Die Geschichte der WFA

Im folgenden Blogbeitrag wird der Fokus auf der englischen „Women’s Football Association“ kurz WFA liegen. Von ihrer Gründung über Erfolge bis hin zu Schwierigkeiten wird die WFA beleuchtet.

Die Gründung der WFA

Im Jahr 1967 hat ein Tischler aus Kent ein Frauenfußballturnier organisiert.1 Damals haben acht Teams teilgenommen. Ein Jahr später nahmen bereits 32 Mannschaften Teil und das Turnier wuchs immer weiter. Mit diesem Turnier kam die Idee eines nationalen Verbands für Frauenfußball in England auf. Es gab viele Freiwillige, die sich dafür engagierten. Im Jahr 1963 hat Flo Bilton die Frauenfußballmannschaft Reckitts FC gegründet. Sie war eine treibende Kraft bei der Gründung eines Gremiums für Frauenfußball in England. Sechs Jahre später fand das Turnier, das mittlerweile international war, erneut statt. Im Anschluss dazu haben die Teilnehmenden sich entschlossen die „The Ladies Football Association of Great Britain“ zu gründen. Im November des gleichen Jahres fand die erste Sitzung in Caxton Hall in London statt, an der 38 der 51 Clubs teilnahmen. Die FA gab der WFA keine finanzielle Unterstützung. Das einzige Geld kam von dem Central Council of Physical Recreation (CCPR), der jedoch nur Amateurfußball unterstützte. Das Verbot, das Frauen kein Fußball spielen dürfen, wurde aufgehoben. Nichtsdestotrotz musste die WFA eine Kampagne starten, damit die Frauen wieder auf FA Spielfeldern spielen durften. Frauenfußball war noch sehr weit weg von allgemeiner Akzeptanz. Die FA weigerte sich weiterhin Spiele im Fernsehen zu übertragen.

Im Jahr 1970 schickte die FIFA einen Brief aus, mit der Frage, wie es mit Frauenfußball in dem jeweiligen Land aussah? Es war ein erster Versuch zu verstehen, wie groß Frauenfußball eigentlich war. Viele Länder antworteten garnicht. Einige Länder gaben bekannt, dass sie Frauenfußball anerkennen, nämlich: Algerien, Südafrika, China, Singapur, Thailand, West Deutschland, Schweden und Wales. Die FA aus England teilte mit, dass sie vor kurzem erlaubt haben, dass Frauenfußball auf ihren Spielfeldern gespielt wird, sie sich aber entschieden haben, Frauenfußball nicht selbst zu verwalten.

Erfolge der WFA

Im Jahr 1977 hat die WFA ein Turnier mit Frauen- und Mädchenteams in Zusammenarbeit mit „Pontin’s holiday parks“ gestartet.2 Drei Jahre später organisierte das Met eine Meisterschaft mit fünf Spielerinnen pro Seite mit anschließender Finalnacht am „Empire Pool“ in Wembley. In den Jahren 1972 und 1976 wurden schottische und walisische Organisationen gegründet. Im Jahr 1975 starb der Mitgründer der WFA Arthur Hobbs. Eric Worthington war ein Professor an dem Loughborough College of Physical Recreation, FA Staff Coach und ehemaliger Profi-Fußballer und wurde der erste englische Manager für Frauenfußball. Mit einer Gruppe von 25 Spielerinnen verbrachte er ein Trainingswochenende im Loughborough College und suchte dann 15 Spielerinnen aus, die am „inaugural official WFA international match“ teilnahmen. England gewann drei zu zwei. Im Mai 1976 übernahm Carol McCune mit 21 Jahren die Kapitänsschleife für England. Sie wurde die erste Frau die 50 Spiele für England gewann.

Warum konnte die WFA nur langsam wachsen?

Die WFA wuchs aus zwei Gründen nur langsam.3 Erstens hatte die WFA fast kein Geld zur Verfügung, und war angewiesen auf freiwillige Helfer:innen. Zweitens wurden immer wieder Verbote verhängt, um Frauenfußball klein zu halten. Aus diesem Grund wurden viele Freiwillige aus der WFA geworfen.

The Portopia Tournament

Im Jahr 1981 flogen Frauenfußballteams aus England, Italien und Dänemark nach Japan zum „Portopia Tournament“.4 Die drei Teams wurden damals für die besten der Welt gehalten. Japans Fußballverband war der Meinung, dass die Fortschritte, die in Europa bei Frauenfußball gemacht wurden, in Japan nachgemacht werden könnten. Jedes Team spielte zwei Spiele im Turnier. Dänemark und Italien spielten 1:1 vor 5.000 Zuschauenden. Japan verlor 4:0 gegen England vor 7.000 Zuschauenden. Italien gewann 9:0 gegen Japan, und Dänemark besiegte England 1:0 während 3.000 Zuschauende die Spiele mitverfolgten. In Japan wurden für das Turnier weder Kosten noch Mühen gescheut. So bekamen die Spielerinnen jede einen Tracksuit, zwei Sets Trikots, japanische Markensportschuhe, hoch qualitative Fußballschuhe, ein T-Shirt und eine Reisetasche.

Schwierigkeiten bei der WFA

Im Jahr 1982 hatte die WFA einige finanzielle Probleme auf Grund des vorherigem Buchhaltungssystems und elf Jahre später hatte die Organisation viele Schulden angehäuft.5 England schied im Viertelfinale aus dem UEFA Wettbewerb aus und Jon Bilton trat als Manager zurück. Innerhalb der WFA wurde häufig gestritten. Besonders Pat Dunns Geschichte ist eine die im Gedächtnis bleibt. Patt Dunn war die Vorsitzende der WFA. Sie wurde für dieses Amt demokratisch gewählt, und trotzdem wurde sie 1970 gebeten von ihrem Posten zurückzutreten. Ihr Fehler in den Augen der FA war es, Schiedsrichterin zu sein. Es war zwar nicht verboten als Frau Schiedsrichterin zu sein, jedoch nur weil die FA sich sicher war, es würde keine Frau versuchen. Patt Dunn begann Fußballspiele im Park zu schiedsrichtern, und nach einiger Zeit pfiff sie offizielle Spiele in Dorset. Mittlerweile hat sie angefragt, die Schiedsrichter:innenprüfung zu absolvieren, um offiziell Schiedsrichterin zu werden. Diese Anfrage wurde von der FA abgelehnt. „An appeal to the FA was met with the ruling that, ‘we do not recognize ladies football so it would be ridiculous to accept lady referees.’“, so Williams. Patt Dunns Bekanntheit regte die FA auf, und so war es keine Überraschung, dass sie gebeten wurde als Vorsitzende der WFA zurückzutreten. Im Jahr 1993 übernahm die FA die Kontrolle über die WFA, und damit wurden viele Langzeitvolontäre gegen neue Absolventinnen im Bereich Sport ersetzt.

In der WFA ging es interessant zu, mit Höhen und Tiefen.

  1. Williams 2021, S. 139ff. ↩︎
  2. Williams 2021, S. 145 ↩︎
  3. Williams 2021, S. 146 ↩︎
  4. Williams 2021, S. 148ff. ↩︎
  5. Williams 2021, S. 150ff. ↩︎

Geschichte des Frauenfußballs

Schon vor mehr als 1000 Jahren wurde in Japan das Spiel Kemari gespielt, bei dem ein Ball mit dem Fuß getreten wurde.1 „Um 600 v. Chr. wurde auch von den Griechen ein Ballspiel nach festen Regeln betrieben, das sogenannte „Episkyros“, was mit „Ballschlacht“ übersetzt werden kann. Wie der Name schon verrät, zeichnete sich dieses Spiel, welches wohl eher mit dem heutigen „American Football“ als mit dem uns bekannten Fußballspiel zu vergleichen ist, durch körperliche Härte aus.“2 Während der Zeit der Song Dynastie von 960 bis 1276 gab es ebenfalls bekannte Spiele bei denen ein Ball gekickt wurde.3 Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurde ein Spiel bekannt, das dem Fußball ähnelte. Bei dem Spiel versuchten mehr als 1000 Teilnehmende sich einen Ball zu schnappen und an ein festgesetztes Ziel zu bringen. Es ging dort meistens sehr brutal zu, weshalb es von der obersten Instanz an vielen Orten verboten wurde. In den 1830er Jahren wurden Spielregeln zu dem Spiel festgelegt, zusammen mit der Reform der Public Schools. Das Spiel wurde als Erziehungsmethode verwendet. Schließlich braucht es Disziplin und förderte die Wettbewerbslust der Schüler. Zehn Jahre später wurden die Spielregeln aufgeschrieben, und jede Schule hatte ihre eigenen. In der Schule Eton stand in den Regeln, dass der Ball nicht mit der Hand berührt werden darf. Durch die unterschiedlichen Regeln kam es zu Missverständnissen bei Wettbewerben von Schule untereinander. „Dies veranlasste die Vertreter von Fußballvereinen 1863, die Football Association (FA) zu gründen und ein gemeinsames Regelwerk des „Associations-Fußball“, kurz, soccer, zu entwickeln, das u.a. Stoßen, Halten, Treten und Bein-Stellen sowie das Tragen und Werfen des Balles verbot.“ Gleichzeitig wurde Rugby gespielt, bei dem so gut wie alles erlaubt war. Dieses Spiel war in den 1880er Jahren an den Public Schools beliebter.

Besonders bei den Arbeitern setzte sich nach und nach „Soccer“ durch wegen seiner „flüssigen Spielszenen“. Für die Arbeiter war es keine Frage, dass die Spieler Geld bekamen, was eine Professionalisierung des Sports zur Folge hatte. Damals haben Mädchen keinerlei Verbindung zu dem Sport gehabt. Reisende, die das Spiel in England gesehen haben, nahmen es mit nach hause in ihr eigenes Land. So verbreitete sich der Sport. Im Jahr 1904 wurde der Sport international mit der Gründung der FIFA.4 Bekannt war der Sport jedoch hauptsächlich in Europa.5 „So sind in Australien Rugby und Kricket, in den USA Baseball und American Football weit beliebter als Fußball.“

Frauenfußball im ersten Weltkrieg

Der Frauenfußball hatte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts seinen Aufschwung. Das Frauenfußballspiel entwickelte sich zu einer Art Benefizveranstaltung während des ersten Weltkrieges, da Geld für einen guten Zweck gesammelt wurde. Im Jahr 1921 zählte man 150 Frauenfußballteams in England. Besonders bekannt war der Fußballclub die Dick, Kerr Ladies F.C. Sie arbeiteten in der Munitions- bzw. Maschinenfabrik Dick, Kerr’s. Im Jahr 1920 spielte England gegen Frankreich. Die zwei Kapitäninnen küssten sich und schüttelten einander die Hände, um sich zu begrüßen.6 Diese Szene wurde auf der ganzen Welt übertragen. Als der Krieg vorbei war, bat der Fußballverband die Vereine die als würdelos gesehenen Frauenfußballspiele nicht mehr zu bestärken und beendete damit den Frauenfußball in England. Es wurde ebenfalls verboten, dass Frauen vor großen Mengen Menschen Fußball spielen. Ein Verbot, dass 50 Jahre anhalten wird. Dass der Frauenfußball in England eine Zeit lang geduldet wurde, lässt sich auf den Krieg und die dem einhergehende Ausnahmesituation zurück führen.7

Nach dem ersten Weltkrieg

Frauenfußball war für die nächste Zeit still gelegt, so spielten die Frauen auf Sportplätzen, die eigentlich für andere Sportarten gedacht waren.8 Mittlerweile war es normal sich über Frauen, die Fußballspielen, zu amüsieren und sie als nicht weiblich zu bezeichnen.9 Im zweiten Weltkrieg war Frauenfußball weniger wichtig als im ersten Weltkrieg. Hauptsächlich weil es keine Stadien gab in denen man spielen, und so Spenden sammeln konnte und weil es einen Mangel an Spiritus gab, der Reisen erschwerte. Nach 1945 begann die Rolle der Frau sich zu ändern und es gab Fortschritte bei Frauenrechten. Die Einführung der Pille im Jahr 1961 gefolgt von dem Abtreibungsgesetz im Jahr 1967 sowie ökonomische und finanzielle Unabhängigkeit ermöglichte Frauen ihre eigenen Entscheidungen über ihr Leben zu treffen. Im Jahr 1950 fand die Fußball Weltmeisterschaft der Männer statt und fünf Jahre später wurde die UEFA gegründet. Es etablierte sich das Fernsehen in den Haushalten, sodass der Sieg von England in der Fußball Weltmeisterschaft der Männer 1966 bereits übertragen werden konnte.

Gründung der WFA und FIFF

Auf der Seite der Frauen wurde eine nicht offizielle Europäische Fußball Meisterschaft in 1957 abgehalten. Das Turnier wurde von dem englischen Fußballclub Manchester Corinthians gewonnen. Im Jahr 1969 gab die FIFA bekannt, Frauenfußball zu übernehmen.10 Veränderungen kamen nur sehr langsam. In England wurde die Women’s Football Association (WFA) im gleichen Jahr gegründet, die der FIFA zugehörig ist. Im Jahr 1969 wurde das Turnier Coppa Europa per Nazioni in Novara, Aosta und Turin für Frauenfußball organisiert. Das Turnier wurde von mehr als 10.000 Menschen angesehen, und war ein Meilenstein im Frauenfußball. Das Turnier machte den Weg frei für die Gründung der International Federation of Feminin Football (FIFF). Im Jahr 1970 lud die FIFF Teams aus Österreich, Dänemark, Tschechoslowakei, England, Italien, Westdeutschland und Schweiz zu einem Turnier ein. in der Gruppenphase schauten zirka 24.000 Menschen zu.

Die Geschichte der WFA wird in einem zusätzlichen Blogbeitrag weitergeführt.

  1. Sinning 2012, S. 15 ↩︎
  2. Brass 2010, Abs. 3 ↩︎
  3. Sinning 2012, S. 15f. ↩︎
  4. Eisenberg 2006, S. 209 ↩︎
  5. Sinning 2012, S. 18f. ↩︎
  6. Williams 2021, S. 27f. ↩︎
  7. Sinning 2012, S. 22 ↩︎
  8. Williams 2021, S. 57 ↩︎
  9. Williams 2021, S. 62f. ↩︎
  10. Williams 2021, S. 97ff. ↩︎

Unterschied: Frauenfußball / Männerfußball

Frauenfußball und Männerfußball unterscheiden sich von der Spielweise nicht. Warum ist Frauenfußball bei vielen immer noch weniger beliebt? Wo liegen die Unterschiede zwischen Frauen- und Männerfußball? Bei der Technik und Taktik sieht Hauptmann so gut wie keine Differenzen.1 Die Frauen verzögern weniger und spielen einen ehrlicheren Fußball als die Männer. „Die Männer sind dafür in den Zweikämpfen noch ein bisschen cleverer.“, so Trainer Helmut Hauptmann. Laut Sportwissenschaftler Christoph Gonaus wird beim Fußball im Unterschied zu vielen anderen Sportarten kein Unterschied zwischen Frauen- und Männerfußball gemacht. Die Regeln bleiben gleich. Trotzdem gibt es physische Differenzen zwischen den Geschlechtern. So sind Männer durchschnittlich sieben Prozent größer und wiegen um 22 Prozent mehr als Frauen. Das wirkt sich am Spielfeld natürlich aus. Männer können deswegen den Ball stärker treten und insgesamt länger spielen. Alle Expert:innen sind einer Meinung, dass der größte Unterschied bei der Geschwindigkeit liegt. Männerfußball soll im Durchschnitt ein Drittel langsamer sein als Frauenfußball.2 Das Männerfußballspiel ist viel dynamischer als das der Frauen.3 Ein Vergleich der Weltmeisterschaften und von UFEA-Champions-League-Spielen der Frauen und Männer liefert den Beweis. „Aus einer Analyse von UEFA-Champions-League-Spielen geht hervor, dass Männer um 23 Prozent größere Distanzen im Sprinttempo zurücklegen“, so Gonaus. Im Hinblick auf das Passspiel bei den Weltmeisterschaften liegen die Männer um 10 Prozent vorne, mit einer Passquote von 84 Prozent im Unterschied zu den Frauen mit 74 Prozent. Der Sportwissenschaftler Hans-Jürgen Tritschoks sagt, dass die deutsche Frauen-Nationalmannschaft gegen ein männliches U16-Bundesliga-Team verlieren würde.4 Zusätzlich sollen die Frauen laut Trtschoks schlechter bei der Ballannahme sein als die Männer. Er erklärt sich diese Tatsache damit, dass der Frauenfußball noch jung sei. Die Nationalspieler der Männer hätten bis in die 90er Jahre ebenfalls Probleme mit der Ballannahme gehabt. Ein großes Problem ist für ihn die fehlende Fankultur. Es kommen zwar für Frauenfußball relativ viele Menschen zuschauen, aber von ihnen sei nur ein kleiner Teil Fan. Dadurch wird bei der Stimmung im Stadion eingebüßt. Das sei auch den Zeiten an denen die Spiele stattfinden zu schulden – oft vormittags, eine Uhrzeit, an der kaum jemand Zeit findet.

Unterschied: Fankultur

In der Fankultur unterscheidet sich Frauen- und Männerfußball ebenso: Im Frauenfußball gibt es eine inklusive Fankultur.5 Hier sind alle willkommen, egal welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung sie haben. „Die meisten Fußballerinnen gehen offen mit ihrer Sexualität um. Fans, die sich der LGBTQ+-Gemeinschaft zugehörig fühlen, schätzen es einen Sport zu haben, bei dem sie sich unabhängig von der sexuellen Orientierung und ihres Geschlechts akzeptiert fühlen.“, so Sportsoziologin Christiana Schallhorn.

Wieso ist der Frauenfußball dann immer noch weniger populär als der Männerfußball? Das hat eine Studie von Forschern aus Zürich gezeigt.6 Es wurden 600 Personen im Alter von ungefähr 35 Jahren Videos von Toren gezeigt. Einer Gruppe wurden fünf Tore von Fußballer:innen gezeigt, wo erkennbar war, ob es sich um Männer oder Frauen handelt, die das Tor schießen. Der anderen Gruppe wurden verpixelte Videos gezeigt, bei denen das Geschlecht des Sportlers oder der Sportlerin nicht erkennbar war. Werden die Männer als Männer identifiziert, wird ihre Leistung als besser bewertet. Wenn nicht erkennbar ist, um welches Geschlecht es sich handelt, werden die Tore als gleich gut eingestuft. Die geringere Nachfrage nach Frauenfußball lässt sich laut Studie also auf Stereotype und Geschlechterklischees zurückführen.

Ich werde nun am Beispiel SC Freiburg erläutern, wie die Bedienungen für die Frauenmannschaft sind. Den Verein SC Freiburg gibt es seit 1904 und Frauenfußball wird im Verein seit den 70er Jahren gespielt.7 Der Verein spielt seit 2001 mit einem Jahr Unterbrechung in der 1. Bundesliga.8

Unterschied: Finanzen

Das was der Frauenmannschaft an Finanzen zugeteilt wird, kommt aus dem Etat der Profi-Männermannschaft.9 Der Etat besteht aus 200.000 Euro für Bälle, Trikots, Fahrten und Unterkünften. Die Herkunft des Geldes macht das Team weniger abhängig von Sponsoren. Die Spielerinnen verdienen maximal 400 Euro im Monat plus einer kleinen Gewinnprämie bei gewonnenen Spielen. Die jüngeren Spielerinnen sind mit den Umständen relativ zufrieden, während die Älteren mit den Gehältern weniger glücklich sind. Eine Befragte stellt sich die Frage, ob sie in einem anderen Sport nicht mehr verdient oder mehr Anerkennung bekommen hätte.

Unterschied: Trainingsbedingungen

Die Frauen haben einen Trainer, eine Co-Trainerin, eine Managerin und zwei Physiotherapeuten.10 Sie trainieren viermal die Woche. Im Hauptstadion des Vereins trainieren die Frauen nie, und dort finden auch keine Spiele von ihnen statt. In der Saison 2006/07 haben die Frauen ihre Spiele in einem Stadion 10 Kilometer weg von Freiburg ausgetragen. In der Saison darauf fielen die Spiele dort wegen einem Bauschaden aus. In den Jahren 2008/09 durfte die Frauenmannschaft ihre Spiele im Möslestadion, in dem sonst die Oberliga der Männer und die A- und B-Junioren spielen, in Freiburg spielen. Einen großen Unterschied gibt es ebenfalls bei der Professionalisierung der Spieler:innen. Die Männer haben Zeit sich voll auf das Training zu fokussieren, während die Frauen alle einem Job oder einem Studium nachgehen. Von ihrem Gehalt können sie nicht leben.

Es lassen sich einige Unterschiede zwischen Frauen- und Männerfußball verzeichnen – auch, wenn diese immer kleiner werden.

  1. Posani 2020, Abs. 2f. ↩︎
  2. tz 2023, Abs. 2 ↩︎
  3. Posani 2020, Abs. 6f. ↩︎
  4. tz 2023, Abs. 2f. ↩︎
  5. Hellmann 2023, Abs. 9f. ↩︎
  6. Bartens 2023, Abs. 4f. ↩︎
  7. Sobiech 2009, S. 80 ↩︎
  8. Freiburg Tourismus, Abs. 2 ↩︎
  9. Sobiech 2009, S. 81f. ↩︎
  10. Sobiech 2009, S. 83f. ↩︎

Homophobie und Sexismus im Frauenfußball

In den 70er und 80er Jahren war es der Consensus, dass Männer, die Sport treiben, nicht schwul sein können, und Frauen die es tun, lesbisch sind.1 Krane sagt, dass es heutzutage Sportkultur gibt, die sehr inklusiv ist, die es garnicht ist und viele dazwischen. Eine Studie, die 2018 von der Human Rights Campaign (HRC) durchgeführt wurde, befragte 12.000 LGBTQ Jugendliche in den USA. Die Studie hat ergeben, dass 80 Prozent der Jugendlichen sich nicht ihrem Coach geoutet haben. In Australien sind viele verschiedene professionelle Athleten und Athletinnen im Rahmen einer Kampagne gegen Homophobie dem Rainbow Laces program beigetreten. Nichtsdestotrotz gibt es ganz wenige öffentlich homosexuelle Athleten und Athletinnen. Krane geht davon aus, dass diese Athlet:innen ihre Sexualität geheim halten, weil sie schlechte Reaktionen von den Menschen in ihrer Umgebung erwarten.

Lesbische Athletinnen

Laut Mann und Krane ist das Sportklima stark von Maskulinität geprägt, und bietet deswegen keine gute Umgebung für lesbische Athletinnen.2 In dieser Umgebung wird von Athletinnen erwartet, dass sie das klassische Bild von Weiblichkeit repräsentieren. Im Jahr 1981 hat die Tennisspielerin Billie Jean King als erste bekannte Sportlerin ihre lesbischen Beziehung öffentlich gemacht.3 An einer Universität haben manche Basketballspielerinnen aus Angst, sie würden von ihrem Trainer für lesbisch gehalten werden, ihr Zimmer nicht mit anderen Frauen geteilt.4 In dieser Universität gab es sogar sogenannte Spitzel, die dem Trainer mitgeteilt haben, ob es „lesbische Aktivitäten“ gab. Den Trainerinnen ging es nicht anders. Sie haben absichtlich den Kontakt zu anderen Trainerinnen gemieden, um nicht für lesbisch gehalten zu werden. Auf diese Art und Weise haben Institutionen dazu beigetragen, zu verhindern, dass Frauen untereinander Beziehungen aufbauen, auf welche Art auch immer. Griffin beschreibt, dass es in Ordnung sei in diesem Klima lesbisch zu sein, solange man nicht öffentlich darüber sprach – dann wurde man geduldet.5 So wurde einer lesbischen Trainerin von ihrem Assistent Athletic Director gesagt, dass von ihr erwartet wird, nicht in schwulen Bars zu gehen oder in eine Beziehung mit anderen Frauen zu gehen, die ihre sexuelle Orientierung nicht ebenfalls geheim halten. Ihr Job wäre in Gefahr, wenn sie sich nicht daran halten sollte. Keiner sollte die Aufmerksamkeit auf ihre sexuelle Identität lenken. Warum outen sich Athletinnen in diesem toxischen Klima? Griffin hat einige Frauen dazu interviewt. Eine sagt, sie fühle sich nicht wie sie selbst, wenn sie ihre Homosexualität verbirgt.6 Eine andere beschreibt, dass sie sich selbstbewusster fühlt seit sie sich geoutet hat. Zusätzlich sagen einige Frauen, dass es zu viel Aufwand ist ihre Sexualität geheim zu halten. Man muss mit den eigenen Lügen mithalten, immer aufpassen was man sagt, und herausfinden, wem man trauen kann. Wie sieht es heutzutage aus?

Analyse von Zeitungsartikeln von Frauenfußballspielen

Homosexualität ist in den letzten Jahren in den Medien häufiger Thema. Es herrscht jedoch immer noch keine Chancengleichheit.7 Es wird eine Sternausgabe aus dem Jahr 2007 analysiert. So wird eine Spielerin als „Die Umstrittene“ betitelt. Sie hatte eine Beziehung mit einer Teamkollegin und verließ diese dann für einen Fußballtrainer. Hier wird die sexuelle Orientierung direkt in Verbindung mit dem Fußball gebracht. Das wird von der Autorin als bedenklich angesehen. Eine andere Spielerin wird als „Zaubermaus“ bezeichnet, unter anderem weil sie sehr gut dribbeln kann. Die Zeitung schreibt ebenfalls, dass sie beim Dribbeln noch „aussieht wie ein Popsängerin“. „Zaubern“ ist in diesem Fall positiv. „Jedoch wird suggeriert, dass sie diese Fähigkeit hat, weil sie eben auch gleichzeitig eine Maus ist, also ein süßes, aus Männerperspektive begehrenswertes Weiblein.“, so Nestserava. Es wird über den Körper einer anderen Spielerin geschrieben, auf eine Art und Weiße die Vorstellungen einer „männlichen“ Frau hinterlässt. Es wird über ihre Muskeln geschrieben, und ihr Fußballstil als „hart“ bezeichnet.

In einem Experten-Gespräch in der Welt wird über Frauenfußball im Vergleich zu Männerfußball gesprochen. Hier sagt der Experte, dass Männer Frauenfußball kaum schauen, weil die Sportlerinnen keine erotische Kleidung tragen, wie das zum Beispiel bei Volleyball der Fall ist. Ein männlicher Zuschauer schaue den Sport aus einem erotischen Blickwinkel, den die Trikots der Frauen nicht erfüllen. Diese Ansicht lässt zu der Annahme kommen, dass Männer Frauenfußball nicht wegen des Könnens der Spielerinnen schauen. „Insgesamt fällt dabei auf, dass Frauenfußball mehr Akzeptanz genießt, wenn er sich in Grenzen weiblicher Körperlichkeit bewegt. Je mehr Frau „Frau“ bleibt, desto weniger wird sie, wenn sie Fußball spielt, problematisiert.“, so Nestserava. Über eine andere Nationalspielerin wird geschrieben, dass sie attraktiv ist, und deswegen viel Potenzial hat. Dass ihr Potenzial eigentlich von ihrem Können kommen sollte, wird hier ignoriert.

Die Analyse der Artikel zeigt, dass Diskriminierung gegenüber Frauen im Fußball immer noch ein Thema sind, dass es wert ist analysiert zu werden.

  1. Krane 2019, S. 2f. ↩︎
  2. Mann und Krane 2019, S. 70 ↩︎
  3. Griffin 1998, S. 10 ↩︎
  4. Griffin 1998, S. 94f. ↩︎
  5. Griffin 1998, S. 99ff. ↩︎
  6. Griffin 1998, S. 160f. ↩︎
  7. Nestserava et al. 2008, S. 42ff. ↩︎

|| Impuls 07 // Heretic

The movie „Heretic“ is a masterful exploration of suspense, religion, and the human psyche. Directed by the filmmakers Scott Beck and Bryan Woods, the film delves into themes of faith, fear, and cultural intersections, all while keeping the audience on the edge of their seats. From start to finish, „Heretic“ maintains a constant sense of tension, making it an unsettling cinematic experience for the audience.

What the movie is about

„Heretic“ follows the journey of two mormon missionaries navigating a series of mysterious and unsettling events tied to religious and supernatural elements. The story takes viewers through various cultural and spiritual landscapes, examining how different belief systems interpret faith, sin, and redemption.

The movie’s plot revolves around a mysterious figure, whose actions and presence unsettle everyone around him. Through this character, „Heretic“ raises questions about morality, divine intervention, and the boundaries of human understanding.

The atmosphere of constant suspense

One of the best aspects of „Heretic“ is its ability to maintain an almost palpable sense of suspense throughout the entire runtime. The film masterfully uses pacing, sound design, and visual cues to keep the audience on edge. Every scene is imbued with the feeling that something significant is about to happen, but the movie cleverly avoids predictability, keeping viewers guessing until the very end.

This sustained tension is achieved through slow reveals, ambiguous characters and minimalist score. Firstly, the information is unveiled gradually, forcing the audience to piece together the puzzle alongside the characters. Secondly, the antagonist is morally complex and enigmatic, adding to the sense of unease. And lastly, the hauntingly sparse musical score heightens the impact of silence, making even the quietest moments feel charged with significance. The ticking of the timer aditionally makes the scenes feel as if evil is approaching.

Exploration of different religions

Another standout element of „Heretic“ is its exploration of various religions and spiritual practices. The film doesn’t limit itself to one tradition but instead weaves together elements from Christianity, Islam, Hinduism, and indigenous beliefs. This approach creates a thought-provoking dialogue about the universality of faith and the ways in which different cultures approach the divine and question their belief (or disbelief).

Why this movie was interesting for me

„Heretic“ captivated me for two main reasons: its ability to sustain suspense and its exploration of religion. The constant feeling of unease throughout the movie was thrilling. I love how a film can manipulate atmosphere and pacing to create such an intense emotional experience. Every moment felt significant, and I found myself completely captivated, eagerly anticipating what would come next.

The movie’s treatment of different religions was another highlight. It didn’t shy away from exploring the complexities and contradictions within faith, and I appreciated how it portrayed each belief system with not only respect, but also giving a realistic view.

Links

  1. Heretic Trailer

|| Impuls 06 // Lords of War Cinematics

The „Lords of War“ cinematics for World of Warcraft are a stunning example of how minimalistic animation can deliver powerful stories. Released as part of the promotional content for the „Warlords of Draenor“ expansion, these short films delve into the backstories of key characters, offering players a glimpse into the rich lore of the game’s universe. What sets these cinematics apart is their unique art style (a combination of illustrated stills with subtle movements and dynamic transition) which creates a dramatic and immersive narrative experience.

What the cinematics are about

The „Lords of War“ series focuses on five iconic warlords from World of Warcraft, exploring their origins, motivations, and rise to power. Each episode serves as a character study, delving into the moral complexities and pivotal moments that shaped these leaders. For example, one cinematic portrays Grommash Hellscream’s unwavering loyalty to his people, while another delves into the tragic downfall of Kilrogg Deadeye, highlighting his vision-driven decisions.

These stories are deeply rooted in the game’s lore, yet they also stand alone as very interesting short films. Even viewers unfamiliar with World of Warcraft can appreciate the emotional depth and universal themes of loyalty, sacrifice, and ambition.

Storytelling and animation style

The animation style of „Lords of War“ is to me very innovative. Instead of fully animated sequences, the series uses richly detailed illustrations (concept art style) that are brought to life through three main elements. The first one are the subtle movements. Small, deliberate animations such as flowing hair, shifting eyes, or flickering flames add a sense of life to the still images. The second one are dynamic transitions. The cinematics employ zooms, pans, and dramatic shifts between frames to create momentum and intensity. And the third one is depth created through illustration layers. Illustrations are often composed in layers, giving a sense of dimension and space as the camera moves through the scenes.

This minimalistic approach to animation focuses attention on the intricate artwork and voice acting, allowing the story to take center stage. The result is a visually unique and emotionally resonant series that captures the essence of the characters and their worlds.

Behind the scenes of the art

A key insight into the creation of these cinematics comes from the behinf the scenes video, „Lords of War Behind the Scenes – Art. “ This featurette reveals the thought process and creative decisions behind the animations. The creators discuss how they used concept art as a foundation, enhancing it with digital tools to craft a visually cohesive and impactful style.

One fascinating aspect of the process is the use of negative space and contrast. By playing with shadows and highlights, the artists create a sense of drama and focus that complements the narrative. They also emphasize how minimal motion can evoke strong emotions, proving that effective storytelling doesn’t always require elaborate animation.

Why this series was interesting for me

The Lords of War“ cinematics deeply resonated with me because of their ability to tell complex stories through a minimalistic approach. The use of illustrated stills with subtle movements inspired me to think about how I could incorporate similar techniques into my own work.

I was particularly drawn to the way the cinematics rely on atmosphere and tone rather than overt action. The interplay of visuals, voiceovers, and music creates a rich emotional tapestry that elevates the storytelling. This approach is a reminder that sometimes less is more, and that thoughtful design can make even minimal animations feel epic and impactful.

Links
  1. World of Warcraft – Lords Of War
  2. Lords of War Behind the Scenes – Art
  3. Illustration & Concept Art with Laurel Austin

|| Impuls 05 // Secret Level

The Amazon Prime series „Secret Level“ takes viewers on a journey of creative exploration, presenting unique short stories inspired by iconic video games. Each episode is a standalone story that draws on the themes, aesthetics, and worlds of specific games, transforming them into captivating visual tales. This approach celebrates the cultural impact of gaming by reimagining its stories in a cinematic format, making the series a distinctive tribute to the medium.

What the series is about

„Secret Level“ is not a traditional documentary or behind-the-scenes series. Instead, it uses the essence of video games as a foundation for crafting original short stories. The show takes inspiration from titles across various genres and eras, turning their themes into stories that stand on their own.

For example, one episode channels the vibrant, chaotic energy of retro arcade games into a fast-paced, neon-drenched action sequence (A dystopian world where Pacman is trying to escape an endless hellscape with the help of flesh puppets). Each installment is a unique interpretation, blending the visual and narrative style of video games with cinematic storytelling.

Storytelling approach

The series employs a distinctive storytelling style that combines:

  1. Cinematic Narratives: Each episode unfolds as a visually stunning short film, drawing heavily on the aesthetics of the game it’s inspired by.
  2. Artistic Homage: The creators pay tribute to the design and atmosphere of the source material while crafting entirely original stories.
  3. Atmospheric World-Building: Rich visuals and sound design immerse viewers in the distinct mood of each episode, echoing the immersive nature of video games.

Unlike a typical anthology series, „Secret Level“ focuses more on evoking the spirit of the games rather than directly referencing their characters or plots. This approach allows it to appeal to both gamers and general audiences, offering something familiar yet entirely new.

Why this series was interesting for me

As someone deeply interested in storytelling and visual media, „Secret Level“ resonated with me on multiple levels. The series demonstrates how themes and aesthetics from one medium can be reinterpreted into another, sparking my own ideas for cross-media storytelling. Its ability to distill the essence of a game into a completely new narrative inspired me to think about how folklore could be similarly adapted into modern visual formats.

Watching the series encouraged me to explore how elements like atmosphere, tone, and symbolism can transcend their original medium to create something fresh and impactful. It also reinforced the idea that inspiration doesn’t have to come from direct adaptation—instead, it can emerge from the underlying themes and emotions that make a story memorable.

Links
  1. Secret Level on Amazon Prime
  2. Every Secret Level Episode Explained
  3. Secret Level Trailer

Impuls #3 – Serie: The movies that made us: The Nightmare before Christmas

Als dritte Inspiration und Impulsbeitrag möchte ich über eine Serie und im Speziellen eine Folge dieser Serie schreiben. „The movies that made us“ ist für mich eine der besten Dokumentationsserien, aus der Sicht von Filmemachern und Beteiligten von weltweit bekannten Filmen wie Dirty Dancing, Zurück in die Zukunft, Jurassic Park und neben vielen anderen auch The Nightmare before Christmas.

Obwohl wirklich alle Folgen dieser Serie empfehlenswert sind und zahlreiche Einblicke sowohl aus technischer Sicht, aus Perspektive der Studios und der Resonanz der Zuseher:innen bieten, habe ich mich entschieden, die „The Nightmare before Christmas“ Folge hier näher zu beschreiben.

Die Filme von Tim Burton haben für mich durch den eigenständigen, beeindruckenden Stil und die einzigartigen Charaktere eine eigene Faszination. Allerdings werden in der Serie nicht nur die Visualisierung thematisiert, sondern auch die Entwicklung der Idee, die Finanzierung und die technische Umsetzung.

Beinahe wäre The Nightmare before Christmas für immer in einer Schublade in den Disney Studios verschwunden. Tim Burton arbeitete in den 1980er Jahren als Animator bei Disney und begann bereits zu diesem Zeitpunkt, seine eigenen Ideen zu entwickeln und zu scribbeln. Sein düsterer, etwas makaberer Stil passte allerdings nicht zum beliebten, unschuldigen, „cleanen“ Rest der Disney Filme.

Disney gründete Anfang der 1990er Jahre mit Touchstone Pictures eine Tochterfirma, um Filme zu produzieren, die nicht in das klassische Disney-Image passten. Dies ermöglichte dem Studio, riskantere und experimentellere Projekte anzugehen, ohne die Hauptmarke zu gefährden. Burton schlug Nightmare Before Christmas erneut vor. Das Studio erkannte nun das Potenzial und das Team bekam ein Budget von 18 Millionen Dollar zugesprochen, um den Film zu produzieren.

Definitiv zu erwähnen ist die technische Meisterleistung, die bei der Produktion von Nightmare before Christmas gelungen ist. Für den Film wurden über 227 Puppen für die verschiedenen Charaktere angefertigt. Für den Protagonisten wurden außerdem 400 verschiedene austauschbare Köpfe benötigt, um seine Gesichtsausdrücke darzustellen. Durch feinmechanische Steuerungen der Charaktere konnten Bewegung und Ausdruck verbessert und Emotionen dargestellt werden.

Die Gestaltung der Sets war ebenso besonders umfangreich. Die Stadt Halloween und die Weihnachtsstadt wurden detailliert und stilisiert gestaltet, um Tim Burtons Mischung aus Gothic-Ästhetik und skurrilem Charme widerzuspiegeln. Es wurden maßgeschneiderte Miniaturen gebaut, die durch geschickte Kameraführung und Beleuchtung lebendig wurden.

Eine große Herausforderung war die Beleuchtung, da diese eine düstere, aber dennoch zugängliche Atmosphäre schaffen sollte. Jede Szene wurde sorgfältig ausgeleuchtet, um den Eindruck von Tiefe zu vermitteln und die Details der Puppen und Sets hervorzuheben. Die präzise Platzierung von Lichtquellen war, wie immer bei Stop Motion Technik, besonders wichtig, da jede kleine Veränderung der Schatten oder Reflexionen den Gesamteindruck beeinflussen konnte.

Die Rolle der vielen unterschiedlichen Beteiligten an dem Film wird meiner Meinung nach in der Serie sehr gut dargestellt. Auch gezeigt wird, wie mit einem diversen Team eine größere Bandbreite an Charakteren und emotionale Tiefe in einer Geschichte erzeugt werden kann.

Der Hauptcharakter Sally war beispielsweise zu Beginn der Dreharbeiten eher „flach“ gezeichnet – eine typische Femme Fatale. Caroline Thompson, die Drehbuchautorin, schaffte es nicht nur, aus Tim Burtons Idee das Script zu entwickeln, sondern trug dazu bei, den Charakteren emotionale Tiefe zu verleihen, Sally war nicht mehr nur durch ihre Liebe zum Protagonisten in die Geschichte involviert, sondern sie wurde zu seinem Gegenpol. Sie ist ruhig und besonnen, er impulsiv und besessen von seiner neuen Vision. Sallys heimliche Liebe zu Jack und ihre Bemühungen, ihn vor seinen Fehlern zu bewahren, wurden durch Thompsons Schreibstil glaubwürdig dargestellt. Sie gab Sally eine Stimme, die Stärke und Verletzlichkeit gleichermaßen ausdrückte.

Viele folgende Produktionen in diesem Genre wurden von dem Film beeinflusst. Dazu zählen beispielsweise Isle of Dogs von Wes Anderson oder Coraline von Henry Selick, die sich bei der Puppengestaltung, der komplexen Character Animation und den aufwendig gestalteten Sets inspirieren ließen.

Der Film ist auch 2024 noch sehr beliebt und beeindruckt mich nach wie vor, durch die technische Umsetzung, die großartig gezeichneten Charaktere und das gelungene World Building. Die Analyse des Films und der Blick hinter die Kulissen werden für die Entwicklung der visuellen Sprache des Kartenspiels und der Animation der Hintergrundgeschichte bei der Masterarbeit sehr hilfreich sein.

Dieser Text wurde mit Hilfe von ChatGPT 4o auf Beistrichfehler und Rechtschreibfehler korrigiert. Der inhaltliche Kern der Arbeit ist davon unberührt.

Weiterführende Links

https://blog.cg-wire.com/character-design-animation

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-981-97-5231-7_18

https://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978-3-658-25978-5_26-1

IMPULS // 02 The Fall and Rise of Women in Film  

Woman vs Hollywood: The Fall and Rise of Women in Film von Helen O’Hara ist eine Analyse der Geschichte der Frauen in der Filmbranche und dient daher perfekt als Basis für meine Masterarbeit. Das Buch beleuchtet, wie Frauen in der frühen Filmgeschichte eine bedeutende Rolle spielten, in den ersten Jahrzehnten der Filmindustrie sogar oft führende Positionen innehatten, bevor sie durch die Entstehung des Studiensystems und gesellschaftliche Veränderungen an den Rand gedrängt wurden.

Zu Beginn der Filmgeschichte spielten Frauen eine entscheidende Rolle. O’Hara beschreibt die Pionierarbeit von Frauen wie Alice Guy-Blaché, der ersten Regisseurin und Produzentin der Filmgeschichte, und Lois Weber, die als eine der einflussreichsten Filmemacherinnen der Stummfilmzeit gilt. Diese Frauen waren innovativ, mutig und instrumental in der Entwicklung des Mediums. Zu dieser Zeit war die Filmindustrie noch jung, unstrukturiert und weniger von den patriarchalischen Machtstrukturen geprägt, die später Einzug hielten. Frauen besetzten Schüsselpositionen und prägten die Kunstform maßgeblich.

Doch mit der Professionalisierung und Kommerzialisierung der Filmindustrie wurden diese Errungenschaften allmählich untergraben. Die Gründung des Studiosystems in den 1920er- und 1930er-Jahren, das zunehmend von männlichen Machtstrukturen dominiert wurde, bedeutete für viele Frauen das Ende ihrer Karrieren in Führungspositionen. Ihre Beiträge wurden aus der offiziellen Geschichte gelöscht, und ihre Namen gerieten in Vergessenheit.

O’Hara schildert, wie gesellschaftliche Normen und wirtschaftliche Zwänge Frauen aus der Filmindustrie verdrängten. Während der Weltkriege übernahmen Frauen in vielen Bereichen Verantwortung, wurden jedoch nach Kriegsende wieder in traditionelle Rollen zurückgedrängt. Dieses Phänomen spiegelt sich auch in Hollywood wider. Regisseurinnen, Drehbuchautorinnen und Produzentinnen, die einst Standards setzten, mussten männlichen Kollegen Platz machen. Frauen wurden auf wenige Rollen reduziert: als Schauspielerinnen oder Assistentinnen, während die kreativen und administrativen Führungspositionen ausschließlich von Männern dominiert wurden.

Ein zentraler Punkt des Buches ist die Analyse, wie sich diese Strukturen verfestigten. Die Filmbranche wurde zu einem Spiegel der patriarchalen Gesellschaft, in der Frauen nicht nur weniger Möglichkeiten hatten, sondern auch gegen Vorurteile und Sexismus ankämpfen mussten. Beispiele wie das „Casting Couch“-Phänomen verdeutlichen, wie toxisch die Arbeitsumgebungen oft waren.

Sie hebt Frauen hervor, die ihre Karrieren riskierten, um ihre Visionen zu verwirklichen und für Gleichberechtigung einzustehen. Von Filmemacherinnen wie Dorothy Arzner, die in den 1930er-Jahren als eine der wenigen weiblichen Regisseurinnen in Hollywood arbeitete, bis hin zu modernen Pionierinnen wie Ava DuVernay, die mit Filmen wie Selma und 13th neue Maßstäbe setzte.

Das Buch beleuchtet auch die Rolle von Bewegungen wie #MeToo und Time’s Up, die die strukturelle Diskriminierung und Belästigung in der Branche offenlegten und einen Wandel anstoßen konnten. Diese Initiativen haben nicht nur die Gespräche über Geschlechterungleichheit in Hollywood neu entfacht, sondern auch konkret dazu beigetragen, dass mehr Frauen in Führungspositionen gelangen. O’Hara geht auf die aktuelle Landschaft der Filmindustrie ein und analysiert, wie neue Technologien und Veränderungen im Konsumverhalten Frauen neue Möglichkeiten bieten. Streaming-Dienste und unabhängige Produktionen haben dazu beigetragen, traditionelle Barrieren zu durchbrechen. Frauen wie Phoebe Waller-Bridge und Greta Gerwig haben bewiesen, dass weibliche Kreativität und Führung nicht nur möglich, sondern auch äußerst erfolgreich sind.

Doch wie Helen O’Hara zeigt, ist der Kampf noch lange nicht vorbei. Frauen sind weiterhin unterrepräsentiert, insbesondere in technischen und kreativen Spitzenpositionen. O’Hara appelliert an die Branche, langfristige Lösungen zu finden, die echte Gleichberechtigung fördern, und stellt heraus, dass Diversität nicht nur moralisch richtig, sondern auch wirtschaftlich klug ist.

Impuls

Das Buch analysiert sowohl historische Kontexte als auch aktuelle Bewegungen. Es hilft mir vor allem dabei den geschichtlichen Hintergrund der Unterrepräsentation von Frauen im Film zu verstehen und gleichzeitig Inspirationen für positive Veränderungen in der Branche zu finden. Außerdem zeigt das Buch konkrete Frauenporträts, die mit ihrem Wirken traditionelle Normen herausgefordert haben.

Literatur

O’Hara, Helen. Women vs Hollywood : The Fall and Rise of Women in Film. 2021.

IMPULS // 01 How movies teach manhood

In seinem TED-Talk „How movies teach manhood“ wirft Colin Stokes einen kritischen Blick auf die Botschaften, die Filme an Kinder und Jugendliche vermitteln. Durch den Vergleich von „Der Zauberer von Oz“ (1939) mit zeitgenössischen Blockbustern wie „Star Wars“ und Disney-Prinzessinnenfilmen hinterfragt Stokes die Rollenbilder, die auf der Leinwand inszeniert werden, und deren Einfluss auf das Verständnis von Geschlechterrollen.

Stokes stellt fest, dass Filme häufig männliche Helden in den Mittelpunkt stellen, die Konflikte mit Gewalt lösen und Frauen als Belohnung darstellen. Im Gegensatz dazu zeigt ein Klassiker wie „Der Zauberer von Oz“ eine Heldin, die durch Freundschaft, Zusammenarbeit und Führungsqualitäten triumphiert – ohne Gewalt und mit einer Vielfalt starker weiblicher Charaktere. Mit diesem Beispiel regt er dazu an, Filme zu hinterfragen und Alternativen zu suchen, die positive, ausgewogene Vorbilder bieten.

Er plädiert für eine Veränderung der Erzählweise in Filmen – insbesondere in Bezug auf die Darstellung von Männlichkeit und Weiblichkeit. Er argumentiert, dass Männer lernen sollten, Frauen zu respektieren und mit ihnen zusammenzuarbeiten, anstatt sie nur als Objekte oder Belohnungen zu sehen. Gleichzeitig betont er die Bedeutung von Filmen, die den sogenannten Bechdel-Test bestehen, der überprüft, ob zwei weibliche Charaktere miteinander sprechen – über etwas anderes als Männer.

Relevanz

Das Thema der Unterrepräsentation von Frauen im Film – vor und hinter der Kamera – steht im Zentrum von Stokes’ Kritik. Seine Beobachtungen liefern wertvolle Anknüpfungspunkte, um die Rolle der Geschlechter in der Filmproduktion und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen zu analysieren:

Vor der Kamera: Rollenbilder und Repräsentation

  • Filme prägen, wie wir Frauen und Männer wahrnehmen, und haben einen direkten Einfluss auf die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen.
  • Der Bechdel-Test als Werkzeug zur Bewertung von Geschlechterdarstellungen bietet eine interessante Methode, um bestehende Werke kritisch zu untersuchen.

Hinter der Kamera: Einfluss weiblicher Personen

  • Stokes erwähnt Frauen wie J.K. Rowling (Harry Potter) und Suzanne Collins (Die Tribute von Panem), die vielschichtige weibliche Charaktere erschaffen haben, weist jedoch darauf hin, dass selbst diese Geschichten oft von Gewalt und Kampf geprägt sind. Hier zeigt sich, dass auch hinter der Kamera Veränderungen notwendig sind, um diverse Narrative zu schaffen.

Gesellschaftliche Relevanz des Themas

  • Stokes verbindet die Darstellung von Geschlechterrollen in Filmen mit realen Problemen wie sexueller Gewalt. Diese Verknüpfung betont die Verantwortung der Filmbranche, Geschichten zu erzählen, die Respekt, Zusammenarbeit und Gleichstellung fördern.

Impuls

Stokes’ Ansatz könnte als Grundlage dienen, um das Spannungsfeld zwischen Unterrepräsentation und Verantwortung der Filmindustrie zu beleuchten. Seine Argumente laden dazu ein, folgende Fragen in der Masterarbeit aufzugreifen:

  • Wie beeinflusst die visuelle Erzählweise von Filmen die Wahrnehmung von Geschlechterrollen in der Gesellschaft?
  • Welche Auswirkungen hat die Unterrepräsentation von Frauen hinter der Kamera auf die Geschichten, die erzählt werden?
  • Wie können Werke neue Narrative schaffen, die Frauen stärker in den Mittelpunkt rücken?
  • Inwiefern kann die Förderung von weiblichen Führungspersönlichkeiten in der Filmindustrie zu neuen Perspektiven führen?
  • Welche Herausforderungen bestehen für Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen in einer männlich dominierten Branche, und wie könnten sie überwunden werden?

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