8.Impuls: Musik Video von Mike Shinoda

Da ich meine Masterarbeit über Motion Design schreiben werde, bin ich stets auf der Suche nach inspirierenden Werken, die innovative Techniken und einzigartige Stile präsentieren. Vor Kurzem stieß ich auf das Musikvideo „Make it up as i gol“ von Mike Shinoda, das vom spanischen Mixed-Media-Regisseur Antoni Sendra, auch bekannt als Podenco, kreiert wurde. Dieses Video beeindruckte mich durch seine kreativen Animationstechniken und den markanten Einsatz von Papier-Collage-Effekten. In diesem Beitrag möchte ich die spezifischen Stilmerkmale des Videos analysieren und untersuchen, wie sie charakteristisch für Sendras Gesamtwerk sind.

Analyse der Animationstechniken und Papier-Collage-Effekte

Das Musikvideo besticht durch eine dynamische Mischung aus Stop-Motion-Animation und Papier-Collage-Techniken. Durch die Verwendung von ausgeschnittenen Papierfragmenten, die in verschiedenen Ebenen und Perspektiven angeordnet sind, entsteht ein lebendiger, handgemachter Look. Diese Technik verleiht dem Video eine taktile Qualität, die an traditionelle Collagen erinnert, jedoch durch die Animation eine zusätzliche Dimension erhält.

Die Stop-Motion-Animation ermöglicht es, statische Papierstücke zum Leben zu erwecken, indem sie frameweise bewegt und fotografiert werden. Dies erfordert eine präzise Planung und Geduld, da jede kleine Bewegung manuell angepasst werden muss. Die Kombination dieser Technik mit digitalen Effekten schafft eine nahtlose Integration von analogen und digitalen Elementen, was dem Video seinen einzigartigen Stil verleiht.

Antoni Sendras Stil

Um den Stil des Videos besser zu verstehen, habe ich Antoni Sendras Website Podenco.tv besucht. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine vielseitige Anwendung von Mixed-Media-Techniken aus, bei denen er geschickt analoge und digitale Methoden kombiniert. Ein wiederkehrendes Motiv in seinen Projekten ist die Verwendung von handgefertigten Materialien, die er mit modernen Animationstechniken verbindet, um einzigartige visuelle Erlebnisse zu schaffen.

In Projekten wie dem „Twitter Brand Refresh Launch Video“ oder dem Musikvideo für Mike Shinoda zeigt Sendra seine Fähigkeit, verschiedene Medien zu verschmelzen und dabei eine kohärente visuelle Sprache zu entwickeln. Sein Stil ist geprägt von einer spielerischen Herangehensweise, bei der er traditionelle Techniken neu interpretiert und in zeitgenössische Kontexte einbettet.

Vertiefung in den Stil

Als jemand, der tiefer in diesen Stil eintauchen möchte, ist es empfehlenswert, mit analogen Materialien zu experimentieren. Das Erstellen von physischen Collagen aus Papier, Textilien oder anderen Materialien kann ein besseres Verständnis für Texturen, Komposition und Raum vermitteln. Die anschließende Digitalisierung dieser Werke und die Integration in Animationssoftware wie Adobe After Effects ermöglicht es, die analogen und digitalen Welten zu verbinden und eigene Mixed-Media-Projekte zu realisieren.

Zudem ist es hilfreich, die Arbeiten von Künstlern wie Antoni Sendra zu studieren und zu analysieren. Durch das Zerlegen ihrer Werke in einzelne Komponenten kann man die zugrunde liegenden Techniken und Prozesse besser nachvollziehen und für eigene Projekte adaptieren.

Fazit

Antoni Sendras Musikvideo „Make it up as i go” ist ein beeindruckendes Beispiel für die kreative Anwendung von Papier-Collage-Effekten und Mixed-Media-Techniken im Motion Design. Sein einzigartiger Stil, der analoge und digitale Elemente harmonisch vereint, bietet wertvolle Inspiration für angehende Motion-Designer. Durch das Experimentieren mit verschiedenen Medien und Techniken kann man seine eigenen Fähigkeiten erweitern und neue, innovative Ansätze im Bereich des Motion Designs entwickeln.

7.Impuls: KI Video Erstellung

Künstliche Intelligenz revolutioniert die Kreativbranche – von der Bildgenerierung bis hin zu komplexen Animationen. In einem aktuellen Uni-Projekt experimentiere ich mit einem faszinierenden Workflow: Bilder mit Midjourney erstellen, sie mit Hailuo AI animieren und daraus ein komplettes Video produzieren. In diesem Blogbeitrag teile ich meine Erfahrungen, analysiere die Vor- und Nachteile dieses Ansatzes und gebe einen Einblick in die Zukunft der KI-gestützten Animation.

1. Bildgenerierung mit Midjourney

Midjourney hat sich als eines der leistungsfähigsten Tools für KI-generierte Bilder etabliert. Durch präzise Prompts lassen sich beeindruckende, hyperrealistische oder stilisierte Grafiken erstellen, die sich perfekt für Animationen eignen.

Pro’s:

+ Unbegrenzte kreative Möglichkeiten: Mit den richtigen Prompts kann man nahezu jeden Stil und jede visuelle Welt erschaffen.
+Hohe Qualität: Die Bilder sind detailreich, scharf und oft auf einem Niveau, das von Hand illustrierte Werke herausfordert.
+ Schnelligkeit: Innerhalb von Minuten kann man ganze Bildserien generieren.

Con’s:

Konsistenzproblem: Charaktere und Umgebungen sehen bei jeder neuen Generierung leicht anders aus, was für eine flüssige Animation hinderlich sein kann.
Eingeschränkte Kontrolle: Feine Details oder Korrekturen müssen manuell nachbearbeitet werden.
–  Stilbruch-Gefahr: Die KI interpretiert jeden Prompt eigenständig, was zu unerwarteten Variationen führt.

2. Hailuo AI: Die Brücke zwischen Bild und Bewegung

Sobald die Bilder fertig sind, kommt Hailuo AI ins Spiel. Diese KI ermöglicht es, statische Bilder in flüssige Animationen zu verwandeln, indem sie Bewegungsmuster extrapoliert und Übergänge berechnet.

Der Workflow:

  1. Bilder hochladen: Die Midjourney-Bilder werden in Hailuo AI importiert.
  2. Bewegung definieren: Man kann vorgefertigte Motion-Patterns nutzen oder eigene Einstellungen vornehmen.
  3. Animation generieren: Hailuo AI verwandelt das Bild in eine fließende Sequenz.
  4. Post-Processing: Falls nötig, werden in einem zusätzlichen Schritt Anpassungen in After Effects oder ähnlicher Software vorgenommen.

Pro’s:

Automatisierte Animation: Kein aufwändiges Frame-by-Frame-Design nötig.
+ Zeitsparend: Innerhalb weniger Minuten lassen sich Animationen erstellen.
+ Weiche Bewegungen: Besonders organische Effekte wie Wind in Haaren oder sanfte Kamerafahrten sehen beeindruckend aus.

Con’s:

Bewegungsunschärfen & Artefakte: Bei komplexen Bewegungen entstehen gelegentlich Verzerrungen.
Begrenzte Kontrolle: Die KI bestimmt die Bewegungsmuster – Eingriffe sind nur bedingt möglich.
Nicht für alle Animationstypen geeignet: Dynamische Action-Szenen oder realistische Gesichtsausdrücke sind noch schwierig umzusetzen.

3. Die finale Produktion: Alles zusammenfügen

Der letzte Schritt besteht darin, die animierten Sequenzen zu einem stimmigen Video zusammenzufügen. Hier kommen klassische Editing-Programme wie Premiere Pro oder DaVinci Resolve ins Spiel, um die Szenen zu schneiden, Übergänge zu optimieren und eventuell noch Soundeffekte sowie Musik hinzuzufügen.

Pro’s:

+ Visuell beeindruckend: Das Endergebnis kann wie ein hochwertiger animierter Kurzfilm wirken.
+ Effektiver Workflow: Im Vergleich zur traditionellen Animation spart man enorm viel Zeit.
+ Perfekt für atmosphärische Szenen: Besonders für cinematische Sequenzen oder stilisierte Animationen funktioniert die Methode sehr gut.

Con’s:

+ Noch nicht auf Hollywood-Niveau: Für High-End-Produktionen fehlen noch einige technische Verfeinerungen.
+ Eingeschränkte Interaktion zwischen Charakteren: Natürliche Gesten oder Dialoge sind schwer realisierbar.
+ Abhängigkeit von KI-Tools: Änderungen sind schwieriger umzusetzen als bei herkömmlicher Animation.

4. Fazit: KI-Animation – eine Revolution mit Grenzen

Die Kombination aus Midjourney für die Bildgenerierung und Hailuo AI für die Animation zeigt, dass KI die Art und Weise, wie wir animieren, fundamental verändert. Die Geschwindigkeit und Qualität sind beeindruckend, aber es gibt auch Herausforderungen – insbesondere in Bezug auf Konsistenz und Kontrolle über die Bewegung.

Für bestimmte Projekte, wie ästhetische Kurzfilme, künstlerische Animationen oder Konzeptvisualisierungen, ist diese Methode bereits eine echte Alternative zur klassischen Animation. Doch für komplexe Charakteranimationen oder interaktive Elemente stößt sie aktuell noch an ihre Grenzen.

Die Frage ist nicht mehr, ob KI die Animation beeinflussen wird, sondern wie schnell sie sich weiterentwickelt. Vielleicht sind wir nur wenige Monate davon entfernt, dass KI-gestützte Animation vollständig nahtlos und interaktiv wird. Bis dahin bleibt es ein spannendes Experimentierfeld – und genau das macht es so aufregend!

6.Impuls: Tutorial – HOW To Learn Motion Design In 2024 From ZERO

In der dynamischen Welt des Motion Designs stehen angehende Designer oft vor der Herausforderung, den richtigen Einstieg zu finden. Das YouTube-Video „HOW To Learn Motion Design In 2024 From ZERO“ bietet einen umfassenden Leitfaden für alle, die von Grund auf in dieses faszinierende Feld eintauchen möchten.

Das Video beginnt mit der Betonung der Bedeutung von Grundlagen. Bevor man sich in komplexe Projekte stürzt, ist es essenziell, ein solides Fundament in Designprinzipien wie Komposition, Farbtheorie und Typografie zu erwerben. Diese Elemente bilden das Rückgrat jedes erfolgreichen Motion-Design-Projekts und sollten daher nicht übersehen werden.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Beherrschung der Software. Programme wie Adobe After Effects, Cinema 4D und Blender sind in der Branche weit verbreitet. Das Video empfiehlt, sich zunächst auf ein Programm zu konzentrieren und dessen Funktionen gründlich zu erlernen, bevor man zu weiteren übergeht. Dies verhindert Überforderung und ermöglicht ein tieferes Verständnis der Werkzeuge.

Die Kreativität spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Das Video ermutigt dazu, regelmäßig Inspiration zu suchen, sei es durch das Ansehen von Arbeiten etablierter Designer, das Studieren von Kunst oder das Beobachten der Natur. Diese Einflüsse können dabei helfen, den eigenen Stil zu entwickeln und innovative Ideen zu generieren.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Bedeutung von Feedback. Es wird betont, wie wichtig es ist, die eigenen Arbeiten mit anderen zu teilen und konstruktive Kritik einzuholen. Dies kann durch die Teilnahme an Online-Communities, Foren oder lokalen Designgruppen geschehen. Durch den Austausch mit Gleichgesinnten erhält man wertvolle Perspektiven und kann seine Fähigkeiten kontinuierlich verbessern.

Die Praxis steht im Mittelpunkt des Lernprozesses. Das Tutorial schlägt vor, regelmäßig kleine Projekte zu erstellen, um das Gelernte anzuwenden und zu festigen. Dies könnten kurze Animationen, Logo-Designs oder sogar persönliche Projekte sein, die das eigene Portfolio bereichern. Durch kontinuierliches Üben entwickelt man nicht nur technische Fertigkeiten, sondern auch ein besseres Verständnis für Timing und Rhythmus in Animationen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Anpassungsfähigkeit. Die Welt des Motion Designs entwickelt sich ständig weiter, mit neuen Trends, Techniken und Tools. Das Video empfiehlt, stets offen für Neues zu sein und sich regelmäßig über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Dies kann durch das Lesen von Fachzeitschriften, das Besuchen von Workshops oder das Anschauen von Tutorials geschehen.

Abschließend wird in dem Video betont, dass Geduld und Ausdauer am wichtigsten ist, um im Lernprozess weiterzukommen. Motion Design ist ein komplexes Feld, und es ist normal, auf Herausforderungen zu stoßen. Wichtig ist, nicht aufzugeben und kontinuierlich an den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten. Mit der Zeit und durch konsequente Anstrengung werden Fortschritte sichtbar, und der Weg zum versierten Motion Designer wird greifbar.

Zusammenfassend bietet das Video einen klaren und strukturierten Fahrplan für alle, die eine Karriere im Motion Design anstreben. Durch die Betonung von Grundlagen, kontinuierlichem Lernen und praktischer Anwendung legt es den Grundstein für langfristigen Erfolg in diesem kreativen Bereich.

28 // Do Music Videos Still Matter?

Der Artikel „Do Music Videos Still Matter?“ von Jubran Haddad, veröffentlicht am 28. Februar 2024 auf How Music Charts, untersucht die Relevanz von Musikvideos in einer von Kurzform-Inhalten dominierten Medienlandschaft.

Die goldene Ära der Musikvideos und der digitale Wandel

In den 2010er-Jahren erlebten Musikvideos einen Höhepunkt, maßgeblich beeinflusst durch Plattformen wie YouTube und Vevo. Videos wie „Despacito“ von Luis Fonsi und Daddy Yankee (2017) mit über 8,39 Milliarden Aufrufen, Ed Sheerans „Shape of You“ (2017) mit 6,21 Milliarden und „See You Again“ von Wiz Khalifa und Charlie Puth (2015) mit 6,19 Milliarden Aufrufen dominierten diese Ära. Diese Werke prägten die Popkultur nachhaltig. Mit dem Aufstieg von Streaming-Diensten wie Spotify hat sich jedoch das Konsumverhalten verändert. Eine Analyse der meistgestreamten Titel auf Spotify im Jahr 2023 zeigt, dass 36 der Top-40-Titel aus den Jahren 2022 und 2023 begleitende Musikvideos hatten. Diese Videos erzielten durchschnittlich 374 Millionen Aufrufe, während die entsprechenden Tracks im Schnitt 1,1 Milliarden Streams verzeichneten – eine Differenz von 731 Millionen. Dies deutet auf eine Verschiebung der Rolle von Musikvideos hin.

Genre-spezifische Unterschiede in der Rezeption von Musikvideos

Die Bedeutung von Musikvideos variiert je nach Musikgenre. Im Latin-Genre bleiben Musikvideos auf Plattformen wie YouTube konstant beliebt. Beispielsweise erreichte „TQG“ von Karol G und Shakira in den ersten zwei Wochen nach Veröffentlichung 181,9 Millionen Aufrufe und wurde damit zum meistgesehenen Musikvideo des Jahres 2023. Im K-Pop sind aufwendig produzierte Musikvideos ein zentrales Element der Vermarktung. Neun der zehn meistgesehenen YouTube-Videos innerhalb von 24 Stunden stammen von K-Pop-Künstlern wie BTS und BLACKPINK. BTS‘ „Butter“ stellte 2021 mit 108,2 Millionen Aufrufen in den ersten 24 Stunden einen Rekord auf. Veröffentlichungen wie „Seven“ von Jung Kook feat. Latto erreichten innerhalb einer Woche 86,4 Millionen Aufrufe und übertrafen innerhalb eines Monats etablierte Pop-Acts wie Taylor Swift.

Herausforderungen und Kritik in der Popmusik

Im Pop-Genre hingegen scheint die Bedeutung von Musikvideos abzunehmen. Obwohl Titel wie Miley Cyrus‘ „Flowers“ beeindruckende Aufrufzahlen verzeichnen, bevorzugen viele Hörer:innen mittlerweile Streaming-Plattformen für den Musikkonsum. Kritiker:innen bemängeln, dass aktuelle Pop-Musikvideos oft uninspiriert und mit geringem Budget produziert sind, was es Künstler:innen erschwert, innovativ zu sein und das Publikum zu fesseln.

Zukunftsperspektiven

Trotz dieser Herausforderungen bleibt das Musikvideo ein wichtiges Medium für künstlerischen Ausdruck und Markenbildung. Es bietet einzigartige visuelle Erlebnisse, die durch Audio allein nicht vermittelt werden können. Um die Relevanz von Musikvideos zu erhalten, sollten Künstler:innen und Labels verstärkt in die Entwicklung von Talenten investieren, kreative Inhalte fördern und traditionelle Medienkanäle unterstützen. Die Musikindustrie hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sich an veränderte Konsumgewohnheiten anpassen kann, und es ist möglich, dass Musikvideos in Zukunft wieder an Bedeutung gewinnen.

Fazit

Musikvideos haben nach wie vor einen festen Platz in der Musikindustrie, auch wenn ihre Rolle je nach Genre und Publikum variiert. Während einige Genres wie Latin und K-Pop weiterhin stark auf visuelle Inhalte setzen, hat sich der Konsum in anderen Bereichen zugunsten von Audio-Streaming verschoben. Dennoch bieten Musikvideos Künstler:innen die Möglichkeit, ihre Geschichten visuell zu erzählen und eine tiefere Verbindung zu ihrem Publikum aufzubauen. Die kontinuierliche Anpassung an neue Technologien und Plattformen wird entscheidend sein, um die Relevanz von Musikvideos in der modernen Musiklandschaft zu sichern.

Literatur

Haddad, Jubran. „Do Music Videos Still Matter?“ How Music Charts, 28. Februar 2024. https://hmc.chartmetric.com/do-music-videos-still-matter/

27 // Musikvideos und soziale Medien

Die zunehmende Verflechtung von Musikvideos mit sozialen Medien hat die Art und Weise, wie Musik visuell präsentiert und rezipiert wird, grundlegend verändert. In seinem Kapitel Music Video Meets Social Media: Intertextuality, New Aesthetics, and the Development of New Practices untersucht Eduardo Viñuela diese Transformation und analysiert die intertextuellen Beziehungen zwischen Musikvideos und nutzergenerierten Inhalten auf Plattformen wie YouTube, TikTok und Instagram (Viñuela 2024, 41).

Die Evolution des Musikvideos in der digitalen Medienlandschaft

Während Musikvideos traditionell als audiovisuelle Erweiterung eines Songs fungierten, sind sie heute Teil eines dynamischen digitalen Ökosystems, in dem Nutzer:innen aktiv an der Reproduktion und Modifikation der Inhalte beteiligt sind. Durch die wachsende Bedeutung von Social Media entwickeln sich neue Formen der Intertextualität, die nicht nur den Produktionsprozess beeinflussen, sondern auch die Ästhetik und Distribution von Musikvideos (Viñuela 2024, 44). Diese Entwicklung führt dazu, dass sich die Grenzen zwischen offiziellen und nutzergenerierten Inhalten zunehmend verwischen. Künstler:innen greifen verstärkt auf virale Trends zurück oder binden Memes in ihre offiziellen Musikvideos ein. Zum Beispiel beschreibt das Konzept von Henry Jenkins‘ „Convergence Culture“ (2006), wie verschiedene Medienformate miteinander verschmelzen und eine neue Form der Partizipation ermöglichen (Jenkins 2006, 95).

Intertextualität und die Ästhetik sozialer Medien

Ein zentrales Merkmal der neuen Musikvideoästhetik ist die Anpassung an das visuelle und narrative Format sozialer Medien. Vertikale Videos, die früher als fehlerhaft galten, stellen mittlerweile ein Standardformat für mobile Plattformen dar (Elleström 2020, 4). Viele Künstler:innen veröffentlichen offizielle vertikale Versionen ihrer Musikvideos, um sie für Instagram Stories oder TikTok optimiert zu präsentieren. Eine weitere wichtige ästhetische Entwicklung ist die zunehmende Nutzung von „Split-Screen“. Diese ursprünglich von TikTok populär gemachte Funktion erlaubt es Nutzer:innen, eigene Performances neben bereits bestehenden Videos zu platzieren, wodurch eine neue Form der interaktiven Intertextualität entsteht (Lacasse 2018, 44). Auch prominente Künstler:innen wie Mariah Carey oder Metallica haben sich dieser Technik bedient, indem sie auf TikTok mit Fans oder fiktionalen Charakteren aus populären Serien interagierten (Viñuela 2024, 50). Zudem haben sich durch soziale Medien neue Praktiken der Audiomanipulation etabliert. Besonders beliebt sind „sped-up“ Versionen von Songs, die durch künstliches Beschleunigen oder Verlangsamen eine neue klangliche und visuelle Ästhetik erzeugen. Musiklabels haben diesen Trend erkannt und veröffentlichen mittlerweile offizielle „sped-up“ oder „slowed + reverb“ Versionen von Songs, die sich an der Ästhetik populärer TikTok-Clips orientieren (Jost 2020, 34).

Strategien der Musikvermarktung und Fankultur

Musikvideos werden zunehmend als transmediale Erzählformen konzipiert, die nicht isoliert betrachtet werden können. Stattdessen sind sie Teil umfassender digitaler Marketingkampagnen, in denen Fans aktiv in den Entstehungsprozess einbezogen werden. Social-Media-Plattformen ermöglichen es Künstler:innen, vor der offiziellen Veröffentlichung eines Musikvideos Teaser-Clips, Challenges oder exklusive Behind-the-Scenes-Aufnahmen zu teilen, um die Community zu mobilisieren (Jenkins 2007).

Ein besonders prominentes Beispiel für diese Art der strategischen Fan-Einbindung sind virale Tanz-Challenges. Jennifer Lopez und Olivia Rodrigo haben gezielt kurze Videoausschnitte ihrer Songs verbreitet und Fans dazu animiert, eigene Tanzinterpretationen zu erstellen (Viñuela 2024, 55). Diese Art der Partizipation stärkt nicht nur die Bindung zwischen Künstler:in und Publikum, sondern trägt auch zur massiven Verbreitung des Musikvideos bei.

Die Zukunft des Musikvideos in der Ära der sozialen Medien

Die Analyse von Viñuela (2024) zeigt, dass Musikvideos heute nicht mehr nur als Werbeformat für einen Song fungieren, sondern als eigenständige Kunstform, die tief in die digitale Kultur eingebettet ist. Die Grenzen zwischen offiziellen Produktionen und nutzergenerierten Inhalten verschwimmen immer weiter, und Musikvideos sind zunehmend Teil eines interaktiven Netzwerks aus Remixes, Referenzen und transmedialen Strategien. Die zunehmende Digitalisierung und die Integration sozialer Medien in die Musikproduktion werden auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Musikvideos profitieren nicht nur von neuen Technologien, sondern auch durch den kreativen Input der Online-Community der stetig weiterentwickelt wird (Korsgaard 2017, 110).

Literatur

Elleström, Lars. Transmediation: Some Theoretical Considerations. New York: Routledge, 2020.

Jenkins, Henry. Convergence Culture: Where Old and New Media Collide. New York: New York University Press, 2006.

Jenkins, Henry. „Transmedia Storytelling 101.“ Pop Junctions, 22. März 2007. https://henryjenkins.org/blog/2007/03/transmedia_storytelling_101.html.

Jost, Christofer. Integrated Pop: Intertextuality, Music Video, and Transmedia Production Modes in Popular Music. London: Bloomsbury, 2020.

Korsgaard, Mathias Bonde. Music Video after MTV: Audiovisual Studies, New Media, and Popular Music. London: Routledge, 2017.

Lacasse, Serge. „Toward a Model of Transphonography.“ In The Pop Palimpsest: Intertextuality in Recorded Popular Music, herausgegeben von Lori Burns und Serge Lacasse, 9–60. Ann Arbor: University of Michigan Press, 2018.

Viñuela, Eduardo. „Music Video Meets Social Media: Intertextuality, New Aesthetics, and the Development of New Practices.“ In Aesthetic Amalgams and Political Pursuits: Intertextuality in Music Videos, herausgegeben von Tomasz Dobrogoszcz, Agata Handley und Tomasz Fisiak, 41–60. New York: Bloomsbury Academic, 2024.

#10 Inhaltsverzeichnis?

Hier mein vorübergehendes Inhaltsverzeichnis für meine Masterarbeit mit dem vorläufigen Titel „Framing Motion. Die Kunst der Tanzvideografie“.

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
    • Problemstellung
    • Zielsetzung und Fragestellung
    • Methodisches Vorgehen
  • Theoretischer Rahmen
    • Tanz und Film: Ein Spannungsfeld zwischen Linearität und Nicht-Linearität
    • Immersives Storytelling: Definition und Anwendungsmöglichkeiten
    • Farbgestaltung und Bildkomposition: Theorien und Praxis
    • Montage und Rhythmus: Die Verbindung von Bewegung und Schnitt
  • Stand der Forschung
    • Analyse bestehender Tanzfilme
    • Best-Practice-Beispiele und deren Besonderheiten
      • Step Up Filme
      • Black Swan
      • Dirty Dancing
  • Konzeption des Tanzfilms
    • Entwicklung der Shotlist und des StoryboardsFarbkonzept und Stilisierung
    • Integration von Tanzstilen
      • Möglichkeiten
      • Herausforderungen
  • Umsetzung
    • Vorbereitung und Drehplanung
    • Produktion: Kameraarbeit und Choreografie
    • Postproduktion
      • Schnitt
      • Color Grading
  • Analyse und Reflexion
    • Wirkung der filmischen Mittel auf die Wahrnehmung von Tanz
    • Vergleich mit bestehenden Tanzfilmen
    • Erkenntnisse und Ausblick
  • Fazit
  • Literaturverzeichnis

Bisheriges Literaturverzeichnis:

Hier liste ich jegliche Literatur an, die ich zum jetzigen Zeitpunkt auch in mein Exposé für das Masterarbeits-Thema gebe. Heißt diese Literatur wird die Basis der Arbeit oder sicher erwähnt werden. Jedoch habe ich viel mehr Literatur zur Recherche gefunden und auch welche ich in der finalen wissenschaftlichen Arbeit benutzen möchte, jedoch wäre es zu viel hier mein aktuelles Literaturverzeichnis komplett aufzulisten.


Arendell, Telory/Barnes, Ruth: Dance’s Duet with the Camera. Motion Pictures. London: Springer 2016

Brannigan, Erin: Dancefilm. Choreography and the Moving Image. New York: Oxford Univ. Press 2011

Flatt, Kate: Movement Direction. Developing Physical Narrative for Performance. UK: Crowood Press 2022

Haine, Charles: Color Grading 101. Getting Started Color Grading for Editors, Cinematographers, Directors, and Aspiring Colorists. New York/London: Routledge 2019

Hurkman, Alexis Van: Color Correction Look Book. Creative Grading Techniques for Film and Video. San Francisco: Peach Pit 2013

Katz, Steven D.: Film Directing, Cinematic Motion. A Workshop for Staging Scenes. 2. Aufl. Kalifornien: Michael Wiese 1998

Köhler, Kristina: Der tänzerische Film. Frühe Filmkultur und moderner Tanz. Marburg: Schüren 2018

Mitoma, Judith: Envisioning dance on film and video. New York/London: Routledge 2002

Rosiny, Claudia (14.02.2018): Videotanz. Kennzeichen und Konzepte eines intermedialen Genres und seiner filmhistorischen Vorläufer. URL: https://nachdemfilm.de/issues/text/videotanz (zuletzt abgerufen am 05.12.2024)

Rosiny, Claudia: Tanz Film. Intermediale Beziehungen zwischen Mediengeschichte und moderner Tanzästhetik. Bielefeld: transcript 2013, E-Book

Spain, Louise: Dance on Camera. A Guide to Dance Films and Videos. USA: Scarecrow Press 1998

Wikipedia. Die freie Ezyklopädie (10.12.2023), s.v. Tanzfilm, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tanzfilm&oldid=240070512 (zuletzt aufgerufen am 04.11.2024)

IMPULS // 08 „Cellophane“ von FKA Twigs

Die Symbolik des Musikvideos

„Cellophane“ ist ein Lied von FKA Twigs aus ihrem zweiten Studioalbum „Magdalene“ (2019). Die Lyrics thematisieren eine verletzliche Frau, die sich in einer komplexen Beziehung befindet und verzweifelt versucht, die Verbindung zu retten, obwohl ihre Bemühungen von der Öffentlichkeit nicht unterstützt werden und ihr Partner nicht darauf eingeht. Die Metapher des „Cellophanes“ – eine durchsichtige, fragile Plastikfolie – spielt auf die zerbrechliche und durchsichtige Natur der Gefühlswelt der Protagonistin an. Im Musikvideo wird diese Metapher auf verschiedene Weisen visuell aufgegriffen. Die visuelle Darstellung zeigt die Künstlerin FKA Twigs in einer Tanzperformance. Es zeigt Twigs, wie sie Pole Dance vor einem unsichtbaren Publikum ausführt, dabei an der Stange emporsteigt, um ein großes fliegendes Wesen zu treffen, das ihr Gesicht trägt, und schließlich in eine Art „Unterwelt“ fällt. Dort wird sie von zwei weiblichen Wesen mit Ton bedeckt.

Produktion und Regie

Das Video wurde unter der Regie von Andrew Thomas Huang gedreht, der für seine surrealen Videos bekannt ist. Huang beschrieb das Video als „Bild ihrer Aufstiege und dem Fall durch ein Bild von sich selbst“. Es wurde von Pitchfork zum besten Musikvideo des Jahres 2019 gewählt (Wikipedia, 2024). FKA Twigs ist nicht nur Sängerin, sondern auch Tänzerin und Choreografin. Die Zusammenarbeit mit den technischen Aspekten der Produktion, wie der Kameraführung und der Beleuchtung, ist für die Effektivität des Musikvideos entscheidend. Die Kamera bewegt sich durch die Szenen, folgt den Bewegungen der Tänzerin und verstärkt so das Gefühl der Intimität und Fragilität. Ein weiteres Element ist die Beleuchtung: Sie ist minimalistisch und dramatisch, wodurch die Figur der Protagonistin stark in den Vordergrund tritt. Der Einsatz von Schatten und Licht sorgt für eine surrealistische Atmosphäre. Die Choreografie des Videos, die von FKA Twigs selbst entwickelt wurde, spielt eine zentrale Rolle in der Darstellung der emotionalen und körperlichen Auseinandersetzung der Protagonistin. FKA Twigs, die auch als Tänzerin ausgebildet ist, nutzt ihre Expertise, um den Tanz als eine visuelle Metapher für die innere Reise der Protagonistin zu verwenden. In einer Erklärung zur Veröffentlichung von „Cellophane“ gab Twigs bekannt, dass sie über ein Jahr lang Pole Dance gelernt hatte, bevor das Musikvideo gedreht wurde, um ihre Vision für das Video zu verwirklichen (Wikipedia, 2024).

3D

Im Musikvideo zu „Cellophane“ von FKA Twigs wird auch die Verwendung von 3D-Elementen eingesetzt. Der 3D-Part des Videos ist sowohl technisch als auch symbolisch komplex und spielt eine entscheidende Rolle in der Schaffung der surrealen Welt. Ein Beispiel für den Einsatz von 3D-Technologie findet sich in der Szene, in der FKA Twigs in einem riesigen, transparenten Netz aus schimmernden Fäden gefangen ist. Dieses Netz ist nicht nur ein physisches Element, sondern auch eine digitale, computergenerierte Struktur. Das Netz wird durch digitale Effekte erzeugt, die es ermöglichen, mit der Perspektive und dem Raum zu spielen. Ein weiteres Element ist die Verwendung von 3D-Animationen, die während der Tanzsequenzen in den Raum integriert werden. Die digitalen Elemente, wie abstrakte geometrische Formen und amorphe, pulsierende Strukturen, interagieren mit den Bewegungen der Tänzerin. Der Effekt ist eine Verschmelzung von realer und digitaler Welt. Zusätzlich wird in mehreren Szenen eine digitale Verzerrung verwendet.

Relevanz

Das Musikvideo zu „Cellophane“ ist nicht nur sehr inspirierend und schön anzusehen, sondern ist auch ein starkes Statement: Der Tanz, die Regie und die emotionale Tiefe. Es geht nicht nur um Unterhaltung, sondern um Themen, die viele Frauen betreffen: Öffentliche Beurteilung und die Herausforderungen im privaten sowie auch im Berufsleben. Das Video ist ein weiterer Impuls für die Diskussion darüber, wie Frauen in der Musik- und Filmbranche immer noch mit spezifischen Hürden zu kämpfen haben.

Literatur

Wikipedia, „Cellophane (FKA Twigs song)“, zuletzt geändert am 20. November 2024, Zugriff am 07.Februar, 2025, https://en.wikipedia.org/w/index.phptitle=Cellophane_(FKA_Twigs_song)&oldid=1258507962 

26 // Musikvideos nach MTV

Musikvideos sind heute allgegenwärtig, insbesondere durch Plattformen wie YouTube und soziale Medien. Dennoch nimmt die akademische Forschung dieses Mediums oft nicht dieselbe prominente Stellung ein wie seine Popularität im kulturellen Diskurs. Mathias Bonde Korsgaards Buch Music Video After MTV: Audiovisual Studies, New Media, and Popular Music (2017) schließt diese Lücke, indem er Musikvideos nicht nur als kommerzielle Produkte betrachtet, sondern als eigenständige audiovisuelle Kunstform analysiert. Der Autor verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der Musikforschung, Medienwissenschaft und Kulturstudien verbindet.

Die Entwicklung des Musikvideos: Von MTV zur digitalen Ära

In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren spielten Musikvideos eine entscheidende Rolle in der Popkultur, insbesondere durch den Fernsehsender MTV. Mit dem Aufstieg des Internets und Plattformen wie YouTube erlebte das Musikvideo jedoch eine Transformation, die seine Produktions-, Distributions- und Rezeptionsweisen grundlegend veränderte. Korsgaard argumentiert, dass sich das Medium in einem „permanenten Zustand simultaner Krise und Erneuerung“ befinde: Während das klassische Musikvideo-Format in der Fernsehlandschaft an Relevanz verlor, erlebte es online eine zweite Blütezeit (Korsgaard 2017, 3).

Dieses Phänomen beschreibt er als „Post-Musikvideo“-Ära, in der neue Formen wie interaktive Videos, Musikvideo-Apps und nutzergenerierte Inhalte entstehen. Korsgaard zeigt auf, dass Musikvideos nicht nur als eigenständiges Medium zu betrachten sind, sondern dass sie zunehmend andere audiovisuelle Formate beeinflussen, von Film und Werbung bis hin zu digitalen Kunstprojekten.

Audiovisuelle Ästhetik und die „Musikalisierung der Vision“

Ein zentraler Beitrag des Buches ist Korsgaards Konzept der Musikalisierung der Vision. Während Musikvideos oft als visuelle Ergänzungen zu Songs wahrgenommen werden, argumentiert der Autor, dass das Zusammenspiel von Bild und Musik eine komplexere Beziehung aufweist. Die visuelle Gestaltung eines Musikvideos wird nicht nur durch das Narrativ oder die Ästhetik des Films, sondern durch die musikalische Struktur selbst geprägt (Korsgaard 2017, 62). Er illustriert dies anhand von Fallstudien zu Musikvideos von Künstlern wie Michel Gondry und Chris Cunningham, die audiovisuelle Techniken einsetzen, um musikalische Strukturen zu visualisieren. Zum Beispiel analysiert Korsgaard das Video zu Star Guitar von The Chemical Brothers, bei dem visuelle Elemente wie Landschaften und Bewegung strikt auf den Rhythmus der Musik abgestimmt sind (ebd., 73). Diese enge Verzahnung zwischen Ton und Bild unterscheidet das Musikvideo grundlegend von anderen audiovisuellen Medien wie dem Spielfilm. Während Filme oft auf lineare Erzählstrukturen setzen, arbeiten Musikvideos häufig mit assoziativen oder fragmentierten Bildern, die eher musikalische als narrative Prinzipien widerspiegeln.

Korsgaard argumentiert, dass Musikvideos in ihrer heutigen Form zunehmend hybride Räume schaffen, in denen verschiedene Medienformen miteinander verschmelzen. Dies zeigt sich besonders deutlich in interaktiven und immersiven Musikvideos, die auf digitalen Plattformen experimentelle audiovisuelle Erlebnisse ermöglichen (Korsgaard 2017, 144). Ein Beispiel hierfür ist das Musikvideo We Used to Wait von Arcade Fire, das als interaktive Web-Erfahrung konzipiert wurde. Durch die Nutzung von Google Maps und personalisierten Inhalten werden Zuschauer:innen in das Video eingebunden, wodurch eine neue Form der Medienrezeption entsteht (ebd., 106). Darüber hinaus thematisiert Korsgaard die Rolle von User-Generated Content, Remixen und viralen Trends, die dazu beitragen, dass Musikvideos nicht mehr als abgeschlossene Werke betrachtet werden, sondern als fluides, partizipatives Medium. Diese Entwicklung steht im Einklang mit der zunehmenden Medienkonvergenz, in der Grenzen zwischen Film, Musik, Werbung und Social Media immer weiter verschwimmen.

Relevanz der Musikvideoforschung in der digitalen Kultur

Korsgaards Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur akademischen Beschäftigung mit Musikvideos, indem es zeigt, dass diese weit mehr sind als bloße Werbeclips für Künstler:innen. Vielmehr handelt es sich um eine eigenständige Kunstform, die tief in die zeitgenössische Medienkultur eingebettet ist.

Mit seinem interdisziplinären Ansatz stellt Korsgaard eine Brücke zwischen Musik- und Medienwissenschaft her und liefert eine systematische Analyse der post-millennialen Entwicklung des Musikvideos. Besonders wichtig ist sein theoretischer Rahmen zur Audiovisualität, der es ermöglicht, Musikvideos nicht nur als visuelle Werke, sondern als komplexe mediale Phänomene zu verstehen. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden Hybridisierung audiovisueller Medien bleibt die Auseinandersetzung mit Musikvideos auch in Zukunft ein zentrales Thema in den Kultur- und Medienwissenschaften. Korsgaards Arbeit bietet eine fundierte Grundlage für weitere Forschungen und eröffnet neue Perspektiven auf ein Medium, das trotz seiner omnipräsenten Verfügbarkeit oft unterschätzt wird.

Literatur

Korsgaard, Mathias Bonde. Music Video After MTV: Audiovisual Studies, New Media, and Popular Music. New York: Routledge, 2017.

IMPULS #08 Luminous Flora

Project Team:
Dragana Maksimovic, Karolina Malec, Antonia Muszi, Bernadette Pößnicker, Katharina Rauch, Vanessa Stöckel, Stefanie Weber

Concept

Luminous Flora is a captivating, interactive installation that invites visitors to create their own personalized flower arrangements, combining creativity with advanced technology. By using a tablet interface, participants can select and arrange virtual flowers, choosing from various colors and shapes to craft a unique bouquet. The flowers are carefully designed in a 3D program, ensuring that they feel life-like, with textures, colors, and shapes that bring them to life in a digital space. The final creation is then projected onto an abstract custom-made polygonal bouquet, which adds a tangible, three-dimensional aspect to the digital design. This process not only merges art and technology but also empowers participants to explore their creative potential in a completely new way.

The original idea for this project was to collaborate with Blumen B&B, a florist business located in Eggenberg. The goal was to offer an innovative and engaging way for customers to interact with floral arrangements. Visitors could experiment with designing digital bouquets that reflected their personal tastes, providing inspiration for real-world bouquets. This interactive experience was aimed at sparking new ideas and interest in floral design, with the hope that visitors would translate their digital creations into real-world purchases. While the project’s initial concept also included printing a tangible version of each digital bouquet, this was eventually left out due to logistical challenges. Instead, the focus remained on the interactive and immersive nature of the installation, offering visitors a creative and engaging experience through digital technology.

The project highlights the fusion of art and technology, showcasing how digital design can be used to create an interactive, visually stunning experience. Through the use of a tablet interface, participants design their bouquets and see them projected in real-time onto a physical abstract flower bouquet. The app, developed using Protopie and Figma, served as the primary interface for user interaction, and the mapping and projection of the floral designs were achieved with the help of Resolume, ensuring that the digital flowers blended seamlessly into the physical object. The communication between the app and the projector was achieved using OSC messages, enabling the projected design to update in real-time as the user interacted with the tablet interface. This seamless integration of digital and physical elements created a unique experience.


Software and Tools:
App: Figma & Protopie
3D Flowers and Animations: Blender and Adobe After Effects
3D Flower Bouquet Model: Blender, Adobe Illustrator, Lasercutter
Mapping and Projection: Resolume
OSC Messages: Interaction between App and Projector
Physical Setup: Flower Bouquet Sculpture, Bouqet Stand, Bouqet Vase, Beamer Stand, Tablet Stand
Hardware: iPad, MacBook, Beamer, external router, HDMI Cables, power Cables

Project Workflow:
Concept Development
Design Process (App, 3D Flowers, physical Bouquet)
Software Implementation (Protopie, Resolume)
Construction of the Flower Bouquet Sculpture
Construction of the stands
Testing
Hardware Setup
Troubleshooting
Final Adjustments
Supervising and Restarting the Installation during the exhibition
Evaluation

Challenges and Solutions:
Communication and collaboration issues within the group
Technical issues with video rendering and file sizes
Overheating and insufficient airflow for MacBook (and Beamer)
Network connectivity problems (fixed with external router)

Reflection & Challenges

The development and execution of Luminous Flora involved multiple technological and artistic components. The app, which was created using Figma and Protopie, served as an intuitive interface for visitors to design their virtual bouquets. Through a drag-and-drop system, users could select flowers designed in Blender and After Effects, then customize them by changing colors and positions. These virtual bouquets were mapped and projected onto a custom-made polygonal 3D flower bouquet, which acted as the canvas for the projections. The Resolume software was used to map the flowers onto the physical structure, with OSC messages facilitating the communication between the tablet and the projector.

The flower visuals were created mainly in Blender, as the software was used to model the flowers, creating texture, animating the dancing light and rendering the PNG sequences. Each of the three flowers has been rendered in four different colors and from two different camera perspectives. We rendered the PNG sequences in a small resolution (one third of full HD) as suggested in one feedback session. Nevertheless the rendering of the 24 (short) videos took a lot of time as the computer rooms at FH are meanwhile unfortunately locked during the holidays and we used our private laptops. After rendering the sequences we went on to place the flowers into the triangles of the polygon flower bouquet. We used an SVG of the UV unwrapped polygon structure in Adobe After Effects and placed the flowers. To create additional movement and dynamic we added multiple light effects and movement effects onto the videos. At first we rendered the resulting videos in 4K which we discovered later was unnecessary and used full HD videos for the final installation.

The lowpoly bouquet was scribbled by hand and then built in Blender as a 3D model. Based on this model we built the polygon shaped flower bouquet out of bookbinding cardboard. For it to become the lowpoly sculpture in the end, we used the laser cutter to cut different pieces, mainly triangles. These pieces would then fit together in the end to form a big polygon. In the beginning we made latches in order to glue the pieces together. The latches were also a couple millimetres thick and made the shapes not fit together in the end due to their added height. Therefore we had to cut the latches off by hand, and laser cut additional small latch-like pieces with which it was possible to connect the shapes together on the inside. After constructing the sculpture the 3D model for the app was adjusted to the real life model, so the exact same shape is shown in the app.

The physical setup was also an essential part of the experience. A dedicated stand for the tablet ensured that users could interact with the app comfortably, while at the same time it served for the beamer, allowing an optimal positioning of the projections. The polygonal flower bouquet was placed on the opposite and in the center of the room, creating a focal point for the projections and adding depth to the digital designs.

As with any complex project, there were some challenges that arose throughout the development process. One of them was the communication within the group. Since it was a large group and each team member (each major) was responsible for different aspects of the project (e.g., app development, building the polygon flower bouquet, 3D flower design, mapping), we experienced moments where the lack of clear role definitions led to confusion and delays for some people in the group.

From a technical perspective, we faced rendering challenges related to the size of the files used in Resolume. Due to the large number of animations and video files required for the projections, we encountered issues with file sizes that were too large for the software to process efficiently. However, by compressing and converting the files into formats compatible with Resolume, we were able to resolve the issue and maintain the quality of the visual experience. Additionally to avoid reaction errors while dragging the flowers into the different triangle shapes in the app, a good solution would have been to make the entire triangular area in the app responsive, rather than just a selected part.

Another technical problem that arose was the overheating of the MacBook used to run the app and projection system. The stand was not optimal designed for that, leading to insufficient airflow and causing it to overheat. While we managed to temporarily solve this issue during the installation, better planning regarding ventilation and device placement and/or choice is necessary for future setups to avoid overheating. In addition, we faced network connectivity problems when the app was running through the cloud. The Wi-Fi signal was weak, which caused delays in communication. This issue was resolved by using an external router, which significantly improved the connection and allowed the system to function smoothly.

Despite these challenges, the final result was a great success. The project provided an engaging and visually striking experience for participants, combining creativity with technology in a way that encouraged exploration and interaction. The projections were seamless, and the digital bouquets were vibrant and life-like, enhancing the immersive nature of the installation. While there were moments of frustration and technical difficulties, the outcome exceeded our expectations.

Looking back, we recognize that some of the challenges could have been addressed earlier in the process. However, the overall experience was immensely rewarding, both for the team and the visitors. The project allowed us to blend traditional floral design with cutting-edge technology, creating a unique and memorable interactive installation. The envisioned collaboration with Blumen B&B added another layer of relevance to the project, linking the digital and physical worlds of floral design.

Pictures of the final installation:

IMPULS #07 Dance & Brain Studie – Ballettunterricht

Für diesen Impulsbeitrag schreibe ich über meine Erfahrung, die ich durch meine Teilnahme an der Tanzstudie „Dance & Brain“ gemacht habe.

Bei “Dance & Brain” handelt es sich um eine 6-wöchige Bewegungsintervention, mit welcher die Effekte von Tanztraining auf Menschen ohne Tanzerfahrung erforscht werden. Das Projekt werden vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert und an der Karl-Franzens-Universität von einem interdisziplinären Team durchgeführt. Für eine Teilnahme habe ich 60 Euro Zeitaufwands-Entschädigung erhalten (12 Tanzeinheiten + 3 Mess-Tage). Die Tanzeinheiten fandn 2x pro Woche am Diagnostikzentrum Rosenhain statt (direkt neben dem USI Gebäude). Jedes Training dauerte 90 Minuten und wurden vom “Dance & Brain” Team geleitet.

Im Rahmen dieser Studie habe ich 2x pro Woche einen Ballett-Unterricht zusammen mit andere Personen, die ich noch nicht gekannt habe. Alle Studie-/KursteilnehmerInnen haben noch nie zuvor jegliche Tanzerfahrungen gemacht und sind alles Newbies gewesen, sowie ich auch. Die Erfahrung für 8 Wochen regelmäßig zu Tanzen war unglaublich gut, ich habe gemerkt, wie gut es tut eine sportliche Routine zu haben. Jedoch war nicht nur der Sportfaktor gut daran, sonder, dass es Tanz war. Seit einiger Zeit, genauer gesagt letzten Jahres, hat sich mein Interesse an Tanz so sehr gesteigert. Deswegen habe ich mich in meinem Masterarbeits-Thema auch immer weiter bestätigt gefühlt. Jedoch nun wieder zur Tanzstudie: Im Ballett geht es viel um Präzision und Körperhaltung, gleichzeitig um so viele Gefühle und wie man sich beim Tanzen bewegt drückt unterschiedliche Dinge, Emotionen oder etliches aus. Genau dieser Punkt ist eine riesen Inspiration für mein eigenes Tanzvideo bzw. Tanzfilm. Als TänzerIn fühlt man während dem Tanzen so viel und genau diesen Punkt wäre unglaublich, wenn man ich durch gezielte Kameraführung aufzeigen könnte.

Ballett wird oft als strenge und perfektionistische Tanzform dargestellt. Die ersten Bewegungen fühlten sich ungewohnt an, doch mit jeder Stunde habe ich mehr Sicherheit und Ausdruck gewonnen, würde ich von mir selbst behaupten. Besonders faszinierte mich, wie viel Emotion und Eleganz in jeder Bewegung stecken. Der Kurs hat mich nicht nur körperlich gefordert, sondern auch innerlich bereichert. Ich habe mich freier, selbstbewusster und inspiriert, weiterzutanzen gefühlt. Die Gruppendynamik war toll, wir haben uns gegenseitig alle so sehr motiviert. Zu Beginn waren alle sehr skeptisch bezüglich dem Ballett als Tanzart, fast schon enttäuscht, dass es kein anderes Tanzgenre wurde, weil wir haben uns alle angemeldet ohne zu wissen, was wir tanzen werden in dem Kurs. Jedoch stellte sich heraus, dass es super für alle, die bis zum Ende dabeigeblieben sind, war.

Beim Tanzen werden Fähigkeiten wie Koordination, Gleichgewicht und Köperhaltung gefördert. All diese Fertigkeiten helfen uns im Alltag körperlich fit zu bleiben. Immer mehr Studien zeigen aber auch, dass Tanzen unsere Stimmung und unser Wohlbefinden, und vielleicht auch unsere kognitiven Funktionen positiv beeinflussen kann.

„Tanzwissenschaften“ ist ein multidisziplinäres Fachgebiet, das verschiedene Aspekte des Tanzes, einschließlich seiner physiologischen, psychologischen, soziokulturellen und künstlerischen Dimensionen, untersucht.
Es integriert Wissen aus Bereichen wie Sportwissenschaft, Psychologie, Soziologie und Biomechanik, um Themen wie Leistung, Verletzungsprävention, Bildung und die Auswirkungen des Tanzes auf Gesundheit und Gesellschaft zu untersuchen. Insgesamt zielt es darauf ab, den menschlichen Körper in Bewegung, die kognitiven und emotionalen Aspekte des Tanzes und seine breitere kulturelle Bedeutung zu verstehen.
In einem aktuellen Forschungsprojekt (gefördert vom FWF) gehen wir der Psychologie des Tanzens auf den Grund. Wir untersuchen, wie sich eine mehrwöchige Tanzintervention auf unser Gehirn und auf unser körperliches und mentales Wohlbefinden auswirkt.“1

„Tanzwissenschaften“ ist ein multidisziplinäres Fachgebiet, das verschiedene Aspekte des Tanzes, einschließlich seiner physiologischen, psychologischen, soziokulturellen und künstlerischen Dimensionen, untersucht. Es integriert Wissen aus Bereichen wie Sportwissenschaft, Psychologie, Soziologie und Biomechanik, um Themen wie Leistung, Verletzungsprävention, Bildung und die Auswirkungen des Tanzes auf Gesundheit und Gesellschaft zu untersuchen. Insgesamt zielt es darauf ab, den menschlichen Körper in Bewegung, die kognitiven und emotionalen Aspekte des Tanzes und seine breitere kulturelle Bedeutung zu verstehen.2

Zu der „Dance & Brain“ Studie kann man sich weiterhin anmelden, da sie noch weitere Testrunden führen, um ein aufschlussreiches Ergebnis zu bekommen. Falls jemand Interesse dafür hat, der diesen Blogbeitrag liest gerne unter den weiterführenden Links am Ende dieses Beitrags nachsehen oder hier der direkte Link zur Anmeldung: https://edu.survey.uni-graz.at/index.php/919262?lang=de Die nächsten Durchgänge starten ab März 2025.

Literatur:

1 https://biologische-psychologie.uni-graz.at/de/forschungsfelder/koerperliche-bewegung-sport

2 https://www.instagram.com/p/C8Wwh-pIBtc/?img_index=1

Weiterführende Links:

https://linktr.ee/danceresearch_unigraz

https://www.instagram.com/danceresearch_unigraz

https://www.tanztherapie.at