IMPULS #01 Black Swan

Für diesen Impulsbeitrag habe ich mir ein Best-Practice Tanzfilm Beispiel angesehen – Black Swan. Während des Films, habe ich alle Tanzszenen, nach der chronologischen Reihenfolge, dokumentiert. Ich habe Kameraführung, Effekte, Umgebung, Zeitverzerrungen und etliche weitere Dinge festgehalten:

Der Film beginnt mit einer Tanzszene, wo fast rein statische Kameraeinstellungen vorhanden sind. Kamerabewegungen sind im Vergleich zum Tanz ruhig und smooth.

Die Szene spielt in einem düsteren, schwarzen, leeren Nichts Raum. Die Balletttänzerin ist mit einer Spotlight Beleuchtung beleuchtet, was ihr weißes, fast kitschiges Tütü Outfit in den Fokus bringt.

Tanztraining-Szene ist auf den Charakter, der spricht der Trainer, fokussiert und Tanz ist hierbei eine Nebenhandlung und liegt definitiv nicht im Fokus. Das Tanzen trägt zur Handlung bei, aber erzählt von sich selbst nichts Zusätzliches.

Tanztraining, wo die Hauptdarstellerin ein Solo vortanzt, die Kamera bewegt sich Hand-Held sehr stark mit den Bewegungen des Tanzes mit und hat somit die gleiche Dynamik wie die Performance.

Eine kurze Tanzszene zuhause bei der Hauptfigur, wo sie trainiert, und versucht mehrere schöne Pirouetten zu machen. Die Pirouetten wurden aus POV der Tänzerin mit der Kamera gedreht, also die Kamera hat sich im Kreis wie in einer Pirouette bewegt. Statische Kamera mit langsamen Schnitten und nur einmal eine größere Aufnahme auf die Füße. Jedoch sind die Szenen der Drehung in Zeitlupe, bis sie sich verletzt.

Training, nachdem die Hauptdarstellerin die Hauptrolle bekommen hat: Kamera ist Hand-Held und bewegt sich zum Tanz mit, aber trotzdem nicht so dynamisch wie der Tanz selbst. Die Kamera hält die Performance fest, wie wenn sie in der Fläche beinahe im Weg steht und der Tänzerin und dem Tänzer entkommen versucht und die beiden beim Tanz beobachtet.

Tanztraining mit dem Trainer daneben und aktiv an Anpassung einwerfen. Kamera ist Hand-Held und bewegt sich dem Trainer fast Over-the-Shoulder hinterher, wie wenn sie ihm nachlaufen würde, wie er dem Tanzpaar nachgeht.

Tanztraining wo die Hauptdarstellerin mit dem Tanzlehrer/Trainer gemeinsam das Solo übt und tanzt.  Kamera ist Hand-Held und bewegt sich dynamisch mit den Bewegungen mit, Schnitte in der Szene selbst und Detaillaufnahmen, die unterschiedlichen Aspekte des Tanzes einfängt. Eingefügt wird auch eine Totale die statisch von weit weg ist. Die Tanzszene entwickelt sich jedoch mit der Zeit in eine Verführungsszene, die sexuell übergriffig vom Trainer scheint. Dann endet sie Szene abrupt und es ist in einer Totale ersichtlich, wie der Tanzlehrer hinausstürmt und die Tänzerin im Trainingsraum stehen bleibt.

Tanzszene im Club auf der Tanzfläche unter Einfluss von Drogen. Hand-Held Kameraführung mit Effekten, die das Bild verschwimmen lassen. Die Farben dieser Szene sind rot und grün und das Licht blinkt, also die Szene wird abwechselnd schwarz und dann wieder erleuchtet. Viele Schnitte und das Tanzen sind chaotisch und nicht nach einer geplanten, linearen Performance.

Tanztraining-Szene, wo die Hauptdarstellerin zu spät kommt. Hand-Held Kameraführung, dass es eben auch aussieht, wie wenn die Hauptdarstellerin das andere Tanzpaar zusieht und sie von der Seite beobachtet. Danach sind weitere Szenen der Performance auf der Bühne, diese starten mit einer statischen weit entfernten Kamera. Ein Schnitt geht dann auf eine Detailaufnahme zur Hauptdarstellerin in ihr Gesicht während des Tanzens, um ihre Gesichtsausdrücke klar wahrzunehmen.

Probe der Performance auf der Bühne mit den anderen TänzerInnen zusammen, aber es ist dann das Solo der Schlussszene der Hauptdarstellerin. Hand-Held Kameraführung mit Schnitten zu Detailaufnahmen in ihr Gesicht. Die Führung der Kamera wirkt wieder, wie wenn sie die Tänzerin verfolgt, beziehungsweise versucht zu verfolgen.

Die Hauptdarstellerin trainiert allein im Trainingsraum. Die Bildausschnitte sind viel Over-the-Shoulder und man verfolgt die Darstellerin. Etliche Schnitte, die zwischen Hand-Held Detailaufnahmen und statischen Totalen wechseln.

Bei der Solo-Performance auf der Bühne: Ruhige Detailaufnahmen und die Kamera ist Hand-Held geführt. Schnitte zu 2-3 Totalen von der gesamten Bühne. Die Bühnenbelichtung ist rot mit kühlen weißen Akzenten auf die Hauptdarstellerin. Etliche Schnitte in der Perfomance. Die Kamera bewegt sich mit der Tänzerin mit, als wenn sie sie verfolgt und hinterhergeht.

Black Swan Performance Szene: Sehr dynamische schnelle Kamerabewegungen, wieder Hand-Held. Keine Schnitte, sondern wirklich verfolgen der Tanzperformance.

Ruhige Kamerabewegungen, aber Verfolgung der Tänzerin bei der Black Swan Performance, wo sie sich in den Schwan verwandelt. Keine Dynamische oder hektischen Bewegungen dabei, erst als die Performance endet und es keine Tanzszene mehr ist.

Weißer Schwan Performance: Dynamische, Hand-Held Kamerabewegungen. Schnitte zu Totalen von der gesamten Bühne. Die letzte Tanzszene ändert sich von hektisch auf ruhig, bis hin zu einer Zeitlupe, wo sie auf der Bühne von der Erhöhung springt. Nachdem sie dort gelandet ist und die Tanzszene zu Ende ist, ist alles wieder in normaler Geschwindigkeit.

Behind the Scenes/Making Of: https://www.youtube.com/watch?v=_BSZymoCUsU

https://screenrant.com/black-swan-behind-scenes-facts-darren-aronofsky-natalie-portman-ballet-movie

Impuls #1 – Buch: Creating Characters for the Entertainment Industry

Mein erster Impuls ist das Buch Creating Characters for the Entertainment Industry von Kenneth Anderson, Devon Cady-Lee, Cécile Carre und Hollie Mengert. Es behandelt die Herangehensweisen an Character Design aus der Sicht von Game Designer:innen, Illustrator:innen und Animator:innen. Dieser multidisziplinäre Ansatz eignet sich sehr gut für mein Masterarbeitsthema und beleuchtet unterschiedliche Bereiche. Das Buch verfolgt einen sehr praktischen Ansatz, ist klar strukturiert und erklärt den typischen Ablauf eines Character Design-Projekts.

Introduction: Grundlagen und Zielsetzung des Character Designs

Tutorials: Detaillierte Anleitungen der Autor:innen für verschiedene Medien wie Animation, Videospiele oder Illustration.

Try it now: Bonus-Briefs: Praxisaufgaben, um das Gelernte selbst umzusetzen.

Auch ein Glossar, das wichtige Begriffe des Character Designs definiert, ist im Buch enthalten. Das könnte in weiterer Folge auch für meine Arbeit nützlich sein. Die Tutorials sind praxisorientiert und erklären, wie man Originalität entwickelt, Feedback verarbeitet und Präsentationen vorbereitet.

Ein Zitat aus dem Buch bringt die Philosophie der Autor:innen auf den Punkt und fasst für mich gut zusammen, worauf es bei Character Design ankommt:

„Storytelling is the foundation of any character design. Characters do not exist on their own – they exist in a story world.“

Momentan habe ich noch wenig Erfahrung im Bereich Character Design, weswegen ich mich dafür entschieden habe, dazu zu recherchieren und speziell dieses Buch zum Thema zu lesen. Ein Teil meiner Idee für die Masterarbeit umfasst die Entwicklung von Charakteren für ein Kartenspiel sowie die Vorbereitung dieser Charaktere für Animationen (im Rahmen einer Kickstarter-Kampagne).

Ein weiterer Aspekt meines Themas, der im Buch erwähnt wird, ist die Vorbereitung von Illustrationen für Animationen. Ein Thema, mit dem ich sowohl im Arbeitskontext als auch in meinen Projekten an der FH häufig in Berührung komme und das ich in der Dokumentation meines Werkstücks in der Masterarbeit näher erläutern möchte.

Insgesamt begeistern mich an dem Buch auch die Karriere und Arbeitserfahrung der Autor:innen, die bei den großen Firmen der Unterhaltungsindustrie gearbeitet haben: Pixar, Disney, Paramount…

Devon Cady-Lee, Cécile Carre und Hollie Mengert setzen jeweils dieselben Charaktere (die Abenteurerin, den Schuljungen, den Magier und den Drachen) um. Dabei ist es spannend, ihre Herangehensweisen zu sehen und die Unterschiede in ihrer Arbeit, die sich durch die verschiedenen Branchen ergeben.

Ihre Tutorials beschreiben den Arbeitsprozess der Autor:innen, der von der Recherche über Skizzen und Iterationen bis zur finalen Umsetzung reicht, und beinhalten im Detail den Brief, den Umsetzungsplan, Gestaltung, Korrekturschleifen, Posen, Kolorierung und Kostüme. Dabei wird auch der Umgang mit Feedback und die Integration von Originalität in den Designs thematisiert.

Das Buch betont auch die Bedeutung des Storytellings: Charaktere existieren nie allein, sondern immer in einer narrativen Welt, die ihr Aussehen und ihre Persönlichkeit beeinflusst. Diese Verbindung von Theorie und Praxis macht das Buch zu einer wichtigen Ressource für mich, da ich sowohl bei der Gestaltung des Werkstücks als auch bei der Erklärung des Gestaltungsprozesses in der Master Arbeit darauf zurückgreifen kann.

Unterschiede Illustration, Animation und Game

Unterschiede beim Character Design ergeben sich oft im Hinblick auf die Kleidung der Charaktere. Während bei der Gestaltung für Illustrationen oft komplexere Kleidung und Accessoires verwendet werden können, kann das im Animationsbereich Komplikationen mit sich bringen. Insgesamt bieten die Autor:innen einen guten Überblick über die verschiedenen Anforderungen.

Ein anderer hilfreicher Abschnitt des Buchs befasst sich mit der Erstellung von Turnarounds. Dabei werden die Charaktere aus verschiedenen Perspektiven – von vorne, der Seite und von hinten – dargestellt, um die Konsistenz des Designs zu gewährleisten. Vor allem für die Produktion von Animationen oder 3D-Modellen ist das entscheidend.

Darüber hinaus zeigt das Buch auch, wie man gezielt durch Farben, Formen und Gestik die Persönlichkeit eines Charakters definiert. Große, runde Formen wirken beispielsweise freundlich, während kantige Designs oft Stärke oder Aggressivität ausdrücken.

Insgesamt hat mir das Buch wertvolle Einsichten und Methoden gegeben, um Charaktere für verschiedene Medien und Zielgruppen zu gestalten, und ich werde es definitiv für die Gestaltung der Charaktere des Kartenspiels nutzen können.

Weiterführende Links:

https://characterdesignreferences.com

https://figurosity.com/figure-drawing-poses?actions=310&page=1

https://posemy.art

„Dieser Text wurde mit Hilfe von ChatGPT 4o auf Beistrichfehler und Rechtschreibfehler korrigiert. Der inhaltliche Kern der Arbeit ist davon unberührt.”

Impuls #6 – Interviewformat mit Titeldesigner:innen

Für diesen Impulsbeitrag habe ich mir drei Interviews aus der Interview-Serie von watch the titles, forget the film von submarine channel angesehen, da es immer interessant ist, die Gedanken und Designprozesse hinter fertigen Produkten zu erfahren. Auch verfolge ich das Ziel, mir ein paar Methoden für meine praktische Arbeit von den Titeldesigner:innen abzuschauen.

Aaron Becker

  • Firma: Filmograph zusammen mit Seth Kleinberg 
  • Fokus: Branding, Title Design strong suite

Aquaman

Don’t ever try to match the visual effects language in a title sequence. It most of the times falls short. 

Aaron Becker

Aaron Beckers Idee für die Titelsequenz von Aquaman war es einen Travellog zwischen den verschiedenen Königreichen rekreieren. Dabei war seine Vorstellung, dass man über eine Landschaft fliegt, welche sich in die verschiedenen einzigartigen Charakteristika von den Spielstätten des Filmes transformiert ohne das tatsächliche Filmmaterial zu verwenden. Deshalb entstand eine neue visuelle Sprache mit neuen Komponenten wie CGI-Skulpturen, die trotzdem in die Ästhetik des Films widerspiegelt. 

Visuell spielt das Team von Filmograph mit eingefroren Momenten und eigenen Charakteren oder CGI-Skulpturen. Die Bewegung der Kamera wurde von der Trägheit des Wassers inspiriert. Ruhig schwebt die Kamera durch die Sequenz. Auch stellte sich das Team die Frage, wie Reflektionen oder Explosionen unter Wasser aussehen könnten. 

Wie das vorangestellte Zitat bereits behandelt, sollte man darauf achten, dass man eine eigene visuelle Sprache entwickelt, welche den Film ergänzt. Die Titelsequenz solle auch, laut Becker, als eigenständiges Werk funktionieren. Trotzdem sei es wichtig, dass die relevanten Informationen und Gefühle des Films wiedergegeben werden. 

Mission impossible – Fall out (Vorspann und Abspann)

Die Idee des Teams war es Feuer als zentrales Gestaltungselement mit Videofootage vom Film zu kombinieren. Mit dem Feuer haben sie auch versucht antizipatorisches Drama für den restlichen Film aufzubauen. Auch wird Feuer als Transition-Element verwendet (so wirkt es auch organisch mit dem Tempo des Schnitts). 

Abspann (Curtain-Call Sequence)

Aaron Becker beschreibt den Abspann für Mission Impossible – Fall Out mehr als eine Hommage an die Charaktere, als einen Abspann. Einer Pinnwand aus einem Kriminalfall angelehnt, verfolgt man eine brennende Schnur, welche über Videoausschnitte, Dokumente und Fotos der Personen fährt. Die Szene selbst ist als 3D-Modell nachgebaut und Scans von Dokumenten und Fotos vom Set wurden als Texturen in das Modell eingebunden. Die Titelcard unterscheidet sich von der vom Anfang, da sie nicht mehr in Flammen steht. Aaron Becker begründet das damit, dass am Ende des Filmes alles abgekühlt ist und Tom Cruises Charakter der Held des Filmes ist. 

Swamp Thing

Swamp Thing ist eine Serie über eine Stadt, welche von einem mysteriösen Virus überfallen ist. Deshalb kommen internationale Forscher in die Stadt, um diesem Virus auf den Grund zu gehen. Die Serie liegt einem Comic zu Grunde. Doch dem Team von Filmograph war von Anfang an bewusst, dass sie nicht diesen Weg für die Titelsequenz einschlagen möchten. So entstand eine Titelsequenz in der mit Metaphern gearbeitet worden ist. Darin sind zentrale Metaphern nicht nur offensichtliche Dinge wie Maßnahmen zur Bekämpfung von Seuchen, sondern auch der Mensch und sein Potenzial die Umwelt zu stören. 

Abschließende Gedanken zum Interview

Der Einsatz von fließenden Übergängen macht die Erzählung natürlicher. Auch ist es wichtig, bereits vorhandene Arbeiten in diesem Bereich im Auge zu behalten und sich Gedanken darüber zu machen, wie man Hommage an die bereits Existierenden in das eigene Werk übersetzt. Bei Projekten, welche bereits eine Fangemeinschaft besitzen, sollte man darauf achten, dass das gezeigte, die Personen abholt, aber zugleich auch etwas Neues darstellt und sich nicht auf altem Material ausruht.

Lisa Bolan

  • Firma: elastic
  • Illustratorin, Titeldesignerin, Creative Director 

Kathrine the great

Für das Titeldesign für Kathrine the Great haben sich Lisa Bolan und ihr Team in ihrer Ideenfindungsphase einige Ölgemälde von – der Grundlange – der russischen Kaiserin Katharina II. (Katharina die Große) angesehen. Dabei stach Lisa Bolan besonders ein Gemälde ins Auge, in dem sich im Hintergrund ein rotes Tuch im Wind welkt. Für sie symbolisierte dieses Tuch den Charakter von Katharina der Großen. Deshalb ist das rote Tuch zum roten Faden der Titelsequenz geworden. Es steht als Sinnbild für Katharina II. und verändert sich im Verlauf der Zeit.

Da es nicht möglich war mit Helen Mirren zu filmen, wurde für die Titelsequenz ein CGI-Modell von ihr angefertigt. Im Endeffekt kam das der Titelsequenz zur Gute, da es den ikonischen Status von Katharina der Großen nur noch mehr unterstrich (man sieht sie nur durch Nebel und ihre ikonische Silhouette kommt oft zum Strahlen innerhalb der Sequenz). 

Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes

Als essenzielles Gestaltungselement für die Titelsequenz für Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes hat das Team alte Kassettenhüllen verwendet. Wie ein Audioband ziehen Bilder und Zeitungsausschnitte im Bild vorbei. Diese sollen das Gesagte visualisieren. Auch soll die Titelsequenz den Charakter und die Wertvorstellungen von Ted Bundy näherbringen.

Durch das Filmen durch die durchsichtige Oberfläche des Kassettenrekorders werden Bilder zerteilt. Bewusst werden Ausschnitte von Fotos so gewählt, dass zum Beispiel bei einem Bild nur ein Porträt zu sehen ist und beim darauffolgenden wird der Kopf abgeschnitten. Auch zeigt das letzte Bild ein charismatisches Bild von Ted Bundy, welches dann weggezogen wird und mit einem Bild von ihm ersetzt wird, welches eher seinen gestörten Charakter repräsentiert. 

The Alienist

Die Titelsequenz für The Alienist spult visuell die Stadtlandschaft vom modernen Manhattan zum Manhattan des 17ten Jahrhunderts zurück. So kann man nicht nur der Dekonstruktion von Gebäuden und Brücken zusehen, sondern man beobachtet darüberhinaus die Veränderung des Lichtes vom blauen LED zum warmen Lampenlicht. Auch bei den Porträtaufnahmen wurde den Charakteristika der Ferrotypie nachempfunden. Personen wurden mehrmals mit verschiedenen Blickrichtungen fotografiert. Dadurch kamen die Bilder in der Sequenz zum Leben. Auch die Überlagerungen sind der Praxis der Ferrotypie nachempfunden. 

Abschließende Gedanken zum Interview

Vergleicht man die Beispiele welche Lisa Bolan in ihrem Interview vorgestellt hat, stellt man fest, dass sie bei 2 ihrer Titelsequenzen mit einem Objekt angefangen hat, welches sich wie ein roter Faden durch die Handlung zieht (rotes Tuch bei Kathrine the Great, Kassettenhülle bei Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes). Auch geht bei ihr hervor, dass der Austausch mit dem Regisseur/ der Regisseurin bzw. den Kunden sehr wichtig ist.

Hazel Baird

  • Firma: elastic
  • Art Director, Titeldesigner:in, Motion-Graphics

Sowie Lisa Bolan arbeitet Hazel Baird bei der Firma elastic. Im Gegensatz zu ihrer Kollegin stellt Hazel Baird Titelsequenzen vor, welche viel mehr illustrative und animierte Elemente aufweisen. Hazel Baird liebt den Konzeptionsprozess und die Erstellung von Pitches.

Veritas

Jedes Projekt hat eigene Herausforderungen. Bei der Titelsequenz von Veritas hat Hazel Baird mit mehrere 2D- und 3D- Animatoren aus aller Welt zusammengearbeitet. Dabei lag die Herausforderung vor allem darin, die verschiedenen Personen so zu leiten, dass am Ende die verschiedenen Animationsstile fließend ineinander übergehen. Auch interessant war, der Punkt, dass sie sich bewusst dazu entschieden haben, dass die Kamera relativ statisch bleiben sollte – alles sollte sehr graphisch dargestellt werden und nicht cinematisch.

Velvet Buzzsaw

Die Titelsequenz von Velvet Buzzsaw zeigt auf, wie ein integraler Teil eigentlich Titelsequenzen im Film oder Serie sind. Das Team hinter Velvet Buzzsaw wollte zuerst eine Titelsequenz, die sich von Steinzeitmalerei durch die ganzen Kunstepochen arbeitet. Doch beim Testscreening des Films kam als Feedback zurück, dass das Publikum am Anfang des Films keinen Geschichtsunterricht haben möchte. Somit entstand die finale Titelsequenz, in der es um die 6 Morde des Films geht. 

The Morning Show

Visuell wird bei der Titelsequenz von The Morning Show mit abstrakten Kreisen gespielt. Dabei symbolisieren die verschiedene Bewegungen der Sphären beispielsweise die Entwicklung des Egos oder der Vergleich zu anderen Menschen. 

Nancy Drew

Bei Nancy Drew hatte das Team rund um Hazel Baird 9 Optionen für den Kunden. Hazel Baird ist es generell wichtig, den Gedankenprozess der Gestalter:innen in ihren Pitchs miteinzubauen. So war es auch bei Nancy Drew. Die Kunden entschieden sich dann für einen Hybrid von zwei Designvorschlägen. 

Shut up and dribble

Bei der Dokumentation von Shut up and dribble ist das Team des Films an Hazel Baird und ihr Team herangetreten mit bereits einer geschnittenen Videosequenz. So nahm das Team diese Videosequenz als Untergrund für eine Mixed-Media Animation. 

Abschließende Gedanken zum Interview

Hazel Baird erzählt viel von der Vorproduktions- und Produktionsprozess. Auch visualisieren ihre Beispiele, dass jedes Projekt einen eigenen Zugang und Produktionsablauf benötigt bzw. vorgibt. Ihre Projekte glänzen in der Integration von mehren Gestaltungswegen.

Weitere Quellen, die nützlich sein könnten

https://www.artofthetitle.com/studio/elastic

https://www.artofthetitle.com/designer/aaron-becker

https://www.artofthetitle.com/studio/digital-kitchen

https://www.artofthetitle.com/studio/prologue-films

FC Bayern München vs Eintracht Frankfurt – IMPULS #3

4.11.24 – Anpfiff: 18:00

Ich habe ein Frauenfußballspiel (FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt) aufgenommen, transkribiert und dann analysiert. Ich wollte herausfinden, ob die Sprecher:innen ein Frauenfußballspiel anders kommentieren als ein Männerfußballspiel. Deswegen werde ich für den nächsten Blogpost, ein Männerfußballspiel analysieren und im nächsten Schritt die Unterschiede herausarbeiten. Es gab eine weibliche Kommentatorin und einen männlichen Experten. Die Schiedsrichterinnen waren alle weiblich. Das ist beispielsweise ein Unterschied zu einem Männerfußballspiel.

In den Transkripten der Spielberichterstattung finden sich keine explizit sexistischen Formulierungen, jedoch könnten einige Phrasen und Kontexte subtil auf stereotypische oder herablassende Einstellungen hinweisen, die im Kontext von Frauenfußball kritisiert werden könnten. Ein paar Beobachtungen dazu:

Fokussierung auf Körperlichkeit und Attribute wie Schnelligkeit

Es wird mehrfach erwähnt, dass Spielerinnen „eine brutale Schnelligkeit“ oder „eine Wucht“ haben und dass dies im Frauenfußball selten sei. Diese Betonung könnte implizieren, dass solche Attribute bei Frauen unerwartet oder ungewöhnlich sind, was als unterschwellige Abwertung wahrgenommen werden könnte.

Vergleiche mit Männerfußball

Aussagen wie „egal, ob das Männer- oder Frauenfußball ist“ suggerieren, dass der Frauenfußball oft als weniger relevant oder ernsthaft wahrgenommen wird und die Qualitäten der Spielerinnen im Vergleich zu Männern validiert werden müssen.

Bezeichnung “Mädels”

Einmal sagt die Stadionsprecherin folgendes: “ob du unterbrichst und sagst passt auf Mädels, Leibchen.” Es geht um die schlechte Sicht im Stadion wegen Nebel, und der Trainer würde das zu dem Team sagen, damit sie besser gesehen werden würden. Erwachsene Frauen “Mädels” zu nennen, ist jedoch fragwürdig. 

Erwähnung Persönlichkeit

Es wird über Nicole Anyomi gesprochen, und folgender Satz fällt “weil sie ja von vielen wegen ihrer großartigen Persönlichkeit hoch geschätzt wird.” Dass die Persönlichkeit von den Spielerinnen angesprochen wird, finde ich seltsam. Ich bin gespannt, ob das bei den Männern ebenfalls der Fall ist oder nicht.

Gesichtsverletzungen

“Da steht die Gesundheit der Spielerin immer immer an allererster Stelle gerade bei Gesichtstreffern. Insofern muss da auch Vorsicht geboten sein”. So die Stadionsprecherin zu der Gesichtsverletzung einer Spielerin. Hat das etwas damit zu tun, dass Frauen ein schönes Gesicht haben sollen? Oder gelten im Fußball Gesichtsverletzungen als die gefährlichsten. Hier bin ich auch gespannt auf den Vergleich mit dem Männerfußballspiel.

Die Sprache der Sprecher:innen enthält keine direkten oder absichtlichen sexistischen Äußerungen, zeigt aber Stellen, die typische Stereotype oder unterschiedliche Maßstäbe zwischen Männer- und Frauenfußball offenbaren könnten. Dies spiegelt möglicherweise tief verwurzelte gesellschaftliche Erwartungen wider, wie über Frauen im Sport gesprochen wird.

Impuls #5 – Bewerte ein Buch (nicht) am Cover

Es wird vielen Buchwürmern ähnlich gehen wie mir: Bei der Auswahl des nächsten Lesestoffs lassen wir uns oft von der Gestaltung des Buchcovers leiten – denn der erste Eindruck zählt.

Wann immer ich einen Buchladen betrete, neige ich dazu, nur die Bücher in die Hand zu nehmen, die mich visuell ansprechen. Bücher in den Regalen finde ich hingegen selten, da die Auswahl anhand der Buchrücken und das notwendige Verdrehen des Kopfes deutlich schwieriger ist, als wenn die Bücher offen auf Tischen präsentiert werden. Deshalb bin ich überzeugt, dass die Gestaltung eines Buchcovers eine entscheidende Rolle spielt – insbesondere, um mir einen ersten Eindruck von der Geschichte zu vermitteln. Ich würde sogar behaupten, dass Buchcover, Klappentexte und die ersten Seiten (oder letzten Seiten – abhängig von der Platzierung des Impressums) größtenteils dieselbe Funktion erfüllen wie Titelsequenzen im Film. Aus diesem Grund widmet sich dieser Beitrag meinem bewussten Erleben eines Buchladenbesuchs.

Beobachtungen im Buchladen

Bei meinem Besuch habe ich versucht, mein Verhalten im Buchladen gezielt zu beobachten. Schon beim Betreten fiel mir sofort der erste Tisch ins Auge. Ich musste nicht einmal die Titel lesen, um zu erkennen, dass es sich um eine Auswahl von Thrillern handelte. Betrachtet man diese Bücher, könnte man fast glauben, sie seien Teil einer großen Buchreihe: Viele Cover wirken düster, mit Blaustichen und oft einem kräftigen Farbakzent, meist in Rot – eine Anspielung auf Blut. Wenn das Genre visuell nicht eindeutig erkennbar ist, helfen oft die Titel, in denen Begriffe wie „Tod“ oder andere negative, mysteriöse oder kriminelle Wörter vorkommen.

Direkt neben diesem Tisch befand sich ein weiterer, der kaum gegensätzlicher hätte sein können. Hier dominierten Pastellfarben, verschnörkelte Schriften und niedliche, minimalistische Illustrationen – unverkennbar Bücher aus dem Bereich der Romanzen. Auch bei diesen Titeln ließen sich die Cover nahezu austauschen, ohne dass sie weniger passend wirken würden.

Zwar gibt es innerhalb der großen Genres Variationen, doch diese dienen vor allem dazu, das jeweilige Subgenre zu kennzeichnen. Beispielsweise sind Bücher aus dem Bereich Dark Romance selten in Pastellfarben gehalten, sondern tendieren zu dunkleren Tönen. Dennoch zeigt die Covergestaltung auch hier klar, dass eine Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht.

Im allgemeinen Bereich der Romane scheint die Gestaltung der Bücher zunächst abwechslungsreicher als bei den thematischen Tischen. Doch auch hier lassen sich Muster erkennen. So ähneln sich beispielsweise historische Romane oder Nacherzählungen griechischer Mythologie oft stark, auch wenn sie in meinem Fall nicht alle auf demselben Tisch präsentiert wurden.

Andere Gründe für die Ähnlichkeit von Buchcovern liegen auf der Hand: Zum einen gehören die Bücher oft zu einer Reihe, zum anderen stammen sie möglicherweise von derselben Autorin oder demselben Autor. Auch der Verlag kann eine Rolle spielen, da manche Verlage ein einheitliches Grundlayout für ihre Bücher verwenden. Beispiele dafür sind die Reclam- oder Diogenes-Bücher. Zudem kann ein Verlag für bestimmte Kollektionen – etwa Klassiker – ein einheitliches Design wählen.

Integration von rechtlichen Bestimmungen

Die meisten Bücher beginnen nicht direkt mit der Geschichte, sondern nutzen die ersten Seiten für rechtliche und informative Hinweise. Wie Titelsequenzen im Film benennen Bücher stets bestimmte grundlegende Informationen: den Titel, den Namen der Autorin oder des Autors, den Verlag, die Auflage oder die ISBN. Das Öffnen eines Buches könnte beispielsweise so aussehen: Auf der ersten rechten Seite stehen Titel und Autorenschaft, auf der Rückseite das Impressum mit Verlags- und Auflagendetails. Die nächste Seite enthält häufig eine Widmung, und darauf folgt ein Zitat, das die Lesenden auf die nachfolgende Handlung einstimmen soll. Erst beim weiteren Umblättern beginnt die eigentliche Geschichte. So können schnell sechs bis zehn Seiten vergehen, bevor man in die Handlung einsteigt.

Abschließende Gedanken

Im Vergleich zu meiner ursprünglichen Behauptung kann man Buchcover und die ersten Seiten nicht vollständig mit Titelsequenzen in Filmen gleichsetzen. Das Buchcover lässt sich auch mit anderen Elementen der Filmvermarktung vergleichen, etwa mit einem Filmplakat. Der Klappentext könnte mit einem Trailer oder Teaser gleichgesetzt werden. Unsicher bin ich, ob sich ein Prolog oder Epilog eines Buches mit einem Vorspann oder Abspann im Film vergleichen lässt. Trotzdem passt diese nicht genaue Einteilung wieder haargenau zur Thematik. Titelsequenzen gehen oft auch in die Einleitung der Handlung über (Die Kreditierung werden direkt in die beginnende Handlung eingebettet. Es gibt keinen eigenen Vorspann.). Auch verfolgen verschiedene Werbematerialen für die Filmvermarktung dieselben Ziele wie die Titelsequenz, beispielsweise wollen alle Lust, darauf machen, den Film anzuschauen. 

Die „Uniformierung“ von Büchern innerhalb eines Genres bringt sowohl Vor- als auch Nachteile. Ein großer Vorteil ist die Orientierungshilfe: Ohne den Klappentext lesen zu müssen, kann man bereits eine Einschätzung des Genres vornehmen. So werde ich mich beispielsweise kaum in der Romanzen-Abteilung aufhalten, wenn ich eigentlich nach einem Thriller suche. Ähnlich helfen auch Titelsequenzen, sich in den möglichen Filmgenres zurechtzufinden. Außerdem kann ich mir vorstellen – bzw. habe ich das bei meinem Aufenthalt in der Buchhandlung bemerkt, dass Bücher mit einer visuellen Verwandtschaft zu anderen Büchern, welche mir gefallen haben, vor mir sofort positiv assoziiert werden und ich nach diesen greife. Es kann bei mir aber auch genau das Gegenteil auslösen: Ein Buch, dass einem anderen ähnelt, dass mir gar nicht gefallen hat, kann von mir durchaus ignoriert werden. Der wohl größte Nachteil der Einheitlichkeit ist jedoch das fehlende Gefühl von Einzigartigkeit.

Aus meiner Beobachtung und Analyse nehme ich mit, dass die Genrebildung in der Buchgestaltung und in Titelsequenzen viele Parallelen aufweist. Ein gutes Buchcover kann die Stimmung und den Inhalt eines Buches perfekt widerspiegeln – ganz ähnlich wie eine gelungene Titelsequenz die Essenz eines Films einfängt.

Weitere Quellen

Für visuelle Inspiration: 

http://bookcoverarchive.com

https://abcoverd.co.uk/archive?year=2022

Aufbau von Buchcovern:

https://www.artfuleditor.com/blog/2020/12/18/what-makes-an-eye-catching-book-cover

Einfluss der Gestaltung von Buchcover im Marketing

indiereader

https://www.thebookdesigner.com/value-of-a-professional-book-cover

Beispiel von Classic Penguins:

IMPULS 4: Veranstaltung „Let’s talk about Cash Baby“

Daten der Veranstaltung: Mittwoch, 27. November 2024 | 18:30 Uhr | Location: Circle Thalia | Veranstalter: Kreativ Kammerl Österreich | After-Show-Party: ab 21:30

Die Veranstaltung beschäftigte sich damit, dass Kreative zu wenig verdienen und Kund*innen zu viel für ihr Geld bekommen. Es wurde darüber diskutiert, dass der Wert der kreativen Arbeit immer weiter sinkt und Unternehmen den Preis drücken. 

Durch eine E-Mail wurde ich auf die Veranstaltung aufmerksam. Mit folgendem Text wurde die Diskussion beworben:

Let’s talk about cash, baby!

Creatives verlangen zu wenig, die Kund:innen bekommen zu viel?

„Willkommen im kreativen Todes-Strudel! 

Der Wert kreativer Arbeit sinkt, und das hat massive Folgen. Durch Social Media und günstige Technik wird jeder schnell zum „Kreativwirtschaft’ler:in“. Unternehmen drücken die Preise für Marketing – warum mehr zahlen, wenn es billiger geht?

Aber der niedrige Preis hat seinen Preis: Kreative arbeiten am Limit und das Ergebnis? Oft enttäuschend. Das frustriert nicht nur die Kreativen, sondern auch die Kund:innen. Sie sehen keinen Erfolg, entlassen fähige Marketing-Profis und sparen weiter. 

Der Markt verliert das Vertrauen in kreative Leistungen. 

Es ist Zeit, dass wir über das Thema offen diskutieren!“

Meine Notizen

Als Speaker*innen waren drei Personen eingeladen: 

  1. Philipp Schönauer: Werbefotograf (schoenauer.co)
  1. Isabella Graf: Head of Marketing – ISS Österreich (issworld.com)
  2. Andrea Stanitznig: Inhaberin und Geschäftsführerin von Rodarich (rodarich.at)

Die drei Speaker wurden von einem Moderator zu ihren Standpunkten befragt. Das war besonders interessant, da alle drei aus einem anderen Bereich der Brachen kommen. Philipp antwortete aus der Sicht des Fotografen bzw. des Kreativschaffenden, Isabella aus der Unternehmersicht und Andrea aus der Perspektive einer Agentur. 

Besonders positiv war für mich, dass das Publikum mit dem Smartphone zu verschiedenen Fragen abstimmen konnte. 

Stundensatz

Philipp Schönauer sprach offen über seinen Tagessatz. Er betonte immer wieder, dass er keinen Stundensatz berechnet, sondern alles nur mit Tagessätzen regelt. Am Ende der Veranstaltung erwähnt er, dass es nicht immer sinnvoll ist in Stundensätzen zu rechnen, weil…

…manchmal bekommt man seine Idee am Haisln. 

Sein Tagessatz beträgt derzeit 2400-2500 €. Als er in der Branche begonnen hat, lag sein Tagessatz bei 1700 €. Er gab an, dass er heute aufgrund der Inflation und seinen Ausgaben weniger verdient als zu Beginn seiner Karriere. Er sagte er, müsse wohl 3200-3400 € als Tagessatz ansetzen, um den gleichen Gewinn wie zu Beginn zu erzielen. Dies sei aber niemand bereit zu zahlen. Laut Philipp sind die Tagessätze in Österreich geringer als in Deutschland. In Österreich verdienen Fotograf*innen an den höheren Nutzungsrechten. In Deutschland werden diese weniger hoch verrechnet. Am Ende kommt es dadurch auf das gleiche Geld. Er betonte, dass kreative am hinteren Ende stehen und Budgets immer kleiner werden. 

Es wurde nach dem Stundensatz der anwesenden Personen gefragt. Es haben ca. 50 Personen an der Umfrage teilgenommen. Wie aus dem Ergebnis zu entnehmen ist, befinden sich mehr im unteren Bereich als im oberen. Mein derzeitiger Stundensatz für Fotografie liegt bei 80€ die Stunde. Damit liege ich knapp in der unteren Hälfte. 

Andrea antwortet aus der Perspektive der Agentur. Sie sprach darüber die Dienstleistungen für Kund*innen zu optimieren damit diese bekommen, was sie brachen und nicht mehr als das. Sie versucht die Entwertung von Fotograf*innen zu verhindern, indem sie den einzelnen Bildern und Videos mehr Wert gibt (Nutzungsrechte). 

Aus der Sicht des Unternehmens reagiert Isabella: Laut Isabella ist der Preis für ein Unternehmen immer ausschlaggebend. Sie appelliert an Kreativschaffende, Preis transparent zu kommunizieren. Ein guter Weg ist es, wenn das Budget von Unternehmen offen ausgesprochen wird. Die Kreativschaffenden können dann anbieten, was dafür machbar ist. Wenn ein Angebot viel günstiger ausfällt als das der Mitbewerber*innen, wird nochmal nachgefragt, warum das so ist. 

Laut Philipp hat sich der Spruch „Geiz ist Geil!“ in den Köpfen der Menschen verankert. Er findet es schade, wenn Equipment günstig online gekauft wird und lokale Händler dadurch aussterben. Ich denke, er wollt darauf hinaus, dass wir schauen sollten, dass es allen Unternehmen gut geht. Es ist nicht richtig sich über die Preisgestaltung zu beschweren und selbst online auf Schnäppchenjagd zu gehen, während Fachgeschäfte aus dem Stadtbild verschwinden. 

Isabella stimmt dem Satz „cash is kind“ zu. Allerdings sind ihrer Meinung nach Unternehmen auf der Suche nach langfristigen Kund*innen. Dafür muss auch die Chemie zwischen den Dienstleister*innen und dem Unternehmen stimmen.

Preisgestaltung

Die Umfrage zeigte, dass mehr Personen ihren Preis schätzen als genau berechnen. Ich persönlich habe die Frage nicht ganz verstanden. Ich dachte, die Frage bezieht sich auf meinen definierten Stundensatz. Da ich viele Fixkosten noch nicht habe und weiß, die nach meinem Studium auf mich zukommen, habe ich in einigen Bereichen wirklich geschätzt. Meine eigenen Angebote und Dienstleistungen kenne ich jedoch genau. Ich kann den Aufwand meiner Standardangebote wie beispielsweise einer Hochzeit gut einschätzen. Ich weiß wie viele Stunden ich dafür aufwenden muss und kann die Kosten dafür genau berechnen. Bei meinem Stundensatz gibt es aber bestimmt noch Optimierungsbedarf – der ist zugegebenermaßen wirklich teilweise geschätzt.

Andrea appelliert an alle, die Preise klar zu kalkulieren. Wer schätzt, kann am Ende nur verlieren. Um den Arbeitsaufwand zu wissen, soll bei den Kund*innen genau nachgefragt werden was gebraucht wird. Erst dann kann der Preis kalkuliert werden. 

Philipp gab uns den Tipp auf den Weg mit, direkt bei den Kund*innen anzurufen und ihr Anliegen telefonisch zu besprechen. Das schafft eine Beziehungsbasis und Vertrauen zwischen dem Kreativschaffenden und dem Unternehmen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit viel höher ist einen Auftrag zu bekommen. Die Kund*innen fühlen sich so gut beraten und haben dadurch Vertrauen in die Arbeit. Sie sind sich sicher, dass sie am Ende das bekommen, was sie wollen und brauche, weil sie sich sicher fühlen. 

Andrea sagt, dass das Bewusstsein bei Unternehmen oft nicht da ist. Sie können nicht einschätzen, wie wichtig Social Media für die Kundengewinnung ist. Laut Andrea kann gerade bei Social Media mit Zahlen belegt werden, wie effizient diese Plattform ist. 

Philipp erwähnt erneut die Wichtigkeit eine Beziehung zu den Kund*innen aufzubauen. Für große Firmen zu arbeiten bringt immer einen gewissen Druck mit sich. Das muss laut Philipp auch entlohnt werden. Er sagt, dass er es schade findet, dass oft wegen 50 € diskutiert wird und er erklären muss, dass sein Assistent bzw. seine Assistentin auch etwas kostet. 

Marktwert (?)

Diese Umfrage zeigt deutlich, dass mehr als die Hälfte denkt, dass sie sich unter dem Marktwert verkauft.

Andrea nimmt an, dass wir alle nicht den aktuellen Marktwert kennen. „Wir diskutieren darüber, wissen aber nicht, wie hoch er tatsächlich ist.“

Ihre Annahme wurde durch eine schnelle Umfrage bestätigt:

Fazit

Die Veranstaltung gab mir einen guten Einblick in das Thema Preisgestaltung. Die Umfragen zeigen, dass es Bedarf gibt, mehr darüber zu sprechen. Eine Frage habe ich an euch: 

Wie viel hat @stefanie-weber wohl für die fotografische Dokumentation der Veranstaltung erhalten?

Das Ergebnis findest du nach dem „Platzhalterbild“.

 100 €. Das lassen wir mal einfach so stehen. 😉

IMPULS 3: (Film) „Die Fotografin“

Diesen Film habe ich in einem englischen Kino in Wien gesehen. Seine Bildsprache und die erzählte Geschichte haben mich abgeholt. Außerdem hat mich der Film dazu motiviert mein Masterarbeitsthema „Frauen in der Selbstständigkeit“ anzugehen. Ich ging mit einem „Jetzt erst recht!“ Gefühl aus der Vorstellung heraus. Der Film „Die Fotografin“ beschäftigt sich mit Lee Millers Jahren als Kriegsfotografin im Zweiten Weltkrieg. Regie wurde von Ellen Kuras geführt und die Produktion sowie die Hauptrolle übernahm Kate Winslet. Lee Miller kannte ich durch ihr berühmtes Portrait in Hitlers Badewanne. Im Film wurden ihre Bilder mit viel Liebe zum Detail nachgestellt.

Im Magazin „ALL ABOUT HISTORY“ wird der Film als „fiercely feminist biopic“ beschrieben.1 In einem Interview von „GALORE“ stellt die Produzentin und Schauspielerin Kare Winslet allerdings klar, dass sie den Film nicht als Biopic sieht. Die ganze Biografie von Lee Miller könnte eine 12-teilige Serie füllen, meinte Winslet. Der Film fokussiert sich auf rund zehn Jahre ihres Lebens. Sie wollten Lee Miller bewusst von ihrer Rolle als Fotomodell und Muse von Man Ray lösen und ausschließlich ihre Zeit als Korrespondentin im Krieg zeigen.2

Ich hasse den Begriff Muse und lege viel Wert darauf, dass er [Man Ray] und alles, wofür er steht, im Kontext unseres Films keine Rolle spielt.3

In einem Interview mit dem „TOTAL FILM“ Magazin beschreibt Winslet das die Art und Weise, wie Lee Miller beschrieben wurde, auf dem männlichen Blick (male gaze) beschränkt blieb. Sie ist eine Frau, die oft nur als Muse von Man Ray gesehen wird. Winslet sagt, dass Lee Miller es hasste ein Model zu sein. Diese Annahme belegt sie mit dem bekannten Zitat von Lee Miller: „I’d rather take a photograph than be one.“ Für die Regisseurin Kuras war es wichtig Lee Miller nicht zu objektifizieren, sondern zu zeigen wie sie genug davon hatte und sich auf die andere Seite der Kamera stellte.4

Mit folgendem Opener-Text wurde Lee Millers früheres Leben kurz angeschnitten: „I’d been the model, I’d been the muse, I’d been the ingénue. I was good at three things: drinking, sex and photography.” Miller war nicht daran interessiert für ihren Partner Roland Penrose Hausfrau zu spielen. Stattdessen überzeugte sie das „Vogue“ Magazin von ihrer Fotografie und wurde Kriegs-Korrespondentin. Laut dem „All About History“ Magazin ist Winslet perfekt für die Rolle der Lee Miller geschaffen und machte darüber hinaus als Produzentin einen guten Job. Es werden nicht nur Lee Millers Erfolge gezeigt, sondern auch ihr Umgang mit ihrer posttraumatischen Belastungsstörung, Ansprüche an Mutterschaft, ihre Alkoholabhängigkeit und Depression. Dem Magazin zu folge gibt der Film zu verstehen, dass Miller bestrebt war, sich als Fotografin und Journalistin zu beweisen.

We come to understand Miller was driven to prove herself as an artist and journalist in her own right, but did so with humanity and a curious lack of ego. 6

Der Film gibt Anlass über das Leben von Frauen nachzudenken und die Art und Weise, wie ihr Wert von Männern definiert wurde (und allzu oft noch wird).7

Die Produzentin spricht offen über Hürden, die es zu überwinden galt. Unteranderem trafen sie auf einem Geldgeber, der fragte warum er diese Frau mögen sollte. Für Winslet war sofort klar, dass dieser Mann nicht Teil des Films sein wird. Ihnen war wichtig diesen Film nur mit Menschen zu produzieren, die ein Verständnis für die Geschichte mitbrachten.8

Der Film bzw. Lee Miller könnte für meine Masterarbeit eine Bedeutung haben. Lee Miller ist heute noch sehr interessant, da sie in einer Branche Karriere machte, die von Männern dominiert wurde. Ich könnte mich mit ihr beschäftigen und anhand ihrer Geschichte Frauen dazu inspirieren in der Selbstständigkeit Fuß zu fassen. Sie stellte sich gegen gesellschaftliche Erwartungen und wollte nicht bloß Hausfrau und Mutter sein. Außerdem finde ich sehr interessant, dass sie lange Zeit nur als Muse von Man Ray gesehen wurde. Der Film stellt sie in einem anderen Licht da, der ihr und ihren Werken viel mehr gerecht wird.

vgl. Conterio 2024, S.78

vgl. Heidmann 2024, S.107

Kate Winslet IN: Heidmann 2024, S.107

vgl. Miles 2024, S.12

vgl. Conterio 2024, S.78

Conterio 2024, S.78

vgl. Conterio 2024, S.78

8 vgl. TOTAL FILM 2024, S.13

Literaturangabe

Miles, Lauren: NO FILTER. LEE. In: TOTAL FILM issue 354 (2024), S.12f

Conterio, Martyn: LEE. A fascinating, fiercely feminist biopic about WWII photographer Lee Miller. In: ALL ABOUT HISTORY issue 148 (2024), S.78

Heidmann, Patrick: Hinter der Kamera. In: GALORE INTERVIEWS 9,24 (2024), S.107

Impuls #4 – Forget the Film, watch the title

Ich habe bereits in meinem letzten Impulsbeitrag mir eine Website angeschaut, welche sich auf Titelsequenzen fokussiert. Auch Forget the film, watch the title beschäftigt sich ausschließlich mit Titelsequenzen aus Film, Fernsehen, Events und Videospielen. Trotzdem lohnt es sich für mich, mir diese Website im Bezug auf meine Masterarbeit genauer anzuschauen.

Allgemeines zur Website

Inspiriert von der VHS Kollektion von Submarine Channel gestaltete der Niederländer Remco Vlaanderen diese Website als Hobby. Sie ging 2006 online und wurde nach eine Pause von 2014-2019 wieder aufgenommen. Auf der Website sind über 200 Titel und behind-the-scenes Inhalte vorzufinden. Diese Sammlung bietet einen einzigartigen Einblick in die Arbeitswelt der Titel Design-Gestalter:innen und präsentiert die zuständigen Personen, die Ideen und die Prozesse hinter den Titelsequenzen. Auch werden auf der Seite kurze Dokumentationen über die bekanntesten Titel Design-Gestalter:innen veröffentlicht.

(Mir ist unklar wer die Website nun betreibt, weil die Website auch ein Submarine Channel Projekt sei).

Aus dieser Website sind folgende Spin-Off Projekte entstanden:

  • Playgrounds Vs Submarine Channel – Ein Event in Amsterdam in Kooperation mit dem Playgrounds Festival (2011) mit Vorträgen von Kyle Cooper, Dvein, Onesize und Buck.
  • Watch the Titles! on Tour – Eine einstündige Vorführung von einer Selektion an Titelsequenzen, welche zwischen 2005 und 2010 entstanden sind. Diese Vorführung wurde an mehreren Standorten in den Niederlanden und auf weltweiten Festivals gezeigt.
  • Watch the Titles! DVD – Auf dieser befinden sich 38 Titelsequenzen und 9 Kurzdoumentationen über Titeldesigner, welche in Los Angeles, London, Berlin und Amsterdam tätig sind.
  • Flux Screening Series – Ein Vortragsabend in The Hammer Museum in Los Angeles in Kooperation mit Flux mit Vorträgen von Kyle Cooper, Karin Fong, Garson Yu, Jamie Caliri und Danny Yount
  • Forget the Film, Watch the Titles at MU – Eine Ausstellung in Eindhoven (Niederlande) von Dezember 2009 bis Jänner 2010. Diese hat 30 Titelsequenzen, eingeteilt in 5 Themenbereiche, beinhaltet. Es gab auch ein Event mit den Vortragenden wie Nic Benns, Miki Kato von Momoco und weiteren.
  • Cinema.nl – Hier findet man Beiträge vom Team der Website. Die Website ist eine niederländische film Seite.

Aufbau der Website

In der Navigationsleiste findet man Verlinkungen zu den Kategorien: Titelsequenzen, Designer, Studios und Suche. Auf der Homepage begrüßt einen eine Diashow mit ausgewählten Beiträgen wie Video-Interviews mit Designern und Titelsequenzen. Darunter gibt es eine Galerie mit den Interviews. Darauffolgend gibt es Banner für die Kategorie Film, Serien, Events, Studentenprojekte, French Fridays. Diese Kategorien findet man auch in der Verlinkung Titelsequenzen in der Navigationsleiste. 

Klickt man auf eine der Unterkategorien von Titelsequenzen, gelangt man auf eine Unterseite, welche kurz die Kategorie beschreibt und danach im Raster Titelsequenzen ohne erkennbare Ordnung anzeigt. Auf der Seite der Studentenprojekte wird angegeben, wie man Titelsequenzen einreichen kann, um auf die Seite mit Studentenprojekte zu gelangen. Aber auf der Seite gibt es nur 5 Titelsequenzen von Studentenprojekten.  Bei der Kategorie French Fridays handelt es sich um Titelsequenzen von französischen Produktionen, welche Laure Chapalain und Hervé Tissot haben. 

Bei der Auswahl Designer gelangt man zu einer alphabetischen Liste aller vorkommenden Designer. Unter den Designern werden auch die bekanntesten Titelsequenzen von ihnen genannt. Dasselbe passiert, wenn man die Auswahl Studios tätigt.

Die Seite einer einzelnen Titelsequenz enthält normalerweise das Video der Titelsequenz, eine längere Beschreibung der Titelsequenz/ Interview mit den Machern, Eckdaten, kurze Biografie der Macher, Verlinkungen und Stills aus der Titelsequenz. Hier muss ich leider anfügen, dass die Videos zum Zeitpunkt des Schreibens nicht abspielbar sind. Aber die Beiträge zu den einzelnen Titelsequenzen sind trotzdem sehr informativ. 

Auf der Seite der einzelnen Designer und Studios ist eine kurze Biografie und die auf der Website vorkommenden Titelsequenzen vorzufinden. Auch Links zu Portfolios sind auf der Seite platziert. 

Die Videointerviews mit Designern sind um die 10-Minuten lang und starten immer mit einem kurzen Zusammenschnitt von verschiedenen Titelsequenzen des Designers. Im Interview reden sie über ihre Arbeit an bestimmten Titelsequenzen. Auch geben sie Tipps mit auf den Weg.

Abschließende Gedanken 

Bei meiner Auseinandersetzung mit der Website ging es mir darum, herauszufinden, ob diese Seite im Vergleich zur Website Art of the Title, mir weitere Perspektiven für meine Masterarbeit liefert.

Ich bin zum Schluss gekommen, dass sie definitiv für meine Masterarbeit interessante Eckdaten liefert. Vor allem, finde ich die weitere Kategorisierung in Film, Serien, Events, Videospiele, Studentenprojekte und French Fridays gut. Auch sind die Beiträge zu den einzelnen Titelsequenzen sehr ergiebig. Auch decken sich die Titelsequenzen der zwei Webseiten oft nicht. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob die Website immer noch betrieben wird, da es einige Bugs gibt und es eigentlich keine neueren Titelsequenzen auf der Website gibt. Trotzdem möchte ich mir auf jeden Fall die Videointerviews noch genauer anschauen (diese funktionieren, glücklicherweise). 

Link zur Website

Weitere Quellen

Kyle Cooper und prologue films: 

https://en.wikipedia.org/wiki/Kyle_Cooper

Filmograph (Portfolio): 

https://www.filmograph.tv

Impuls #3 – Website Art of the Title

Die Website Art of the Title spezialisiert sich auf Vor- und Abspänne. Seit 2007 kuratiert Lola Landekic (sitzhaft in Toronto, Kanada) verschiedenste Main Title Designs aus Film, Fernsehen und darüber hinaus. Dem Team ist es wichtig, Titelsequenzen aus aller Welt zusammenzuführen und den Personen hinter den Schöpfungen Ehre zu erweisen. Ein anderer Nutzen neben der Sammlung und Präsentation von Titelsequenzen ist die Wissensvermittlung über Titelsequenzen. Die Betreiber unterstützen deshalb Diskurs rundum dieses Themenfeld. Leider, aufgrund von finanziellen Hürden, ist der Betrieb der Seite bis auf weiteres eingestellt (Stand November 2024).

Arbeitsweise der Website

Für die Auswahl der Titelsequenzen sind Lola Landekic und das aktuelle Redaktionsteam zuständig. Titelsequenzen stammen normalerweise aus den Kategorien: Film, Fernsehen, Videospiele, Events und Konferenzen. Feature-Artikel werden mit Hilfe der Parameter wie Originalität und Innovation, Einfluss, Atmosphäre, Relevanz im Verhältnis zu größeren/ vorangegangen Arbeiten und Technik ausgewählt. Deshalb sind Fragen wie die folgenden für den Ausleseprozess relevant:

  • Ist es etwas, was wir noch nie gesehen haben?
  • Ist es eine ältere oder sehr bekannte Technik, welche auf eine neue Art und Weise verwendet worden ist?
  • Sind die Methoden neu und innovativ?
  • Bezieht es sich auf neue Weisen auf ältere Werke?
  • Ist es wunderbar, heftig oder faszinierend?
  • Ist sie ein Unterhaltungsstarter?
  • Gibt es hier eine Geschichte ?

Aufbau der Website

Die Website bietet verschiedene Möglichkeiten sich auf ihr zu bewegen. Zum einen kann man durch die neusten Beiträge stöbern. Es kann sich dabei um die neuesten hinzugefügten Titelsequenzen oder um Artikel, wie beispielsweise Top 5 Chloe Okuno oder 10 Women of Title Design – part seven handeln. In der Navigationsleise kann man zwischen Titelsequenzen und Designers + Studios auswählen. Klappt man Titelsequenzen auf, scheinen 3 Spalten auf: Neu dazugekommen, empfohlen und Klassiker. Möchte man sich alle Titelsequenzen oder Beiträge ansehen kann man jeweils auf eine Verlinkung drücken. Bei der Auswahl Designer + Studios hingegen werden bei der Auswahl alle Designer und Studios alphabetisch aufgelistet. Blaue Punkte neben Designern verweisen darauf, dass es auf dieser Website ein Interview mit ihnen gibt.

Auf der Seite der ausgewählten Titelsequenz, ist die Titelsequenz zum Abspielen eingebettet. (Für das Hosting wird Vimeo verwendet.) Es gibt auch immer ein passendes Zitat zur Titelsequenz, einzelne aussagekräftige Frames aus der Titelsequenz werden gezeigt und die Credits für die Titelsequenz sind aufgelistet. Bei einer Titelsequenz mit dem Tag Feature oder Interview, wird die Titelsequenz noch genauer behandelt (im Interview mit dem Gestalter / der Gestalterin der Titelsequenz). Hier können auch Zwischenstände der Arbeit und Inspirationen hergezeigt werden.

Die Seiten der einzelnen Designer und Studios bieten eine Biografie und eine Auflistung / Verlinkung zu den von ihnen gestalteten Titelsequenzen. Auch gibt es externe Verlinkungen zu Portfolio-Websites, Studios und ihrer gesamten Filmografie.

Schlüsse auf meine Masterarbeit

Ich habe deshalb den Aufbau der Website deshalb so genau angeschaut, da die Kategorisierung mir eventuell bei meiner Gliederung der Masterarbeit helfen könnte. Eines steht fest, die Website bietet mir für meine Masterarbeit eine Breite von Inspirationsbeispielen und Werke, welche ich als Beispiele und zur Analyse für meine Masterarbeit heranziehen kann. Auch die Beiträge und Blicke hinter die Kulissen können für meine Masterarbeit relevant werden, da ich mich auf Interviews beziehen kann. Auch kann mir der Aufbau mancher „Blick hinter die Kulisse“–Beiträgen beim Aufbau meiner Beschreibung meines praktischen Teils helfen und Inspirationsanstöße geben.

Link zur Website

https://www.artofthetitle.com

Weitere Quellen

Link zur Portfolio-Seite von Lola Landekic (Editor in Chief): 

https://www.landekic.com

Link zu elastic studio ( Titelsequenzen unter anderem Shogun und Game of Thrones): https://makemakeentertainment.com/elastic/

Impuls #2 – Page Artikel (Skip) Intro

Jede Person, welche Streaming Angebote nutzt, kennt ihn – den Skip Intro Knopf. Wahrscheinlich verwenden viele dieser Personen diesen Knopf jedes Mal. Somit stellt sich legitimerweise die Frage: weshalb gibt es Titelsequenzen überhaupt noch?

Abgesehen von rechtlichen Gründen besitzen Titelsequenzen viele wichtige Parameter, weshalb sie eigentlich heute immer noch unabdinglich sind. Mit dem Zukunftspotential und gestalterischen Möglichkeiten beschäftigt sich auch Antje Dohmann in ihrem Artikel Skip Intro erschienen im Page 09/24 Magazin.

Der Einsatz von Titelsequenzen startete vor allem durch das Wirken des Designers Saul Bass, mit seinen zweidimensionalen und sehr grafischen Intros zu Filmen wie Vertigo oder Psycho. Seit dieser Zeit hat sich viel im Feld der Titelsequenzen-Gestaltung getan. In den letzten Jahren sind Vor- und Abspänne wieder vor allem in Serien populär geworden, da sie eine geeignete Leinwand sind, Kernelemente der vorangegangen Geschichte oder Hinweise auf die Handlung der bevorstehenden Episoden wiederzugeben.

Auch der steigende Medienkonsum führt dazu, dass es immer wichtiger wird sich prägnant von anderen abzusetzen. So kann eine plakative visuelle Identität für einen Film oder Serie schon dabei helfen, dass das Publikum durch die Verwendung von graphischen Elementen, Intro-Musik oder Typografie der Titelsequenz an diesen bestimmten Film oder Serie denken.

Die Titelsequenzen sind zwar durch die Entscheidungsfreiheit, welcher der „Skip Intro-Knopf“ den Nutzer:innen bietet, als Gegenbewegung dazu generell kürzer geworden, doch in ihrer visuellen Erscheinung stehen sie ihren längeren Artgenossen in nichts nach. Hier führt Dohmann das Beispiel des stimmungsgebenden Vorspanns von der Serie Killing Eve an, bei der eine messerscharfe Schrift verwendet wird von der Blut tropft.

Durch die technische Entwicklung kann man auf der gestalterischen Ebene mit vielen Möglichkeiten herumexperimentieren. Beispielsweise kann jede Folge einer Serie einen neuen, zur Folge passenden Titelvorspann haben, wie es die Design Agentur Pentagram New York für die Serie „Bupkis“ rund um den Comedian Pete Davidson realisiert hat.

Während in den USA es Gestaltungsbüros gibt, welche sich völlig dem Main Title Design verschrieben haben, sieht es im deutschsprachigen Raum ganz anders aus. Oft stammen Titelsequenzen von deutschsprachigen Produktionen von Animationsstudios, welche auch Werbung und Branding Projekte realisieren. Diesen Unterschied kann man durch die Budgetdifferenzen zwischen Hollywoodproduktionen und deutschsprachigen Produktionen erklären. Trotzdem merkt man auch einen Wandel in Deutschland. Vor allem Streamingserien, wie beispielsweise How to Sell Drugs Online (fast) helfen dabei, dass dieser Gestaltungsbereich immer mehr floriert.

Abspann

Die Gestaltung der Abspänne haben in den letzten Jahren auch erhöhte Aufmerksamkeit der Kreativschaffenden bekommen. Das Setting – die angehenden Lichter und das aufstehende Publikum – ist für die Gestaltung der Abspänne zwar undankbarer als bei Vorspännen, doch der Reiz besteht, das Publikum mit einem passenden Abspann sanft aus dem Handlungsstrang des Films herauszuführen. Beispielsweise erzählt Silke Sieler vom Studio This is Y im Artikel ihre Herangehensweise zum Abspann für den Film Chantal im Märchenland darüber, dass die grundlegende Idee war, den Abspann wie ein modernes farbenfrohes Märchenbuch aufzubauen. So wurden Rollenbildern und Klischees von Märchen „modernisiert“. Auf Wünsche vom Regisseur Bora Dağtekin wurden Szenen aus dem Film mit einem Twist (z.b. es explodieren plötzlich Dinge) auch inhaltlich abgebildet. Fokus lag auf der allgemeinen Stimmung des Films: witzig und der feministisch-rotzige Attitüde der Protagonistin.

Welche Fähigkeiten braucht es für das Title Design?

  • Storytelling: Es geht darum die Handlung des Films, Serie etc. auf eigene Art und Weise nachzuerzählen
  • gutes Konzept
  • Verständnis für Schnitt, Sounddesign, Komposition, Typografie
  • geschlossenes Auftreten des Brandings des Projektes und Titelsequenz (Stichpunkt: gleiche Typografie).

Meine Schlüsse für die Masterarbeit

Dieser Artikel hat mir interessante Impulse für meine Masterarbeit zu den Themen:

  • Länge der Titelsequenz
  • Platzierung der Titelsequenz
  • Storytelling-Tool (z.b. was wenn jede Folge einen eigenen Vorspann erhält)
  • Potential in der kommerziellen Vermarktung des Films/ der Serie
  • Setting als Hilfestellung, um das Publikum in den Film / Serie einzuführen oder auszuklingen
  • Aufstellung im deutschsprachigen Raum

Zitate zum merken

„Eine Titelsequenz ist wie das Cover eines Buches. Sie kann nicht nur wichtige Informationen vermitteln, sondern auch visuelle Referenzen liefern, die Stimmung und den Ton vorgeben und die Vorfreude auf die kommende Geschichte steigern“ (Dohmann zit. Ben Woodlook 2024, S.37).

„‚Title Design‘ können die Ouvertüre sein, der Moment in dem sich der Vorhang hebt und das Publikum sich auf eine neue Welt einlässt. Genauso können sie aber überhaupt keine Rolle spielen – nämlich dann, wenn die Zuschauer:innen „Skip Intro“ drücken“ (Dohmann zit. Emily Oberman 2024, S.38).

Weiterführende Links

Pentagram New Yorks Portfolio mit verschiedesten Title Designs für Film, Serien und Festivals sowie anderen Design Projekten: 

https://www.pentagram.com/work/sector/entertainment

Page Online Artikel über Chantal im Märchenland Abspann + Abspann und Stills (In der 2D-Paperfold Ästhetik im 3D-Raum) 

Quelle

Dohmann, Antje: Skip Intro. In: page N°02 09.2024, S.35-45