun. Gleichwertigkeitsverneiner argumentieren mit der ontologischen Minderwertigkeit der Frauen. Sie sehen ihre Unterlegenheit als von Gott bzw. einer höheren Instanz gegebenen Tatsache. Diese Verneiner der Gleichwertigkeit sind nicht voller Hass, Zorn oder Wut. Wirkliche Frauenhasser, Misogyne sind von sadistischen Wünschen und Fantasien getrieben und hegen in den schlimmsten Fällen sogar Todeswünsche.

Laut dem Autor ist ein Frauenhasser (ein Misogyn) gleichzeitig ein Verneiner der Gleichwertigkeit. Ein Gleichwertigkeitsverneiner kann aber in seltensten Fällen auch als Frauenhasser gesehen werden.2

Der Frauenhasser ist schwach und lädiert und traumatisch gekränkt, seinem oft herrischen und aggressiven Auftreten zum Trotz.

Er ist nicht selten ein Selbsthasser.

Und ein Opfer.

Opfer von sich selbst;

Opfer seiner Inkompetenz, zwischenmenschliche Beziehungen konstruktiv zu gestalten und positiv zu erleben;

Opfer seiner Unfähigkeit, Liebe anzunehmen und Liebe zu geben;

Opfer seiner problembeladenen Sexualität, die er nicht als gegenseitiges Geschenk erleben kann, oder gar seiner Unfähigkeit, Sexualität als positive zwischenmenschliche Beziehung zu begreifen;

Opfer seiner erhöhten Hassbereitschaft, die ihn zu einer selbstverschuldeten Einsamkeit führt;

Opfer seiner Überzeugung, dass andere verantwortlich sind für seine Lage – in erster Linie und zweifelsohne die Frauen.

Und er ist Opfer seines Glaubens, ein Opfer zu sein. 3

Toxische Männlichkeit

Frauenhass ist toxisch in zweierlei Hinsicht. Er ist giftig für die Frau auf physischer, psychischer und/oder sozialer Ebene und schädigend für die hassende Person selbst. „Toxisch“ stammt vom griechischen Wort „toxikón“. Das Wort „toxikón“ kommt vom Wort „tóxon“, bedeutete ursprünglich „der Bogen“ und später „der Pfeilbogen“. Der Begriff wurde Zusammen mit „Phármkon“, was so viel bedeutet wie Gift, verwendet. Daraus resultierte die Wortkombination „Phármakon toxikón“, die „vergifteten Pfeile“. Diese vergifteten Pfeile zielen von Frauenhassern und Gleichwertigkeitsverneinern auf Frauen ab. In diesem Zusammenhang wird von der „toxischen Männlichkeit“ gesprochen. Marneros definiert „toxische Männlichkeit“ mit diskriminierendem, übergriffigem und in extremen Fällen von gewalttätigem Auftreten von Männern gegenüber Frauen bzw. gegenüber Männern. 4

Im Text wurde die Misogynie-Forscherin Kate Manne mit folgendem Zitat genannt: 

Man muss auch nicht unbedingt ein Mann sein, um misogyn zu sein: Auf Frauen kann diese Charakterisierung ebenso zutreffen wie übrigens auch auf nichtbinäre Menschen.

Der Autor stellt klar, dass die Forscherin beim Begriff der Misogynie nicht zwischen Frauenhass und Gleichberechtigungsverneinung unterscheidet.5

In meiner Masterarbeit könnte ich kurz auf dieses Thema eingehen. Eventuell findet es Anwendung in der Arbeit selbst oder als wichtiger Begriff bei den Definitionen am Anfang. Falls ich näher auf diese Thematik eingehen möchte, brauche ich natürlich mehr Literatur und mehrere Autor*innen, die darüber schreiben. 

1 (vgl. Marneros 2024, S.27-31)

2 (vgl. Marneros 2024, S.35)

(Marneros 2024, S.37)

4 (vgl. Marneros 2024, S.32)

5 (vgl. Marneros 2024, S.34)

Literaturangabe:

Marneros, Andreas: Bitterer als der Tod ist die Frau. Die Angst des Mannes vor der Gleichberechtigung. Haale: Mitteldeutscher Verlag GmbH 2024

Road to M.A. 3: Literature pt2.

Book 3

Donnenberg, Wilbirg: Frauen und Wahnsinn im Film. Filmschau  17. Bis 30. April 1998; Symposion 18. Und 19. April 1998. Wien: Sixpack 1998

Overview:

The book Frauen und Wahnsinn im Film (Women and Madness in Film), written by Wilbirg Donnenberg, was part of a symposium held in April 1998 in Vienna. The text explores the representation of women and madness in film, addressing how mental illness and psychological distress are portrayed, particularly in relation to female characters.

Questions:

  1. How does Donnenberg analyze the portrayal of women and madness in film?
  2. How does the book connect representations of madness to broader social and cultural issues, particularly gender?
  3. Does the book offer any critical perspective on the historical treatment of women in cinema, especially in relation to mental health?
  4. Is there an intersectional approach in the analysis of women and madness in these films?

Read:

Donnenberg provides an insightful exploration of the portrayal of women in a psychological or mentally disturbed state in cinema. She examines films from various periods and genres, considering how mental illness is framed within gendered narratives. She critiques the way women’s mental health issues are often depicted in a sensationalized or stereotypical manner, sometimes reinforcing negative cultural perceptions of women’s psychological experiences.

The book also delves into the socio-cultural implications of portraying women in this way. The selection of films referenced in the text includes both famous and obscure titles. While these films vary in style and genre, the common thread is how they use mental illness as a lens through which to examine women’s roles in society.

Recite:

Donnenberg’s analysis emphasizes that the portrayal of women and madness in film is not just a question of individual psychological pathology, but also a reflection of cultural and societal anxieties about women’s roles.

The book provides an in-depth look at how these portrayals have evolved over time, from early film depictions of women as the ‘madwoman in the attic’ to more contemporary portrayals that engage with themes of agency and self-determination. Donnenberg’s critical eye is also focused on how feminist theory has influenced and challenged these portrayals.

Review:

The text is logically structured, moving from an analysis of early film representations of women and madness to more recent developments in cinema. The book’s structure is straightforward, with a clear division between the theoretical discussion and film examples. However, the book could benefit from a more explicit discussion of its theoretical framework. Her insights are valuable, particularly for those interested in the intersection of gender, mental illness, and film. However, the text could have delved deeper into the socio-cultural impact of these representations, particularly in the context of modern feminist discourse. The style of writing is academic and critical, suitable for a scholarly audience, but might be inaccessible to readers without a background in film theory or feminist studies. It’s filled with a lot of analysis.

Wilbirg Donnenberg is an expert in the field of film studies, particularly in the areas of gender, representation, and the intersection of mental illness and cinema. Her academic background and focus on feminist theory suggest a deep understanding of how films portray gender and mental health. However, her expertise might be more specifically rooted in feminist film criticism and the portrayal of women in cinema rather than in a broader spectrum of film theory.

The structure of Wilbirg Donnenberg’s text, „Frauen und Wahnsinn im Film,“ appears to follow a scholarly format that emphasizes critical analysis and the exploration of themes related to gender and mental illness in cinema.

The quality of the content is likely high.

In terms of style, it’s formal and analytical, clearly aimed at an academic audience. The language might be overwhelming at times, using specialized terminology from film theory and feminist studies.

Is it useful for me?

This book is not very useful for my research purposes, but still Donnenberg’s analysis is valuable in understanding how societal views on women and mental health are reflected in cinema.

Source 4