26 – Impuls 6: Neues Thema Inktraps

Neues Thema: Inktraps – Von funktionalem Detail zu modernem Designmerkmal

Da ich mein festgefahrenes Thema „Eszett“ verworfen habe, war ich auf der Suche nach einem neuen Thema, das sich im typografischen Bereich bewegt. Leider hat mir nach längerem Nachdenken das Thema „Modulare Schrift“ auch nicht so zugesagt, da ich mir nicht vorstellen konnte, ein halbes Jahr daran zu arbeiten. Ich denke, dass es eine Bauchentscheidung war, da ich mich damit doch nicht so identifizieren kann. Nach längerem Überlegen, Recherchieren und Inspo-Suche bin ich auf ein neues Thema gekommen, das ich auch schon für mein Expose ausformuliert habe:

Inktraps – Von funktionalem Detail zu modernem Designmerkmal.

Die zentrale Forschungsfrage

Meine zentrale Frage lautet: In welcher Weise haben sich Inktraps von einem rein funktionalen Element zur Optimierung der Druckqualität zu einem ausdrucksstarken, modernen Designelement entwickelt?

Ursprünglich wurden Inktraps entwickelt, um die Druckqualität bei kleinen Schriftgrößen zu verbessern. Sie verhinderten Farbausblutungen an kritischen Stellen, wie Ecken und Übergängen von Buchstaben, was besonders im Bleisatz von Bedeutung war. Mit der Verbesserung der Drucktechnologien und der Digitalisierung ist die Funktionalität von Inktraps jedoch zunehmend in den Hintergrund gerückt, und sie sind heute vor allem als ästhetisches Element in modernen, serifenlosen Schriften relevant.

Theoretische Zielsetzung

Ein zentrales Ziel meiner Arbeit ist es, die historische Entwicklung der Inktraps zu analysieren und zu zeigen, wie sie sich von einem technischen Detail hin zu einem kreativen Gestaltungselement gewandelt haben. Ich möchte untersuchen, wie sich die Wahrnehmung und Nutzung von Inktraps im Laufe der Zeit verändert haben, besonders in der modernen Schriftgestaltung. Dabei werde ich die Rolle von Inktraps in serifenlosen Schriften und deren Einfluss auf das Design von Schriftarten beleuchten.

Gestalterische Zielsetzung

Auf der gestalterischen Ebene möchte ich einen variablen Font entwickeln, der es zum einen ermöglicht, den Grad der Inktraps dynamisch anzupassn und zum anderen den Schriftschnitt nach Belieben zu ändern. Das bedeutet, dass der Nutzer die Möglichkeit hat, von subtilen Inktraps bis hin zu markanteren, stärker ausgeprägten Formen in unterschiedlicher Schriftstärke zu variieren. Dies soll die ästhetischen und funktionalen Potenziale von Inktraps in der modernen Schriftgestaltung sichtbar machen.

Praktische Zielsetzung

Neben der theoretischen und gestalterischen Arbeit möchte ich meine Forschung und die Entwicklung des variablen Fonts in einem Buch oder Magazin dokumentieren. Dieses Druckprodukt soll die gesamte Geschichte und Entwicklung der Inktraps abdecken und auch einige meiner praktischen Experimente und Entwürfe enthalten. Es wird sowohl die funktionalen Ursprünge als auch die heutige Nutzung von Inktraps in modernen Schriften verdeutlichen und eine umfassende Dokumentation meiner Arbeit darstellen.

Inspiration

25 – Impuls 5 | Open House: Angewandte Wien

Vor kurzem war ich beim Tag der offenen Tür an der Universität „Angewandte“ in Wien und habe viele neue Ideen für meine Arbeit mitgenommen. Besonders spannend fand ich die Ausstellung im Schwerpunkt „Klasse für Ideen“, wo viele Poster zu sehen waren, die die Grenzen des Grafikdesigns überschritten. Es war beeindruckend zu sehen, wie kreativ und mutig die Studierenden waren und wie sie die typografischen und gestalterischen Regeln auf den Kopf stellten.

Was mir besonders gefallen hat, war der experimentelle Ansatz. Die Designs waren alles andere als „brav“ – es wurde viel mit verschiedenen Stilen und Schriften gespielt, und oft sahen die Kombinationen wild aus, aber dennoch harmonisch. Diese Freiheit im Design hat mich ermutigt, in meiner eigenen Arbeit mehr zu wagen. Ich habe gelernt, dass es okay ist, Fehler zu machen, solange man daraus lernt. Man muss sich nicht immer an alle Regeln halten, sondern kann auch einfach mal auf seine Intuition hören.

Ich hatte auch die Gelegenheit, mit einigen Studierenden zu sprechen. Sie erzählten mir, wie ihre besten Ideen oft spontan entstanden sind – einfach aus dem Bauch heraus. Es war beeindruckend zu sehen, wie viel Vertrauen sie in ihre eigenen Entscheidungen hatten und wie erfolgreich diese oft waren.

Was die Typografie betrifft, so gab es viele interessante Beispiele. Besonders der Mix aus verschiedenen Schriftarten und Stilbrüchen hat mich fasziniert. Es zeigte mir, wie wichtig es ist, mutig zu sein und neue Wege zu gehen, ohne sich immer an die „sichere“ Gestaltung zu halten.

Alles in allem war der Besuch an der Universität „Angewandte“ eine bereichernde Erfahrung, die mir viele frische Ideen gebracht hat. Er hat mir deutlich gemacht, dass man im Studium ruhig mehr wagen sollte und nicht in festen Strukturen oder gewohnten Wegen stecken bleiben darf. Gerade jetzt hat man noch alle Freiheiten, um neue Dinge auszuprobieren und an Herausforderungen zu wachsen, was einem später umso mehr zugutekommt.

IMPULSE #6: Energy Ma(r)ker

Am 27. November 2024 besuchte ich die Ausstellung „Energy Ma(r)ker“, die im Rahmen des European Young Innovators Festival WSA in der Nachhaltigen Kreisslerei in Graz präsentiert wurde. Die Ausstellung zeigte unsere innovativen Konzepte, die sich mit der zentralen Frage auseinandergesetzt haben: Wie kommuniziert man Energie?

Das Projekt, das ursprünglich vom Next-Incubator initiiert wurde, fand seinen Höhepunkt in den Arbeiten der Studierenden des Studiengangs Ausstellungsdesign. Diese hatten die Aufgabe, Kommunikationsstrategien für komplexe Themen wie Energie zugänglich und klar zu gestalten. Die Ausstellung bot nicht nur spannende Einblicke in kreative Lösungsansätze, sondern lud das Publikum auch ein, eigene Ideen beizutragen.

Brücke zur Masterarbeit – Energie und Markenkommunikation

Auch wenn die Ausstellung vorrangig das Thema Energie adressiert, gibt es bemerkenswerte Parallelen zu meinem Masterarbeitsthema User-Involvement im Branding. Der Fokus auf klare Kommunikation und die aktive Einbindung des Publikums als Mitgestalter in die Entwicklung von Konzepten sind Schlüsselprinzipien, die sowohl für Energiekommunikation als auch für erfolgreiche Markenstrategien relevant sind.

Besonders interessant war für mich die Frage, wie Design und Interaktion eingesetzt werden, um komplexe Botschaften einfach und emotional verständlich zu machen. Diese Ansätze sind direkt übertragbar auf meine Forschung, in der es darum geht, digitale Tools zu entwickeln, die Kund:innen aktiv in den Branding-Prozess einbeziehen.

Erkenntnisse und Impulse für die Masterarbeit

Der Besuch der Ausstellung „Energy Ma(r)ker“ hat mir wichtige Anregungen für meine Masterarbeit geliefert:

  • Interaktive Ansätze: Die Ausstellung zeigte, wie wichtig es ist, das Publikum aktiv einzubinden. Konzepte wie Feedback-Stationen und interaktive Displays können Inspiration für Funktionen in der geplanten App meiner Arbeit sein.
  • Visuelle Klarheit: Komplexe Themen wie Energie wurden durch klare und ansprechende Designs verständlich gemacht. Dies unterstreicht die Bedeutung von benutzerfreundlichem UX-Design in digitalen Tools.
  • Co-Creation im Fokus: Die Einladung an das Publikum, eigene Ideen zu teilen, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und die Akzeptanz der präsentierten Ansätze. Dieser Co-Creation-Ansatz ist direkt übertragbar auf Marken, die ihre Zielgruppen stärker einbinden möchten.
  • Energie als emotionale Botschaft: Die Ausstellung vermittelte Energie nicht nur als technisches, sondern auch als emotionales Thema. Ähnlich sollte Branding auch die emotionalen Bedürfnisse der Kund:innen ansprechen.

Die Ausstellung „Energy Ma(r)ker“ war ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Design und Interaktion genutzt werden können, um komplexe Inhalte zugänglich und greifbar zu machen. Für meine Masterarbeit nehme ich mit, wie wichtig es ist, Menschen aktiv einzubinden und ihre Perspektiven in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Der Besuch hat mir gezeigt, dass klare Kommunikation und emotionale Ansprache entscheidende Faktoren sind, um innovative Ideen und Markenbotschaften nachhaltig zu verankern.

Weitere Literatur:

  1. Design for Interaction: User-Friendly Graphics von Lisa Baggerman
  2. Communicating Design: Developing Web Site Documentation for Design and Planning von Dan M. Brown
  3. The Co-Creation Paradigm von Venkat Ramaswamy und Kerimcan Ozcan

IMPULSE #5: Elfie Semotan – Siolence. Gegen Gewalt an Frauen

Am 19.11.2024 besuchte ich die Ausstellung „Elfie Semotan – Siolence. Gegen Gewalt an Frauen“ im Kunsthaus Graz. Diese Ausstellung, kuratiert von Katrin Bucher Trantow, ist Teil der Kampagne Orange the World und widmet sich einem hochaktuellen Thema: der Gewalt an Frauen. Die österreichische Fotografin Elfie Semotan porträtierte Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, und schenkt ihnen damit eine Plattform, um ihre Geschichten zu teilen. In Zusammenarbeit mit der Agentur BBDO und den Soroptimistinnen entstanden Werke, die auf den ersten Blick die Ästhetik der Werbung adaptieren, aber bei genauerer Betrachtung tief berühren und eine wichtige Botschaft vermitteln: Das Schweigen zu brechen und Frauen eine Stimme zu geben.

Die Porträts verkörpern sowohl Stärke als auch Verletzlichkeit und zeigen, wie Kunst eine gesellschaftliche Aufgabe übernehmen kann, um Missstände sichtbar zu machen. Für mich war es eine beeindruckende Erfahrung, diese Ausstellung zu besuchen und mich mit den Geschichten und der Botschaft der Werke auseinanderzusetzen.

Brücke zur Masterarbeit – Von Kunst zu Branding

Obwohl die Thematik der Gewalt an Frauen nicht unmittelbar mit meinem Forschungsthema – User-Involvement im Branding – verbunden ist, bietet die Ausstellung „Siolence“ spannende Parallelen. Besonders die Art und Weise, wie die Fotografin und die Kampagne auf die Ästhetik der Werbung setzen, um auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam zu machen, inspirierte mich, über die Wirkung visueller Kommunikation nachzudenken.

Die Ausstellung demonstriert eindrucksvoll, wie Bilder nicht nur eine Botschaft transportieren, sondern auch eine emotionale Verbindung schaffen können. Diese Herangehensweise erinnert an das Ziel meiner Arbeit, Kund:innen durch digitale Tools in den Branding-Prozess einzubinden: Authentizität, Emotionalität und Interaktion sind essenzielle Faktoren, um ein starkes Markenbild aufzubauen – genau wie in der Kampagne „Siolence“.

Erkenntnisse und Impulse für die Masterarbeit

Der Besuch der Ausstellung hat mir in Bezug auf meine Masterarbeit einige wichtige Impulse geliefert:

  • Visuelle Kommunikation und Authentizität: Die Ausstellung zeigt, wie entscheidend es ist, dass die porträtierten Frauen „selbst sprechen“. Übertragen auf den Branding-Kontext: Marken können durch User-Involvement an Authentizität gewinnen, indem sie die Stimme ihrer Kund:innen sichtbar machen.
  • Emotionale Verbindung: Die Porträts von Elfie Semotan berühren, weil sie Emotionen und Geschichten transportieren. Auch im Branding ist die Fähigkeit, Emotionen anzusprechen, ein zentraler Faktor für erfolgreiche Kundenbindung.
  • Kunst und Werbung als Schnittstelle: Die Ausstellung nutzte Elemente der Werbeästhetik, um Aufmerksamkeit für ein gesellschaftlich relevantes Thema zu schaffen. In meiner Masterarbeit könnte dies ein Ansatz sein, um zu untersuchen, wie kreative Elemente in digitalen Tools eingesetzt werden können, um Nutzer:innen stärker einzubinden.

Die Ausstellung „Siolence“ war eine eindrucksvolle Erinnerung daran, wie mächtig Bilder und Geschichten sein können – in der Kunst, der Werbung und im gesellschaftlichen Diskurs. Der Fokus auf Authentizität und Emotionalität ist nicht nur eine zentrale Botschaft der Ausstellung, sondern auch eine wichtige Erkenntnis für meine Masterarbeit. Kunst und Branding haben eines gemeinsam: Sie können Menschen bewegen, verbinden und inspirieren, wenn sie auf die richtige Weise gestaltet sind.

Weitere Literatur:

  1. Visual Storytelling: How to Speak to Your Audience Without Saying a Word von Morgan Sandler
  2. Brand Thinking and Other Noble Pursuits von Debbie Millman
  3. Branding: In Five and a Half Steps von Michael Johnson

IMPULSE #4: Öslam24

Am 18. Oktober 2024 hatte ich die Gelegenheit, am Öslam24 teilzunehmen, der österreichischen Meisterschaft im Poetry Slam, die dieses Jahr in Graz stattfand. Im Next Liberty erlebte ich die Halbfinalrunde der Kategorie „Next Generation“, bei der neun talentierte Poet:innen aus Österreich und Südtirol um den Einzug ins Finale kämpften. Es war beeindruckend, wie die Künstler:innen das Publikum mit einer Vielfalt an Performances – sei es durch Reimen, Rappen, Flüstern oder kraftvolle Reden – in ihren Bann zogen. Der Wettbewerb spiegelte nicht nur Kreativität, sondern auch den Mut wider, persönliche und gesellschaftliche Themen auf der Bühne zu verarbeiten und zu teilen.

Brücke zur Masterarbeit – Von Poesie zu Partizipation

Obwohl Poetry Slam auf den ersten Blick wenig mit meiner Masterarbeit zu tun hat, fand ich den Besuch des Öslam24 äußerst bereichernd. Mein Forschungsthema dreht sich um die Rolle von User-Involvement und wie digitale Tools den Branding-Prozess demokratisieren können. Poetry Slam bietet dabei ein faszinierendes Beispiel für ein partizipatives Format: Die Interaktion zwischen Künstler:innen und Publikum, die aktive Rolle des Publikums bei der Bewertung und die gemeinsame Schaffung einer lebendigen Atmosphäre zeigen eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Menschen aktiv einzubinden.

Erkenntnisse und Impulse für die Masterarbeit

Der Besuch des Öslam24 hat mir einige wertvolle Einsichten vermittelt:

  • Authentizität als Schlüssel: Wie beim Poetry Slam sehnen sich auch Marken-Kund:innen nach Authentizität. Die poetischen Beiträge waren glaubwürdig, weil sie direkt aus der Perspektive der Künstler:innen kamen – ein Prinzip, das sich auch auf Markenkommunikation übertragen lässt.
  • Interaktive Formate stärken Bindungen: Die Abstimmung des Publikums über die Finalist:innen erinnerte mich daran, wie interaktive Elemente das Engagement erhöhen können. Dies möchte ich in meiner Arbeit durch die Entwicklung einer App für User-Involvement weiter untersuchen.
  • Gemeinschaft und Zugehörigkeit: Der Poetry Slam schaffte ein Gefühl der Gemeinschaft, das Teilnehmer:innen und Zuschauer:innen verband. Ähnlich könnte die aktive Einbindung von Kund:innen eine stärkere Identifikation mit einer Marke fördern.

Insgesamt zeigte mir der Öslam24, wie künstlerische und kreative Formate als Inspirationsquelle für innovative Ansätze in anderen Bereichen, wie dem Branding, dienen können. Es war ein Impuls, der die Bedeutung von Interaktivität und Authentizität noch stärker in den Fokus rückte – zentrale Elemente, die auch meine Masterarbeit prägen werden.

Weitere Literatur:

  1. Brand Relevance: Making Competitors Irrelevant von David A. Aaker
  2. Building a StoryBrand: Clarify Your Message So Customers Will Listen von Donald Miller
  3. Storynomics: Story-Driven Marketing in the Post-Advertising World von Robert McKee

IMPULS #3 – Gespräch mit Gabriele Lechner

Am 13. November 2024 hatte ich die Möglichkeit, meine Ideen für die Masterarbeit mit Gabriele Lechner zu besprechen. In einem sehr konstruktiven Gespräch ging es nicht nur um das Thema, das ich mir ausgesucht hatte, sondern auch um den methodischen Ansatz und das mögliche Feedback, das mir helfen sollte, die nächsten Schritte klarer zu definieren.

Mein Thema im Detail

Ich habe Frau Lechner mein Thema vorgestellt: „Ordnung und Chaos in Grafik Design“. Für mich ist es eine faszinierende Herausforderung, zwei gegensätzliche Konzepte wie Ordnung und Chaos miteinander zu verbinden und im Kontext des Grafikdesigns zu untersuchen. Ich hatte jedoch Zweifel, ob ich mit einem so weiten Thema weiterarbeiten sollte und fragte mich, in welche Richtung ich es am besten lenken könnte.

Frau Lechner fand das Thema äußerst interessant und betonte, dass die Verknüpfung von Ordnung und Chaos im Designprozess noch wenig erforscht sei. Besonders den interaktiven Ansatz, sowohl Designer als auch Nicht-Designer in Experimente einzubeziehen, hielt sie für eine ausgezeichnete Idee. Diese Perspektive könnte helfen, unterschiedliche Wahrnehmungen und Ansätze zu verdeutlichen, was sowohl für die Theorie als auch für die Praxis von großem Wert ist.

Feedback und Überlegungen

Im Gespräch gab es auch wertvolle Hinweise zur Methodik. Frau Lechner hat mir vorgeschlagen, dass ich neben der wissenschaftlichen Recherche auch philosophische Fragestellungen in meine Arbeit einfließen lassen könnte. Ordnung und Chaos sind sehr subjektiv und individuell wahrgenommene Konzepte, weshalb eine philosophische Auseinandersetzung mit diesen Begriffen eine tiefere Dimension in meine Arbeit bringen würde. Sie meinte, dass die Betrachtung dieser Begriffe aus einer philosophischen Perspektive interessante Einsichten darüber liefern könnte, wie Menschen diese Konzepte im kreativen Prozess wahrnehmen und anwenden.

Darüber hinaus fand sie den interaktiven Ansatz mit Designern und Nicht-Designern sehr gut und stellte fest, dass dies eine spannende Möglichkeit sein könnte, unterschiedliche Reaktionen und Einstellungen zu erfassen. Sie hat vorgeschlagen, noch mehr darauf einzugehen, wie diese Konzepte im kreativen Designprozess eingesetzt werden und wie sie zu neuen Perspektiven in der Gestaltung führen können.

Neue Perspektiven

Dieses Gespräch hat mir nicht nur geholfen, Klarheit über meine Vorgehensweise zu gewinnen, sondern auch neue Perspektiven eröffnet, wie ich das Thema weiterentwickeln kann. Besonders die Anregung, philosophische Fragestellungen mit einzubeziehen, hat mich motiviert, mein Thema noch weiter zu vertiefen. Es öffnet neue Räume für kreative und theoretische Überlegungen, die der Arbeit eine zusätzliche Tiefe verleihen werden.

Ich bin nun sehr überzeugt, dass ich das Thema mit einer klareren Richtung und neuen Ideen weiterverfolgen kann. Das Feedback von Frau Lechner hat mir den nötigen Impuls gegeben, um mit frischem Schwung und einer neuen Perspektive in die nächste Phase meiner Masterarbeit zu starten.

IMPULS #2 – KLANGLICHT 2024

Am Samstag, den 26. Oktober 2024, hatte ich die Gelegenheit, das Kunstfestival KLANGLICHT in Graz zu besuchen. Dieses Jahr widmete sich das Festival den äußerst interessanten Welten der Träume – ein Thema, das mich als Grafikdesign-Studentin sofort neugierig machte. Träume bewegen sich oft an der Grenze zwischen Ordnung und Chaos, Realität und Fantasie, und ich konnte es kaum erwarten, diese künstlerischen Interpretationen mit meinem eigenen Master-Thema zu verbinden und Inspirationen zu sammeln.

Licht und Klang im Zusammenspiel

Die Straßen und Plätze der Grazer Innenstadt erstrahlten im Lichterglanz. Jede Installation entführte in eine andere Traumwelt: mal subtil und eher poetisch, mal beeindruckend und voller Kontraste. An dieser Stelle möchte ich meine persönlichen Eindrücke zu einigen der Werke teilen.

REVERSE

Am Uhrturm zeigte Yann Nguema seine Installation „Reverse“ – ein wortwörtlich traumhaftes Spiel mit Raum und Zeit. Fraktale überlagerten sich, um komplexe und leuchtende Bilder zu formen, die sich ständig veränderten. Ich war fasziniert, wie das Zusammenspiel von Chaos und Ordnung zu einer visuellen Sprache wurde. Diese Installation erinnerte mich daran, dass auch im Design das Zusammenspiel von Struktur und Zufall zu interessante Ergebnisse führen kann.

EINDER / surface

In den Kasematten habe ich mir die Installation „Einder“ von Boris Acket angeschaut – eine leuchtende, sich bewegende Welle, die durch ihre Audiokulisse aus synthetischen und organischen Klängen zu eine ruhige aber bezaubernde Erlebnis führte. Die Installation wirkte beruhigend und “verstörend” zugleich. In der Bewegung der Wellen entdeckte ich ein faszinierendes Zusammenspiel von Ordnung und Chaos. Es erinnerte mich daran, wie oft ich im Design Prozesse kontrolliere, aber dennoch Raum für Unvorhergesehenes lasse, um lebendige Ergebnisse zu schaffen.

SOT GLAS

Das physische und sprachliche Labyrinth „Sot Glas“ von Ana Shametaj und Giuditta Vendrame war eine Reise durch traumhafte Schwerelosigkeit und gemeinsames Erleben. Besonders eindrücklich war der Übergang von einem offenen, lichterfüllten äußere Raum zu einem warmen innere “Klangraum”. Es fühlte sich an, als würde man in einen Traum eintauchen, der sich langsam auflöst und neu formt. Diese Mischung aus Persönlichem und Gemeinschaftlichem hat mich dazu inspiriert, über das Spannungsfeld zwischen persönlichem Ausdruck und allgemeinem Verständnis im Design nachzudenken.

CONSTELLATIONS

Die „Constellations“ von Detlef Hartung und Georg Trenz verwandelten die Festungsmauer am Schlossberg in ein Spiel aus Licht und Sprache. Die Verbindung von Himmel und Erde, von Weitblick und Standpunkt, inspirierte mich dazu, darüber nachzudenken, wie wir im Design Räume schaffen können, die zugleich geordnet und frei interpretierbar sind. Es war, als ob die Installation uns fragte: Wo befinden wir uns im großen Ganzen?

SPEKTRUM

Als Communication Design Studentin war ich natürlich besonders gespannt auf „Spektrum“, eine immersive Licht- und Klanginstallation von Studierenden der FH JOANNEUM. In der Antoniuskirche entstanden Räume, die Harmonie und Chaos sowohl emotional als auch visuell miteinander verknüpften. Die Vielfalt und Experimentierfreude der gezeigten Visuals machten diese Installation zu meinem persönlichen Highlight. Sie hat mich inspiriert, meine eigenen Grenzen im Umgang mit Ordnung und Chaos noch weiter zu verschieben – und vor allem mutiger zu sein.

FLORA

„Flora“ an der Fassade des Schauspielhauses war eine interaktive Installation, die man selber über einem Tablet steuern konnte. Abstrakte Linien verwandelten sich in komplexe, ständig wechselnde Formen – manchmal fließend harmonisch, manchmal kantig und chaotisch. Dieses Werk zeigte eindrucksvoll, wie Interaktivität und Technologie die Persönlichkeit der Betrachtenden sichtbar machen können.

VISUAL PIANO IM DOM

Im Grazer Dom faszinierte mich Laurenz Theinerts „Visual Piano“ besonders durch den starken Kontrast zwischen den chaotischen, bunten Projektionen und der klaren, geordneten Architektur der Wände. Die farbenfrohen, sich ständig verändernden grafischen Formen wirkten wie visuelles Chaos, das die präzise Planung des Raumes spielerisch herausforderte.

Dieser Gegensatz regte mich zum Nachdenken über Ordnung und Chaos an, die oft als Gegensätze betrachtet werden, aber in Wirklichkeit miteinander verschmelzen können.

UNVEILED

Ein weiteres Lieblingswerk war „Unveiled“ von OchoReSotto. Die Projektionen in der Grazer Oper spielten mit der Fragmentierung und Rekomposition von Bildern in Kombination mit Musik. Der Übergang von festen Strukturen zu surrealen Landschaften erinnerte mich daran, wie Design oft Realität und Illusion gleichzeitig darstellen kann. Es war ein Spiel mit Wahrnehmung, das meinen eigenen kreativen Prozess reflektierte: Wo endet die Kontrolle, und wo beginnt das Chaos, das wir kreativ nutzen können?

Fazit: Kunst als Inspiration für das Design

KLANGLICHT 2024 hat mich auf viele Arten inspiriert. Die Installationen waren nicht nur beeindruckend schön, sondern regten auch dazu an, über die eigenen Träume, Grenzen und kreativen Prozesse nachzudenken. Besonders die Gegenüberstellung von Ordnung und Chaos in vielen Werken hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, im Design sowohl Struktur als auch Freiheit zuzulassen.

Impuls #6 – Interviewformat mit Titeldesigner:innen

Für diesen Impulsbeitrag habe ich mir drei Interviews aus der Interview-Serie von watch the titles, forget the film von submarine channel angesehen, da es immer interessant ist, die Gedanken und Designprozesse hinter fertigen Produkten zu erfahren. Auch verfolge ich das Ziel, mir ein paar Methoden für meine praktische Arbeit von den Titeldesigner:innen abzuschauen.

Aaron Becker

  • Firma: Filmograph zusammen mit Seth Kleinberg 
  • Fokus: Branding, Title Design strong suite

Aquaman

Don’t ever try to match the visual effects language in a title sequence. It most of the times falls short. 

Aaron Becker

Aaron Beckers Idee für die Titelsequenz von Aquaman war es einen Travellog zwischen den verschiedenen Königreichen rekreieren. Dabei war seine Vorstellung, dass man über eine Landschaft fliegt, welche sich in die verschiedenen einzigartigen Charakteristika von den Spielstätten des Filmes transformiert ohne das tatsächliche Filmmaterial zu verwenden. Deshalb entstand eine neue visuelle Sprache mit neuen Komponenten wie CGI-Skulpturen, die trotzdem in die Ästhetik des Films widerspiegelt. 

Visuell spielt das Team von Filmograph mit eingefroren Momenten und eigenen Charakteren oder CGI-Skulpturen. Die Bewegung der Kamera wurde von der Trägheit des Wassers inspiriert. Ruhig schwebt die Kamera durch die Sequenz. Auch stellte sich das Team die Frage, wie Reflektionen oder Explosionen unter Wasser aussehen könnten. 

Wie das vorangestellte Zitat bereits behandelt, sollte man darauf achten, dass man eine eigene visuelle Sprache entwickelt, welche den Film ergänzt. Die Titelsequenz solle auch, laut Becker, als eigenständiges Werk funktionieren. Trotzdem sei es wichtig, dass die relevanten Informationen und Gefühle des Films wiedergegeben werden. 

Mission impossible – Fall out (Vorspann und Abspann)

Die Idee des Teams war es Feuer als zentrales Gestaltungselement mit Videofootage vom Film zu kombinieren. Mit dem Feuer haben sie auch versucht antizipatorisches Drama für den restlichen Film aufzubauen. Auch wird Feuer als Transition-Element verwendet (so wirkt es auch organisch mit dem Tempo des Schnitts). 

Abspann (Curtain-Call Sequence)

Aaron Becker beschreibt den Abspann für Mission Impossible – Fall Out mehr als eine Hommage an die Charaktere, als einen Abspann. Einer Pinnwand aus einem Kriminalfall angelehnt, verfolgt man eine brennende Schnur, welche über Videoausschnitte, Dokumente und Fotos der Personen fährt. Die Szene selbst ist als 3D-Modell nachgebaut und Scans von Dokumenten und Fotos vom Set wurden als Texturen in das Modell eingebunden. Die Titelcard unterscheidet sich von der vom Anfang, da sie nicht mehr in Flammen steht. Aaron Becker begründet das damit, dass am Ende des Filmes alles abgekühlt ist und Tom Cruises Charakter der Held des Filmes ist. 

Swamp Thing

Swamp Thing ist eine Serie über eine Stadt, welche von einem mysteriösen Virus überfallen ist. Deshalb kommen internationale Forscher in die Stadt, um diesem Virus auf den Grund zu gehen. Die Serie liegt einem Comic zu Grunde. Doch dem Team von Filmograph war von Anfang an bewusst, dass sie nicht diesen Weg für die Titelsequenz einschlagen möchten. So entstand eine Titelsequenz in der mit Metaphern gearbeitet worden ist. Darin sind zentrale Metaphern nicht nur offensichtliche Dinge wie Maßnahmen zur Bekämpfung von Seuchen, sondern auch der Mensch und sein Potenzial die Umwelt zu stören. 

Abschließende Gedanken zum Interview

Der Einsatz von fließenden Übergängen macht die Erzählung natürlicher. Auch ist es wichtig, bereits vorhandene Arbeiten in diesem Bereich im Auge zu behalten und sich Gedanken darüber zu machen, wie man Hommage an die bereits Existierenden in das eigene Werk übersetzt. Bei Projekten, welche bereits eine Fangemeinschaft besitzen, sollte man darauf achten, dass das gezeigte, die Personen abholt, aber zugleich auch etwas Neues darstellt und sich nicht auf altem Material ausruht.

Lisa Bolan

  • Firma: elastic
  • Illustratorin, Titeldesignerin, Creative Director 

Kathrine the great

Für das Titeldesign für Kathrine the Great haben sich Lisa Bolan und ihr Team in ihrer Ideenfindungsphase einige Ölgemälde von – der Grundlange – der russischen Kaiserin Katharina II. (Katharina die Große) angesehen. Dabei stach Lisa Bolan besonders ein Gemälde ins Auge, in dem sich im Hintergrund ein rotes Tuch im Wind welkt. Für sie symbolisierte dieses Tuch den Charakter von Katharina der Großen. Deshalb ist das rote Tuch zum roten Faden der Titelsequenz geworden. Es steht als Sinnbild für Katharina II. und verändert sich im Verlauf der Zeit.

Da es nicht möglich war mit Helen Mirren zu filmen, wurde für die Titelsequenz ein CGI-Modell von ihr angefertigt. Im Endeffekt kam das der Titelsequenz zur Gute, da es den ikonischen Status von Katharina der Großen nur noch mehr unterstrich (man sieht sie nur durch Nebel und ihre ikonische Silhouette kommt oft zum Strahlen innerhalb der Sequenz). 

Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes

Als essenzielles Gestaltungselement für die Titelsequenz für Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes hat das Team alte Kassettenhüllen verwendet. Wie ein Audioband ziehen Bilder und Zeitungsausschnitte im Bild vorbei. Diese sollen das Gesagte visualisieren. Auch soll die Titelsequenz den Charakter und die Wertvorstellungen von Ted Bundy näherbringen.

Durch das Filmen durch die durchsichtige Oberfläche des Kassettenrekorders werden Bilder zerteilt. Bewusst werden Ausschnitte von Fotos so gewählt, dass zum Beispiel bei einem Bild nur ein Porträt zu sehen ist und beim darauffolgenden wird der Kopf abgeschnitten. Auch zeigt das letzte Bild ein charismatisches Bild von Ted Bundy, welches dann weggezogen wird und mit einem Bild von ihm ersetzt wird, welches eher seinen gestörten Charakter repräsentiert. 

The Alienist

Die Titelsequenz für The Alienist spult visuell die Stadtlandschaft vom modernen Manhattan zum Manhattan des 17ten Jahrhunderts zurück. So kann man nicht nur der Dekonstruktion von Gebäuden und Brücken zusehen, sondern man beobachtet darüberhinaus die Veränderung des Lichtes vom blauen LED zum warmen Lampenlicht. Auch bei den Porträtaufnahmen wurde den Charakteristika der Ferrotypie nachempfunden. Personen wurden mehrmals mit verschiedenen Blickrichtungen fotografiert. Dadurch kamen die Bilder in der Sequenz zum Leben. Auch die Überlagerungen sind der Praxis der Ferrotypie nachempfunden. 

Abschließende Gedanken zum Interview

Vergleicht man die Beispiele welche Lisa Bolan in ihrem Interview vorgestellt hat, stellt man fest, dass sie bei 2 ihrer Titelsequenzen mit einem Objekt angefangen hat, welches sich wie ein roter Faden durch die Handlung zieht (rotes Tuch bei Kathrine the Great, Kassettenhülle bei Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes). Auch geht bei ihr hervor, dass der Austausch mit dem Regisseur/ der Regisseurin bzw. den Kunden sehr wichtig ist.

Hazel Baird

  • Firma: elastic
  • Art Director, Titeldesigner:in, Motion-Graphics

Sowie Lisa Bolan arbeitet Hazel Baird bei der Firma elastic. Im Gegensatz zu ihrer Kollegin stellt Hazel Baird Titelsequenzen vor, welche viel mehr illustrative und animierte Elemente aufweisen. Hazel Baird liebt den Konzeptionsprozess und die Erstellung von Pitches.

Veritas

Jedes Projekt hat eigene Herausforderungen. Bei der Titelsequenz von Veritas hat Hazel Baird mit mehrere 2D- und 3D- Animatoren aus aller Welt zusammengearbeitet. Dabei lag die Herausforderung vor allem darin, die verschiedenen Personen so zu leiten, dass am Ende die verschiedenen Animationsstile fließend ineinander übergehen. Auch interessant war, der Punkt, dass sie sich bewusst dazu entschieden haben, dass die Kamera relativ statisch bleiben sollte – alles sollte sehr graphisch dargestellt werden und nicht cinematisch.

Velvet Buzzsaw

Die Titelsequenz von Velvet Buzzsaw zeigt auf, wie ein integraler Teil eigentlich Titelsequenzen im Film oder Serie sind. Das Team hinter Velvet Buzzsaw wollte zuerst eine Titelsequenz, die sich von Steinzeitmalerei durch die ganzen Kunstepochen arbeitet. Doch beim Testscreening des Films kam als Feedback zurück, dass das Publikum am Anfang des Films keinen Geschichtsunterricht haben möchte. Somit entstand die finale Titelsequenz, in der es um die 6 Morde des Films geht. 

The Morning Show

Visuell wird bei der Titelsequenz von The Morning Show mit abstrakten Kreisen gespielt. Dabei symbolisieren die verschiedene Bewegungen der Sphären beispielsweise die Entwicklung des Egos oder der Vergleich zu anderen Menschen. 

Nancy Drew

Bei Nancy Drew hatte das Team rund um Hazel Baird 9 Optionen für den Kunden. Hazel Baird ist es generell wichtig, den Gedankenprozess der Gestalter:innen in ihren Pitchs miteinzubauen. So war es auch bei Nancy Drew. Die Kunden entschieden sich dann für einen Hybrid von zwei Designvorschlägen. 

Shut up and dribble

Bei der Dokumentation von Shut up and dribble ist das Team des Films an Hazel Baird und ihr Team herangetreten mit bereits einer geschnittenen Videosequenz. So nahm das Team diese Videosequenz als Untergrund für eine Mixed-Media Animation. 

Abschließende Gedanken zum Interview

Hazel Baird erzählt viel von der Vorproduktions- und Produktionsprozess. Auch visualisieren ihre Beispiele, dass jedes Projekt einen eigenen Zugang und Produktionsablauf benötigt bzw. vorgibt. Ihre Projekte glänzen in der Integration von mehren Gestaltungswegen.

Weitere Quellen, die nützlich sein könnten

https://www.artofthetitle.com/studio/elastic

https://www.artofthetitle.com/designer/aaron-becker

https://www.artofthetitle.com/studio/digital-kitchen

https://www.artofthetitle.com/studio/prologue-films

IMPULSE #2: Gespräch mit Gabriele Lechner

Am 6. November 2024 hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen der Lehrveranstaltung ein inspirierendes Gespräch mit Gabriele Lechner über meine Masterarbeit zu führen. Dabei ging es nicht nur um den aktuellen Stand meiner Arbeit, sondern auch um meine Unsicherheiten bezüglich der Themenwahl, die möglichen Risiken und Chancen sowie die methodischen Ansätze.

Rückblick auf mein Thema

Ich habe Frau Lechner von meinem aktuellen Stand erzählt und dass ich mich während der letzten Semester mit dem Thema „Digital Precision vs. Analog Imperfection – Warum suchen wir das Unvollkommene im Design?“ beschäftigt habe. Dieses Thema hat mir sehr gut gefallen, ich fand es interessant und vielversprechend, allerdings kamen trotzdem gegen Ende des Semesters Zweifel auf, ob ich mit diesem Thema wirklich weitermachen sollte.

Gabriele Lechner bestätigte jedoch die meinen Ansatzes und betonte, dass sie das Thema sehr gut und spannend findet. Sie erwähnte, dass ein solcher Schwerpunkt in ihren bisherigen Gesprächen mit Student*innen noch nicht aufgetaucht sei, und riet mir, dabei zu bleiben. 

Methodische Überlegungen

Ein zentraler Punkt des Gesprächs waren die methodischen Ansätze. Hier fiel es Gabriele Lechner zunächst schwer, konkrete Vorschläge zu machen, da mein Thema eher abstrakt und theoriegeleitet ist. Schlussendlich kamen wir auf zwei vielversprechende Möglichkeiten:

  1. Zusammenarbeit mit einer Firma: Ein reales Designprojekt könnte als praktisches Beispiel dienen, um meine Hypothese zu testen und zu validieren.
  1. Expert*innen-Interviews: Ich könnte Designer*innen befragen, um ihre Perspektive auf analoge Elemente im digitalen Design zu verstehen. Besonders wichtig dabei: die Entwicklung durchdachter und präziser Fragen, um tiefgreifende Antworten zu erhalten.

Diese beiden Optionen bieten spannende Wege, um die Forschungsfrage zu vertiefen und sowohl theoretische als auch praktische Erkenntnisse zu gewinnen. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass die Interviews wahrscheinlich die bessere Wahl sind, da das Ergebnis eines Designprojekt mit einer Firma zu subjektiv zu interpretieren ist, als dass man damit eine Hypothese validieren könnte.

Das „Warum“ ins Zentrum stellen

Ein wichtiger Hinweis aus dem Gespräch war, mich in meiner Arbeit stärker auf die Frage nach dem „Warum“ zu konzentrieren und weniger auf das „Wie“, weil das eh ziemlich klar ist. Warum greifen Designer*innen auf analoge Imperfektionen zurück, obwohl sie über hochpräzise digitale Werkzeuge verfügen? Dabei könnten historische und soziologische Aspekte eine Rolle spielen – etwa die Rückbesinnung auf Handwerkstraditionen oder der Einfluss von Bewegungen wie der DIY-Kultur. Gleichzeitig wurde betont, den Fokus klar zu halten und nicht zu stark abzuschweifen.

Neue Motivation und Perspektiven

Das Gespräch war für mich ein Wendepunkt. Ich verließ es mit neuem Selbstvertrauen in mein Thema und einer klareren Vorstellung davon, wie ich meine Arbeit gestalten möchte. Besonders die Rückmeldung, dass meine Fragestellung innovativ und relevant ist, hat mir sehr geholfen. Das Gespräch mit Gabriele Lechner war der perfekte Impuls, um mit neuer Energie und einem klaren Fokus in die nächste Phase meiner Masterarbeit zu starten.

Impulse #5 – Technisches Museum Wien

Links

Medien.Welten: https://www.technischesmuseum.at/ausstellung/medienwelten

Klima. Wissen. Handeln.: https://www.technischesmuseum.at/ausstellung/klima_wissen_handeln

Energiewende: https://www.technischesmuseum.at/ausstellung/energiewende